Forum: Politik
Trumps Amerika: Wenn Demokratien kippen
Edel Rodriguez/ Der Spiegel

Über den bedrohlichen Präsidenten Donald Trump und die Medien.

Seite 22 von 38
die-metapha 07.02.2017, 19:39
210.

Zitat von Useless_User
Was kann daran schlecht sein? Das Alte muß zerstört werden, um Neues zu erschaffen. Also - nur Mut!
Ja, genau... Sie machen das im persönlichen Bereich sicherlich genau so, nicht wahr!
Wenn Sie die Tapeten eines Zimmer in ihrer Wohnung/Haus nimmer sehen möchten dann reißen Sie folglich auch gleich das ganze Gebäude mit der Abrissbirne ab. Nur Mut!
Ich meine, die Tapete ist damit doch von der Mauer.... Was kann daran schlecht sein?

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solltemanwissen 07.02.2017, 19:39
211.

"Give me your tired, your poor,
Your huddled masses yearning to breathe free,
The wretched refuse of your teeming shore.

Send these, the homeless, tempest-tossed to me:
I lift my lamp beside the golden door."

Das Titelbild bringt es auf den Punkt. Period.

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paula_f 07.02.2017, 19:40
212. Erdogan im Schatten der Trump Histerie

macht - das was er sich vorgenommen hat. Kaum einer wagt es noch anders abzustimmen, die Diktatur kommt sicher. Auch hier wäre eine weltweite Aufregung angebracht.

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Leblanc 07.02.2017, 19:40
213. Das ist ja das Schlimme...

Zitat von reflektiert_ist_besser
wird ihnen diese Lüge nicht langsam selbst langweilig?
das sieht für die eigenen Wähler populistisch so aus, als erfülle er seine Versprechen...... leider haben viele das zu wenig ernst genommen: viele haben geschrieben: nun lass ihn doch erst mal....,
und hoffentlich ist es nicht zu spät.
Ein Protestschild ruft schon auf: "Never again" is NOW!

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Raldo 07.02.2017, 19:41
214. Ihr Medien seid Teil des Problems geworden

Die Kritik anderer Medien, das aktuelle Cover sei bereits nach seiner Symbolik - der Tötung der Freiheit - zum gegenwärtigen Zeitpunkt übertrieben und unangemessen, ist nachvollziehbar für mich.

Dazu übrigens mal eine These: Auch derjenige der unangemessen kritisiert, gefährdet die Freiheit - und nicht immer weniger, als derjenige, dessen Handeln er kritisiert.

So bedeutet nun nicht jede Einschränkung der Freiheit auch gleich den "Tod der Freiheit". Hier hätte es auch diverse andere, mildere Darstellungsmöglichkeiten gegeben (z.B. Freiheitsstatur an der einer Kette mit Kugel usw.).

Besonders aber stört mich die bildliche Gleichsetzung des politischen Handelns von TRUMP (einem Einreiseverbot für Bürger bestimmter Staaten, Richterschelte) mit den bestialischen Mordtaten der IS-Akteure. Das ist geschmacklos - besonders im Hinblick auf die Würde der zahlreichen Opfer der IS-Verbrecher.

Und derjenige, der so etwas Geschmackloses druckt, mit der Absicht Kasse zu machen unter die Menschen bringt und dabei dann auch noch lautstark den Anspruch erhebt, guten und insbesondere besseren Journalismus als die Konkurrenz vom AS-Verlag im Dienste der Freiheit zu betreiben, ist - ob er es hören mag oder nicht - nicht besser als das Problem, welches er zu bekämpfen sucht - oder vorgibt, oder gar:

Auch ihr Medien - um es mit Eurem Bild zu sagen - seid dabei, vom Hüter der Demokratie zu ihrem Totengräber zu werden.

Zum Abschluss: Die USA, d.h. vor allem ihre Repräsentanten, waren und sind für mich leider auch ein zutiefst narzistischer Staat. Insoweit entspricht für mich die Wahl einer Person wie TRUMP eigentlich nur der Logik.

Die USA haben die Welt bislang stets in gut und böse eingeteilt, und die US-Amerikaner waren und sind natürlich immer die Guten. Daran ist zumindest richtig, dass die USA auch Gutes in die Welt gebracht haben, z.B. die Luftbrücke nach Berlin.

Ihre vielen bösen Taten hingegen blieben und bleiben bislang folgenlos (Völkermord an den Indianern, Abwurf von zwei Atom-Bomben und diverse Angriffskriege), und pervers dabei war, dass hier stets scheinheilig und mit Verrat an der Freiheit argumentiert, nämlich das Böse zum Guten verklärt wurde.

Mir scheint, dass rächt sich nun. Die Person TRUMP spiegelt den USA nun wunderbar vor, um wie es ihr Staatswesen wirklich bestellt ist.

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Erwin S. 07.02.2017, 19:42
215.

Der Kommentar unterschlägt anscheinend bewusst, dass es auch eine andere Seite gibt. Trumps Präsidentschaft ist das Ergebnis einer demokratischen Wahl und die heute gemeldeten 50 % Zustimmung lassen vermuten, das es Menschen gibt, die mit Trump anscheinend ganz zufrieden sind. Wo hier eine Demokratie kippt, bleibt also das Geheimnis von Herrn Brinkbäumer. Fragen wir doch z.B. mal James Hetfield (Metallica). Der hat Kaliforniern verlassen und begründet dies u.a. wie folgt: “I kind of got sick of the Bay Area, the attitudes of the people there, a little bit.” “They talk about how diverse they are, and things like that, and it’s fine if you’re diverse like them. But showing up with a deer on the bumper doesn’t fly in Marin County. My form of eating organic doesn’t vibe with theirs.” “I felt that there was an elitist attitude there — that if you weren’t their way politically, their way environmentally, all of that, that you were looked down upon." Das hat mit Trump nichts zu tun, wohl aber mit dem hier in Rede stehenden Kommentar, der nämlich genau auf dieser Geisteshaltung beruht, die jede andere Meinung abwertet. Genau das tun Spiegel und SPON Kommentatoren regelmäßig und insbesondere mit beleidigender Wortwahl vor der US-Wahl. Sie Herr Brinkbäumer, sind eben nicht besser als Trump. Sie gehören nicht einmal zur Elite und Sie sind eine größere Gefahr für die Demokratie als Trump es je sein wird, weil Sie nämlich die Aufgabe der "vierten Gewalt" nicht mehr wahrnehmen und Ihre Fähnchen immer schön in den Wind hängen, den die gerade herrschende Politik vorgibt. Man ist ja flexibel, nicht wahr?

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texhex 07.02.2017, 19:45
216.

Zitat von Useless_User
Die linksliberale Presse hierzulande jedoch versucht alles ausschließlich in einem negativen Licht erscheinen zu lassen. Herr Putin hat Rußland endlich wieder aufgerichtet. Herr Erdogan führt die von der EU zu lange hingehaltene Türkei zu neuer Strahlkraft. Herr Trump hat den Kriegstreibern Obama und Clinton den Kampf angesagt und kümmert sich um Arbeitsplätze für die Millionen vom Großkapital Aussortierten. Was kann daran schlecht sein? Das Alte muß zerstört werden, um Neues zu erschaffen. Also - nur Mut!
Herr Putin hat ein kaputtes Land mit imaginären Feinden von außerhalb konfrontiert, um die Kontrolle behalten zu können, einen Krieg begonnen, Gegner liquidieren lassen, die Spaltung der westlichen Gesellschaft betrieben, konsequent und nachweislich gelogen, und einen autoritären Staat mit tatsächlich gleichgeschalteten Medien geschaffen. Herr Erdogan hat tausende Menschen, die nicht seiner Meinung sind, verhaften lassen, Zeitungen geschlossen, Webseiten gesperrt, abweichende Meinungen unter Strafe gestellt, den Friedensprozess mit den Kurden torpediert und die daraus resultierenden Konflikte eskalieren lassen, um die eigene Schwäche in sumpfnationalistische Stärke zu wandeln. Herr Trump hat sich in 14 Tagen mehr Drohungen und eskalative Äußerungen gegen andere Staaten ausgestoßen als je ein Präsident zuvor, und mit Steve Bannon einen Mann zum obersten Berater gekürt, der ganz offen davon spricht, dass er Kriege sowohl unvermeidlich als auch nützlich und sinnvoll findet.

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solltemanwissen 07.02.2017, 19:45
217.

Zitat von texhex
In einer ehrlichen Diskussion mit ehrlichen Teilnehmern, die wirklich Meinungen austauschen und sich nicht einfach nur dumm stellen um ihren Hass entschuldigen zu können, würde das Gespräch folgendermaßen laufen: A: sagt: "Der Mann ist demokratisch gewählt, das sollte man akzeptieren." B: erwidert: "Demokratische Wahl bedeutet nicht Unanfechtbarkeit. Es gibt viele Beispiele für Menschen, die demokratisch an die Macht kamen und, sobald sie dort waren, die Demokratie abbauten. Nach Ihrer Argumentation hätten diese Menschen das Recht dazu gehabt und Protest wäre falsch gewesen." Tja und jetzt würde dann A auf das Argument von B eingehen, es argumentativ entkräften, oder aber es akzeptieren und die eigene Meinung ändern. Komischerweise passiert das aber nicht. Stattdessen sagt A einfach wieder: "Der Mann ist demokratisch gewählt, das sollte man akzeptieren." Und das immer und immer wieder, unbeirrt. Auch von den "A"´s, die hier so aktiv sind, dass sie die Erwiderung zu ihrem "Argument" schon dutzende Male gelesen haben. Warum sie das wohl tun? Möglicherweise geht es diesen Leuten ja gar nicht um Argumente. Oder um eine ehrliche Diskussion. Oder ums Nachdenken. Möglicherweise geht es diesen Leuten ja um etwas völlig anderes.
Möglicherweise sind das auch gar keine echten Diskutieren. Die AfD hat ja inzwischen deutlich durchblicken lassen, dass man IM Wahlkampf auf Bots im Social Media setzt.

Gehen Sie mal davon aus, dass die auch hier im Einsatz sind.

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Dark Agenda 07.02.2017, 19:46
218. Journalistische Echokammer

Zitat von joG
....solcher Tatbestände nachgeprüft, wie sie Trump zur Last gelegt werden. Ich mag Trump überhaupt nicht und als President ist er kontraindiziert. Aber ich habe die Texte gelesen oder ggf die Videos geschaut. Die Berichterstattung ist postfaktisch hier und in Teilen der US Medien. Die Situation wird aufgebauscht. Die Berichterstattung ist einfach falsch in sehr vielen Punkten. In den Staaten ist klar, wieso seine politischen Feinde hetzen. Wieso die Politiker in der EU oder Deutschland dies tun, erklärt sich vermutlich über die Notwendigkeit einen Außenfeind zu haben um die EU zu festigen. Interessieren würde mich, wieso die nicht dem Staatssektor zuzurechnenden Medien sich anschließen, ist mir nicht ganz klar.
Ich halte ihn für einen Stümper und hätte wohl Clinton gewählt aber Aussagen wie "alle Mexikaner sind Vergewaltiger" hat er nie getroffen (kann man als Audio checken) und einige andere Dinge wurden auch aufgebauscht.
Genauso "Flynn telefoniert nach Weihnachten mit Russland" als Headline der WaPo - geht's noch banaler? Oder 0-Nachricht "Golden Shower"-Gate? Peinlich und selbstbesiegend.
Dafür, dass Trump ein A ist gibt es viele Beispiele z.B. seine Golfanlage in den UK, es reicht bei den Fakten zu bleiben und nichts zu erfinden.
Leider kann sich keine der beiden feindlichen Lager ehrlich machen. Über Clinton wurde ja auch viel erfunden.

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csspuhr 07.02.2017, 19:46
219. Danke dafür

Das ist doch super. Endlich wieder ein Spiegel der klare Aussagen trifft, der Stellung bezieht und sich nicht duckt. Das ist super, das waren wir so aus anderen Zeiten gewohnt.
Leider fürchte ich, daß der Spiege nur so klare Aussagen trifft, wenn es nicht um die eigene Politik geht, es sind ja NUR die USA, es geht hier um den Verrückten der 10000 km entfernt ist. Wenn es dagegen um die Aushöhlung der Demokratie zugunsten der Finanzelite geht, um die Abschaffung des Sozialstaates durch das Kapital oder um eine weichgespülte Demokratie in der die Abgehängten nur noch die Wahl zwischen Pest und AFD haben, dann ist der Spiegel leider auch weichgespült. Solche Titelbilder und -storys sind super. Wäre schön, wenn ihr auch zu Hause mehr Mumm zeigen würdet.

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