Forum: Politik
Triumph für Marine Le Pen: Frankreich im Schockzustand
DPA

Was für ein Debakel für Staatschef Hollande: Der FN von Marine Le Pen holte erstmals die meisten Stimmen bei einer Wahl in Frankreich. Die Spitzenpolitiker der etablierten Parteien reagieren ratlos auf den Triumph der Rechtsextremen.

Seite 11 von 18
RobinSeyin 26.05.2014, 10:02
100.

Zitat von kopp
Durch den Wahlsieg des FN wird der Druck der französischen Regierung auf die EU-Austeritätspolitik erheblich zunehmen. Außerdem wird François Hollande die Ausländerpolitik in Frankreich verschärfen müssen, da ihm sonst sein Volk davon läuft. Unterstützt durch die ClubMed-Länder, allen voran Italien, wird es Deutschland darüber hinaus sehr schwer fallen sich gegen eine Aufweichung des Euro zu wehren. Die restriktive Finanzpolitik wird allen Beteuerungen zum Trotz weiter gelockert und als Endziel sind Euro-Bonds fällig. Hierzu wird der designierte EU-Kommissionspräsident Juncker für die nötige Unterstützung sorgen. Alles wird gut.
Was meinen Sie genau mit zunehmen? Rechte finden Austeritätspolitik geil. Natürlich nicht, wenn sie gegen sie selbst gerichtet ist. Aber Ausbeutung von für Rechte ja nun Mal minderwertigen Menschen in anderen Ländern? Was gibt es schöneres? Das ist ja der komplette Sinn rechter Politik, dass man "minderwertige Menschen" ausbeutet. Wozu sollte man sie sonst entwerten?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
qoderrat 26.05.2014, 10:02
101. Erklärungsversuche

Zitat von Ralf.Rost
Der FN ist nur so stark, so schwach die Sozialisten sich geben.
Kann man so sehen. Aber ist es wirklich so? Bisher haben sich die beiden Grossen doch abgewechselt, war die eine Seite schwach, hat die andere gewonnen.

UMP hat aber ebenfalls verloren, trotz der Schwäche der Sozialisten. Das sieht nicht gut aus, wenn 25% Protest wählen wird es irgendwann schwierig mit der Argumentation, die haben die EU nicht verstanden und sind alle blöd, um es mal ein bisschen überspitzt auszudrücken.

Ich bin gespannt ob die Etablierten diesen letzten Warnschuss hören, oder ob es in ein paar Wochen weitergeht wie bisher. Das wird nicht gut enden, fürchte ich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
brux 26.05.2014, 10:05
102. --------------

Die Positionen der FN liegen irgendwo zwischen obzön und unrealistisch. Der Ausstieg aus dem Euro wäre z.B. suizidal, da die Staatsschulden explodieren würden. Grenzkontrollen nach Deutschland oder Belgien halten dann auch noch die Touristen ab.

Ich sehe auch nicht, dass die PS in der Lage wäre, sich den Positionen der FN anzunähern, ohne zu zerbrechen.

Der Rest Europas wird ebenfalls nicht nach der Pfeife der FN tanzen wollen, selbst UKIP hält von diesen Leuten nichts.

Das Ergebnis ist also nur die Schwächung Frankreichs im der europäischen Debatte - es gibt dort einfach niemanden mehr, den man ernst nehmen kann. Die EU wird gezwungen seine, ohne die Franzosen weiter zu machen, und das muss ja keine schlechte Sache sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
otelago 26.05.2014, 10:05
103. und nun

Zitat von sysop
Was für ein Debakel für Staatschef Hollande: Der FN von Marine Le Pen holte erstmals die meisten Stimmen bei einer Wahl in Frankreich. Die Spitzenpolitiker der etablierten Parteien reagieren ratlos auf den Triumph der Rechtsextremen.
Was machen wir denn nun. EU Kernland Frankreich sabotiert die EU und das nach dem ganzen EURO - Abenteuer. Das funktioniert so nicht.

Ich habe bisher in den Medien und Politikkommentaren nichts gelesen was sich mit dieser Instabilität irgendwie angemessen beschäftigt.

Wenn es so ist daß in Zukunft in der EU

a) die deutschen Wähler die vernünftigsten sind

b) die anderen Länder Chaoten wählen

Dann konzentriert sich die Macht tatsächlich in Berlin

Beitrag melden Antworten / Zitieren
david_crocket 26.05.2014, 10:06
104. Alternativlosigkeit?

Zitat von sysop
Was für ein Debakel für Staatschef Hollande: Der FN von Marine Le Pen holte erstmals die meisten Stimmen bei einer Wahl in Frankreich. Die Spitzenpolitiker der etablierten Parteien reagieren ratlos auf den Triumph der Rechtsextremen.
Nach der immer noch ungelösten Euro-Krise nun die EU-Krise.

Oder welche Instrumente gibt es, mit evtl. rechtsradikalen Regierungen in der Zukunft umzugehen, als da Kandidaten sind: Ungarn, Frankreich, UK, etc.?

In ihrem Unauflösbarkeitswahn haben die Eurokraten ein Konstrukt geschaffen, dass nicht funktioniert. Und nicht nur das, sie haben ja Rechtsradikale direkt noch reingeholt - in ihrer Gier nach Erweiterung.

Die Euro-Krise wächst sich aus - zur EU-Krise.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Freewolfgang 26.05.2014, 10:11
105. Demokratie ist, wenn man trotzdem macht!

Zitat von sysop
Was für ein Debakel für Staatschef Hollande: Der FN von Marine Le Pen holte erstmals die meisten Stimmen bei einer Wahl in Frankreich. Die Spitzenpolitiker der etablierten Parteien reagieren ratlos auf den Triumph der Rechtsextremen.
Das Europäische Parlament hat - auch bedingt durch den Fall der 3%-Klausel in Deutschland - so viele Volksvertreter unterschiedlichster Couleur wie nie zuvor. Das ist europäische Meinungsvielfalt, und man nennt das auch Demokratie.
Auch wenn links und rechts außen erstarkt sind, gibt es nach wie vor eine solide Mehrheit der Mitte, ob diese nun sozialdemokratisch oder christ-demokratisch ist. Diese Mitte wird weiterhin die Geschicke Europas bestimmen, also - trotz bzw. auch wegen demokratischer Mehrheiten - weiter die Macht behalten. Dennoch: Will diese Mitte nicht auch bei den nächsten Wahlen abgestraft werden, müssen jetzt weitere Reformen in Angriff genommen werden. Die Lissaboner Verträge, also die stärkere Beteiligung des Volkes bzw. des von diesem gewählten EU-Parlament, können nur ein erster Schritt gewesen sein. Weitere Schritte müssen folgen, und wichtige Reformen müssen angegangen werden.

Das einzige Fazit aus dieser historischen Wahl - die Wahlbeteiligung war so hoch wie lange nicht mehr bei einer Europa-Wahl - muss das Fassen intelligenter Beschlüsse sein, die tatsächlich dem Allgemeinwohl dienen und nicht irgendwelchen Lobbyisten. Wer das Ohr nicht mehr am Volk hat, wird das Volk verlieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fatherted98 26.05.2014, 10:12
106. Schön wärs....

Zitat von ingenör79
stehen der EU ablehnend gegenüber. EVP und S&D haben zusammen 52% und klare Gegner haben nur 20%. Für mich ein klares Votum für Europa. Und in Deutschland sind nur die Linken und die AfD mit 15% gegen Europa und die die am politischen Rand!!!
...Sie vergessen jedoch die über 50% - Nichtwähler....warum sind die meisten den nicht wählen gegangen...weil sie in diesem Europa keinen Sinn sehen und von der Europapolitik enttäuscht sind...und weil sie der Meinung sind durch eine Wahl nichts ändern zu können...was wohl auch so ist....die wenigsten weil am Sonntag so schönes Schwimmbadwetter war.....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Belfort 26.05.2014, 10:18
107.

Zitat von vaikl
Grade ein Viertel der Wähler in Frankreich ist keine Mehrheit, bei einer realen Wahlbeteiligung von ca. 45% ist es gerade mal eine größere Randgruppe, die Sie sich als "Mehrheit" träumen. Warum sind Rechte in Europa derart bildungsfern, dass selbst Grundrechenarten schon zu hoch für sie sind?
Die 45% der Wahlbeteiligung entsprechen jedoch 100% der Wähler, oder?Wenn davon 26% an Frau Le Pen geht ist sie die stärkste gewählte Kraft, oder?

Was macht sie so sicher das wenn die anderen 55% Nichtwähler diese Mehrheit nicht noch verstärkt hätte?

Es ist die Arroganz und Ignoranz der Liberalen die sie so sicher macht. Und genau diese Arroganz & Ignoranz verschafft den Rechten immer mehr Mehrheiten. Wetten das?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
noelkenproettel 26.05.2014, 10:18
108. Sowas passiert

wenn man versucht einem Land die soverenität zu nehmen, wenn mann zulässt das immer mehr Gesetze und entscheidungen von Aussen gemacht werden, Das wollen die Leute in Frankreich nicht und das sollten die Regierenden auch in andern Ländern zur Kendniss nehmen, sonst werden diese ein genau so böses Erwachen haben wie Frankreich an diesem Morgen , bzw die Regierenden an diesem Morgen..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
marienkäfer 26.05.2014, 10:19
109.

Zitat von sysop
Was für ein Debakel für Staatschef Hollande: Der FN von Marine Le Pen holte erstmals die meisten Stimmen bei einer Wahl in Frankreich. Die Spitzenpolitiker der etablierten Parteien reagieren ratlos auf den Triumph der Rechtsextremen.
Was lernen wir daraus? Die Franzosen sind politisch auch nicht schlauer als die Deutschen. Seit der Erstürmung der Bastille gibt es ja diese Legende.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 11 von 18