Forum: Politik
Tory-Kandidat Stewart: Der gute Brite
Andy Rain/ EPA-EFE/ REX

Rory Stewart hat Afghanistan durchwandert, Menschenrechte verteidigt, William und Harry weitergebildet. Jetzt will er britischer Premier werden. Aber vermutlich ist er dafür zu seriös und zu höflich.

jochenbergerhoff 12.06.2019, 22:04
1. Langfristige Nebenwirkungen

Das ist dann wohl die langfristige Nebenwirkung einer verfehlten Bildungspolitik. Ich war 1982 für ein Jahr Austauschschüler in England. Das Bildungsniveau war erschreckend niedrig, aber jeder Schüler war davon überzeugt, dass das britische Schulsystem weltweit das Beste ist.
Mehrheitlich „dumme“ Bürger wählen mehrheitlich „dumme Politiker“. Traurig, aber so ist Demokratie.

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Mal was Anderes 12.06.2019, 23:10
2. Jemand mit Kompetenz

und der Bereitschaft zuzuhören und nachzudenken hat in der politischen Landschaft heutzutage leider so gut wie keine Chance. Der Zeitgeist erfordert offenbar die Absenz jeglicher Ratio, dafür eine große Klappe und möglichst plakative, wenn auch unwahre Marktschreiereien, wie die jüngere Entwicklung in zahlreichen Staaten zu belegen scheint.

Ich freue mich, sollten die Briten mich eines Besseren bekehren.

Aber: Um wirklich ernst genommen zu werden, muss man nach drei Jahren Lügen, Stümperhaftigkeit und Borniertheit auch ernsthaft die Möglichkeit eines neuen Referendums in Betracht ziehen. Das hat nichts mit "Wählen lassen, bis das Ergebnis stimmt" zu tun, vielmehr wäre dies Ausdruck des Respekts vor und der Wertschätzung für die Wähler als mündige Bürger, die selbstverständlich das Recht haben, aufgrund neuer Informationen ihre Meinung zu überdenken. Zum Einen gäbe es ohne diese Grundbedingung keinen Fortschritt, in keinem Bereich, zum Anderen ist dies die Basis unserer Wahlsysteme: Genau darum wird ja alle paar Jahre neu gewählt...

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Sonnestrandundmeer 13.06.2019, 09:29
3. Demokratie

Zitat von jochenbergerhoff
Mehrheitlich „dumme“ Bürger wählen mehrheitlich „dumme Politiker“. Traurig, aber so ist Demokratie.
Das darf so nicht unwidersprochen stehen bleiben, denn dann müsste man die Demokratie abschaffen und durch eine Diktatur ersetzen. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass eine Demokratie die besseren Ergebnisse für die Menschen hervorbringt.
Die Politiker stehen miteinander im Wettbewerb. Falls sich "dumme Politiker" zur Wahl stellen, können schlaue Politiker als Gegenkandidaten antreten und Aufklärungsarbeit leisten und die Wähler vom Richtigen überzeugen. Man darf die Wähler nicht für dumm halten. Sie wählen denjenigen, der für sie am besten ist.
Wenn zum Beispiel die Mehrheit der Bürger in Großbritannien das Gefühl hat, von der EU gegängelt zu werden, dann ist dieses Gefühl nun einmal real vorhanden. Die EU könnte versuchen, Politik für die Menschen in Großbritannien zu machen UND ihnen diese erklären. Aktuell vermittelt sie jedoch den Eindruck, dass es nur um eine Rangelei um Posten in der Europäischen Kommission geht. Auch einsame Hinterzimmerentscheidungen aus Brüssel oder Urteile des Europäischen Gerichtshof - wenn sie den Menschen nicht erklärt werden - bringen diese gegen die EU auf.
Dann nur auf die "dummen Bürger" zu schimpfen löst das Problem nicht. Den Punkt, dass eine gute Bildung eine wichtige Grundlage für Demokratie ist, teile ich uneingeschränkt.

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var 13.06.2019, 11:07
4. Kompetent?

Boris Johnson und kompetent? Uh, auf die Idee wär ich jetzt nie gekommen.
Ob seine Sympathiewerte daher kommen, dass er Kohle macht ohne Ende? Gerüchtehalber hat er schon ne Viertel-Milliarde Euro.
Vielleicht kommt es auch daher, dass man über Boris redet, und das in einem Beitrag über Rory Stewart? (Ja, ich auch.)
Schade, dass so bodenständige Politiker wie Steward keine Chance haben gegen solche Schaumschläger.

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droid84 13.06.2019, 13:09
5.

Zitat von Sonnestrandundmeer
Das darf so nicht unwidersprochen stehen bleiben, denn dann müsste man die Demokratie abschaffen und durch eine Diktatur ersetzen. Ich bin jedoch davon überzeugt, dass eine Demokratie die besseren Ergebnisse für die Menschen hervorbringt. Die Politiker stehen miteinander im Wettbewerb. Falls sich "dumme Politiker" zur Wahl stellen, können schlaue Politiker als Gegenkandidaten antreten und Aufklärungsarbeit leisten und die Wähler vom Richtigen überzeugen. Man darf die Wähler nicht für dumm halten. Sie wählen denjenigen, der für sie am besten ist. Wenn zum Beispiel die Mehrheit der Bürger in Großbritannien das Gefühl hat, von der EU gegängelt zu werden, dann ist dieses Gefühl nun einmal real vorhanden. Die EU könnte versuchen, Politik für die Menschen in Großbritannien zu machen UND ihnen diese erklären. Aktuell vermittelt sie jedoch den Eindruck, dass es nur um eine Rangelei um Posten in der Europäischen Kommission geht. Auch einsame Hinterzimmerentscheidungen aus Brüssel oder Urteile des Europäischen Gerichtshof - wenn sie den Menschen nicht erklärt werden - bringen diese gegen die EU auf. Dann nur auf die "dummen Bürger" zu schimpfen löst das Problem nicht. Den Punkt, dass eine gute Bildung eine wichtige Grundlage für Demokratie ist, teile ich uneingeschränkt.
Vielen Dank für diesen Beitrag. Mir geht dieses ewige 'die Briten sind alle doof' ungemein auf den Senkel. Ich habe das Gefühl das diese Arroganz auch auf Beleidigtsein basiert, dass ein anderes Land Mut zeigt. Ich bin gegen den Brexit aber der ganze Prozess ist auch lebendige Demokratie mit all den positiven und negativen Begleiterscheinungen.

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Frederik72 13.06.2019, 14:13
6. Eben nicht

Zitat von Sonnestrandundmeer
Man darf die Wähler nicht für dumm halten. Sie wählen denjenigen, der für sie am besten ist.
Das tun sie eben nicht. Viele wählen denjenigen, der die tollsten Versprechungen macht. Oder eben nur um anderen eins auszuwischen.
Warum sollten arme Menschen Politiker wählen, welche die Macht nur nutzen sich selbst die Taschen zu füllen ?
Und trotzdem tun sie es.

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jotha58 14.06.2019, 15:04
7. okay

Nach meinem dafürhalten, sollte sich Herr Stewart aufheben. Für die kommende "Schlammschlacht" sollte er sich sich schade sein. Nachdem Herr Johnson dann alles versenkt und verstümpert hat, dann wird ein fähiger Premierminister für den Wiederaufbau benötigt.

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Alm Öhi 17.06.2019, 10:44
8. Werbung laenger als der Videobeitrag

Ich bezahle 200 Euro im Jahr für den Spiegel. Ich würde sogar dafür bezahlen das ich keine Werbung sehe. Eine Werbung zu schalten die länger als der aktuelle Videobeitrag ist hat mit Gier zu tun. Bitte kommen Sie mir nicht mit der Ausrede das dies alles automatisch läuft und Sie keine Kontrolle darüber haben.
Also wo ist meine Abo für Werbefreiheit?
Ich bitte um Antwort.

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