Forum: Politik
Trump, Kavanaugh und die Folgen: Geteilte Staaten von Amerika
REUTERS

Mit dem Streit um seinen Richterkandidaten hat Donald Trump die tiefen Risse in Amerikas Gesellschaft offengelegt - und für sich ausgenutzt. Doch dahinter stecken viel stärkere Kräfte. Der Kampf hat gerade erst begonnen.

Seite 12 von 14
ulrich-lr. 08.10.2018, 19:05
110. Linke?

Zitat von g.eliot
Tatsächlich? Während Trump schon im Wahlkampf rein prophylaktisch immer wieder behauptet hatte, dass die Wahl "rigged", also manipuliert bzw. Betrug sei. Nachher beschuldigte er die demokratischen Staaten des Wahlbetrugs: Die drei Millionen Mehrstimmen für Hillary seien in Wirklichkeit Stimmen der illegalen Einwanderer. Im Amt ordnete er sogleich eine Ermittlung an. Die Ermittlungskommission konnte nichts Verdächtiges entdecken und wurde still und leise aufgelöst. Peinlich, peinlich. Macht ein guter Verlierer so etwas? Hätte Trump tatsächlich verloren: Was meinen Sie wäre dann in seinem Lager los gewesen? Mich graut jetzt schon der Gedanke, was er sich einfallen lassen könnte, würde er 2020 verlieren, trotz Gerrymandering und anderer listiger Wahlhemminisse gegenüber gewissen Bevölkerungsgruppen, woran Jeff Sessions in seiner ganzen Amtszeit fleißig gebastelt hat. Bei dem Gedanken wird mir Angst und Bange. Linke "waren immer schelchte Verlierer". Tja, man kann alles behaupten, wenn man nur fest daran glaubt.
Linke? Wo sieht dort jemand Linke?
Falls von den Demokraten die Rede sein sollte, so sind die keineswegs links. Schon mal linkes Großkapital gesehen? Das sind genau solche Imperialisten wie die Republikaner, die Ansichten unterscheiden sich nur in Einzelpunkten. Erinnert etwas an die erbitterten Kämpfe der Liliputaner, an welchem Ende man das Ei aufschlagen muss.

Und verlieren kann dort niemand. Jedenfalls nicht mit Anstand. Die Republikaner waren schlechte Verlierer zu Clintons und Obamas Zeiten. Und jetzt sind eben die Dems schlechte Verlierer. Die einen wie die anderen predigen Fairness, heucheln Werte und gebärden sich aber in der Niederlage wie bockige Kinder.

Beitrag melden
kratzdistel 08.10.2018, 19:10
111. nur ein sturm im wasserglas

es darf doch keiner glauben, dass sich die amerikaner über die entscheidung ereifern solange diese nicht eine Verböserung ihrer
eigenen lebenssituation mit sich bringt. natürlich kämpfen die unterlegenen Parteimitglieder um Wählerstimmen für einen zukünftigen Wahlsieg. dann werden sie honoriert und nicht die anderen. die usa sind förderalistischer geprägt als Deutschland. das
zeigt sich z. b.im strafrecht und bei der polizei. es gibt ein nebeneinander von bundes- und landesgerichten mit eigenem strafrecht. so ist die Todesstrafe ist z.b. in einzelnen bundesstaaten zulässig und in anderen staaten nicht. über die Zulässigkeit entscheidet das höchste gericht des gliedstaates und nicht der SCOTUS. auch nach der Watergateaffäre unter Nixon wurden die USA nicht gespalten. ihre Verfassung eint alle und wenn the star-spangled- banner, ihre hymne , vor einem Sportereignis abgespielt wird, stehen alle auf, singen mit und sind eins

Beitrag melden
ulrich-lr. 08.10.2018, 19:14
112. Ungeschickt

Zitat von derjoey
Seltsamerweise hat er selber allerdings sehr ausführlich darüber geredet, wie ungeheuer gerne er Bier mag/mochte, sogar in seiner Eröffnungsrede, also ohne jegliche Not und ohne gefragt worden zu sein: Und die nachbohrenden Fragen dazu hatten den Hintergrund, weil er behauptet hatte, seine Grenzen gekannt zu haben, was seine Klassenkameraden allerdings komplett anders erinnern. Kein Schwein hätte wirklich interessiert, was der Mann in seiner Jugend getrieben hätte, wenn es da nicht einige dunkle Flecken gäbe. Interessant ist allerdings, wie sich der Mann aufführt, wenn er mal unter Druck gerät, und das war schlicht ein Armutszeugnis für einen Kandidaten für das höchste Richteramt. Ruhig, überlegt, integer, auf alle Fragen konzentriert und korrekt zu antworten, kurz, seinem Stand entsprechend zu agieren, war ihm vollständig unmöglich. Einem solchen Menschen würde ich niemals irgendwelche Entscheidungsbefugnisse übertragen.
Als Jurist hätte er wissen müssen, dass man im Land der Prozesshansel extrem vorsichtig sein muss und jedes Wort auf die Goldwaage legen sollte, bevor man es ausspricht.

Offenherzige Erzählungen und Schwänke aus der Jugend - und seien sie noch so harmlos - sind das blanke Gift, wenn die Gegenpartei mithört. Und die erbitterten Gegner saßen ja im selben Saal und warteten bloß auf die Stichworte.

Beitrag melden
denkmamachtnix 08.10.2018, 19:52
113. Netter Versuch

die Revolution in Amerika zu verharmlosen. Eine degenerierte Gesellschaft, die mit den Lügen der Machthaber aufgewachsen ist und die kranken Ideale von hektisch konstruierten Soaps und Fakerealities folgt wird nicht wehrhafter sondern hilfloser. Das spielt den populistischen Despoten in die Hände. Überall auf der Welt.
“Sperrt die Chinesen ein, sie haben den Klimawandel erfunden!“

Beitrag melden
die-metapha 08.10.2018, 20:19
114.

Zitat von ulrich-lr.
Als Jurist hätte er wissen müssen, dass man im Land der Prozesshansel extrem vorsichtig sein muss und jedes Wort auf die Goldwaage legen sollte, bevor man es ausspricht.
Mal völlig unabhängig von den Vorwürfen, denen er sich ja ausgesetzt sah und die Sie bei Ihrer Betrachtung bewusst bei Seite schieben.
Seine Reaktion in Wort und Ausdruck war schlicht ein völliges Desaster und man konnte meinen, es würde da ein 17 jähriger vor einem sitzen.
Sie nennen dessen Auftritt freundlich ausgedrückt "ungeschickt" - in jedem Fall war es ein Armutszeugnis für einen Juristen der in Zukunft die Rechtssprechung der USA im Supreme Court beeinflusst und schon alleine deshalb absolut keine Empfehlung für ein solches Amt.

Beitrag melden
ex_berliner 08.10.2018, 20:44
115.

Zitat von hausfeen
Man muss gar nicht selbst das "Trauma vom entmündigten weißen Volk" erlebt haben.
Wo ist denn das weisse Volk entmuendigt? Doch nicht etwa hier in den USA, wo das weisse Volk nach wie vor eklatant ueberrepraesentiert an den Hebeln der Macht sitzt - in der Politik, in der Justiz, in der Wirtschaft und in der Lehre? Das entmuendigte weisse Volk ist ein Produkt effektiver Propaganda und weiter nichts.

Beitrag melden
sekundo 08.10.2018, 21:15
116. Hallooooooooo!!

Zitat von ulrich-lr.
Linke? Wo sieht dort jemand Linke? Falls von den Demokraten die Rede sein sollte, so sind die keineswegs links.
Bernie Sanders?!? Um nur EINEN
Namen zu nennen!

Beitrag melden
ulrich-lr. 08.10.2018, 21:59
117. Links

Zitat von sekundo
Bernie Sanders?!? Um nur EINEN Namen zu nennen!
Sie meinen Bernie, den von seiner ach, so Demokratischen - aber eben nicht linken - Partei ausgetricksten? Bernie, den sympathischen Außenseiter? Bernie, der sich deshalb so lange gegen seine im Spendengeld schwimmende stinkreiche Rivalin beghaupten konnte, weil es zwar durchaus ein Bedürfnis nach linker(er) Politik gibt, aber eben kaum wirklich linke Politiker - und schon gar keine linken Parteien!

Ja, Bernie hat eine echte Marktlücke bedient. Wo ist er eigentlich abgeblieben?

Gern präzisiere ich: Es gibt in USA keine linken Parteien von Bedeutung. Und ja, es gibt ein paar Linke in der Politik. Im Congress konnte ich keinen entdecken, was nicht heißt, dass es nicht doch ein paar davon gibt. So im tiefsten Inneren. Man darf da auch nicht gleich europäische Maßstäbe anlegen...

Beitrag melden
ulrich-lr. 08.10.2018, 22:23
118. Gut gebrüllt, Löwin

Zitat von die-metapha
Mal völlig unabhängig von den Vorwusst bei Seitewürfen, denen er sich ja ausgesetzt sah und die Sie bei Ihrer Betrachtung be schieben. Seine Reaktion in Wort und Ausdruck war schlicht ein völliges Desaster und man konnte meinen, es würde da ein 17 jähriger vor einem sitzen. Sie nennen dessen Auftritt freundlich ausgedrückt "ungeschickt" - in jedem Fall war es ein Armutszeugnis für einen Juristen der in Zukunft die Rechtssprechung der USA im Supreme Court beeinflusst und schon alleine deshalb absolut keine Empfehlung für ein solches Amt.
Dann sollte man auch nicht beiseite schieben, dass lange vor beider Anhörung, lange bevor der Vorwurf klar beschrieben war, die Vorverurteilung bereits erfolgt war. Aktivist*innen waren ruckzuck auf der Straße, skandierten ihre Losungen gegen den Beschuldigten, gaben Statements gegen ihn Fersehen ab. Promis wussten auch schon vor der Anhörung, dass er natürlich schuldig sein muss. Denn eine "Survivor" verdient, dass der Beschuldigte schuldig gesprochen wird.

Da saß ein unschuldiger Mensch, den der falsche Vorwurf erschütterte und entrüstete. Und daraus wird nun ein neuer Vorwurf gebastelt.

Ansonsten kann man auch Hollywood-Schaupieler nominieren. Die haben zwar keine Ahnung, aber legen dann den Ihnen genehmen Auftritt hin - mit Betroffenheit, wohlgeregelter Lautstärke, Tränen an der richtigen Stelle, Respektbezeugung vor feminstischen Aktivisten und allen Opfern da draußen und-und-und... Und ganz zum Schluss sagen sie ganz leise, um niemanden zu kränken, dass sie unschuldig sind, und bitten dafür sogleich um Verzeihung, weil sie damit die Show vermasseln. Besser? So sollen Richter sein?

Beitrag melden
die-metapha 09.10.2018, 06:22
119.

Zitat von ulrich-lr.
Da saß ein unschuldiger Mensch, den der falsche Vorwurf erschütterte und entrüstete. Und daraus wird nun ein neuer Vorwurf gebastelt.
Woher nehmen Sie denn döse Gewissheit, dass dort ein unschildiger saß, die Vorwürfe falsch waren!
Im Übrigen bin ich ja ganz explizit auf das eingegangen, was Sie selbst so herausgearbeitet haben - und das war alles andere als eine Empfehlung für ein solches Amt.
Da wird kein neuer Vorwurf daraus gebastelt sondern das Gesamtbild dieser Person beurteilt.
Ganz abgesehen davon, das ich keine „Löwin“ bin sondern männlich nehme ich Vorwürfe was Gewalt gegenüber Frauen - auch und gerade sexuelle Gewalt - sehr ernst und mache mich nicht über solche Frauen auch noch lustig um deren Glaubwürdigkeit infrage zu stellen.
Und ich tue das nicht nur, wenn etwas derartiges in meinem direkten Umfeld vorkommen sollte sondern auch in diesem Fall. Und dabei spielt der zeitliche Horizont eben auch keine Rolle.

Beitrag melden
Seite 12 von 14
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!