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Trump versus Teheran: Die Iran-Sanktionen wirken - genau das ist das Problem
LEADER OFFICE HANDOUT/EPA-EFE/REX

Irans Wirtschaft kollabiert unter den US-Sanktionen, das Volk ist verbittert - und auch beim Regime in Teheran zeigen die Strafmaßnahmen Wirkung. Allerdings nicht die erhoffte: Die Hardliner sind gestärkt.

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World goes crazy 11.07.2019, 17:05
1. Die Sanktionen...

...wirken genau so, wie Trump und seine Spezis es sich erhofft haben. Da muss ja weder Herr Sydow noch sonst jemand drumherumreden. Wenn radikalere Kräfte im Iran poltern kommt das Netanjahu, MBS, Trump und allen weiteren faschistoiden rechten Machthabern mehr als zu Gute. Das beflügelt den Konflikt wieder und es ist gut, einen "unversöhnlichen Gegner" zu haben. Es bringt Stimmen an der Heimatfront und die Wiederwahl ist das wichtigste Gut heuchlerischer Rechter (natürlich bis auf MBS, der einfach nur zeigen will, was für Eier er hat und im Notfall das Band zu den USA stärken mag). Schade um die Welt. Im 21. Jahrhundert bestimmen immer noch Weltbilder und Gedanken des geistigen Mittelalters was passiert -.-

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Newspeak 11.07.2019, 17:06
2. ...

"Wahrscheinlicher sei eine Fortführung des Status quo, der zu einer wachsenden Isolation Irans führe, sagt Posch. "Das ist ein Schrecken ohne Ende für alle Beteiligten.""

Die Frage ist, was denn die Alternative sein soll? Will man wirklich abwarten, bis Iran die Atombombe besitzt? Was glaubt man, wird dann Saudi-Arabien tun? Natuerlich werden diese auch nuklear aufruesten. Und Israel? Wird dem sicher nicht tatenlos zuschauen. Dann wird es ueber kurz oder lang ganz sicher zu einem Atomkrieg in der Region kommen. Die momentane Eskalation schliesst diese Gefahr nicht ganz aus, koennte aber doch das obige Szenario verhindern.

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teeäs 11.07.2019, 17:08
3.

Zitat: "Zuvor hatte die britische Marine vor der Küste Gibraltars einen Tanker mit iranischem Öl gestoppt, der offenbar illegal Rohöl nach Syrien transportieren sollte." Kann der Autor auch erklären wieso der Transport illegal sein sollte? Wäre wichtig, wenn man solche Behauptungen als Fakten verkauft.

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seeyouin1982 11.07.2019, 17:10
4. ich kann

wieder nur darum bitten und vorschlagen, mal einen Beitrag zur Lebenssituation von Iranern der Mittel- und Unterschicht zu bringen. Schön für die Mullahs, dass sie in Milliarden schwimen, aber was ist mit den "Normalos". Eine Vorstellung, was Tomaten derzeit in dem Land kosten? Diese Sanktionen treffen in aller erster Linie die Bevölkerung.

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Korken 11.07.2019, 17:16
5. Stand der Aktion Wiederwahl

Mich würde in diesem Zusammenhang viel mehr erstmal interessieren, auf welcher Grundlage Großbritannien einen Tanker von Gibraltar ausgehend festsetzte. Was sind die Vorwürfe und sind diese haltbar? Genau dieses ist bis heute nicht bekannt. Meines Wissens hat der Iran wie auch die UN keine Sanktionen gegen Syrien diesbezüglich in Kraft also mit welchem Recht (außer es ist Piraterie) wurde der Tanker festgesetzt?

Des weiteren gibt es eigentlich inzwischen belastbare Beweise, dass der Iran einen britischen Tanker, der von einem Kriegsschiff begleitet wurde (dumm, dass Iran das übersah), kapern wollte? Soweit mir bekannt konnte keine derartige Aktion beobachtet werden, lediglich, dass das andere Boote begleiteten. Man hat dies wohl schön auf den Filmaufnahmen der zufällig anwesenden US Flugzeuge gesehen. Jetzt unterscheiden sich zwar noch die Angaben der Anzahl iranischer Boote durch UK und US, aber das wird sich sicher noch einrenken.

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vikkru 11.07.2019, 17:19
6. Die Chance für Europa!

Für Europa wäre dies die, für lange Zeit vermutlich letzte, Chance sich zu emanzipieren und mit dem Iran zu verhandeln und Handel zu treiben.
Es wäre die Möglichkeit die USA zu beschränken und zu isolieren, denn diese waren noch nie verlässlich.
Außerdem ist der Iran von allen nicht-Demokratien, die mit dem größten Potential zu positiven Veränderungen und auf jeden Fall ein besserer Partner als Saudi Arabien.

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joes.world 11.07.2019, 17:21
7. Kann man endlich damit aufhören? Bitte!

Endlich geht dem Iran das Geld aus! Das könnte viele tausend Leben Unschulldiger retten. Denn das Land der Mullahs verschenkt um viele Milliarden Waffen und eigene Kämpfer, die in umliegenden Länder entweder Terroristen unterstützen oder Massenmörder wie Assad.

Und nun der herrliche Spruch: "die Hardliner sind gestärkt". Ich aber frage: wann in den letzten Jahrzehnten waren die Hardliner nicht gestärkt? Denn die Politik, die vom höchsten religiösen Führer vorgegeben wird, ist eine auf Konfrontation ausgerichtete. Und solange der oberste religiöse Füher es so will - wird sich nichts daran ändern.

Moderate gab es nie im politischen Alltag. Oder anders gefragt: wo bitte waren die dann die letzten Jahre? Als Terrositen in Gaza mit Waffen ausgestattet wurden, anstatt mit Hilfsmittel für zivile Projekte? Detto im Libanon. Und wo waren die Moderaten als iranische Schiiten Suniten im Irak vertrieben und plünderten und so für Destabilisation im Irak sorgten. Und einen Krieg im Jemen begannen, der allen Seiten nur Leid brachte.

Die Moderaten gibt es nicht im politischen Alltag. Also können sie auch nicht geschwächt werden.

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draco2007 11.07.2019, 17:23
8.

Ach nein. Genau das sage ich seit dem Bruch des Abkommens durch Trump.

Die Mullahs sagten immer: "Dem Westen kann man nicht trauen", die moderaten Kräfte im Iran hielten dagegen und hatten das Abkommen als Funken Hoffnung um endlich echtes Vertrauen zum Westen aufbauen zu können.
Mit der Zeit wäre das Mullah-Regime von INNEN heraus gestürzt worden. Mit der Strategie, die Beat hier schon oft erwähnte. Studenten-Austauschprogramme. Holt die Iraner in den Westen, bildet sie aus und schickt sie zurück.
Das wird Jahrzehnte dauern, sorgt aber für einen inneren Regime Change und nur der hat Bestand.

Durch Trumps Hass auf Obama hat er das Abkommen einseitig, ohne Beweis, gebrochen und damit den Satz der Mullahs bestärkt. Man kann dem Westen NICHT trauen. Damit hat er sämtlichen moderaten Kräften die Grundlage geraubt.
Und ein äußerer Feind, dafür eignet sich Trump sehr gut, lässt ein Land näher zusammenrücken. Funktioniert in den USA genauso wie im Iran.

Damit hat Trump exakt das Gegenteil von dem erreicht, was er behauptet hat, das er ereichen will.
Die Hardliner sind gestärkt und die Atombombe rückt viel stärker in den Fokus, gerade vor dem Hintergrund Nordkorea.

Dümmer als Trump konnte man nicht agieren...
Da kommt er nur mit Gesichtsverlust (zugeben, dass er einen Fehler gemacht hat) oder mit Krieg raus.

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draco2007 11.07.2019, 17:27
9.

Zitat von Newspeak
Die Frage ist, was denn die Alternative sein soll? Will man wirklich abwarten, bis Iran die Atombombe besitzt?
Vielleicht nicht das Abkommen brechen, was dafür sorgt, dass der Iran keine Atombombe bauen darf?

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