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Transsexualität: So leben Thailands Ladyboys
Watsamon Tri-yasakda (June)/ SPIEGEL ONLINE

In Thailand sind Transsexuelle viel präsenter als in Deutschland. Das buddhistische Königreich inszeniert sich als Vorreiter der Geschlechtertoleranz. Was läuft besser als bei uns - und was nicht? Drei Transfrauen erzählen.

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bigkahoona 08.06.2019, 13:21
1. Ich finde es gut

Ich finde den Umgang der Thais mit Genderidentitäten ziemlich gut. Ich war mehrmals dort und Transsexuelle sind dort in der Öffentlichkeit ein ganz normales Bild. Bei uns mag die progressive Politik zu Gesetzen geführt haben, die der Gleichstellung zuträglich sind, aber die öffentliche Akzeptanz lässt, verglichen mit Thailand, zu wünschen übrig. Mein Sohn hat mir kurz nach seinem 18. Geburtstag mitgeteilt, dass er schwul ist. Nicht nur mir, auch seinem gesamten Freundeskreis. Ich habe ihm daraufhin gesagt, dass ich ihn lieb hab und dass ich stolz auf ihn bin. Ich finde, das ist absolut selbstverständlich in einer zivilisierten Gesellschaft im 21. Jahrhundert.

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charlybird 08.06.2019, 13:32
2. Ich habe lange in Thailand gelebt und gearbeitet

und kann mich an meine erste Begegnung mit einer(m) sogenannten ''Ladyboy'' ,einer Kathoey, noch sehr gut erinnern.
Ich war das erste Mal und gerade zwei Tage in Thailand und hatte davon noch nie gehört.
Es war dann in der Bangkok Bank am Hua Lampong Bahnhof, ich habe dort ein Konto eröffnet und Geld benötigt.
Ich wurde von einer ausgesprochen hübschen und freundlichen Dame bedient, in ausgezeichnetem Englisch und mit höchster Zuvorkommenheit.
Sie war auffällig stark geschminkt, das fiel mir auf, vor allem um die Mundpartie und mir ist dann erst beim zweiten Hinschauen klar geworden, wer mich da bedient.
Ich war unglaublich überrascht und zwar angenehm, zeigte es mir doch, wie offen die Thais scheinbar sind und ich musste innerlich darüber lachen, was passieren würde, wenn so etwas in einer deutschen Sparkasse vorkäme, woran natürlich nie zu denken wäre, und hatte Mühe mein Erstaunen überhaupt zu verbergen.
Später nach längerem Aufenthalt, habe ich allerdings auch schon über vorhandene Probleme und eben doch existierende Vorurteile erfahren.
Dennoch werde ich diese erste Begegnung nie vergessen.

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Merina 08.06.2019, 13:51
3. Nicht korrekte Aussage & Umwandlung gibt es nicht

Ich erwähne nur zwei Sachen die im Artikel nicht stimmen, es gibt aber noch mehrere.
1. "oder, wie der Klang ihrer Stimme verrät, Hormone nehmen".
Das ist falsch - die Stimme ändert sich bei Mann zu Frau transsexuellen , um die es hier geht, NICHT durch eine Hormonersatztherapie (nur "Hormone" ist nicht richtig). Dies geht nur durch Stimmtraining und OPs. Nur bei Frau zu Mann ändert die Testosterongabe die Stimme.
(Es gibt ein Medikament das als Nebenwirkung Testosteron senkt, dies verändert die Stimme leicht. Das Medikament ist aber für Entwässerung gedacht und wird im Gegensatz zu Standart Androcur (Cyprotheronacetat) nicht oft eingesetzt bei MzF.).

2. Ich weiß nicht warum ich das selbst im Spiegel oft lese, aber es gibt KEINE Umwandlung! Der medizinische und korrekte Begriff ist Angleichung. Angleichung an das gefühlte Geschlecht. Eine Operation heißt auch Geschlechtsangleichende Operation (GAOP) und nicht Geschlechtsumwandlung. Der Körper lässt sich nicht mit Magie "umwandeln" sondern nur chirurgisch 'angleichen'.

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Byrne 08.06.2019, 14:41
4. Kommt wohl auf das Umfeld an...

Zitat von charlybird
und kann mich an meine erste Begegnung mit einer(m) sogenannten ''Ladyboy'' ,einer Kathoey, noch sehr gut erinnern. Ich war das erste Mal und gerade zwei Tage in Thailand und hatte davon noch nie gehört. Es war dann in der Bangkok Bank am Hua Lampong Bahnhof, ich habe dort ein Konto eröffnet und Geld benötigt. Ich wurde von einer ausgesprochen hübschen und freundlichen Dame bedient, in ausgezeichnetem Englisch und mit höchster Zuvorkommenheit. Sie war auffällig stark geschminkt, das fiel mir auf, vor allem um die Mundpartie und mir ist dann erst beim zweiten Hinschauen klar geworden, wer mich da bedient. Ich war unglaublich überrascht und zwar angenehm, zeigte es mir doch, wie offen die Thais scheinbar sind und ich musste innerlich darüber lachen, was passieren würde, wenn so etwas in einer deutschen Sparkasse vorkäme, woran natürlich nie zu denken wäre, und hatte Mühe mein Erstaunen überhaupt zu verbergen. Später nach längerem Aufenthalt, habe ich allerdings auch schon über vorhandene Probleme und eben doch existierende Vorurteile erfahren. Dennoch werde ich diese erste Begegnung nie vergessen.
Ich weiß ja nicht, wo Sie leben, aber hier in Berlin gibt es transsexuelle Bankangestellte und ich habe - bis jetzt - noch niemanden erlebt, der oder die sich über sowas beschwert haben.

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AdBlockerPlus 08.06.2019, 15:09
5. Geschlechtsangleichung oder Flucht aus der Armut

Gibt es seriöse Studien darüber, wieviele der hauptsächlich als Prostituierte arbeitenden Ladyboys diesen Weg vor allem als Weg aus der Armut wählen und nicht wegen der gefühlten sexuellen Identität? Mir scheint, dass dieser Anteil erheblich ist, was angesichts der Diskrepanz zwischen Arm und Reich in diesem Land nicht verwunderlich wäre. Aber leider konnte ich dazu keine Studien finden. Ich denke jedoch, dass es falsch ist, diesen Aspekt in einem solchen Artikel garnicht zu beleuchten.

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charlybird 08.06.2019, 15:11
6. Ich hatte vergessen zu schreiben,

Zitat von Byrne
Ich weiß ja nicht, wo Sie leben, aber hier in Berlin gibt es transsexuelle Bankangestellte und ich habe - bis jetzt - noch niemanden erlebt, der oder die sich über sowas beschwert haben.
dass dieses Erlebnis ca. zwanzig Jahre her ist und ich weiss, dass sich heute sicherlich einiges geändert hat.

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MayaH 08.06.2019, 15:32
7. Bitte besser recherchieren und auf Wortwahl achten

Zusätzlich zu den von @Merina erwähnten Fehlern ist die Aussage, der Buddhismus würde Transidentität als Strafe für Verfehlungen in einem vorigen Leben betrachten, durchweg falsch!
Ausserdem bitte ich den Autoren und andere Nichtwissende, den Begriff Transsexualität nicht weiter zu nutzen, da dieser generell irreführend ist und oftmals mit sexueller Orientierung in Verbindung gebracht wird. Transidentität bzw Geschlechtsinkongruenz ist unabhängig von Präferenzen bei der Sexualpartnersuche und -wahl. Vielen Dank für ihre Einsicht.

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remedias.cortes 08.06.2019, 17:47
8. Die Diskriminierung hierzulande

und in anderen Regionen speist sich aus den abrahamitischen Religionen, die alle drei ....nun jetzt gibt es einen Aufschrei, wenn nicht Zensur, ein neurotisches Verhältnis zu Sex und Geschlecht haben. Der "rechte Weg" zielt sehr auf die Sexualität ab , wie es die Diskussionen um Verhüllung, Sittsamkeit, Zölibat etc zeigen. Der Buddhismus legt im "rechten Weg" eher den Fokus auf rechte Einsicht, rechtes Denken, rechte Rede, rechtes Handeln, rechter Lebenserwerb, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit, rechtes sich Versenken, wie es im Edlen Achtfachen Pfad gesagt wird. Ob ein Mann einen Rock trägt , Brüste hat, sich zwischen den Geschlechern
befindet , ist weder gotteslästerlich noch besonders wichtig.
Dafür gibt es andere religiöse Vorstellungen, die wir wiederum nicht so wichtig finden, wie die besondere Stellung des Königs.

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johannadi 10.06.2019, 12:59
9. Keine Männer

Diese Mensche, von denen im Artikel geschrieben wird, würden sich alle selbst nicht als Mann bezeichnen und sind es augenscheinlich auch nicht. Dementsprechend sollte man die auch so respektieren und nicht als Männer bezeichnen. Auch Ladyboy wird eher von den Sextouristen als Ausdruck gewählt und gilt auch dort als abwertend. Wenn bitte Kathoey oder auch Frau. Geschlecht ist mehr als nur die Gene, oder das, wad zwischen den Beinen ist. Das hat sogardie WHO erkannt und es im ICD 11 der mittlerweile offiziell ist aufgenommen. Transidentität ist endlich als eine körperlich geschlechtliche Fehlentwicklung anerkannt.

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