Forum: Politik
Trumps Amerika: Wenn Demokratien kippen
Edel Rodriguez/ Der Spiegel

Über den bedrohlichen Präsidenten Donald Trump und die Medien.

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texhex 07.02.2017, 19:25
190. In einer ehrlichen Diskussion...

Zitat von reflektiert_ist_besser
Und schon wieder laufen die AfD-Aktivisten mit ihren Manipulationscomputern. Und immer wieder die gleichen Textbausteine: (1) Der Mann ist demokratisch gewählt. -> das kann man ewig wiederholen. Aber heißt das, dass er jetzt machen darf was er will und man dies nicht mehr kritisch hinterfragen darf? (2) Er löst seine Wahlversprechen ein. -> da frag ich mich wirklich, was hat er bisher Konstruktives gemacht? Er will doch nur die Obama-Zeit kaputt machen. Obamacare schafft er ab, aber nicht mal den Ansatz einer Idee, was anstelle dessen kommen soll. -> Verfassungsfeindliche Dekrete, die von Gerichten gestoppt werden. -> usw. (3) der arme Trump wird ja täglich so gebasht. -> wie? Er hetzt, lügt, verleumndet den ganzen Tag, legt sich mit der ganzen Welt an, aber er wird gebasht? Armselig. (4) er will doch nur Frieden. -> da sagt er: "Wozu hat man Atomwaffen, wenn man sie nicht einsetzt?", er hat sich mit Mexiko, mit Europa, mit Australien, mit dem Iran, mit China, mit ... fast der ganzen Welt angelegt, gepöbelt, beleidigt. Aber er will nur Frieden. Für wie dumm halten uns seine Anhänger? usw. usf.
In einer ehrlichen Diskussion mit ehrlichen Teilnehmern, die wirklich Meinungen austauschen und sich nicht einfach nur dumm stellen um ihren Hass entschuldigen zu können, würde das Gespräch folgendermaßen laufen:

A: sagt:
"Der Mann ist demokratisch gewählt, das sollte man akzeptieren."

B: erwidert:
"Demokratische Wahl bedeutet nicht Unanfechtbarkeit. Es gibt viele Beispiele für Menschen, die demokratisch an die Macht kamen und, sobald sie dort waren, die Demokratie abbauten. Nach Ihrer Argumentation hätten diese Menschen das Recht dazu gehabt und Protest wäre falsch gewesen."

Tja und jetzt würde dann A auf das Argument von B eingehen, es argumentativ entkräften, oder aber es akzeptieren und die eigene Meinung ändern.

Komischerweise passiert das aber nicht. Stattdessen sagt A einfach wieder:
"Der Mann ist demokratisch gewählt, das sollte man akzeptieren."

Und das immer und immer wieder, unbeirrt. Auch von den "A"´s, die hier so aktiv sind, dass sie die Erwiderung zu ihrem "Argument" schon dutzende Male gelesen haben.

Warum sie das wohl tun?

Möglicherweise geht es diesen Leuten ja gar nicht um Argumente. Oder um eine ehrliche Diskussion. Oder ums Nachdenken. Möglicherweise geht es diesen Leuten ja um etwas völlig anderes.

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steveleader 07.02.2017, 19:25
191. Korrekt absolut korrekt.

Es gibt nichts hinzufügen.

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swerd 07.02.2017, 19:27
192. Richtig guter Beitrag

Trotzdem vertraue ich immer noch auf die amerikanische Demokratie.

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fpa 07.02.2017, 19:27
193. Und die Begründung der Schafe

Zitat von Neumann2017
Wenn sich Schafe einen Löwen zum Hüter wählen, ist es um die Herde bald schlecht bestellt.
Er ist doch so authentisch.

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zorcolino 07.02.2017, 19:28
194. Toller Job einiger US-Medien

Toller Artikel, grösstenteils einverstanden. Was aber die- aktuelle- Rolle (einiger) US- Medien anbelangt: Sie sind aufgewacht und angriffslustig. Gutes Beispiel: Die Washington- Post.

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schropc3 07.02.2017, 19:29
195. Lady Liberty

Das Bild ist stark, kompromisslos und eine Warnung. Diejenigen, die beschwichtigend schreiben, Trump habe "doch noch nichts getan" haben den Artikel wohl nicht gelesen, wo sämtliche Taten der ersten 2 Wochen aufgezählt sind.

Gerade aus deutscher Perspektive darf man nicht, sondern muss, klar und deutlich vor diesem Feind der liberalen Demokratie warnen, wie der Spiegel es hier tut. Aus Dankbarkeit und aus der Verpflichtung dem Land gegenüber, das Deutschland aus einer mörderischen Diktatur in seine stabilste Staatsform geholfen hat.

Der Hass, der der unabhängigen Presse auch hier entgegenschlägt, ist bar jeder Substanz- es wird im Stil der Trump-Administration pauschal behauptet, dass Journalisten parteiisch sind und bewusst Unwahrheiten verbreiten. Trumps "Verteidiger" arbeiten wie er selbst mit unverschämten Lügen, Unterstellungen und Diffamierungen.

Hat Deutschland nicht aus der Geschichte gelernt? Gerade dieser schleichende Prozess des Abbaus der demokratischen Strukturen, Prinzipien und Kontrollen, der Versuch, den Gegner als Feind hinzustellen, müsste jedem, der objektiv auf die Deutsche Geschichte der vergangenen 100 Jahre schaut, auffallen.

Ist es nicht vorstellbar, dass dieser Prozess, dessen Beginn wir möglicherweise gerade erleben, deshalb so gefährlich ist, weil er zur Abstumpfung führt und die Menschen nichts dagegen unternehmen bis es zu spät ist?

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gutmichl 07.02.2017, 19:31
196. niveauloses Cover

Ein Cover, das man bei Satiremagazinen noch tolerieren könnte ist für ein seriöses Nachrichtenmagazin ein NoGO.
Schade, dass der Spiegel seine Rolle nun so definiert.
Dass ich unter diesen Umständen zu einem Abo zurückkehren werde, erscheint mir sehr unwahrscheinlich.

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mukketier 07.02.2017, 19:31
197. Absolut gelungen.

Das Cover ist super und bringt die Sache auf den Punkt. Die ganzen Trump-versteher hier im Forum müssen entweder sehr, sehr weit rechts stehen oder politisch halbgebildet sein. Die Diktatur/Autokratie kommt in kleinen Schritten aber nicht auf leisen Sohlen. Schließlich hat Trump diese Politik der Demokratiezerstörung vorher laut angekündigt. Trump für einen guten Politiker, ja überhaupt für einen Politiker zu halten, weil er seine Wahlversprechen umsetzt, selbstverständlich bis auf die Veröffentlichung seiner Steuererklärung, zeugt nicht gerade von Weitsicht. Oder eben von einer sehr rechten Gesinnung. Denn das, was er angekündigt hat, war ja schon zum gruseln. Das er das jetzt auch noch umsetzt, macht wirklich Angst. Auch wenn Seehofer das anders sieht...

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deeperman 07.02.2017, 19:33
198. Und jetzt?

Ok, kann ja alles sein. Aber welche Art von Handeln erwartet der Spiegel konkret von seinen Lesern? Den geplanten USA-Urlaub absagen? Typische Ziele wie New York und San Francisco sind Anti-Trump-Hochburgen. US-Produkte boykottieren? Apple, Facebook oder Google haben sich gegen Trump gewandt. Im Bekanntenkreis contra Trump argumentieren? Ich wette, alle Spiegel-Leser und deren Freunde sind eh schon Anti-Trumpisten. Dies ist Sache der Amerikaner, sie haben sich das eingebrockt und müssen - ich glaube: sie werden - das auch wieder bereinigen

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jjr-62 07.02.2017, 19:34
199.

ich sehe das im Prinzip genau so. Aber auf was soll man hoffen? Amtsenthebung? Rücktritt? Dann gehts mit Pence weiter, was sicher auch nicht besser sein wird. Abgesehen davon - DT mag ja alles mögliche sein - aber diese unerträgliche Dummheit, die er in jedem Twittererguss und Interview an den Tag legt. Special, desaster, problems, deals, will see, complicated. Ich kapiers nicht. SAD!!

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