Forum: Politik
Trumps Iran-Entscheidung: Einfach brandgefährlich
AFP

Mit seiner Hochrisiko-Politik gegenüber Iran bringt der US-Präsident den Nahen Osten an den Rand eines großen Krieges.

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esz 08.05.2018, 23:14
30. Trump Verständlich

Manchmal verstehe ich nicht, warum das offensichtliche, einfache in den Kommentaren nicht deutlich benannt wird. Trumpf macht was ersagt: Amerika First. Da Politik für ihn nur Wirtschaft ist, sonst kann er nichts, sonst gibt es nichts in seinem Weltbild, also macht er alles was der US Wirtschaft hilft. Gekündigtes Iran Abkommen bedeutet steigende Einnahmen für US Öl / Gas Unternehmen. That's it ! Nothing more. Nothing less. Embargos schaden mehrheitlich den europäischen Firmen und nicht den US Unternehmen. Ausserdem müssen sich deutsche Unternehmen wieder nach den Regeln der amerikanischen Justiz richten. Wir dürfen wieder betteln für die USA tätig zu werden. Wann lernen wir, dass alles was Trump in erster Linie gegen ein starkes Europa - also gegen europäische Unternehmen - richtet. Das kann er: Solange die Stärken der anderen Firmen bekämpfen, bis die eigenen wieder eine Chance haben. Betrachtet man jede einzelne seine Entscheidung in den letzten Monaten unter diesem Vorzeichen, ist er ganz einfach zu verstehen. Wer jahrelang mit US Firmen zusammengearbeitet hat, kennt das bestens. Man darf alles machen, solange der Vorteil am Ende bei den Amerikanern ist. Trump hat den Wirtschaftskrieg deutlich erklärt und mehrfach wiederholt, warum verstehen wir das nicht endlich. Und reagieren mit Gegendruck, das einzige was solche eindimensionale Gehirne verstehen.

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hansriedl 08.05.2018, 23:19
31. Donald Trump kündigt

Großbritannien, Frankreich und Deutschland verurteilten den Schritt in einer gemeinsamen Erklärung und versprachen, im Atomabkommen zu bleiben, da sie behaupteten, dies sei der einzige Weg, um ein nukleares Wettrüsten im Nahen Osten zu verhindern.

https://translate.google.de/translate?hl=de&sl=en&u=https://www.telegraph.co.uk/news/2018/05/08/donald-trump-announces-decision-iran-nuclear-deal-live-updates/&prev=search

Das ist ein grausames und erbärmliches Schauspiel, das hier mit dem Weltfrieden veranstaltet wird.

Vor allem macht Trump daraus eine perverse Show aus zwei Akten. Das Weiße Haus soll eine israelische Intelligence Firma sogar damit beauftragt haben kompromittierendes über Obamas Mitarbeiter auszugraben, die den Iran Deal verhandelt haben.

Das ist unglaublich letztklassig und zeigt vor allem wie brandgefährlich Trump tatsächlich ist. Eben weil dieses Ungemach von US Präsident in der Iran Causa nicht (wie er die Öffentlichkeit glauben lässt) just im letzten Moment handelt, sondern diese Show von langer Hand plant und das extrem skrupellos.

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toastrunner 08.05.2018, 23:26
32. Macrone und Merkels....

...... Besuche in Washington haben gar nichts gebracht. Die USA isolieren sich immer mehr von der Weltgemeinschaft. Bis auf Israel haben sie keinen Verbündeten. Europa muß sich immer mehr zu einer echten Gemeinschaft aufstellen, wollen sie Trump die Stirn bieten.

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timo51796 08.05.2018, 23:30
33. Moral und Gerechtigkeit?

Die Entscheidung von Trump ist schlicht und einfach nur Finanzterrorismus und Erpressung der ganzen Welt darunter Europa

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vulcan 08.05.2018, 23:32
34.

Sollte der Iran seine Aggressionen gegen Israel intensivieren und ausweiten, so ist das nicht Trumps Schuld, sondern einzig und allein die Schuld des Iran. Hat auch mit dem Vertrag nichts zu tun - Irans Hass gegen Israel existiert trotzdem - siehe deren Aktivitäten in Syrien.
Und sollte sich Iran aufgrund der Aufkündigung des Vertrages durch die USA dazu entschließen, ein Programm Richtung Atomwaffen zu starten, hat Iran hier zum Glück auch die schlechteren Karten. Sowas guckt sich Israel nicht lange an.
'Stabilität' in der Region gab es auch mit Vertragspartner USA nicht, das ist eine Illusion. Dazu gehört, dass der Iran sich grundlegend wandelt, was ja vielleicht noch (von innen) passiert.

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oldman2016 08.05.2018, 23:43
35. Es geht ums Geld

Wenn der Dolmetscher auf dem Fersehsender Phoenix die Rede Donald Trumps richtig übersetzt hat, werden die USA die Sanktionen gegen den Iran verschärften und auch alle Staaten, die mit dem Iran Geschäfte machen, ebenfalls sanktionieren. Ob damit alle Handelsgeschäfte also auch der Import von iranischen Öl gemeint sind, steht noch nicht fest, da mir der Inhalt des Erlasses des US-Präsidenten nicht bekannt ist. Sollte es Donald Trump aber ernst meinen und sämtliche Handelsbeziehungen mit dem Iran unterbinden wollen, gibt es unweigerlich Krieg - Handelskrieg. Was will China machen, das vor Jahren sich iranische Erdöllieferungen führ Jahrzehnte zu Spottpreisen gesichert hat?

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vandenplas 08.05.2018, 23:45
36. Texas Holdem

Wenn ich an den Krieg in Syrien denke müssten neben dem Iran noch ganz andere Namen auf der schwarzen Liste mit Terror fördernden Staaten stehen und das auch noch sehr viel weiter oben. Nach Bibis Prolog mit Zuhilfenahme einer PowerPoint-Präse (ist auch nicht schlechter als ein Reagenzgläschen), kündigen die Amerikaner den Atom-Deal mit dem Iran nun offiziell und gekonnt inszeniert auf. EU-Mogherini meint zwar, der Atom-Vertrag sei nicht bilateral und Brüssel würde deshalb weiter an ihm festhalten wollen. Grosse Worte, aber die Amerikaner werden sich wie immer auf die Loyalität ihrer Juniorpartner - und sei die Situation noch so absurd - verlassen dürfen. Trump hat es schliesslich nicht unterlassen während seiner Rede eine klare Drohung auszuprechen für den Fall, dass irgendwer meint ausscheren zu müssen. Das Europa der Werte täte aber trotzdem gut daran, an Mogherinis Standpunkt festzuhalten. Wenn nun nach dem inzwischen defakto beerdigten Völkerrecht nicht einmal mehr Verträge etwas gelten, müssen auch keine mehr verhandelt und eingehalten werden. Man könnte dann eigentlich sofort Tatsachen schaffen und, vorausgesetzt man hat die kinetische Power dazu, die Gegenseite einfach killen. Problem gelöst.
Wünschenswert wäre es, wenn schnellstens ein neuer Deal zustande käme mit dem alle leben können - besonders die Iran und seine Nachbarn. Das komplizierte wirtschaftliche und geostrategische Interessensgemenge in der Region lassen einen daran aber zweifeln. Trump sucht wie jeder Ami den "Leverage" für seinen neuen Deal und pokert hoch. Trotzdem, den "Hebel" in Form von potenten US-Kanonen zu finden dürfte auch für Trump ein Leichtes sein - lässt sich doch der jährliche Rüstungs-Etat von 600 Milliarden USD in den Büchern der mit 20 Billionen USD verschuldeten beinahe Hegemonialmacht kaum übersehen. Wie man aber in den letzten Jahren beobachten konnte, bringen auch Kanonen keine Demokratie, keinen Frieden und keine Menschenrechte. Wenn er sich beim Pokern verschätzt, werden wir alle die Folgen zu tragen haben und besonders diejenigen Menschen denen Trump heute in seiner Rede versprach, die Amerikaner seien mit ihnen. Zum Korea-Deal möchte man meinen, dass dieser bereits zwischen Nordkorea, Südkorea, China und der Russischen Föderation ausgehandelt wurde und die beiden benachbarten Grossmächte sozusagen als Garanten dafür sorgen werden, dass die USA nicht ohne Folgen dasselbe wird tun können wie eben mit dem Iran. Trump überlässt man das Malen seiner Unterschrift unter den Vertrag und die Auszeichnung mit dem mittlerweile leicht anrüchigen Friedensnobelpreis - falls er diesen annimmt.

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Hermes75 08.05.2018, 23:47
37.

Zitat von vga2003
Kriegsängste. Gegen wen soll denn der Iran einen Krieg führen? Bei den massiv folgenden Wirtschaftssanktionen wird diesem Mini-Sozialprodukt ganz schnell die Puste - respektive das Geld - ausgehen. Wie schnell die Urananreicherungsanlagen pulverisiert werden, zeigen uns dann die Israelis. Wer soll die denn daran hindern, wenn die Supermacht USA dahinter steht? Der Russe? Lächerlich! Moskau wird keinen Stellvertreter-Krieg finanzieren können. Und China wird sich militärisch hüten hier irgendwas zu unternehmen. So What?
Vielleicht sollten Sie sich die Geschichte des Iran anschauen bevor Sie hier in einer Mischung aus Arroganz und Ahnungslosigkeit vom Leder ziehen.
Der Iran sieht sich seit Jahrzehnten diversen Bedrohungen ausgesetzt. Vielleicht erinnern Sie sich noch an den ersten Golfkrieg von 1980 bis 1988? Ein gewisser Saddam Hussein hatte damals ähnliche Ideen. Es stellte sich heraus, dass er sich ziemlich verschätzt hatte was den Durchhaltewillen des Iran angeht.

Der Iran ist ein Land von 80 Millionen Einwohnern und einer Fläche von 1,6 Mio. km^2. Ein großer Teil des Landes sind Gebirgszüge die sich sehr gut verteidigen lassen. Dazu sitzt der Iran an der strategisch wichtigen Straße von Hormuz durch die 1/3 des weltweiten Erdölhandels läuft.
Wenn es zu einem Krieg kommt - und die Allianz aus USA, Israel und Saudi-Arabien will offenbar einen Krieg - dann hat das weitreichende Folgen. Vielleicht gelingt es den Iran militärisch zu besiegen, aber was dann? Die USA waren nicht einmal in der Lage den viel kleineren Irak zu kontrollieren. Es wäre ein Krieg der praktisch nicht zu gewinnen ist.

Was die Urananreicherung angeht: Die iranischen Anlagen liegen hauptsächlich unterirdisch und sind aus der Luft nicht zu zerstören.
Die Iraner haben aus den Fehlern von Assad und Saddam Hussein gelernt. Außerdem haben die Russen dem Iran S-300 Luftabwehrraketen geliefert. S-400 Systeme wurden zumindest diskutiert. Ein Luftangriff Israels auf die Anlagen wäre also extrem riskant.

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sir wilfried 08.05.2018, 23:48
38. Toll

Zitat von vga2003
Kriegsängste. Gegen wen soll denn der Iran einen Krieg führen? Bei den massiv folgenden Wirtschaftssanktionen wird diesem Mini-Sozialprodukt ganz schnell die Puste - respektive das Geld - ausgehen. Wie schnell die Urananreicherungsanlagen pulverisiert werden, zeigen uns dann die Israelis. Wer soll die denn daran hindern, wenn die Supermacht USA dahinter steht? Der Russe? Lächerlich! Moskau wird keinen Stellvertreter-Krieg finanzieren können. Und China wird sich militärisch hüten hier irgendwas zu unternehmen. So What?
Ihre Analyse ist stimmig. Leider. Leiden werden die Iraner, denen ähnliches wie den Irakern, den Libyern und den Syrern droht. Schiitische Maßregelung wird durch islamistischen Terror abgelöst. Tolle Wertegemeinschaft, in der wir uns befinden.

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marum 08.05.2018, 23:51
39. Der nächste Ölkrieg

Die Aufkündigung dieses Vertrages mit dem Iran macht - leider - für die Amerikaner sehr viel Sinn; zumindest in der im Moment vorherrschenden brutal-falkischen Denkweise: 1. Saudi-Arabien wird hofiert und als Gegenpart zum Iran aufgebaut 2. ein Krieg gegen den Iran (ich bin mir sicher, dass wir hierzu das Vorspiel erleben) hebt die Ölpreise wahrscheinlich stark an; das stärkt auch die amerikanische Fracking-Industrie (die in den letzten Jahren massive Verluste eingefahren hat!) 3. viele "Freunde" Trumps verdienen ihr Geld mit Öl 4. Israel wird durch einen Krieg mit Iran gestärkt 5. die Russen haben sich mit ihrem Militäreinsatz in Syrien zwar politisch wieder auf die Weltbühne zurück katapultiert; machtpolitisch ist Syrien aber vergleichsweise unbedeutend - der russchische einfluss würde marginalisiert 6.Iran kontrolliert die Straße von Hormus - das ist den Amerikanern schon lange ein Dorn im Auge 7. ein möglicher großer krieg im nahen Osten wird neue Flüchtlingsströme Richtung Europa verusrsachen und Europa schwächen.
Abgesehen vom bereits Gesagten wird die Sanktionspolitik der Amerikaner zur juristischen Verfolgung aller europäischen Banken und Industriebetriebe genutzt werden. Es ist - mal wieder - ein schönes Feigenblatt europäischer Politik, dass man nun betont, wann wolle am Iran-Abkommen festhalten. Man wird aber nicht bereit sein, sich schützend vor die europäische Wirtschaft zu stellen, wenn diese denn von Amerikas - politisch motivierter - Justiz bedrängt wird. De facto erlischt also mit dem heutigen Tage jede Unterstützung des Neuaufbaus der Beziehungen zum Iran.
Es muss schon erlaubt sein festzuhalten, dass es inzwischen westliche Kräfte sind, die sich nicht mehr an rechtsgültige Verträge halten, die offen souveräne Staaten mit Krieg bedrohen und fremden Staatsführern den Tod ankündigen (Netanjahu mit dem heutigen Tage). Es sind keine demokratischen Kräfte, die im arabischen Raum walten - nicht im Iran aber erst recht nicht in Saudi-Arabien. Es geht aber doch darum, Diplomatie und Wandel durch Annäherung zu ermöglichen.
Ich bin blank entsetzt, welche Richtung hier eingeschlagen wird. Die von den Amerikanern seit dem zweiten Weltkrieg installierte Wirtschaftsordnung wird nun von ihnen selbst als "unfair" gebrandmarkt und Stück um Stück geschliffen. Hervor tritt eine Politik, welche nur noch Machtinteressen kennt. Partnerschaften, Verträge, Diplomatie finden keinerlei Widerhall mehr. Wie wird das enden ?
Und das Schlimmste ist: Trump kapiert mit Sicherheit nicht die Tragweite seines Tuns. Er agiert - wieder einmal - im Duktus eines Geldeintreibers eines Inkasso-Unternehmens: Draufhauen und "Deals" machen. Die Fäden ziehen die neo-konservativen Think-Tanks des rechten Politik-Spektrums in Amerika.

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