Forum: Politik
Toleranz auf der Liegewiese: Wem gehört das Freibad?
Mohssen Assanimoghaddam / DPA

Wer hat die Hoheit auf der Liegewiese? Wieviel Toleranz muss sein? Nach einer Kolumne über das Berliner Columbiabad ergab sich ein bemerkenswerter Austausch mit einem Leser.

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peter.stein 09.07.2019, 09:12
170. Kompliment Herr Kuzmany,

interessanter Dialog. Frau Chebli hätte wahrscheinlich nach dem ersten Schreiben des Herrn Krause Strafanzeige wegen "Hate-Speech" gestellt, es spricht für Sie, dass Sie ins Gespräch gegangen bin. Meine persönlichen Erfahrungen entsprechen zwar (leider) eher denen des Herrn Krause, aber das heißt ja nicht, dass es jedem so gegangen sein muss.

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villazurfroehlichenkatze 09.07.2019, 09:16
171.

Zitat von el_pablo_diablo
. Es ist nur nicht so. Wo Jungendliche sind, ist Lärm.
Darf ich als Deutsche, die in Österreich lebt und unter diversen Wehwehchen leidet, noch anfügen, dass die Dinge, die ja so "toleriert" werden sollen,e gal von wem aus, also egal ob von Muslimen ausgehend oder nicht, nicht so angenehm sind. Da sind die Herren und weniger Damen, die ihre Bälle und Frisbees schon einmal auf einen heruntersegeln lassen und nicht verstehen, wieso man dies als jemand, der nicht schnell mal hochspringen kann, nicht so lustig findet - da sind die Herren und Damen, die, wenn man langsamer geht weil es ja nicht anders geht, schon einmal zwischen die Beine grötschen weil sie so schnell zum Eisstand wollen usw.

Es mag sein, dass dies früher (TM) auch so war, das macht es aber nicht besser und dies vor lauter Toleranzverliebtheit toll zu finden, erscheint mir wenig schlüssig.

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nikolasvegas 09.07.2019, 09:20
172. Schwimmbad

Vor einigen Tagen musste ich länger warten in der Schlange vor der Schwimmbadkasse. Ich musterte die anderen, und dachte still vor mich hin: Schön, dass ich in einer wohlhabenden süddeutschen Kleinstadt lebe, und diesen ganzen Wahnsinn nicht ertragen muss. Vor 15 Jahren habe ich in Kreuzberg gelebt, und war oft im Prinzenbad. Ich vermisse es nicht.

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spon_4_me 09.07.2019, 09:33
173. @ The Independent (# 159):

Viele Worte zu morgentlicher Stunde, verehrter Co-Forist. Dass der Normalverbraucher (vulgo: Bürger) zu wesentlichen, das gedeihliche Zusammenleben betreffenden Entwicklungen nicht befragt werden müsste, ist ein interessantes Demokratieverständnis, das ich nur so zu Ihren Gunsten auflösen kann, dass Sie offenbar damit meinen, Leute sollten nicht sportpalastähnlich nach einer Ja/Nein-Antwort gefragt werden (dann d‘accord). Dennoch müssten Fragen wie Migration, Umweltschutz, Einsatz künstlicher Intelligenz in der Arbeitswelt uvm., also Themen, die von uns allen Zugeständnisse, Veränderungen, Entscheidungen im eigenen Handlungsrahmen und Kompromisse erfordern, meines Erachtens laufend diskutiert und weier-, bisweilen wohl auch zurückentwickelt werden. Ich weiß, wir leben in keiner attischen Demokratie, aber könnten Sie mir, der Sie so viel kenntnisreicher scheinen, die 3 oder 4 Kernthesen zur erfolgreichen Integration nennen derjenigen Partei, die Sie bei der letzten BTW gewählt haben? Könnten Sie auf eine Debatte in einem deutschen Leitmedium oder eine akademischen Studie hinweisen, in der Für und Wider verschiedener Ansätze, Beispiele für quantitativ oder qualitativ funktionierende Maßnahmen oder alternative Modelle anderer Länder aus- oder abgewogen diskutiert werden? Meinungen, Gut- und Besserwisserei, gegenseitigen Beschimpfung und Moronisierung - davon haben wir mehr als genug. Aber nüchterne Alternative, Aufzeigen praktischer Wege mitsamt ihren Vor- und Nachteilen... na ja, ich bin gespannt und lerne wirklich gerne von Ihnen.

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happyrocker 09.07.2019, 09:38
174. Zu einer echten Überwindung der Spaltung

Zitat von ollineu55
Endlich mal NUR SO kann die Spaltung wieder überwunden werden und eine neue Mitte entstehen, wo zur Zeit das Vakuum herrscht. Aufeinander zugehen, dem anderen glauben (dass er schlimme oder ausschließlich gute Erfahrungen mit Integration machte) und zu verstehen, was den anderen umtreibt, anstatt den Gegenüber stets zu kriminalisieren. Ich habe den Eindruck, dass Viele der Spaltung und des Schwarzweißdenkens müde sind und sich nicht mehr von den Fanatikern von Links und Rechts aufhetzen lassen. Im Übrigen würde das mit der Integration besser klappen, wenn sich die Deutschen nicht mehr in zwei Lager spalten lassen, sondern Zusammenhalt und Kompromissbereitschaft signalisieren. Die Straßengangs sind voll von Kindern, deren Mamas und Papas zerstritten sind. Ein wenig muss ich aber doch trüben: Nur weil man sich sagt, dass man ja reicher und erfolgreicher ist, fühlt es sich nicht besonders gut an, lieber mit gesenktem Kopf und braven Mündchen rumzulaufen. Und es ist auch für die Antagonisten oder Beobachter(Frau, Kinder, Nachbarn, Kollegen, Freunde, rumstehende Mädchen...) keine besonders würdevolle Angelegenheit, die (offen) schöngeredet wird.
wäre doch wohl der Dialog mit den als störend empfundenen Übeltätern notwendig. Und genau auf den verzichtet der Autor, um nicht unangenehm aufzufallen. Diese Haltung führt nun aber leider nicht zur Lösung des Problems (die jemand, der das Freibad nur einmalig zu "Feldstudien" besucht, auch gar nicht anstrebt). Allerdings ist es um ein Vielfaches einfacher, per E-Mail mit einem höflichen Leser zu diskutieren als in der konkreten Situation mit einer jugendlichen Fußballmannschaft. Da bleiben die priviligierten Herren unter sich und versichern sich gegenseitig Ihrer Toleranz und Kompromissfähigkeit - Problem gelöst. Das hilft nur leider den Frauen und Familien, die sich wegen des laut-aggressiven Revierverhaltens mancher Männergruppen in kein Freibad mehr trauen, nicht weiter.

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wallabi 09.07.2019, 09:39
175.

Zitat von dirk.resuehr
oder Volksweisheit und Kantscher Imperativ, scheinen nicht mehr gültig. Insgesamt scheint jedoch die Aggressivität auf dem Vormarsch zu sein, woran immer das liegt. Toleranz ist auf dem Rückzug,, seltsamster Weise nicht unbedingt in der Politik inkl. Justiz, die öfter unterschiedliche Sehstärken der Augen hat.
"woran immer das liegt" …...… der war gut!

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abc_bis_z 09.07.2019, 09:54
176. Wünsche für Herrn Kuzmany

Tja, jeder halt so wie er kann bzw. entsprechend seinen Erfahrungen. Bleibt nur zu wünschen, dass Herr Kuzmany weiterhin keine (auch für ihn dann als tatsächlich schlecht empfundenen) schlechten Erfahrungen mit der weiterhin wachsenden Zahl an Neubürgern machen wird (zumindest in den Städten weiterhin wachsend, der Spiegel hat gerade erst über den Rückgang der "ethnischen Deutschen" in Großstädten berichtet). Und Andere haben halt schon etliche negative bis hin zu sehr unangenehmen bis hin zu gefährliche Erfahrungen mit gewissem Klientel gemacht. Und dann wählt man eben nicht unbedingt gleich AFD, aber auch nicht mehr links & grün (da von links grüner Seite aus, genau wie von Herrn Kuzmany, Multikulti immer wieder romantisiert wird, bei gleichzeitiger Verachtung für Menschen, die mit Multikulti schlechte Erfahrungen gemacht haben).
Zu den persönlichen Erfahrungen hinzu kommen dann noch all die Berichte über Gewalttaten wie z.B. jüngst die Vergewaltigung in Mülheim oder die Vergewaltigung auf Mallorca (bei der Medien wie der Spiegel weiterhin tapfer von 4 Deutschen schreiben, damit sich weiterhin im Kopf des Lesers unweigerlich Bilder von "Franks, Kevins, Michaels, Peters" bilden - bis man die Namen der Tatverdächtigen liest und sich dann andere Bilder im Kopf bilden, die bei Einigen dann wiederum mit etlichen persönlichen und schlechten Erfahrungen übereinstimmen).
Wie gesagt, ich beneide Herrn Kuzmany, dass er noch keine schlechten Erfahrungen gemacht hat. Allerdings mutmaße ich bei einem links denkenden & schreibenden Menschen wie Herrn Kuzmany, dass schlechte Erfahrungen irgendetwas bei ihm ändern würden. Und genau deswegen, Herr Krause, bekommt man das alles auch nicht mehr in den Griff, weil die Mehrheit der Menschen in Deutschland so tickt wie Herr Kuzmany.
Mich macht die Forderung nach Toleranz gegenüber Dingen, bei denen mir keinerlei Toleranz entgegengebracht wird, auch wütend. Vielleicht einfach ein ganz grundmenschliches Gerechtigkeitsempfinden, das in Wut umschlägt je mehr es belächelt oder sogar als "rechts" diffamiert wird.

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Korken 09.07.2019, 09:57
177. Hirarchie der Toleranz

Ich fand den Teil über die "Hirarchie der Toleranz" sehr lehrreich.

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spon_7302413 09.07.2019, 10:03
178. Unveröffentlicht

Gerade im Zusammenhang dieses Themas würde es mich sehr interessieren, was meinen gestern verfassten Kommentar im Vergleich zu all dem, was ich hier lesen kann, derart inkriminierte, dass er einer Veröffentlichung nicht würdig war. Dies verwundert ist umso mehr, als ich die Macht der Kommunikation und der Verständigung im diskursiven Bemühen um einen Dialog in einem einzigen Satz zusammen gefasst und dabei lobend auf den Kern der Dinge eingegangen bin. Fehlte es möglicherweise bein Zensor am grundlegenden Textverständnis? Um Hier mein Hinweis: flache Schablonen sind kein Ersatz für elementare Befähigungen im Erkennen funktionierender Kommunikation. ;-)

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tommuc1978 09.07.2019, 10:09
179. Nettes Wortgeplänkel...

Sehr geehrter Herr Kuzmany, Sie schreiben sie kommen aus der Nähe von FFB, offensichtlich waren Sie dort schon lange nicht mehr. Sonst wüssten Sie, dass auch hier öffentliche Freibäder und nicht nur die längt ein nahezu rechtsfreier Raum sind. Zum Beispiel das Freibad in Maisach ist seit ein paar Jahren kaum noch nutzbar. Regeln werden komplett ignoriert und es wird gepöbelt und geschlagen bei jeder Kleinigkeit.
Interessant finde ich den Hinweis in einer Ihrer Antworten auf den tollen Sicherheitsdienst, der dafür sorgt, dass keine oder zumindest weniger Messer ins Freibad kommen. Sehen Sie es mir bitte nach, dass ich mich darüber nur bedingt freuen kann. Wenn ein Freibad inzwischen einen Sicherheitsdienst braucht, ist dass genau das was nicht sein kann und dann läuft in unserem Land ziemlich viel in die falsche Richtung!

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