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Trumps Iran-Entscheidung: Ohnmächtig in Berlin
AP

Die Bundesregierung hält trotz des Ausstiegs der USA am Iran-Abkommen fest. Doch Kanzlerin Merkel und ihr Außenminister Maas haben Washington wenig entgegenzusetzen.

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solynieve 09.05.2018, 23:10
40. neue Allianzen

Ich sehe als Zukunft ein Europa, welche komplett neue Alianzen schmiedet. Dazu gehört auch Russland. Wir haben uns schon seit Jahrzenten von gewissen Ländern auseinanderdividieren lassen. Würden China, Russland, Frankreich und Grossbritanien diesmal an einem Strang ziehen, was heißen würde, wenn die USA eine Firma eines dieser Länder sanktionieren würde, weil es Geschäfte mit dem Iran betreibt, dieser Block mit Sanktionen auf US-Firmen reagieren würde. Gegen diesen breiten Block wäre selbst die USA machtlos.

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moistvonlipwik 09.05.2018, 23:19
41.

Zitat von Stowasser
Letztendlich muss Deutschland machen was die USA sagen. Ohne Friedensvertrag hat Deutschland einfach nichts zu melden.
Den gibt es schon. Nennt sich 2+4-Vertrag

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Neandiausdemtal 09.05.2018, 23:20
42. Auswirkungen

Zitat von keksen
'"Der Vorgang zeigt exemplarisch, wie hilflos Europa außenpolitisch ist"' (Hardt) Es lässt sich resümieren, dass selbst wenn der pol. Wille da ist, sich die EU aufgrund der wirtsch. Verflechtungen mit den USA nicht wird durchsetzen können, bzw. die Unternehmen wegen des amerikanischen Drucks quasi gezwungen sind, sich den neuen Sanktionen zu beugen. Die USA unter Trump nehmen mit ihrer "America First" -Politik nun anscheinend keinerlei Rücksicht mehr auf ihre Verbündeten und Partner und beschädigen ihr Ansehen (auch und gerade bei ihren Alliierten) zusehends. Sie verhalten sich nur noch destruktiv, aggressiv und rücksichtslos. Washington ist weit weg vom Nahen Osten und die Konsequenzen dieses Handelns werden (neben den direkt betroffenen Ländern natürlich) mal wieder die Europäer tragen müssen. V. a. die Flüchtlingsbewegung und Integration stellt uns schon jetzt vor große Probleme, bei denen uns die USA dann auch in keinster Weise zu helfen bereit sind. Aber schon klar, NATO, Rüstung, Zölle, ..., alles so unfair. Letzten Endes wird dieser Stil allerdings Auswirkungen auf die transatlantische Partnerschaft haben und die Staaten werden schlimmer dastehen als unter W. Bush. Trumps Nachfolger/in wird einen verdammt harten Job haben, um das wieder hinzubiegen.
Stimmt Trumps Nachfolger wird arge Probleme haben, das Vertrauen wenigstens teilweise zurückzugewinnen .
Und das ist auch gut so, denn Vertrauen ist fehl am Platze, jetzt wo wir wissen, was sich die Amis zusammenwählen. Das kann ja jederzeit wieder geschehen.

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heinrich.busch 09.05.2018, 23:43
43. Das Dilemma ist gut beschrieben

Immer wird den Amis hinterher gedackelt und gehofft, daß ein Scheibe Wurst unter den Tisch fällt. Thrump hat dieses Problem nur verschärft und nicht gemacht. Leider haben gerade die Franzosen, aber vor allem die Deutschen es sich auf Geheiß der Amis mit Russland verdorben. Ich denke das wird noch erliegen für Europa, denn trotz alles pfeifen im Wald wie der Putin doch auf uns Europäer angewiesen sei ist der längst auf China und Indien eingeschränkt. Das verlorene Terrain ist kaum zurück zu erobern.
Warum am Ende der Iran das mit den Atomwaffen will? Na nur die Position der Stärke hilft den Amis beim Nachdenken. Aber so oder so geht der Amerikanern nicht unter nur muß er sich halt etwas mehr am Horizont einrichten.

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28zwei27 09.05.2018, 23:44
44.

Zitat von marthaimschnee
Warum dackeln wir den Amerikanern dann hinterher wie ein ausgehungerter Köter einer Scheibe Wurst? ...
http://www.spiegel.de/politik/ausland/benjamin-netanyahu-und-wladimir-putin-sprechen-ueber-iran-und-syrien-a-1206634.html
Lesen Sie die Überschrift und gucken Sie in ein/en Duden/Wörterbuch. "Vasallen"
Upps, Znur.

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brosswag 10.05.2018, 00:14
45. Meine Meinung zum Thema

Wenn die fünf verbliebenen Vertragspartner Iran davon überzeugen können, dass sie nicht umfallen sondern auch bereit sind sich im gegenseitigen Respekt enger zusammenzuschließen wird die USA mit ihrem egoistischen "Amerika first!" irgendwann einlenken müssen und Iran könnte sich diesem Bund anschließen und so auch verhindern, dass das iranische Volk nicht die Leiden der zuvor von den USA zerstörten Länder zwecks Sturz der gewählten Regierung erleiden müssen, und so aus puren Machtinteressen der USA ins politische Chaos gestürzt werden Das darf nicht mehr zugelassen werden. Die iranische Regierung hat sich an die Abmachungen gehalten und das ist aus amtlicher Seite bestätigt worden. Diese Trumpattacke ist völkerrechtswidrig und muss geächtet werden. Wäre Iran in einem solchen Staatenbund dem auch NK beitreten könnte, wäre auch Israel der Wind aus den Segeln genommen und in Nahost könne es friedlich werden.

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tailspin 10.05.2018, 00:40
46. Pacta sunt servanda

Trump spielt Machtpoker und zereisst den Iranvertrag in der Luft. Das hatte er im Wahlkampf bereits angekuendigt. Der Vertrag hatte wahrscheinlich Maengel, allein schon weil Obama und Steinmeier daran mitgewirkt haben. Zumindest war Steimeier auf dem Gruppenbild. Trotzdem haette man als vertrauensbildende Massnahme den Vertrag bestehen lassen und die Beziehungen zum Iran anderweitig ausbauen koennen. Dass das jetzt nicht passiert ist, ist eine Verbeugung vor Netanjahu. Das geht mir auch zu weit. Aber Merkels Reaktion, weiter daran festhalten zu wollen, ist einfach nur schizophren. Ist Deutschland etwa ein Vertragspartner?

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fatal.justice 10.05.2018, 01:00
47. Warum auch?

Zitat von Decamerone
Mit unserer Politik des unkontrollierten Abrüstens (eher durch organisatorische Inkompetenz der Verteidigungsministerin als aufgrund einer demokratisch legitimierten Entscheidung), des Überexportierens und der systematischen Trittbrettfahrerei bei internationalen Konflikten hat sich die Bundeskanzlerin in eine Position der Einflußlosigkeit gegenüber den U.S.A., China und Europa manövriert. Viel Einfluss auf die U.S.A. und China hatten wir noch nie, aber jetzt werden wir als Verbündete geopolitisch gar nicht mehr ernst genommen (vier oder fünf einsatzfähige Flugzeuge liegen ja auch eher auf dem militärischen Niveau von Malta) und als Handelspartner unterschwellig bekämpft. Das ist nicht nur die Schuld des neuen Präsidenten. Es ist auch die Folge von mittlerweile 20 Jahren sozialdemokratischer Politik in Deutschland. Wobei Schröder der bessere sozialdemokratische Kanzler war.
Nachdem die Reichswehr kompromisslos durch Kontinente hampelte - Kriegsverbrechen inbegriffen - musste die Bundeswehr defensiv aufgestellt werden. Dazu gab es keine Alternative - welch Glück. Sie können ja gerne all Ihr von Ihrer Gattin zugestandenes Taschengeld in Wehrrüstung stecken, mir - und mit mir das gesamte lebensfreundliche Viertel - geht das komplett am Pürzel vorbei. Kriegstreibenden wie Ihnen sollte man sofort den Führerschein entziehen und ein Erziehungscamp auf Antarktica angedeihen lassen. Da kann man sich so richtig stählen, bevor´s gewittert.

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fatal.justice 10.05.2018, 01:15
48. So ischet.

Zitat von Ruegen#1
Auf die harte Tour lernen nun die Europäer - und besonders wir Deutsche - dass wir nichts zu melden haben, nicht politisch und nicht wirtschaftlich. Nicht mit einem Egomanen im WH. Wir haben’s uns bequem gemacht unter dem Schirm des großen Bruders. Jetzt rächen sich die Klein-Klein-Streitereien zwischen den Euro-Staaten, ohne gemeinsame Verteidigungspolitik, ohne gemeinsame Außenpolitik. D. Trump ist auf einen Krieg aus, und ich wünsche mir Schröder zurück.
Man kann keine Union aus der Taufe heben, wirtschaftliche Interessen teilen, aber keine militärische Gemeinsamkeit implementieren. Wenn die EU darauf beharrt, ein reines ökonomisches Konstrukt zu sein, wird sie schneller verschwinden, wie die DM. "Wertegemeinschaft" - lächerlich. Jeder Mitgliedsstaat achtet darauf, möglichst hochpreisig bedacht zu werden. Der Grundgedanke - so wie er sich gerade darstellt - geht völlig flöten. Letztendlich wird man zu einer WEU zurückkehren müssen, wenn man denn weltweit irgendwas bewegen will. Das muss ich mir unglücklicherweise eingestehen. Ich hoffte auf mehr.

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chico11mbit 10.05.2018, 01:42
49. @howard Brubacker:

"Genau genommen gibt es doch dieses ganze politische Theater seit 2003 nur deshalb, weil der Iran Atomwaffen will. Warum eigentlich? Wir haben doch auch keine."

Da gibt es eine einfache, historisch verbriefte Antwort: Weil wir Atomwaffen einsetzen würden.

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