Forum: Politik
Trumps Rede an die Nation: Der Maurer
DPA

Die Rede von Donald Trump zu seinen Mauerplänen und zum Shutdown wurde mit Spannung erwartet. Doch eine Lösung des Streits mit den Demokraten ist auch danach nicht in Sicht. Beide Seiten setzen weiter auf Konfrontation.

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butch_triathlet 09.01.2019, 07:39
1. Demokraten bleibt stark.

Ich hoffe wirklich, dass die Demokraten nicht einknicken. Diese Angstmacherei kennen wir zu Genüge, auch bei uns. Welches Signal hätte es für Trump, wenn er das Geld bekäme? Es würde seinen Nazismus weiter bestärken. Er würde bei nächster Gelegenheit wieder so vorgehen.

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michiansorge 09.01.2019, 07:51
2. Kindergarten

Dass Trump ein Lügner ist, vollkommen weltfremd, absurde Wahlversprechen gegeben hat, sein Amt zu eigenen Zwecken missbraucht ... und letztendlich einfach nur wie ein tobendes Kleinkind auftritt, beweist er Tag für Tag auf's Neue. Und nun droht er auch noch damit, den Notstand auszurufen? Wie der Autor schon gesagt hat, Amerikas Notstand bzw. grösste Gefahr ist einzig und allein Trump selbst. Kaum zu glauben, dass das ein grosser Teil der Bevölkerung immer noch nicht erkannt hat. Und auch, dass die rebulikanischen Senatoren noch immer nicht geschlossen rebellieren.

Ich kann unter diesen Gesichtspunkten nur hoffen, dass Robert Muller demnächst ausreichend Beweise für Trumps illegale Verstrickungen vorlegt, um ihn zum Rücktritt zu zwingen oder um damit die Basis für ein erfolgreiches Amtsenthebungsverfahrung zu schaffen.

Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass sich die Demokraten im Moment auch nicht mit Ruhm bekleckern. Die Mauer mag das unsinnigste aller trumpschen Projekte sein und es ist richtig, dagegen zu intervenieren. Für mich hat das aktuelle Auftreten der Demokraten jedoch den leichten Beigeschmack, dass sie einfach ihre neugewonnene Macht demonstrieren wollen. Und das wäre die falsche Motivation.

Zwar legen sie damit zwar Trump wie gewollt Steine in den Weg und zeigen ihm seine Grenzen auf. Auf der einen Seite richtig. Auf der anderen Seite tragen sie diesen Konflikt aber auf den Schultern eines Teils der Bevölkerung aus, der entgegen Trumps ignoranter Ansichten keinesfalls in der Lage ist einfach so auf ein paar Wochen Lohn zu verzichten. Und das schon gar nicht für "ihren" Präsidenten. Denn das ist er nicht. Aber auch das hat er bis heute nicht verstanden.

Ich muss allerdings gestehen, dass mir in dieser Situation als Trump-Gegner die Kritik zwar sehr leicht fällt, ich aber selber nicht wüsste, wie man den Konflikt lösen könnte. Ich kann verstehen, dass die Demokraten nicht kleinbeigeben, zumal man sich ja bereits auf einen Haushalt geeinigt hatte, bis Trump seine Mauerpläne eingeworfen hat. Aber es kann eben auch nicht sein, dass ein Teil der Bevölkerung nicht weiss, wovon er nächsten Monat seine Miete bezahlen soll, nur weil sich die beiden politischen Fronten derart unnahbar gegenüberstehen.

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inspiriert71 09.01.2019, 07:54
3. Er braucht die Mauer...

...um sich finanziell zu sanieren. Böse Behauptung, aber diesem Mann glaube ich kein Wort mehr. Schade für die amerikanische Jugend, der solche "Werte" von allerhöchster Stelle vorgelebt wird. Wo führt das hin?

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dasfred 09.01.2019, 07:58
4. Einer macht Deals, die anderen machen Politk

Das sind verschiedene Ebenen, auf denen es so keinen Konsens geben kann. Die Trump Show steuert auf einen neuen Höhepunkt zu. Die tausenden, unbezahlten Staatsdiener werden auch nicht mehr Trump Fans werden. Wo sind denn seine Gönner, wenn es um die Finanzierung der Mauer geht. Oder kann man damit gar kein Geld verdienen?

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frodosix 09.01.2019, 08:04
5.

Die Demokraten sind nicht kompromissbereit? Soweit ich das mitbekommen habe, hatten die Demokraten etwas über 2 Milliarden für die Grenzsicherung angeboten. Klingt für mich wie ein Kompromissvorschlag den Agent Orange (und jetzt auch die Republikaner im Senat) aber abgelehnt haben. Warum sollten die Demokraten weiter Zeit und Mühe verschwenden Kompromisse vorzuschlagen, wenn die andere Seite auf ihrer Maximalforderung beharrt? Mr. "Best dealmaker" will keinen Kompromiss. Er will bei seiner Basis als "tough guy" da stehen. Jeder Kompromiss würde ihm von denen als Schwäche ausgelegt werden. Sofern die Demokraten nicht einknicken (und das ist nicht unwahrscheinlich) wird der Shutdown noch sehr lange dauern.

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s.l.bln 09.01.2019, 08:07
6. Was für ein Haufen...

...verlogener Mist.
Trump versucht eine Krise kreieren, die real nicht existiert und jeder Aspekt seiner Aussagen geht an der Realität vorbei.
1.
Die illegalen Grenzübertritte sind auf einem historischen Tiefststand. Sie hatten ihren Höhepunkt im Jahr 2000, sind unter Obama kontinuierlich gesunken und liegen jetzt auf dem Stand der 60er Jahre.
2.
Das Märchen von der importierten Kriminalität. Jede bekannte Statistik der Strafverfolgungsbehörden bezeugt, daß die Kriminalität unter den "Unregistrierten" deutlich geringer ist, als unter US Staatsbürgern.
Das bedeutet:würde man alle US Bürger gegen von Mexiko aus eingewanderte Illegale austauschen, wär das ein sicheres Land.
3.
Die falschen Zahlen. Seit Wochen versuchen Trump und seine Leute (Pence, Huckebee Sanders, Conway) die immergleichen falschen Zahlen zu lancieren, nach denen 4000 Terrorverdächtige die Grenze passiert hätten.
Tatsächlich sind in diesem Zusammenhang nur 6 Fälle bekannt, von denen man das annimmt. Die 4000 gibt es, aber die kamen auf regulär auf Flughäfen an.
4.
Die falsche Grenze.
Ein Vielfaches an kriminellen Einwanderern und Drogen kommt über die Grenze zu Kanada. Die ist allerdings wesentlich länger, schlechter gesichert und in den Augen des Präsidenten merkwürdig uninteressant.
Der Grund dafür ist ganz einfach: Rassismus und Wahltaktik.
Trump wie auch viele Republikaner träumen davon, möglichst viele Latinos loszuwerden. Unter Anderem weil die traditionell Demokraten wählen.
5.
Die echte Krise.
Tatsächlich hat Trump Recht, daß es an der Grenze (nun) eine humanitäre Krise gibt. Allerdings hat er die selbst erzeugt, durch den Umgang mit den Flüchtlingen an der Grenze incl. deren Kriminalisierung.
Vor Trump gab es die nicht. Auch bei deutlich höheren Flüchtlingszahlen als aktuell.

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Cluedo 09.01.2019, 08:08
7. Das ist die Taktik aller Rechtspopulisten: man ....

.... redet eine große Krise, eine nationale "Katastrophe" herbei - Lügen aller Art erlaubt und erwünscht - man zeigt mit dem Finger auf einen "Schuldigen" - und dann präsentiert man sich selbst als großen "Retter". Hat in der Geschichte schon oft funktioniert und kommt bei vielen schlichten Gemütern gut an, denn es erspart ihnen eigenes Denken. Im Zeitalter des fortgeschrittenen Twitterismus geht es offenbar noch leichter.
Allerdings ist das künstliche Herbeireden einer "Krise" in diesem Fall so offensichtlich, dass Trump wohl glaubte, nicht ohne die alten Methoden und Medien auskommen zu können - Twitter-Gewitter und Fox-News-Propaganda stoßen eben auch an Grenzen. Er braucht eine Mauer - um jeden Preis, auch auf Kosten der eigenen Leute. Er zahlt ihn gern, solange es nicht um seine eigenen Nachteile geht.
Die Republikaner, die diesen Präsidenten stützen, werden ihren Kindern später einiges erklären müssen, was man nicht erklären kann.

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Xiang3025 09.01.2019, 08:11
8. Deutsche Geschichte zeigt...

... dass Mauern nichts bringen. Und wir müssen es wissen, denn wir sind nachweislich die Meister des Mauerbaus. Selbst ein Schiessbefehl hat nur begrenzt etwas gebracht (mir ist die Implikation bewusst, dass es hier bei uns darum ging, Leute „drin“ zu halten - das ändert aber nichts daran, dass es kaum effektiv war) und letztendlich haben alle einen Umweg zB über Prag genommen. In den USA passiert es jetzt schon seit Jahren, denn ein Overstay mit Visum ist viel bequemer als sprichwörtlich durch die Wüste und dann über den Maschendrahtzaun (or whatever) und dann immer noch in der Wüste zu stehen ohne nichts in den Taschen. Was mich immer noch am meisten wundert ist die real existierende Gefahr der Demokraten, auch bei all diesen offenen Lügen und Unwahrheiten den Kürzeren zu ziehen, weil man ihnen die Schuld geben wird. Mit kollektiver Dummheit ist das nur unzureichend zu erklären.

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jojack 09.01.2019, 08:14
9. Überraschend starke Rede

Trump hat eine starke Rede abgeliefert, hat überzeugend argumentiert, warum ein besserer Grenzschutz notwendig ist. Besonders entlarvend war der von Trump genüsslich vorgetragene Sinneswandel der Demokraten, was die Bekämpfung illegaler Einwanderung angeht. Die aktuelle Verweigerungshaltung haben sich seine politischen Gegner erst zueigen gemacht, als es darum ging, ein wichtiges Versprechen Trumps mit allen Mitteln zu blockieren.

Nach dieser Rede Trumps stehen die Demokraten als ziemlich rachsüchtige und gleichzeitig unpatriotische Gesellen dar. Glückwunsch zu diesem gut gesetzten Konter, Herr Trump!

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