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Trumps Twitter-Tiraden: Hass als Instrument, Rassismus als Programm
MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/REX

Der Skandal um Donald Trumps rassistische Tiraden eskaliert, nun kassierte er eine öffentliche Rüge. Doch der US-Präsident schürt unbeirrt alte Ressentiments - zufällig ist an seinen Ausfällen nichts.

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hdkuehn 17.07.2019, 12:06
70. Super-Nova ? @Beat Adler 16

Ich kann nur hoffen, dass Sie recht behalten werden. Es ist wirklich unvorstellbar, dass die Mehrheit der amerikanischen Wähler tatsächlich so strohdumm ist und Trump wieder gewählt wird. Trotzdem finde ich Trumps Rückhalt bei den republikanischen Abgeordneten erschreckend stark, sollte man ihnen doch noch Rest-Intelligenz unterstellen können. Sollte Trump wirklich das Ansehen der Republikaner so zersäbeln, dass sie die Mehrheit im Senat auch noch verlieren, hätte er als Kollateralschaden Amerika einen großen Dienst erwiesen

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Eronica 17.07.2019, 12:09
71. Volker zorn

spielt Zorn, dabei forciert er Hass. Er ist auch nur einer der glaubt das Recht zu haben über andere bestimmen zu dürfen, abkassieren zu dürfen auf Kosten anderer. Solche Art Menschen verkaufen Waffen an die "Feinde" und "wundern" sich dann dass sie vor der Tür stehen. Sie haben sie zu Feinden herangezogen und reden dann von Selbsthass der Linken, dabei hassen sie alle Menschen die sich nicht freiwillig unterdrücken oder töten lassen wollen.

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jjgiphone 17.07.2019, 12:11
72. Wenn zwei das gleiche sagen ist es nicht dasselbe.

Trump facht diese Attacken an, weitet sie jetzt sogar noch aus, in autokratischer Manier. Alle kritischen Minderheiten mögen sich verflüchtigen - auch legale Einwanderer und gebürtige Amerikaner: "Wenn es euch hier nicht gefällt, könnt ihr gehen."
So etwas ähnliches hat der ermordete Landtagspräsident Lübcke über Deutsche die seine Werte nicht teilen auch gesagt.

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andre-bock 17.07.2019, 12:12
73.

Zitat von edward elgar
Ganz schlau! Einfach die Ursachen vertauschen und daraus eine neue Ideologie zu stricken - das passt nur in die unterste Schublade. Was ist denn die "Linke Ideologie"? Alles, was den Rechten nicht ins Konzept passt, oder wie? Diese verschwurbelten Ansichten gehören ins letzte Jahrhundert, und da in die 30er und 40er Jahre. Da war sowas politically correct - das hab ich aus der Geschichte gelernt.
Linke Ideologie ist z.B. sich bis heute nicht mit den Ursachen des zunehmend konservativen Gedankengutes vieler Menschen zu beschäftigen, dazu eine Moral die die Interessen Anderer über die eigenen Interessen stellt. Trump wurde primär gewählt, da eine unkontrollierte Zuwanderung nicht mehr erwünscht war, das als rassistisch darzustellen zeugt eben von Ideologie und nicht von einem ernsten Auseinandersetzen mit gesellschaftlichen Problemen. Behauptungen, wie z.B. Migration wäre historisch immer gut gewesen, verschärfen den Konflikt durch ihre ideologische und fantastisierende Geschichtsleugnung. Das sind alles Faktoren.

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stefan.martens.75 17.07.2019, 12:12
74. Es hat definitiv Vorteile!

Durch einen solchen Präsidenten und seine Aussagen wird der Gesellschaft der Schleier der medialen Moral und Selbstvergewisserung herunter gerissen.

Trump nutzt skrupellos jedes Klischee, jedes noch so tief sitzendes Vorurteil und Stammtischdenken für seine Zwecke.

Was eine Gesellschaft ist und wie tolerant und human bzw. fähig ihre Instinkte und Vorurteile zu reflektieren, kann gar nicht besser herausgefunden werden.

So ein Präsident konfrontiert uns mit der gesellschaftlichen Realität und zwingt uns unsere Werte offensiv zu verteidigen und nicht als selbstverständlich und geschenkt zu betrachten.

Werte wie Toleranz, Humanität, Gleichberechtigung und Würde für Jedermann sind keine Selbstverständlichkeiten! Waren sie Nie.

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ark95630 17.07.2019, 12:15
75. Seltsam

Donald Trump: "Our Country is Free, Beautiful and Very Successful. If you hate our Country, or if you are not happy here, you can leave!"
Walter Lübcke: "Und wer diese Werte nicht vertritt, der kann jederzeit dieses Land verlassen, wenn er nicht einverstanden ist. Das ist die Freiheit eines jeden Deutschen.“
Einen großen Unterschied kann ich da nicht erkennen.

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dosmundos 17.07.2019, 12:15
76.

Zitat von Piether
Mich würde in diesem Zusammenhang dringend interessieren, wie der Autor und die meisten Foristen hier die Trump'sche Äußerung im Vergleich zur fast gleichlautenden Äußerungen des Herrn Lübcke sehen. Der eine empfiehlt den Platzverweis für unzufriedene Migranten zugunsten Einheimischer, der andere empfahl den Platzverweis für unzufriedene Einheimische zugunsten von Migranten. Auf die Begründung bin ich gespannt. Meiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Herr Lübke hat darauf verwiesen, dass, wer nicht zufrieden ist mit unserem freien, demokratischen, weltoffenen Land und seinem auf den allgemeinen Menschenrechten basierenden Grundgesetz, durchaus die Möglichkeit hat, auszuwandern.

Was dann Nazis, AfDler und andere Dumpfbratzen daraus gemacht haben, steht auf einem anderen Blatt.

Was Ihr Schluß aus Trumps Worten, dass US-amerikanische Staatsangehörige nichtweißer Ethnien "unzufriedene Migranten" sein sollen, die wieder gehen dürfen (was ja impliziert, dass unzufriedene Weiße, die ja auch irgendwann einmal nach den USA migriert sind, gerne bleiben und Trump wählen dürfen) mit Herrn Lübckes Aussage zu tun haben soll, bleibt schleierhaft.

Ihrer Fantasie mögen keine Grenzen gesetzt sein, Ihrem Verstand aber definitiv.

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andre-bock 17.07.2019, 12:16
77.

Zitat von Bowie
...ist gut definiert. Er beschreibt die Ausgrenzung und Abwertung pauschaler Gruppen definierter religiöser oder ethnischer Zugehörigkeit. Genau das tut Trump mit den Aussagen, daran besteht überhaupt kein Zweifel. Und besonders erbärmlich wird es, wenn sich die Trump-Verteidiger mühen, diesen Umstand zu negieren, gar den Linken die schuld zu geben oder - besonders dümmlich - „Muslime sind keine Rasse...höhö“ zu krähen... . Das ist ein intellektuelles Armutszeugnis und dazu entsetzlich feige, denn es signalisiert entweder, dass die Feierabendrassisten in Ruhe ihre Ressentiments pflegen wollen - oder dass sie schlichtweg zu dumm sind, Rassismus begreifen zu wollen. Beides ein ziemlicher Offenbarungseid in modernen, aufgeklärten Demokratien...
Die Linken tun tagein tagaus nichts anderes. Hören Sie auf sich selbst derart zu beweihräuchern. Wie viele Ossis, weiße Männer, Provinzler, Gegner unkontrollierter Migration usw. werden denn jeden Tag einfach so verunglimpft.

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Stresspille 17.07.2019, 12:17
78. Trump ist doch nur ein Clown

Zitat von wmaus
Trotz aller Vorurteile und selbst trotz aller durch Beweise begründeten moralischen und menschlichen Verurteilungen bleibt am Schluß eines übrig, zumindest wenn man mal einige Zeit im Mittelwesten der USA gelebt hat: Trump ist auf eine perverse Art und Weise der "amerikanischste" US-Präsident der letzten Jahrzehnte, wenn nicht sogar der gesamten Geschichte der USA ...
Ich finde ihre Beobachtungen durchaus autentisch ... die Ursachen sind aber andere und ihre Schlußfolgerungen greifen zu kurz oder sind falsch.

Die Leute lieben Trump wie einen Rockstar. Der darf auch mal Grenzen überschreiten, frivol mit den Hüften schwingen oder eine Gitarre zertrümmern. Das ist aber überhaupt nichts besonders oder amerikanisches. Ich behaupte sogar, die haben es nicht einmal erfunden. Es ist nichts anderes als z.B. die Bewunderung der Italiener für Berlusconi, der Cavaliere Bunga Bunga gemacht hat - oder war es nicht doch Sex mit Minderjährigen? In Italien wählen sie einen Clown und jetzt wohl auch in England.

Die Clowns sind nur ein Symptom des finalen Niedergangs einst mächtiger Nationen - und Trump ist das Ende amerikanischer Weltherrschaft. Die wird jetzt, eiskalt von den Chinesen und multinationalen Konzernen übernommen.

Vorne tanzt der Clown, die Menge jubelt wie in Disneyland. Die Demokratie verkommt zu einer "Brot und Spiele" Veranstaltung. Im Hintergrund werden die Geschicke der Welt von ganz anderen geleitet.

Und es ist auch nicht das Ende der Globalisierung - ganz im Gegenteil. multinationale Konzerne und international agierende Oligarchen und Konzernchefs sind bereits jetzt mächtiger als viele Staaten und ausserhalb derer Kontrolle. Trump ist doch nur deren Hampelmann einiger Milliardäre. Sie sehen das Ende der "Herrschaft der Internationalisten" - das Gegenteil ist der Fall.

Ich bedauere übrigens, daß sie die üblichen Neologismen verwenden, mit dem Moral und Anstand ins lächerliche gezogen werden. So wird bei ihnen aus Moral und Anstand das "Berufsgutmenschentum" und die früher übliche Gastfreundschaft und christliche Menschlichkeit wird zur "Willkommenskultur" verzerrt.

Was soll das werden? Die Revolution der Rücksichtslosen zur Verteidigung des "christlichen Abendlands"?

Lassen sie sich nicht vor den falschen Karren spannen !

Sprechen sie nicht von "falsch verstandenen Liberalismus", wenn sie - sicherlich zurecht - die enorme Naiivität bemängeln, die es beim Umgang mit manchen Dingen gibt.

Amerika ist für mich etwas anderes. Ich bin tatsächlich beeindruckt von der Widerstandskraft seiner Institutionen und all derer die einem (möchte gern) Autokraten die Stirn bieten.

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pulverkurt 17.07.2019, 12:17
79. Die üblichen perfiden Verdrehungen von Rechtsaussen

Zitat von Piether
wie der Autor und die meisten Foristen hier die Trump'sche Äußerung im Vergleich zur fast gleichlautenden Äußerungen des Herrn Lübcke sehen. Der eine empfiehlt den Platzverweis für unzufriedene Migranten zugunsten Einheimischer, der andere empfahl den Platzverweis für unzufriedene Einheimische zugunsten von Migranten. Auf die Begründung bin ich gespannt. Meiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Die Aussage von Herrn Lübke war sinngemäß dass jeder, der sich an selbstverständlichen Werten von Miteinander und Menschlichkeit reibt und diese nicht teilt, dieses Land gerne freiwillig verlassen darf. Eine Aussage, die einem Neonazi Grund genug war ihn zu ermorden. Trumps Aufforderung ging hingegen gezielt an demokratische Politikerinnen mit Einwanderungsbackground (den übrigens ausser den Ureinwohnern jeder in den USA hat), weil diese Frauen genau diese Werte vertreten die ihm nicht passen.

Aber das wissen Sie natürlich alles ganz genau. Übrigens: Wenn Sie diese Werte nicht teilen, dürfen Sie gerne freiwillig dieses Land verlassen.

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