Forum: Politik
Tillich-Rücktritt in Sachsen: Höchste Zeit
DPA

Die überraschende Rücktrittsankündigung des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich ist der richtige Schritt: für ihn, für seine Partei und für den Freistaat.

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Grölemeier 18.10.2017, 22:11
20.

Respekt, es gibt also noch Politiker, die für etwas Konsequenzen ziehen. Hätte ich nicht erwartet. Zur Nachahmung auch in Berlin wärmstens empfohlen.

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flaneur1962 18.10.2017, 22:11
21. Kein Vergleich

Zitat von Mittelalter
Man muss erst richtige Schmerzen haben, bevor man so wählen darf. Was ist das nur für ein albernes Argument. Am Kaiserstuhl sind auch alles Grüne Atomkraft-Gegner, obwohl es dort kein AKW gibt. Wie viele haben etwas gegen ein Atommüllendlager - es gibt nur auf der ganzen Welt noch keines in Betrieb. Finnland hat bald eines - und dann? In Ost-Berlin, Marzahn und Umgebung, ist die Millionärsdichte nun wirklich extrem gering. Und doch wählen die dort massenhaft Linke. Auch alles „ Phantomschmerzen“ In einer Kleinstadt namens Döbeln gab es eine Erstaufnahme. 321 Personen waren dort untergebracht - über Nacht verschwanden 231. http://m.sz-online.de/nachrichten/massenhaft-fluechtlinge-verschwunden-3242089.html Keine rechte Gewalt weit und breit. Wieso hauen die aus Sachsen ab wie aus Lettland? Auch „Phantomschmerzen“? Aber es ist ja so schön leicht, auf komplexe Probleme einfache Antworten zu geben.
Vielleicht hinken die von Ihnen vorgetragenen Beispiele doch ein wenig.
In Wyhl (Kaiserstuhl) waren ja zumindest mal zwei Reaktorblöcke konkret geplant. Das Ganze scheiterte dann u.a. am erheblichen und ausdauernden Widerstand der Bevölkerung. Und die Atom-Bruchbude in der Nachbarschaft im französischen Fessenheim gibt es immer noch.
Ein atomares Endlager ist nur deshalb in Gorleben nicht errichtet worden, weil die Menschen im Wendland das verhindert haben.
Da ging es offenbar um konkrete Gefahren, gegen die sich die Menschen gewehrt haben bzw. wehren. Eben kein Phantomschmerz, sondern eine hinreichend konkrete Bedrohung. Wo sehen Sie eine konkrete Gefahr durch eine sehr überschaubare Zahl an Flüchtlingen ? Alle kriminell ?
Und in Marzahn hätten sie wahrscheinlich gar nix gegen ein paar Millionäre mehr (wäre man denn selbst dabei).

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w50 18.10.2017, 22:30
22. Biedenkopf hat das Fass zum Überlaufen gebracht

... wer derart gegen einen amtierenden MP agiert wird mit den Worten „ er hat es nicht gelernt“. Er wollte, dass Tillich hinwirft. Tillich mag nicht alles richtig gemacht haben, aber verantwortlich für das Wahldesaster ist Frau Merkel in Berlin. Offensichtlich will sich Herr Tilich das Agieren seiner „Parteifreunde“ nicht mehr antun und mich würde es nicht wundern, wenn ein CDU-Import Sachsens neuer MP werden soll.

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Oscar Madison 18.10.2017, 22:35
23. Grenzsoldat Tillich

DDR Kader, Grenztruppensoldat, Rechtsaußen...
Karrierist in allen Systemen...
Wie war das einst mit der "moralischen Wende"?
Die charakterliche Verkommenheit in Vollendung.

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Fritz Godesberg 18.10.2017, 23:03
24. Ein Landesvater? Eine Landesmutter - oder doch lieber Erwachsensein?

Sehr geehrte Damen und Herren Journalisten, die Ihr immer und immer wieder beschwört, dass einen Landesvater oder eine Landesmutter zur Orientierung geben muss...
Ich möchte Ihnen einen Vorschlag machen! Wie wäre es statt immer und immer wieder nach Papi und Mutti zu schreien, endlich mal erwachsen zu werden? Oder trauen Sie das den Deutschen nicht zu? Ich jedenfalls brauche weder einen Landesvater noch eine Landesmutter zur politischen Orientierung, übrigens auch keine Journalisten! Ich lese das eine oder andere, ich unterhalte mich mit meinen Nachbarn und Kollegen, ich bilde mir sogar eine Meinung und das sogar ohne Bild, worauf ich gesteigerten Wert lege. Und ich weiß, dass Meinungen weder richtig noch falsch sein können, gleichwohl verstehe ich zu argumentieren. Daneben bin ich noch im Stande selbst zu nähen, zu kochen, zu bügeln und zu putzen. Und ich bin sicher, dass ich mit diesen Kompetenzen in guter Gesellschaft befinde. Was sollte mir da eine Landesmutter oder ein Landesvater zur Orientierung? Ich bitte höflichst mit dieser permanenten Infantilisierung der Deutschen aufzuhören. Wir kommen seit nun 100 Jahren ohne Kaiser und Führer aus und das hat uns gut getan. Die paar Schreihälse, die so tun als müsst's wieder anders sein ignoriert man am besten hartnäckig, bzw. stellt sie vor Gericht, wenn sie offenkundig gegen geltendes Recht verstoßen und gut is.
Wie immer mit besten Grüßen
Euer
Fritz Godesberg, der Name ist Programm

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chickenrun1 18.10.2017, 23:10
25. Wo sind Konsequenzen auf Bundesebene

Ich dachte wir hätten eine Bundestagswahl gehabt. Also hätten doch wohl eher auf Bundesebene Konsequenzen gezogen werden müssen. Das erstarken der AfD hat auch ganz klar eine Ursache. Die Merkelsche Überheblichkeit. Zum Ende ihrer politischen Karriere wollte Sie sich den Maria Theresa Heiligenschein aufsetzen. Und das auf Kosten der Bürger hier im Land. Die Sachsen scheinen dies erkannt zu haben. Wenn es einen Rücktritt und Neuanfang geben müsste, dann bitte aus dem Kanzleramt.

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Manitou-01@gmx.de 19.10.2017, 00:48
26.

Zitat von matthias-j
"Tillich, sozialisiert in der Blockpartei-Mentalität der DDR-CDU, hat es nie gewagt, den Hetzern entschieden entgegen zu treten" Stimmt, er hat es zugelassen in Leipzig etc, eine linke Antifa aufkommen zu lassen. Der Kommetnar wird em Autor nicht Sieje Frankfurter Buchmesse schmecken. Die Aggressoren waren die LInken. Linke Buchstände wurden nicht belästigt. Die Osterreicher haben das erkannt. Die Linke wird in Österreich zukünftig nicht viel Spass haben. Die Grünen sind aus dem Parlament geflogen. In Deutschland wird der erste MP einer von der AfD sein. Die Bayern werden noch ungläubig auf ihre grüne CSU gucken, dann wird es hier auch so weit. Die restlichen Ostländer werden folgen. Danach Ba-Wü, RP und Hessen. Und dann der Rest. Fast wie die Apokalypse aber selbst verschuldet
Schauen wir uns erst mal an, was die AfD dort politisch vollbringt, wo man ihre Beteiligung leider nicht verhindern kann. So z.B. in Berlin, wo jeder im Bezirksparlament vertretenen Partei ein Posten als Stadtrat (so eine Art "Stadtbezirks-Minister") zusteht. Obwohl die AfD dabei häufig die Posten der Ordnungs-Stadträte (also politische Verantwortung für das Ordnungsamt) hat, hat sie bisher weder Hundehaufen (bzw. den Hundehaltern, welche diese liegen lassen), Falschparkern, Gehweg-Radlern oder Sperrmüll-Sündern "Deutsche Ordnung" beigebracht. Die Herrschaften können nur hetzen und stänkern, aber keine politische Arbeit liefern. Sollte in Sachsen die CDU mit der AfD zusammengehen, so wird das endgültig beweisen, das Populisten nur Maulhelden sind. Die können allenfalls eine Art "Hobby-Faschismus" zur Schikanierung von Menschen betreiben und damit erst recht Unfrieden stiften.

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heidi.kasch 19.10.2017, 02:49
27.

Ich muss dem etwas widersprechen, im Sinne von schlecht recherchiert oder zu schnelle Meinungsäußerung in Form einer Kolumne.
Ich denke, dass er als erster Sachse das Amt des Ministerpräsidenten übernahm, ist völlig irrelevant. Ich kann mich nicht erinnern, dass es damals einen Aufschrei gab: "Juhu, endlich ein waschechter Sachse als Chef". Ganz im Gegenteil. Nach der Ära Biedenkopf und dem Abgang Milbrads wurde er eher als Notlösung wahr genommen, kaum jemand kannte ihn. Der fade Geschmack der Notlösung, der nicht durchsichtige Prozess, wer steht eigentlich für was bzw. wer macht eigentlich was in der CDU, war damals ähnlich undurchsichtig wie heute. Diesbezüglich tut Hr. Kretzschmar mir etwas leid. Und bei all dem Sachsen Bashing, der rechtsradikalen Konnotation des Themas: Wichtig war den Menschen damals nicht, dass der Sachse, Katholik, Sorbe, Nachbar Tillich Ministerpräsident wird. Klingt ja fast so, als hätte man eine Wahl gehabt.
Spannend finde ich die leider etwas kurze Erwähnung, der DDR-CDU, meiner Meinung nach erklärt das etwas, und nur etwas, aber vielleicht etwas mehr als andere Kausalzusammenhänge, den Politikstil der CDU vor Ort. Man redet über das Schöne (Wetter, Erfolge, Leuchtturmpolitik). Da würde ich Kurt Biedenkopf gern widersprechen: Er verwechselt nicht gelernt mit anders gelernt, einer anderen Idee. Unabhängig davon, dass beide Ideen zu den unterschiedlichen wirtschaftlichen, städtischen, ländlichen, schulischen, sozialarbeiterischen und vor allem politischen und gesellschaftlichen Ideen und noch einmal vor allem, Realitäten, geführt haben. Manchmal ist es ganz einfach, in diesem Falle nicht.
Und mit Verlaub: Der "Landesvater, der den Bürgern Orientierung gibt, wollte oder konnte Tillich nicht sein": Pathetischer gehts ja kaum noch. Wann hat es seit Strauss so etwas überhaupt nochmal gegeben? Und diesen Quatsch als Beispiel mit unzureichend politisch geförderten Demokratiebildung für das 3. Jahrtausend zu bringen, ist journalistisch einen Blick auf die Ablehnung der Henri-Nannen-Förderung wert. Weil: Biedenkopf hatte nicht recht: Er war der Anfang, und nach 30 Jahren wird man das sagen dürfen, der die CDU, so wie sie mittlerweile ist, geprägt hat.
Deswegen haben Sie absolut recht damit, dass die die Schuld für die Stärke der AFD allein bei Tillich zu suchen wäre, falsch ist.
Die Frage ist dennoch viel mehr, wer vom jetzigen CDU-Personal ist in der Lage, die Karre aus dem Jahrzehnte lang verbockten (Bildung, ländlichen Infrastruktur (manchmal gibts ja Schulen, Kindergärten, Internet, Jobs, Sozialarbeit -Sumpf) massive Misswirtschaft (sämtliche absurd verschämte (Miet) -Verträge mit Firmen in der Flüchtlingsunterbringung und -Sozialarbeit), fehlende Partizipations- und Integrationsprojekte,(wie ich hörte sind im ländlichen Raum 1 Sozialarbeiter für mehrere Jugendclubs zuständig usw usf) Partei-Diskurs heraus zu führen?
Liebe Spiegel-Redaktion, anstatt Sachsen-Basching wäre diese Themen einer Berichterstattung wert.
MfG

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Berg 19.10.2017, 04:23
28.

Dies ist die unsägliche Folge der von den Medien veranstalteten Extrapolation einer BUNDESTAGSwahl auf die einzelnen BundesLÄNDER. Dabei sind die Ländergrenzen rein zufällige Linien innerhalb Deutschlands, und die errechneten Prozentewurden nicht von den Landesregierungen verursacht. - Und: als Sachsen nach der Wende für den Landtag der Biedenkopf-CDU die absolute Mehrheit zuwählte, wurden die Sachsen verspottet.

Fakt ist nur, dass das Meinungsspektrum in Sachsen genauso vielfältig ist wie in ganz Deutschland, d,h, die Regierungsgegner werden automatisch zahlreicher. Doch diese Prozente sind morgen schon anders als heute. - Tillich war sicherlich kein Kanzlerkandidat, aber sene Zeit hätte gut und gerne erst zur nächsten Landtagswahl beendet werden können.

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ulmer_optimist 19.10.2017, 05:27
29. Mutig

Es ist mutig und richtig, die Verantwortung zu übernehmen, auch wenn man nicht direkt selbst zur Wahl stand. Es ist auch richtig, nach 8 Jahren oder 2 Legislaturperioden den Posten so zu räumen, dass ein Nachfolger noch 2 Jahre Zeit bis zur nächsten Landtagswahl hat. Unabhängig von den Gründen ist es ein guter Zeitpunkt, jetzt zu übergeben.
Viel besser, als nach einer Wahl, bei der man selbst zur Wahl stand und deutlichen Verlusten zu sagen "ich wüsste nicht, was ich hätte anders machen können" und damit völlige Abgehobenheit, Weltfremdheit und Ignoranz zu demonstrieren. Merkel muss (auch) weg. Die SPD wird hoffentlich dafür sorgen, nachdem Jamaika gescheitert ist.

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