Forum: Politik
Tories und Labour bei der EU-Wahl: Die Verzwergung der Mächtigen
Kirsty Wigglesworth/DPA

In Großbritannien sind Tories und Labour in Brexit-Kämpfen verfangen, die Konkurrenz zieht davon. Bei der EU-Wahl stehen die Etablierten vor einem Debakel. Ist das Zweiparteiensystem am Ende?

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corvey 22.05.2019, 22:57
10.

"Ist das Zweiparteiensystemzu Ende?"
Antwort: Hoffentlich! Das Zweiparteiensystem war nie eine Demokratie gewesen. Wenige haben sich gegenseitig die Bälle zugeworfen, im TV Opposition gespielt, alles unter sich ausgemacht und Minderheiten in der Wurzel erstickt. Jetzt wird Tacheles geredet.

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Liberalitärer 22.05.2019, 23:03
11. Überproduktion

Zitat von kuac
Was soll denn May machen? Brexit ist für GB ein Verlustgeschäft und niemand kann daran etwas ändern.
Damit wäre ich vorsichtig. Es gibt eine Art Überproduktionskrise. Schaue man mal, was sich bei den Stahlkonzernen so tut. Das sind immer Verteilunskämpfe und da hilft unternehmensberatischer "Win-Win" Slang überhaupt nicht.

Es geht auch immer - auch in dieser Union der Uneinigen - immer um Verteilungskämpfe. Der tobt in D auch zwischen Bundesländern und innerhalb dieser tobt der auch.

In einer Überproduktionskrise hat der Käufer einen großen Hebel. Im Gegenteil - der Verkäufer muss extreme Rabatte auf den Tisch legen. Und D hat sich in die Verkäufersituation begeben. Gewarnt davor wurde hier im Forum mehr als ausreichend und nicht nur da.

Man macht sich nicht nur Freunde damit, Waren auf den Markt zu kippen.

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rrjmaier 22.05.2019, 23:07
12. Das 2 Parteien System ist im Britschen Wahlsystem verankert

Das Britische Wahlsystem -"first past the post" macht es nahezu unmöglich für kleinere Parteien eine bedeutende Anzahl von Abgeordneten in das Unterhaus zu entsenden.
In meinem Wahlbezirk war bei der letzen Wahl die stimmen Verteilung wie folgt Labour 5678, Scottish National Party: 5510, Conservatives, 5230, Liberal Democrats 4767, UKIP 2301, Das heißt Labour hat den Sitz mit 24% der Stimmen gewonnen, alle anderen Stimmen sind "verloren".
Hierbei ist noch Anzumerken dass mein Wahlkreis etwas ungewöhnlich ist da er eine sehr breite Streuung hat. Die meisten Wahlbezirke sind wesentlich mehr polarisiert. z.B. Con 50, Lab 40, Lib 5, sonstige 5
Aber das Resultat bleibt das selbe, nur die "grosse"n Parteien kommen durch.

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Ökofred 22.05.2019, 23:12
13. ohje

Zitat von Liberalitärer
Im Prinzip stimmt das aber und die Labour Party hat viel für die britischen Arbeitnehmer erkämpft zusammen mit dem TUC. Allerdings wissen zumindest gewisse Teile bei Labour auch, dass die EU nicht gerade auf sozialistischen Traditionen beruht. Fast alles wurde auf nationaler Ebene erkämpft. Ein europäischer NHS? Ein ferner Traum ist das. Viele glauben, das könne man einfach mal so ändern. Das ist unrealistisch. Ein paar Erasmusler sollen das richten, das typische deutsche Arbeitnehmerkind hat im UK keine Chance, mangelnde Sprachkenntnisse, mangelnde Abschlüsse, ein völlig anderes Rekrutierungsystem der Arbeitgeber, umgekehrt ist das auch so und das Feriensemester hilft da nicht wirklich. Das ist in Frankreich oder Spanien nicht wirklich anders. Ja, es gibt Expats, aber die haben es nicht einfach, da fast nichts anerkannt wird oder alles fehlt. Wie sagt Radio Eriwan: In der Theorie ja,.... PS.: Visionen ersetzen kein schlüssiges Konzept. Corbyn und Labour bemühen sich um Schadensbegrenzung - Schäden auch dieser zeitweise neoliberalen EU Politik.
Die Zeiten, in denen Labour etwas für die britische Arbeiterklasse erkämpft hat sind lange her. Corbyn hätte es in der Hand den Brexit zu verhindern, aber offensichtlich ist das nicht auf seiner Agenda. Hauptsache man kann die britische Regierung vor sich hertreiben.

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horstma 22.05.2019, 23:14
14. Wenn ich sehe...

was die Regierung um May seither geleistet hat und was sie plant, muss ich sagen, man hätte den Brexit-Termin Ende März um keine einzige Minute verlängern sollen. Alle Verlängerungen waren ein Riesenfehler, bringen uns über die Europa-Wahl in eine geradezu groteske Situation, und die eigentlichen Probleme - ich sage nur Irland - sind genauso ungelöst wie vor Monaten.

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AttaTroll 23.05.2019, 07:24
15.

Das ehemals mächtige und weltumspannende Britannien ist geschrumpft zu einem Eiland der Ewiggestrigen auf der einen und der nonchalanten Jungwähler auf der anderen Seite, die es nicht für nötig hielten, an jenem ominösen Votum vom 23. Juni 2016 teilzunehmen.
GB ist dabei, in die zweite Liga abzusteigen. Und daran ändern auch die langweiligen Royals nichts. Time to say goodbye.

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Hans.Meier 23.05.2019, 08:17
16. Sprachgebrauch

Lieber Spiegel,

mittlerweile hat der Sprachgebrauch mit Sachverhalt vordefinierenden Wörtern wie ‚die Etablierten‘ bei Ihnen Einzug erhalten („... den Etablierten ein Debakel“). Es ist ein konfuser Begriff, der eine irgendwie geartete Zwei-Klassen-Hierarchie suggeriert, ohne dafür Belege anzuführen. So wird eine Debatte beleglos vorgeprägt. Ich wünsche mir nichtsuggestive Sprache. Vielen Dank!

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kloppskalli 23.05.2019, 16:22
17. Mehrheit No-Deal - lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne..

man sollte sich von einer erneuten Volks-Abstimmung ueber Deal/No-Deal nicht allzuviel erhoffen. durch das jahrelange Herumlavieren sind mittlerweile selbst viele ehemals EU-neutral/-freundlich gesinnte Tommies nicht laenger gewillt diesen Verhandlungsmarathon weiter zu ertragen. Die wollen lieber ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende..

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