Forum: Politik
Tote in Kairo: USA rufen Ägyptens Armee zur Mäßigung auf
AFP

In Ägypten eskaliert die Gewalt. Dutzende Menschen sind bei Zusammenstößen zwischen Muslimbruderschaft und Militär gestorben. Das brutale Vorgehen löst international Entsetzen aus, hochrangige US-Politiker fordern von der Armee Mäßigung. Im Inland aber gibt es kaum kritische Stimmen.

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Highfreq 28.07.2013, 09:06
1. Zum Vergleich

Das was die armen Muslimbrüder jetzt erleiden, ist gar nicht zum Vergleich was zukünftig auf die weniger religiösen zugekomen wäre. Steinigung, Arme abhacken, Frauen einsperren und was es sonst noch an mittelalterlichen Strafen gibt, nach denen sich die Scharia so orientiert. Keinen Fussbreit den Islamisten, die Militärs machen das schon richtig.

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Krimsal 28.07.2013, 09:09
2. Was soll eine Regierung machen, wenn ...

eine militante Organisation lebenswichtige Strassen blockiert, bewaffnete Angriffe auf Polizei und Armee ausübt, von Dächern auf friedliche Demonstranten schiesst, ihre Anhänger bezahlt um zu protestieren, etc.? Und warum hat der Westen seine Stimme nicht erhoben als die Muslimbrüder versucht haben ein totalitäres Regime aufzubauen? Will der Westen ein zweites Iran oder Irak?

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johann_krautmann 28.07.2013, 09:09
3. Liebe Ägypter

Steckt den US-Amerikanern doch, dass die Muslimbrüder böhse Terroristen sind und die Freiheit der ganzen Welt kaputtmachen wollen. Dann braucht die ägyptische Armee auch nicht mehr eingesetzt zu werden - das Töten übernimmt dann die Drohnenflotte der Freiheit.

Aber ich bezweifle, dass Ägypten auf einen grünen Zweig kommt, wenn sich der nächste Machthaber nicht um seine Machtverfestigung kümmert. Ein Land, das derart von verschiedenen Interessengruppen immer wieder hin und hergerissen wird, kann keine stabile Regierung ausbilden.

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Layer_8 28.07.2013, 09:12
4. Was...

Zitat von sysop
In Ägypten eskaliert die Gewalt. Dutzende Menschen sind bei Zusammenstößen zwischen Muslimbruderschaft und Militär gestorben. Das brutale Vorgehen löst international Entsetzen aus, hochrangige US-Politiker fordern von der Armee Mäßigung. Im Inland aber gibt es kaum kritische Stimmen.
...heißt hier "Zurückhaltung"? Halten die Islamisten sich zurück, wenn sie an der Macht sind? Anscheinend wollen die Ägypter ja einen säkularen Staat und kein Mittelalter. Es ist wird ja nicht zu einer Militärdiktatur mit schräger quasistalinistischer Ideologie ausartet wie in Syrien oder bis vor kurzem Iraq, da ist/war es ja anscheinend ziemlich umgekehrt. Nein, Islamisten halten sich nicht zurück. 9/11, Afghanistan... schon vergessen?

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mitverlaub 28.07.2013, 09:14
5. Es ist doch

wirklich seltsam, warum werden eigentlich nie die Muslimbrüder vom Westen kritisiert? Wenn auch Mursi von einer Minderheit, die zur Wal gegangen ist, gewählt wurde, so war er doch auf dem Weg, aus Ägypten einen Gottesstaat zu machen. Er ist ein Wolf im Schafsfell, das hat er doch schon früh vor seiner Wahl bewiesen, in dem er Juden Schweine und Affen nannte. Die Mehrheit der Ägypter möchten sich nicht von Islamisten von morgens bis abends vorschreiben lassen, wie sie ihren Tag und die Nacht zu gestalten haben. Der Westen sollte lieber mal den Blick in die Türkei richten, wo ein Islamist sein Volks religiös tyrannisiert und jeden Oppositionellen in die Gefängnisse stecken läßt. Hier wäre es Aufgabe von allen westlichen Journalisten auf die Straße zu gehen und ihre Kollegen, die dort ohne Anklage eingesperrt sind, rauszuholen.

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burgundy2 28.07.2013, 09:15
6.

Zitat von sysop
In Ägypten eskaliert die Gewalt. Dutzende Menschen sind bei Zusammenstößen zwischen Muslimbruderschaft und Militär gestorben. Das brutale Vorgehen löst international Entsetzen aus, hochrangige US-Politiker fordern von der Armee Mäßigung. Im Inland aber gibt es kaum kritische Stimmen.
Absolut korrekt, dass die USA sich so früh engagieren. Hier läuft etwas gewaltig aus dem Ruder bzw. stellt alle Errungenschaften der positiven Veränderungen der letzten zwei Jahre in Frage (was nicht bedeutet, dass man gegen die negativen Auswüchse - allerdings demokratisch! - vorgehen sollte). Die ganze Region ist ein Pulverfass, es droht ein Flächenbrand. Und dann gibt es in der Tat den menschlichen Aspekt: Man kann einen politischen Gegner, wie sehr man auch anderer Auffassung sein mag, nicht einfach über den Haufen schiessen. Dann macht man keine Politik mehr, sondern Krieg.

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ratxi 28.07.2013, 09:17
7. Natürlich. Aber:

Zitat von sysop
In Ägypten eskaliert die Gewalt. Dutzende Menschen sind bei Zusammenstößen zwischen Muslimbruderschaft und Militär gestorben. Das brutale Vorgehen löst international Entsetzen aus, hochrangige US-Politiker fordern von der Armee Mäßigung. Im Inland aber gibt es kaum kritische Stimmen.
"........sagte Kerry. Die Sicherheitskräfte rief er dazu auf, das Recht auf friedliche Proteste zu respektieren, dazu gehörten auch anhaltende Sitzblockaden."

Natürlich.
Aber: in welchem Land werden denn eigentlich dauerhafte Sitzblockaden geduldet?

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preteatro 28.07.2013, 09:30
8. der gemässigte Militärputsch

kam für die USA sicher völlig überraschend.
Ein Land, welches das ägyptische Militär mit 1.3 Milliarden jährlich stützt und erhält, dazu jährlich rund 200 ägyptische Offiziere in den USA ausbildet und beste Beziehungen zum ägyptischen Geheimdienst pflegt sollte ev. besser nicht von "Mässigung" plappern.....

Anlässlich des "arabischen Frühlings" in Ägypten meldete sich Obama sehr spät aber doch zu Wort und schlug vor - lachen Sie nicht - der Folterknecht und alter ego von Mubarak - Suleiman - solle die Ägypter in die Demokratie führen.
Hat nicht funktioniert der Vorschlag, jetzt versuchen sie es "gemässt" wie gewohnt mittels Militärputsch.

Arme Ägypter....

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kuac 28.07.2013, 09:30
9.

Zitat von Highfreq
Das was die armen Muslimbrüder jetzt erleiden, ist gar nicht zum Vergleich was zukünftig auf die weniger religiösen zugekomen wäre. Steinigung, Arme abhacken, Frauen einsperren und was es sonst noch an mittelalterlichen Strafen gibt, nach denen sich die Scharia so orientiert. Keinen Fussbreit den Islamisten, die Militärs machen das schon richtig.
Alles kein Problem. Unser größter Freund Saudi Arabien praktiziert das System schon immer und die USA hält ihre schützende Hände darauf.

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