Forum: Politik
Treffen an der koreanischen Grenze: Donald Trump lädt Kim Jong Un ins Weiße Haus ein
Kevin Lamarque/ REUTERS

Donald Trump hat am Sonntag als erster amtierender US-Präsident den Boden des kommunistischen Nordkoreas betreten. Beim Treffen mit Machthaber Kim Jong Un sprach er zudem eine Einladung aus.

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rosenblum64 30.06.2019, 12:42
30. Die Vereinigten Staaten von Amerika verraten

Ein Massenmörder und Diktator, der die Welt mit Atomwaffen bedroht, wird ins Weiße Haus eingeladen. Natürlich ist dies nicht das erste Mal, dass die falschen Leute dort begrüßt werden, aber nie war die Sachlage so klar, die Karten so eindeutig verteilt. Trump begeht Verrat an der Demokratie, an den Menschenrechten und an seinem eigenen Volk. Das Weiße Haus ist nicht mehr weiß, jetzt ist es mit Blut befleckt. Es wird viele richtige Entscheidungen, Gesten und große Präsidenten brauchen, um diesen Akt der Vergewaltigung vergessen zu machen.

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Fuscipes 30.06.2019, 12:42
31.

"Dumm-Lüge-Schowi-Leier" geht auf den Senkel, weil man bei Trump nicht weiß, ob er im nächsten Moment nicht völlig die Nerven verliert, immerhin hatte er noch bisher keinen völligen total Aussetzer, aber was nicht ist.
"Händeschütteln und Hallo sagen", das haben die vor ihm stets vermieden, da zählt die Geste nur wenn es Bestand hat, die überflüssigen Manöver vor Koreas Küste unterbleiben, sowie weitere Raketen und Nukleartests. Trump and friends ist hochgradig surreal.

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cipo 30.06.2019, 12:47
32.

Zitat von Andreas P.
Aber manchmal kann ein deal doch besser sein, als jahrzehntelange erstarrte Politik mit gegenseitigem Säbelrasseln.
Von welchem "deal" faseln Sie denn da? Und warum tun Sie so, als hätte es vorher keine Abkommen zwischen den USA und NK gegeben? Da gab es z.B. das Genfer Rahmenabkommen von 1994 unter Clinton.

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protagon 30.06.2019, 12:49
33. Schwarz ist weiß...

... und weiß ist schwarz bei SPON. Selbstverständlich liegt es nicht an Pjöngjang, dass die Verhandlungen stocken, sondern an den USA, die Ihre Versprechen die Sanktionen schrittweise aufzuheben nicht erfüllen.

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hansen555 30.06.2019, 12:54
34. nur PR Stunt

Die ganze Liebesgeschichte nebst 12 Liebesbriefen (sind das wirkliche Briefe oder nur ausgedruckte PDF Dateien?) zwischem Trump und Kim ist einfach skurril und verrückt. Manche scheinen schon vergessen zu haben, wie es bis Anfang 2018 zwischen den beiden ablief. Trump hat NK mit der Vernichtung gedroht (Stichwort "Fire and Fury und my Button ist bigger than yours") und Kim hat dasselbe getan.
Der erste überraschende Schritt kam dann von NK, die wenige Wochen vor den Olympischen Winterspielen auf Südkorea zu gingen und Gespräche anboten. Dann ging es ganz schnell,
Moon traf sich mit Kim an der Grenze und bei Olympia gab es ein gemeinsames Fraueneishockey Team.
Trump war wohl ganz verdutzt über diese Entwicklung und ist nur auf den Zug aufgesprungen und wollte sich dann auch mit Kim treffen. Das haben sie dann im Sommer 2018 in Singapur getan.
Trump geht es gar nicht um Frieden, sondern nur um seine Popularität. Das zeigt schon, wie er ständig über Einschaltquoten redet und davon schwärmt, wie viele Menschen zu seinen Veranstaltungen kommen, nur um ihn zu sehen.
Daher ist dieses Treffen auch nur ein weiterer PR Stunt, der ihm, so hofft er, den Friedensnobelpreis beschert.

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draco2007 30.06.2019, 12:55
35.

Zitat von debitorenschreck.
Miteinander reden, besser noch, aufeinander treffen ist allemal besser, als sich aus der Ferne gegenseitig bedrohen, siehe Iran. Kim Jong Un mag vielleicht etwas intanfil wirken, aber dumm ist er keineswegs. Deshalb wird ein Treffen im Weißen Haus meines Erachtens nie stattfinden.
Und genau DAS ist das Problem.

Dem Iran, keine A-Bombe, wird gedroht...Militär vor der Tür, etc

Mit Nordkora, hat A-Bombe, wird Dialog geführt, Liebesbriefchen ausgetauscht, keine Drohungen mehr...

Die Quintessenz ist doch: Hast du die A-Bombe kommen die großen USA selbst zum kleinsten diktatorischen Land um auf Augenhöhe zu verhandeln.
Würde sich Monaco so aufführen wie Nordkorea und hätte die Bombe würde der Präsident auch dort kuschen...

Und DAS ist eine gefährliche Situation, wenn es um INTERNATIONALE Diplomatie geht. Dem Iran wird gerade gezeigt, dass es für sie das beste wäre schnellstmöglich die A-Bombe zu entwickeln, da dann Trump angekrochen kommt um ersthaft zu verhandeln und aufhört mit Vernichtung zu drohen.

Und DAS ist der Grund wieso sich bisher KEIN Präsident mit NK getroffen hat. Aber glauben sie nicht, dass es keine Gespräche gab. Nur eben nicht mit dem POTUS. Dafür gibt es Diplomaten, aber die hat Trump ja alle rausgeworfen, weil von Obama eingestellt...

Das ganze ist extrem dämlich und brandgefährlich, auch wenn es nach "Frieden" aussieht...

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eggshen 30.06.2019, 13:15
36. Das stimmt nicht

Zitat von bronck
Nachdem Obama das Nordkoreaproblem während seiner ganzen Amtszeit nur ausgesessen hat, geht jetzt der von mir wenig geschätzte Trump hin und redet mit Kim. Einfach so macht er was statt es weiter auszusitzen. Sogar Trump macht ab und zu mal was richtig, wow.
Es gab auch während Obamas Amtszeit (und auch bei nahezu allen Vorgängern) einen ständigen Dialog, der z.T. auch zu einer gewissen Entspannung zwischen NK und SK führte. Kann man alles nachlesen (ich weiß: LESEN - was für ein elitärer Blödsinn).
Das wurde jedoch öffentlich nie so inszeniert, wie unter Trump.

Daneben mißgönne ich Trump einen potentiellen Erfolg auch nicht - wenn seine narzisstische Geltungssucht den Leuten am Ende etwas bringt und die Region befriedet wird, soll mir das recht sein. Mitunter heiligt der Zweck die Mittel.
Andererseits mußte sogar der große Dealmaker bereits feststellen, wie schwierig der Umgang mit der nordkoreanischen Führung ist.

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schaeferreiner 30.06.2019, 13:27
37. Trump ist am besten mit vielfachen Mördern und lupenreinen....

...Demokraten befreundet. Ließ nicht Kim gerade seine Berater des letzten Gipfels hinrichten oder inhaftieren? Hat er nicht seine halbe Familie ausgelöscht? So jemanden einen Freund zu nennen, kann nur Trump in den Sinn kommen - ebenso wie die Saudis oder Putin (obwohl da auch Gerhard Schröder mit in der Riege ist). Schißegal, was alle auf dem Kerbholz haben, wenn Trump könnte wie er will, würde er wahrscheinlich auch kräftig ausdünnen. Deshalb kann ich dem Verhältnis Yong Un /Trump nichts abgewinnen, keiner von beiden ist vertrauenswürdig und keiner hat eine wirkliche Verbesserung der Situation für seine Bevölkerung, geschweige denn der Welt im Sinn. Wir sind zu Recht erschrocken, zu welchen Taten hier in Deutschland manche Menschen fähig sind... die beiden sind eine deutlich größere Gefahr für alle.

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Celegorm 30.06.2019, 13:32
38.

Zitat von qualidax
... nicht etwa, weil Trump - wie hierzulande immer gerne in endlosen Versionen kolportiert - dumm ist und lügt, sondern weil ihn der Deep State zuhause 1-2-fix ganz schnell wieder zurecht-formatiert.
Achja, das gute alte "Deep State"-Phantasma. Immer praktisch um persönliches Fehlverhalten auf ein ominöses Nichts abzuwälzen. Aber getreu dem Motto 'wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde' ists auch bei Trump nicht irgendeine böse Verschwörung sondern lässt sich relativ einfach erklären.

Grundsätzlich stimmt zwar Ihre Beobachtung, dass Trump da oft mit einer unkonventionellen Haltung vorprescht, kurz darauf aber immer wieder umkippt. Das liegt aber primär an zwei Faktoren: 1. seinen Leuten und 2. der Substanzlosigkeit von Trumps "Haltung". Wer sein Kabinett und Beraterstab mit einem Heer von notorischen Kriegstreibern, knallharten Neocons, Armee-Leuten und Co. füllt, kriegt natürlich eine entsprechende Politik. Diese Auswahl liegt alleine in Trumps Verantwortung und die Taten in dem Bereich strafen seine Worte leider einmal mehr Lügen. Selbiges etwa auch wenn es um das Armee-Budget und die Rüstungsindustrie geht. Das andere ist, dass Trumps "Friedenspläne" fast immer völlig spontan zu sein scheinen und meist ziemlich naiv daher kommen. Auch scheinen diese mehr auf recht wirren ökonomischen Ideen zu basieren und nicht etwa einer pazifistischen Grundhaltung. Das macht Trump einerseits wankelmütig und führt andererseits dazu, dass dieser nicht anhand einer klaren Strategie agiert.

Trump steht sich in der Frage also definitiv selbst im Weg, sofern das Ganze wirklich ein ernsthaftes Anliegen sein sollte (was man durchaus anzweifeln kann). Ob man das als "dumm" bezeichnen will sei dahin gestellt, aber es ist zumindest Schade, dass er mit dieser Mischung aus falschen politischen Freunden und Inkompetenz tendenziell richtige Vorstösse ständig selber ruiniert. Dazu kommt der wirre Hass auf die Arbeit seines Vorgängers, selbst auf positive Projekte. Hätte er Trump nicht grundlos das Abkommen mit Iran zerschlagen, hätte es in dem Fall wirklich was zu erreiche gegeben, stattdessen ist der Konflikt nun wieder auf einem Tiefpunkt, Trump sei "Dank"..

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eggshen 30.06.2019, 13:33
39. Sehr berechtigte Fragen.

Zitat von spon_7302413
Irritiert es sie gar nicht, dass Trump fast ausschließlich den Schulterschluss mit den sinisteren Autokraten sucht, und die demokratischen Organisationen und Staaten wie die wahren Feinde der USA behandelt? Macht sie das nicht nachdenklich und lässt es Sie nicht an den 'guten' Motiven zweifeln, die Sie ja offenbar unterstellen? Ich habe eher Sorge, dass sich die Maßstäbe sukzessive immer weiter verschieben und sich die Gepflogenheiten, gegen die sich die USA (früher) stets ausgesprochen haben, immer weiter in die Wahrnehmung einflechten und Diktatur wieder als denkbare Alternative im Bewusstsein einen eigentlich unangemessenen Raum einnimmt. Und dann wären wir wieder bei einer Frage, die sich mit Trump unmittelbar verbindet: inwieweit ist dieser Mensch (und/oder seinesgleichen) im demokratischen Kontext des Faktischen eigentlich beherrschbar? Bereitet er womöglich nur den Boden für die kommenden Entwicklungen?
Ich denke, das haben Sie gut zusammengefasst.
Die Blaupause für diese nationalistisch-autoritären Staatsformen ist dabei wohl Putins Russland.
Und jeder, der jetzt mit den Augen rollt, sollte vielleicht mal die letzten 2 1/2 Jahre unter Trump Revue passieren lassen. Wie oft hat der Mann z.B. mißliebige Gerichtsentscheidungen fast schon verächtlich kritisiert? Oder daß die Medien als 'Feind des Volkes' dargestellt werden. Usw.

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