Forum: Politik
Trump, Kavanaugh und die Folgen: Geteilte Staaten von Amerika
REUTERS

Mit dem Streit um seinen Richterkandidaten hat Donald Trump die tiefen Risse in Amerikas Gesellschaft offengelegt - und für sich ausgenutzt. Doch dahinter stecken viel stärkere Kräfte. Der Kampf hat gerade erst begonnen.

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Lankoron 08.10.2018, 13:46
10. Bis heute haben

selbst die Demokraten keine Lust, über das Thema "Roe vs. Wade" zu diskutieren...man holt es nur als Argument hervor, will aber am zugrundeliegenden Problem nichts ändern. Der Supreme Court hat mit diesem Urteil eigenes Recht geschrieben und es nicht als Anweisung an die Gesetzgeber übermittelt. Das wird gerne vergessen. Und bei allem gejammer und Angsthervorrufung: Der Court hatte jahrelang eine rechte Mehrheit....und trotzdem haben die USA immer noch Roe vs. Wade, eine gleichgeschlechtliche Ehe, eine Aufweichung des Cannabisverbotes, Grundstrukturen einer Gesundheitsreform. Und bei aller Jammerei, die den USA einen "Rechtsruk" und "Konservatismus" vorwerfen...sie sind in vielen Bereichen deutlich liberaler als unser so wohlgeliebtes Heimatland Deutschland.

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matty-b 08.10.2018, 13:47
11. Nein

Zitat von jan07
Das Land war immer schon gesellschaftlich geteilt. Der einzige Unterschied: jetzt haben mal wieder zur Abwechslung diejenigen das Sagen, die ein konservatives Gesellschaftsbild verfolgen. Bis der Wähler das irgendwann wieder einmal ändert. So etwas nennt man übrigens Demokratie!
Demokratie ist nicht die Diktatur der Mehrheit - und speziell nicht die Diktatur einer zeitgebundenen politischen Mehrheit, die ihren Willen in einer Wahl zum Ausdruck bringt, das ist ein leider verbreitetes Missverständnis. In einer Demokratie geht es um faire Regeln für alle Bürger. Politisch gestritten wird somit darum, was als "fair" anzusehen ist. Demokratie heißt nicht, dass die mächtige Gruppe eine unterlegene Gruppe gezielt unfair behandelt, nur weil sie die Macht dazu hat.

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Emderfriese 08.10.2018, 13:47
12. Kampf

Darf man es nicht auch Klassenkampf nennen? Ein Klassenkampf auf niedrigstem (höchstem?) Niveau, wo eine absteigende Mittelklasse gegen die zunehmend autoritär herrschende Oberklasse antritt? Die kleinen Leute, die Armen und Malocher sind doch schon lange Opfer eines Systems, das nur von einer Mitte und einem Oben repräsentiert wird.
Sobald jedoch eine bewusste Unterschicht in diese Auseinandersetzung eingreift, wird es wirklich eng für Trump & Co. Leider begreifen die Spitzen der Demokraten nicht, dass nur eine grundlegende Reform ihres politischen Systems auch ihnen helfen könnte. Solange sie den amtierenden Präsidenten als Unfall betrachten und nicht als die Spitze eines undemokratischen Eisberges in der us-amerikanischen Gesellschaft, der zu kippen droht, solange die Demokraten selbst Teil dieses Systems bleiben, solange bleibt die ganze Welt von den USA als Opfer bedroht.

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Nietzsche 08.10.2018, 13:54
13. Na ja, was sonst?

Zitat von koprolith
dass das " konservative Gesellschaftsbild" danach von niemandem mehr gewünscht wird: Wenn Frauenverachtung, hemmungsloser Nepotismus, Steuerhinterziehung, Rassismus und Isolationsimus das "konservative Gesellschaftsbild" ausmachen, gibts irgendwann nur noch "Moderne"...
Den Sozialismus will nach Ostblock, China, Nordkorea und aktuell Venezuela auch keiner. Nur völlig verblendete Linke, ohne logisches Denkvermögen möchten noch linke Experimente.

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Stefan_C 08.10.2018, 13:54
14. Sind die Gegensätze nicht geografisch verortbar?

An den Küsten die Demokraten und im Landesinneren die Republikaner? Wäre es da nicht folgerichtig, dass sich die USA in 3 Staaten aufteilen: Westküste, Ostküste und Landesinnere? Im Landesinneren können sie sich dann eine neue Verfassung schreiben mit Trump als Präsident auf Lebenszeit, der dann die Präsidentschaft auf einen seiner Söhne übertragen kann. Dort kann dann auch das Recht, seine Mitmenschen jederzeit über den Haufen schiessen zu dürfen, unverrückbar eingetragen werden. Des weiteren kann dort ein evangelikaler Gottesstaat ausgerufen werden und Abtreibung als Verbrechen nicht unter lebenslang, festgeschrieben werden. Gegen Rassismus wird auch keiner was haben. Und natürlich können sie Grenzsicherung einsetzen, die sich an der Berliner Mauer orientiert.

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demiurg666 08.10.2018, 13:57
15.

Trump konnte nur Präsident werden, weil ihm auch Immigranten und Frauen gewählt haben. Die aktuelle Politik ist nicht nur die Schuld eines Mannes. Ich vermute man kann die Ursache eher in der schlechten Bildung der Amerikaner suchen und dies scheint vom US Establishment so gewollt zu sein. Abgesehen davon habe ich die USA nie als Demokratie gesehen. Ein zwei-Parteien System geführt von einigen wenigen Familiendynastien ist alles andere als demokratisch.

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skr72 08.10.2018, 14:00
16. Das sehe ich anders

Zitat von jan07
Das Land war immer schon gesellschaftlich geteilt. Der einzige Unterschied: jetzt haben mal wieder zur Abwechslung diejenigen das Sagen, die ein konservatives Gesellschaftsbild verfolgen. Bis der Wähler das irgendwann wieder einmal ändert. So etwas nennt man übrigens Demokratie!
die Konservativen in den USA (der alte weiße Mann) werden ja immer weniger, d.h. eine Minderheit. Dafür gibt es viele Gründe.
Die Gefahr der USA besteht darin, dass sich der alte-weiße-Mann mit seinen Minderheitsrechten nicht abfinden kann, zumal er sich doch gerne als Krönung der Schöpfung sieht, welcher Sonderrechte gegenüber andere Minderheiten hat. Als Gleichester unter Gleichen, sollen gefälligst seine Empfindlichkeiten weiterhin prior betrachtet werden.
Da er aber in Zukunft eine Minderheit ist, hat er die Lust an der Demokratie verloren: Viel besser ist doch ein System in dem der alte-weiße-Mann nach Lust und Laune andere unterdrücken kann, so wie es ihm gefällt, und so wie es seine Vorfahren schon gemacht hat.

Da es unter seines gleichen zufälligerweise sehr viele Milliardäre gibt (Koch, Mercer, Murddoch, Ford...), haben die die Mittel dazu, die blöde Demokratie doch einfach hinwegzufegen. Auch in D werden mehr als die Hälfte der Trolle aus den USA finanziert. Die Demokratie sollte besser weltweit abgeschafft werden, sonst kommt das Volk nur auf dumme Gedanken.
Die größte Gefahr geht neben Putin u. China jetzt auch noch von den USA aus. Wenn die EU nicht zusammenhält, ist die Demokratie weltweit gefährdet. Ausgerechnet von den USA, dem ehemaligen 'Land of the free'! Forget it, wenn Trump sich in den Midterms durchsetzt wird die Demokratie in den USA nicht nur beschädigt: Ziel ist die Abschaffung der Demokratie und der blöden Rechte der Bevölkerung, nichts anderes.

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baiern1 08.10.2018, 14:02
17. US-Bürger interessiert das Thema nicht

Das Problem ist, dass sich in den USA nur eine handvoll Bürgerinnen und Bürger für dieses Thema interessieren. In der übrigen westlich Welt werden diese Vorgänge weit intensiver diskutiert als in den Vereinigten Staaten. Mit diesem Thema lassen sich auch keine Wahlen gewinnen, wie das Abstimmungsverhalten einiger Abgeordneten zeigt, die kurz vor wichtigen Wahlen stehen. Vor dem Weißen Haus haben kürzlich einige hundert Menschen demonstriert. Das ist beschämend und daher ändert sich nichts

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KaulQuappe 08.10.2018, 14:03
18. Anders in Deutschland

"Rechte gegen Linke. Männer gegen Frauen. Weiße gegen Nichtweiße. Alte gegen Junge. Krieger gegen Pazifisten.": so mag das ja in den USA sein.
In Deutschland aber ist so:
Linke gegen Rechte. Frauen gegen Männer. Nichtweisse gegen Weiße. Junge gegen Alte. Pazifisten gegen Krieger.

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Smarty01 08.10.2018, 14:07
19. Der zweite Weltkrieg

Ist leider schon viel zu lange her. Unsere Vorfahren, die das sinnlose Schlachten persönlich miterlebt haben, waren in der Regel für immer geheilt und waren trotz aller Provokationen im kalten Krieg darauf bedacht, die Lage nicht eskalieren zu lassen. Heute ist die westliche Menschheit verwöhnt und hält Frieden für ein Naturgesetz. Mit dem überbordenden Nationalismus der letzten Jahre schlittern wir aber immer tiefer in eine Situation, die auch (Bürger)Krieg wieder möglich macht. Umso wichtiger ist es, dass liberale Demokraten ebendiese vehement verteidigen.

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