Forum: Politik
Trump und die Russlandaffäre: Was Mueller herausfand - und was nicht
ERIC BARADAT/ AFP

Donald Trump kann aufatmen: Der US-Sonderermittler hat keine Beweise für eine Verschwörung mit Russland gefunden. Andere Fragen lässt Robert Mueller aber unbeantwortet - der politische Streit im Land wird weitergehen.

Seite 7 von 17
AlexGeeeeee 25.03.2019, 12:56
60. Absprachen, Collusion, ...

"2. Gab es Absprachen zwischen dem Trump-Team und Russland?
Nein. Barr zufolge entlastet Mueller das Trump-Wahlkampfteam in diesem Punkt. Keiner der Trump-Helfer habe gemeinsame Sache mit Russland gemacht..."

Das ist extrem verkürzt. Die ganze Welt hat gedacht, Mueller ermittelt, um "Absprachen" aufzudecke. Barr's Brief aber zeigt, dass stattdessen nach "manifesten Verträgen" gesucht wurde - und keine gefunden.

Es gibt hier also eine massive Verschiebung beim Begriff "Collusion". Mueller hat diesen Begriff sehr sehr eng definiert, die Medien und Millionen von Menschen auf der ganzen Welt deutlich weiter. Es wurde also vielmehr nicht das gefunden, was viele erwartet haben, weil danach gar nicht gesucht wurde! Allein ihre deutsche Übersetzung von "Collusion" zeigt ja überdeutlich, was alle dachten wonach hier gesucht wird. Barr's Text (Fussnote!): "The Special Counsel defined "Coordination" as an "agreement - tacit or express - between the Trump Campaign and the Russian Government on election interference"". Eine vertragsähnliche Absprache direkt mit der Russischen Regierung. Haben wir alle deutlich weiter gefasst, oder?

Das sollte mE in einem solchen Text drigend aufgeklärt werden.

Beitrag melden
Stealthman 25.03.2019, 13:02
61. Trump...

Zitat von draco2007
Niemand hat behauptet, dass Trump nicht nach den Regeln der USA demokratisch gewählt sei. Nur die Behauptung er sei durch die Mehrheit der Amerikaner gewählt worden ist schlicht falsch.
... ist durch die Mehrheit der Wahlmänner gewählt worden. Diese wurden durch das Volk gewählt. Nicht mehr, nicht weniger. Um diese Diskussion geht es aber in dem o.g. Artikel gar nicht. Vielmehr geht es um die Rolle der Opposition, die Trump unlautere Mittel vorgeworfen hat, die sich nicht beweisen lassen. Dadurch haben sich die Demokraten m.E. auf Trumps Niveau eingelassen. Der ist nun mal mit allen Wassern gewaschen und lässt die Demokraten (mal wieder) alt aussehen.

Beitrag melden
Emderfriese 25.03.2019, 13:04
62. Versuchungen

Zitat von yasieda
Trump ist/war/hat sich selber dargestellt als Quereinsteiger des US-Polit-Betriebes - damit ist er eine Gefahr für denselben. Weiterhin ist Trump während des Wahlkampfes einfach zu "russlandfreundlich" aufgetreten, hat Putin sogar bewundert. Um nun nicht als "Russland-Gehilfe" dazustehen wurde er durch diese Vorwürfe entsprechend gelenkt. Die Spannungen USA-Russland wurden im Sinne der Wirtschaft geeignet verschärft. Warum ist der Bericht bzw. Teile davon geheim, nun weil dies Teile der Bevölkerung in ihrem allgemeinen Demokratieverständnis verunsichern könnte.
"...Weiterhin ist Trump während des Wahlkampfes einfach zu 'russlandfreundlich' aufgetreten, hat Putin sogar bewundert. Um nun nicht als 'Russland-Gehilfe' dazustehen wurde er durch diese Vorwürfe entsprechend gelenkt. Die Spannungen USA-Russland wurden im Sinne der Wirtschaft geeignet verschärft..."
Sehe ich ähnlich. Trumps naive Vorstellungen einer Annäherung an Moskau wurden an die Kette gelegt, damit keine Entspannung in den Krisenherden der Welt möglich wird. Es ist natürlich keineswegs sicher, dass Putin sich auf eventuelle Avancen Trumps eingelassen hätte. Nur wird die Welt jetzt nie erfahren, ob eine Annäherung zwischen den USA und Russland auch positiv hätte sein können. Man mag von Trump denken, was man will, aber einen Versuch wäre es wert gewesen. Mit Kim und China wird es ganz ähnlich laufen.

Beitrag melden
mentor54 25.03.2019, 13:06
63.

Zitat von Stealthman
... denn den Demokraten ist das amerikanische Wahlrecht ebenso bekannt wie den Republikanern. Den Demokraten ist es nicht gelungen eine Mehrheit für sich zu bekommen. Demnach ist Trump demokratisch gewählt. So ist das amerikanische Wahlrecht. Dabei ist meine, unsere, die europäische oder deutsche Meinung dazu gleichgültig! Das der Stil Trumps moralisch verwerflich ist steht m.E. außer Frage. Die Demokraten sollten sich aber eben nicht darauf einlassen, denn sie können darin Trump nicht das Wasser reichen! Wie sich einmal mehr gezeigt hat!
Die Demokraten hatten eine Mehrheit von 3 Millionen Wählerstimmen. Trump hat seinen Sieg ausschließlich dem anachronistischen amerikanischen Wahlrecht, welches historische Ursprünge hat und nach heutigen Maßstäben offensichtlich nicht sehr demokratisch ist, wenn es derartige Pervertierungen des mehrheitlichen Wählerwillens zulässt, zu verdanken. Sicherlich muss man das Ergebnis respektieren, solange das Wahlrecht so ist, wie es ist, aber eine Mehrheit bei den Wählerstimmen, auf die es ja eigentlich ankommen sollte, hatte er nicht.

Beitrag melden
Little_Nemo 25.03.2019, 13:13
64. Dem Tarnkappenmann

Zitat von Stealthman
... denn den Demokraten ist das amerikanische Wahlrecht ebenso bekannt wie den Republikanern. Den Demokraten ist es nicht gelungen eine Mehrheit für sich zu bekommen. Demnach ist Trump demokratisch gewählt. So ist das amerikanische Wahlrecht. Dabei ist meine, unsere, die europäische oder deutsche Meinung dazu gleichgültig! Das der Stil Trumps moralisch verwerflich ist steht m.E. außer Frage. Die Demokraten sollten sich aber eben nicht darauf einlassen, denn sie können darin Trump nicht das Wasser reichen! Wie sich einmal mehr gezeigt hat!
So formuliert haben Sie recht. Sie hatten aber behauptet, "Die Mehrheit der Amerikaner haben Trump als Präsidenten gewählt...", und das stimmt eben nicht. Dass er im Sinne des US-amerikanischen Wahlsystems demokratisch gewählt wurde, habe ich nicht infrage gestellt. Ob es auf rechtsstaatlich korrekte Weise dazu kam, halte ich nach wie vor für nicht geklärt, wie es ganz ähnlich auch beim Brexit-Referendum Grund zu zweifeln gibt. Es ist aber wohl richtig, dass die Versuche des Nachweises dieser Unregelmäßigkeiten bislang nicht gelungen sind.

Beitrag melden
Emderfriese 25.03.2019, 13:19
65. Folgerung

Zitat von mentor54
Die Demokraten hatten eine Mehrheit von 3 Millionen Wählerstimmen. Trump hat seinen Sieg ausschließlich dem anachronistischen amerikanischen Wahlrecht, welches historische Ursprünge hat und nach heutigen Maßstäben offensichtlich nicht sehr demokratisch ist, wenn es derartige Pervertierungen des mehrheitlichen Wählerwillens zulässt, zu verdanken. Sicherlich muss man das Ergebnis respektieren, solange das Wahlrecht so ist, wie es ist, aber eine Mehrheit bei den Wählerstimmen, auf die es ja eigentlich ankommen sollte, hatte er nicht.
Man fragt sich allerdings bei diesen Tatsachen, warum offenbar niemand in der US-Politik sich für eine Wahlrechtsreform einsetzt... jedenfalls niemand mit etwas Einfluss und Bedeutung. Wenn es denn allen so recht ist, muss man sich mit den Folgen auch abfinden.

Beitrag melden
BäckerGeselle42 25.03.2019, 13:26
66. Nicht so ganz

Zitat von secoj
Am Ende ist es genau das, wonach es immer aussah: eine Blamage für die Anti-Trump Hetzer und Schnappatmer bei den Demokraten und in den Medien. Jetzt wird weiter nach dem Motto diskutiert "Aber seine UNSCHULD ist ja auch nicht bewiesen!". Ernsthaft?
Was bleibt ist die Tatsache, dass etliche Personen die für Trump gearbeitet haben ins Gefängnis wandern.

Was bleibt ist die Tatsache, dass Trump und sein Team so ungefähr jedes Mal gelogen haben, wenn sie zu Russland befragt wurden.

Einfach mal

https://www.motherjones.com/politics/2019/03/trump-mueller-report-russia/

in Ruhe durchlesen.

Das bleibt, und kein Trump Anhänger in der Welt ist in der Lage, diese einfachen Beobachtungen und Schlußfolgerungen außer Kraft zu setzen.

Beitrag melden
vera gehlkiel 25.03.2019, 13:37
67.

Fest steht jetzt amtlich: Trump ist Putins Lieblingspraesident. Und diese Wahl wurde Hillary Clinton und den amerikanischen Frauen sowie Demokraten gestohlen. Sich ob einer nachgewiesenen Wahlmanipulation stolz in die Brust zu werfen und sich am eigenen Gemaecht zufrieden zu belecken - das ist der Stil von Diktatoren in Bananenrepubliken, oder Bad Guys in der Seifenoper. Unsäglich, peinlich, widerwärtig entgrenzt von allen Prinzipien des Humanismus. Fox-Reality-TV für Kreationisten und Hillbillies hat wieder einen Cliffhanger ins Schaufenster gestellt und versucht, für das prollige Zugpferd aus einem hochbrisanten, aber geschickt "sichtbar verborgenem" politischen Faktum, nämlich demjenigen der Manipulierbarkeit von Wahlen in Zeiten des Internet, Einschaltquote herauszuquetschen. Vielleicht sollte man "The Donald", die feiste Mainstreamblondine von Murdochs, Mike Pences und Bannons Gnaden, aber mal für Augenblicke einfach nur hintanstellen. Und sacken lassen, was da ab jetzt als bewiesen gilt. Und dann unmittelbar zu Implikationen im Bezug auf hiesige, sprich europäische einschlägige Debattierclubs mit Spendenleck-Problemen ueberwechseln. Wenn da kein System dahintersteckt, das von der Südspitze Italiens bis zum Nordkap reicht, will ich künftig Hugoline heissen. Also: das Rumpelstilzchen ist entdeckt, und muss gemäß eines regulären Handlungsablaufs nun von der wunderschönen Prinzessin Europa befragt werden. Denn "The Real Dealmaker" hat ab sofort als illegitimes Wechselbalg eines australischstaemmigen Schafzuechters mit einem russischen Gaskönigbezwinger und chronischem Geheimdienster zu gelten. Wen juckt da überhaupt noch, mit wem so ein reicher Toupettraeger und Aufsteigersohn mal überteuert schlechten Sex gehabt haben könnte?!

Beitrag melden
sekundo 25.03.2019, 13:37
68. Korrektur:

Zitat von korrekturen
Cambridge Analytica hat überhaupt nichts mit den Russen zu tun und ich habe von russischem Einfluß gesprochen. Der Sitz der Firma ist in New York. Mit "sämtlichen Geheimdienste" meinen Sie die 17 Geheimdienste, die am Ende nur 4 waren und ganz am Ende nur ein paar gewählten Leute waren, die klar gemacht haben, dass sie nichts wussten und nur spekulierten?
Die Dachgesellschaft von Cambridge Analytica
hat 2018 Insolvenz angemeldet und sämtliche
Tätigkeiten eingestellt!

Beitrag melden
Siebengestirn 25.03.2019, 13:38
69. Sie sollten vielleicht dem 3. Abschnitt des Berichts

Zitat von Stealthman
... ist durch die Mehrheit der Wahlmänner gewählt worden. Diese wurden durch das Volk gewählt. Nicht mehr, nicht weniger. Um diese Diskussion geht es aber in dem o.g. Artikel gar nicht. Vielmehr geht es um die Rolle der Opposition, die Trump unlautere Mittel vorgeworfen hat, die sich nicht beweisen lassen. Dadurch haben sich die Demokraten m.E. auf Trumps Niveau eingelassen. Der ist nun mal mit allen Wassern gewaschen und lässt die Demokraten (mal wieder) alt aussehen.
etwas mehr Aufmerksamkeit schenken. Danach gibt es durchaus auch Indizien, die Herrn Trump belasten. Davon kann ihn der von diesem ausgesuchte Herr Barr nicht wirksam "befreien". Deshalb sind weitere Untersuchungen erforderlich, die nun mal von der Opposition zu initiieren sind und die Veröffentlichung des ganzen Berichts erforderlich machen. Es ist doch sehr merkwürdig, der Opposition vorzuwerfen, sie würde sich "auf Trumps Niveau"einlassen, wenn sie diese im Interesse des demokratischen Rechtsstaates USA liegende Aufklärungsaufgabe wahrnehme.

Beitrag melden
Seite 7 von 17
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!