Forum: Politik
Treffen mit ukrainischem Präsidenten Poroschenko: SPD übt schwere Kritik an Merkel
Fabrizio Bensch/ REUTERS

Kanzlerin Angela Merkel empfing kurz vor der dortigen Stichwahl den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko - aus Sicht der SPD ein politischer Fehler. Außenpolitiker Schmid nennt das Verhalten "befremdlich".

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claus7447 15.04.2019, 09:15
1. Als ich die Meldung gestern las

fragte ich mich: warum macht sie das? hat Sie Angst vor einem Clown der "vielleicht" an die Stelle treten könnte.

Diplomatisch war es nicht - wenn dies ein SPD-Kanzler gemacht hätte wäre der Aufschrei groß: Eingriff in die inneren Angelegenheiten.

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annetteseliger 15.04.2019, 09:23
2. Merkels Demokratieverständnis

Stell dir vor der Selensky gewinnt, setzt sich mit den Russen an einen Tisch, alle reichen sich die Hände und lösen die aufgetauten Probleme.

Es gibt immer eine Alternative.

Heute lese ich, dass Merkel nicht an den Europawahlkämpfen teilnimmt. Ende Mai ist sowieso Ende mit ihrer Kanzlerschaft. Die CDU und die SPD werden krachend die Europawahlen verlieren. Und aus Angst danach auch in den neuen Bundesländern zu scheitern, wird zuerst der Altmaier gegen Merz ausgetauscht - auch um das konservative Profil weiter zu schärfen.

Es wird ein schöner Frühling!

Wenn Merkel und ihre Entourage endlich weg sind, dann ist das wie ein reinigendes Gewitter.

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haarer.15 15.04.2019, 09:31
3. Klar war das ein Fehler

Denn was anderes als einseitige Parteinahme ist es nicht. Macron hat hier viel klüger agiert und ausgewogen auch den Herausforderer empfangen. Inmitten eines Wahlkampfes in der Ukraine ist das, was Merkel wichtige Gespräche mit Poroschenko nennt, natürlich ein Witz. Wer sollte ihr diese billige Ausrede abnehmen ? Poroschenko sollte besser vor Ort für sich werben, wenn er in der Wählergunst schon so weit abgeschlagen ist. Doch das kann er offenbar innenpolitisch nicht, seine Bilanz ist da ja äußerst bescheiden bis frustrierend. Viel versprochen, weit hinausgelehnt - und verloren. Kein Wunder.

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khwherrsching 15.04.2019, 09:34
4. Das ist typisch

Merkel. Ohne nachzudenken, was die Folgen ihres Handelns sein können. Sie hofiert in Poroschenko einen gelinde ausgedrückt zweifelhaften Politiker. Wenn sie sich jahrelanger Zusammenarbeit rühmt, ist das kein Ruhmesblatt.

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mwroer 15.04.2019, 09:44
5.

Zitat von claus7447
fragte ich mich: warum macht sie das? hat Sie Angst vor einem Clown der "vielleicht" an die Stelle treten könnte. Diplomatisch war es nicht - wenn dies ein SPD-Kanzler gemacht hätte wäre der Aufschrei groß: Eingriff in die inneren Angelegenheiten.
Vielleicht weil man als Regierungschef wirklich arbeiten muss und keine Zeit oder Lust hat jeden Mist auf politische Animositäten von a, b und c zu prüfen?

Im Rahmen des Brexit-Theaters sind dauernde Gespräche mit allen Amtsinhabern notwendig und die Ukraine ist ein Teil des Wirtschaftsraums (Ukraine–European Union Association Agreement).

Und da redet man mit den aktuell regierenden Leuten und nicht wegen der Animositäten irgendwelcher SPD Funktionäre mit allem und jeden.

Bei einem SPD Kanzler wäre das auch nicht anders gewesen.

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seppfett 15.04.2019, 09:46
6. Warum?

Das schreckliche an der Geschichte ist, dass unsere Presse komplett versagt hat. Da kam keine Kritik. Erst der Koalitionspartner muss da intervenieren. Ich bin mir sicher, dass man dafür nicht die CDU und Merkel kritisiert, sondern wieder die SPD: ‚...ihr seid doch mit in der Koalition warum habt ihr das nicht verhindert...‘

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HeisseLuft 15.04.2019, 09:53
7. War das wirklich so dringend?

Die Besprechung hätte doch in der Tat noch etwas warten können?

Allerdings könnte jemand die SPD an den "Hassprediger" gegenüber einem gewissen US-Präsidentschaftskandidaten erinnern. Mit der Einschätzung hatte der Herr Außenminister meines Erachtens zwar durchaus recht - aber sonderlich geschickt war das auch nicht...

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trojanspirit 15.04.2019, 09:55
8. Normal

Das sich eine Staatschefin oder ein Staatschef mit einem anderen trifft ist normal. Auch vor den Wahlen eines Staates ist das ziemlich normal. Das Politiker der ein oder anderen Färbung sich mit auf ähnlicher Linie stehenden Politikern auch zum Zwecke des Wahlkampfes treffen ist absolut nicht unüblich. Wenn die Sozialdemokraten meinen der andere Kandidat ist der bessere steht es Frau Nahles frei sich dorthin zu begeben und sich mit ihm zu zeigen. Natürlich ist das Parteinahme. Na und? Es zeigt den Ukrainern wo welcher der zu wählenden Politiker außenpolitisch steht.

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fujisanmaru 15.04.2019, 09:58
9. Glücklicherweise interessiert das Treffen niemanden in der Ukraine

Sicher war es seitens Merkel als bewusste Wahlkampfhilfe für Poroschenko gedacht, nur interessiert dies die Wähler in der Ukraine glücklicherweise nicht im Geringsten. Die richten ihre Stimme nicht danach, welcher Staatschef wen empfangen hat. Als sie damals auf dem Maidan gegen Janukovitsch und seine Korruption auf die Straße gegangen sind haben sie zwar Janukovitsch hinweggefegt, doch war vielen Menschen in der Ukraine nicht bewusst dass die Korruption unter Poroshenko, der die Wahlen nach den Maidan Ereignissen gewonnen hat, noch schlimmer wird. Diesen Fehler will man nun berichtigen. Daran wird auch Frau Merkel nichts ändern können.

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