Forum: Politik
Trump über Korea-Gipfel: War was?
AP

Treffen sich Donald Trump und Kim Jong Un nun doch? Nach tagelangem Hin- und Her äußert sich der US-Präsident nun so, als hätte es seine Absage nie gegeben.

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Atheist_Crusader 27.05.2018, 20:59
120.

Zitat von gunpot
Wirtschaftswissenschaften und kam Ende der 50iger, Anfang 60iger in den USA auf. Es heißt game Theorie. Da werden Wahrscheinlichkeiten durchgerechnet. Mache ich etwas und mein Gegner daraufhin jenes, mit welcher Eintrittswahrscheinlichkeit muss ich rechnen, um zum Erfolg zu kommen. Das wird in vielen Varianten durchgespielt. Hauptsächlich in der Privatwirtschaft. Trumpel scheint deas nun auf die Politik übertragen zu haben. Viele werden denken, was ist das für ein Blödsinn, glaubt wirklich jemand, Trumpel würde irgendetwas methodisch angehen? Natürlich gibt es dafür keinen Beweis, aber einiges spricht dafür.
Es spricht eine Menge dagegen, zum Beispiel sein massiver Mangel an Wissen und sein Unwille etwas dagegen zu tun. Ebenso seine Unfähigkeit sich Fakten zu merken (nur zwei prominente Beispiele: Merkel musste ihm über ein dutzend Mal erklären, dass er ein Handelsabkommen mit der ganzen EU schließen müsse, nicht bloß mit Deutschland - und Bill Gates musste ihm wiederholt erklären, dass HIV und HPV nicht dasselbe ist) oder ganz allgemeine komplexe Informationen zu verstehen (er hat seine briefings gerne einseitig, mit vielen Bildern und am besten mehrfacher Erwähnung seines Namens um sein Interesse wach zu halten).
Hinzu kommt, dass er sein Fänhchen gerne nach dem Wind richtet; seine Meinung ist oft ein Spiegelbild der letzten Person mit der er eine intensive Konversation zu dem Thema hatte. Oder von etwas das gerade auf Fox News gelaufen ist.
Auch seine ständigen wirren Rants via Twitter oder auch mal live malen nicht das Bild eines klugen Taktierers und gewieften Strategen.

Viel wahrscheinlicher ist, dass wir hier einen abgehalfterten Gebrauchtwagenverkäufer haben, der dank eines massiven Erbes und eines gewissen Talents für Betrügereien mal eine Weile einigermaßen erfolgreich war, aber schon lange nur noch vom Erfolg der ersten Tage zehrt, sonst fast nur noch Mist fabriziert und auch seine begrenzten Fähigkeiten langsam an das Alter verliert.

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claara 27.05.2018, 20:59
121. Strategie

Man sollte sich hüten, Trump ständig als Versager und als strategiefrei darstellen zu wollen. Er hat die Strategie, alle einzuschüchtern (siehe Iran-Sanktionen, Naturschutzgebiete zum Schutz der Natur, etc.) und alles einzureißen, was andere mühsam aufgebaut haben. Seine Strategie ist die eines Willkürherrschers aus dem Mittelalter.
Und letztlich kuschen ja auch alle: Die Iran-Sanktionen werden mit Sicherheit in Europa von der Wirtschaft unterwandert (man verdient ja mehr mit den USA als mit Iran). Und wenn die Strategie der Unberechenbarkeit nicht funktioniert, wird mit Atombomben gedroht.
Meine Meinung: Die Strategie Trumps ist Angst auf der Welt zu verbreiten. Was er erreichen will, ist einzig die Festigung seiner Macht und dass der Rest der Welt nach seiner Pfeife tanzt. Mauern und Krankenversicherungen interessieren den Mann überhaupt nicht.
Das ist im übrigen das gleiche Prinzip, das auch die AfD in Deutschland und ihre Nationalisten-Partner europaweit fahren: Ängste schüren, gegen irgendwas/jemanden hetzen und die Stimmung aufheizen. Dabei geht es einzig und alleine um die eigene Macht - nicht darum, die Welt für irgendjemanden als den eigenen kleinsten Kreis lebenswerter zu machen. Die Welt fällt stattdessen immer tiefer in eine Krise - und Trump & Co fachen das Feuer immer weiter an.

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Das Pferd 27.05.2018, 21:05
122.

Zitat von ssissirou
Das wir nicht gehen. Um einen Friedensvertrag zu schliessen, braucht Südkorea das Einverständnis der USA. Ausserdem muss auch darüber gesprochen werden, was mit den dort stationierten US-Truppen geschieht. Da müssen die US schon mitspielen.
natürlich nicht. Allerdings gibt es SK eben nur, weil die USA 1950 kims Vormarsch gestoppt hatten. Und bis heute gibt es das Land nur, weil NK es eben nicht straffrei einfach "befreien" kann.

Wobei die USA, denke ich, gerne abziehen würden, wenn es denn einen stabilen Frieden gibt. Und den bekommt vielleicht gerade Trump hin. Alle anderen Präsidenten seit ca 30 Jahren sahen dort zwei Probleme: ein barbarisches Regime, und eine militärische Bedrohung, insbesondere für Seoul. Die hatten alle das moralische Problem, den Kims Herrschaftsgarantien zu geben, weil das Verrat an den Hundertausenden in den Lagern gewesen wäre. Und natürlich am nordkoreanischen Volk, wenn es denn mal Freiheit gefordert hätte.

Trump hat diesbezüglich, glaube ich, keinen moralischen Kompass. Der unterschreibt auch eine Verpflichtung der USA, nie eine eventuelle demokratische Bewegung gegen Kim zu unterstützen.

Furchtbar für die Menschen in den Lagern, aber der moralische Beistand ist letztlich nur ein theoretischer. Vielleicht ist das ein Weg aus dem Waffenstillstand heraus. Ich stelle ja immer wieder fest, daß eben Menschen mit mir völlig unverständlichen Auslegungen von Loyalität, Logik und Moral durchaus erfolgreich sind. Und die beiden begreife ich nicht, und halte es für ein großes Unglück, daß die dort stehen, wo sie stehen. Aber vielleicht verstehen sie sich gegenseitig.

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adrenalin1 27.05.2018, 21:43
123.

Zitat von dieterg
ist das: "Kim reaffirmed his commitment to “complete” denuclearization of the Korean Peninsula and to a planned meeting with Trump, Moon told a news conference in Seoul." https://www.reuters.com/article/us-northkorea-missiles/south-korea-says-north-korea-committed-to-complete-denuclearisation-summit-with-trump-idUSKCN1IS01K Für alle Kritiker: Vor der Absage Trumps war das nicht so klar. Jetzt ist es. Freut Euch alle trotz des Ärgers, dass Trump erfolg haben wird.
An Unverbindlichkeit ist dieses dürre Sätzchen, noch dazu nur indirekt übermittelt, exakt auf dem Niveau des Erratikers im Weissen Haus einzuordnen. So Sie commitment mit Verpflichtung übersetzt haben sollten liegen Sie zudem inhaltlich daneben.

Merken Sie, dass auch von der gesamten koreanischen Halbinsel die Rede ist, was einen US Verzicht auf Stationierung von Nuklearwaffen impliziert wie eine Einigung/ Wiedervereinigung mit Südkorea.

Für den nordkoreanischen Propaganda-Apparat wäre es ein gelungener Coup. Ihr Kim auf Augenhöhe mit dem leider unzurechnungsfähigen US-Präsidenten. Besser kann Kim sich kaum aufwerten lassen.


Besser mal abwarten ob da irgendwas von Substanz rauskommt. Dass Trump prinzipiell unzuverlässig ist bezüglich internationaler Vereinbarungen mit den USA hat er hinlänglich bewiesen. Stichwort Klimaabkommen TPP (Transpazifische Partnerschaft) , NAFTA (Nordamerikanisches Freihandelsabkommen).

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Atheist_Crusader 27.05.2018, 21:45
124.

Zitat von claara
Man sollte sich hüten, Trump ständig als Versager und als strategiefrei darstellen zu wollen. Er hat die Strategie, alle einzuschüchtern (siehe Iran-Sanktionen, Naturschutzgebiete zum Schutz der Natur, etc.) und alles einzureißen, was andere mühsam aufgebaut haben. Seine Strategie ist die eines Willkürherrschers aus dem Mittelalter.
Trump wirft einfach nur das politische, wirtschaftliche und militärische Gewicht der USA herum.

Das ist eine Strategie, aber in dem selben Sinne in dem "ich laufe Kopf voran gegen die Tür bis sie kaputtgeht" eine ist: simpel, aggressiv und selbst wenn kurzfristig erfolgreich mit einem Haufen an späteren Problemen verbunden.

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teijin 28.05.2018, 00:17
125. Es ist anzuerkennen, dass es ihnen gelungen

Zitat von Beat Adler
Wenn nicht, ist ein Meeting zwischen einem Diktator, der seinen Onkel mit einer Luftabwehrkanone erschiessen und seinen Halbbruder mit VX Kampfstoff ermorden liess, Hundertausende in Konzentrationslagern zusammenpfercht und auf der anderen Seite ein US Praesident, der sich selbst im naechsten Tweet widerspricht, schlicht und einfach undurchfuehrbar!
ist, duie wesentlichen Unterschiede zwischen Kim und Trump herauszuarbeiten. Bei anderen Kommentatoren konnte ich mich oft des Eindrucks nicht erwehren, dass die Kim bewundern und ihn fast schon als Heilsbringer ansehen. Zumindest als eine bessere Alternative zu dem unzuverlässigen, arroganten, infantilen, unmoralischen ... (bitte beliebig ergänzen) Trump.

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karljosef 28.05.2018, 00:44
126. Würde sich allen Ernstes jemand wurden,

wenn in Bezug auf Korea noch vor dem 12 Juni ein paar Mal "alternative Fakten" ans Tageslicht gebracht würden?

Laut lachende Grüße an den (selbsternannten) Bewahrer der westlichen Grundwerte

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OhMyGosh 28.05.2018, 14:32
127.

Facta sunt servanda? Nicht für Trump!
Wie kann man eigentlich mit diesen Betonköppen noch reden und gar verhandeln? Trump ist doch sowieso kein verlässlicher Partner mehr. Und seit den etwas mehr als 200 Jahren ihrer nationalen Souveränität haben Amerikaner eh immer nur auf ihren Nabel geschaut und tun dies immer noch. Vermutlich haben sie auch noch nicht begriffen, dass ihre Zeit als "Weltmacht" zu Ende geht und Cowboyallüren nicht mehr up to date sind. Zum Glück ist die Lebenszeit der alten Männer, die derzeit in WDC herumpöbeln, absehbar begrenzt. Es gilt also, sie sich so elegant und schmerzfrei wie möglich vom Leibe zu halten und neue Kooperationen einzugehen.

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g.eliot 28.05.2018, 15:41
128.

Zitat von vera gehlkiel
Der Westentaschenmachiavelli im Weissen Haus, der wohl alles, was er drauf hat, in "Soaps" lernte, wird jedenfalls so gründlich von dem kleinen, noch immer wie ein Austauschstudent wirkenden Mann an der Spitze dieser steinzeitkommunistischen Folterdiktatur vorgeführt, dass es einem entweder .....
Sie haben das nordkoreanische Regime und Trumps surrealen, ahnungslosen Umgang mit Kim Jong Un hervorragend beschrieben, Chapeau!
Während Trump die bisherigen US Allies zum Teil überheblich und respektlos behandelt, macht er vor einem mörderischen Diktator den Kotau, einem, der sein Volk so brutal und eisern unter Kontrolle hat, dass die DDR damit verglichen im Nachhinein aussehen würde wie liberaler Bauern- und Arbeiterstaat.

Die Amerikaner haben sich bisher geweigert, dem diktatorischen Kim-Regime so viel Achtung und Gesicht zu schenken, wie Trump das aktuell tut. Es war bisher ein Tabu, dass der US Präsident mit einem nordkoreanischen Machthaber auf Augenhöhe verhandeln würde, wärend solche ein Meeting schon immer das Traumziel der Nordkoreaner gewesen ist. Trump wird den Nordkoreanern ihren Traum eines Treffens unbedingt verwirklichen, und jetzt werden hastige Vorbereitungen gemacht, damit er nicht dastehen wird wie ein Ignoramus, Hauptsache, er kann vor den internationalen Medien einmal glänzen. Dazu sind die "Feinde des Volkes" gut genug.

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g.eliot 28.05.2018, 16:01
129.

Zitat von gunpot
Wirtschaftswissenschaften und kam Ende der 50iger, Anfang 60iger in den USA auf. Es heißt game Theorie. Da werden Wahrscheinlichkeiten durchgerechnet. Mache ich etwas und mein Gegner daraufhin jenes, mit welcher Eintrittswahrscheinlichkeit .....
Tja, ich tippe eher auf das Chicken Game und auf die Chaos-Theorie.

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