Forum: Politik
Truppenübungsplatz Heuberg: Teenager schoss auf Bundeswehr-Gelände mit Sniper-Gewehr
Michaela Rehle/ REUTERS

Nach einem fragwürdigen Vorfall gerät die Bundeswehr in Erklärungsnot. Nach SPIEGEL-Informationen übte ein US-Teenager 2016 auf einem Übungsplatz der Truppe mit einem Scharfschützen-Gewehr. Ungewöhnlich fand das niemand.

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Diskussionsteilnehmer 15.06.2019, 18:00
130. Naja...

Zitat von steuerzahler1972
Traurig, wie in Deutschland jede Story benutzt wird, um die Bundeswehr und ihre Angehörigen in den Dreck zu ziehen. Ist den Lesern schon mal aufgefallen, wie viel medialer Aufwand Teilen der Bevölkerung und der Medien es wert ist solche Kleinigkeiten aufzubauschen? Interessant, dass nicht mal ein Totesfall oder ein verletzter Soldat, der im Namen des Landes sein Leben aufs Spiel setzt, so viel mediales Aufsehen bekommt. Für diese Gesellschaft ist diese Bundeswehr noch viel zu gut. Wir sollten die Bundeswehr abschaffen. Große Teile dieses Landes haben keine Bundeswehr verdient, maximal Aktivisten....
Es gibt durchaus Soldaten, die sich mehr Ehrerweisungen oder zumindest Anerkennung wünschen, aber vielen anderen ist die Außenwirkung immer unwichtiger geworden. Als deutscher Soldat kann man schon lange nur noch glücklich werden, wenn man aus dem Dienst selbst und dem eigenem Tun Zufriedenheit schöpfen kann.

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Thomas Schröter 15.06.2019, 18:05
131. In den 80igern war das mit den Waffen und KIds bei der BW lockerer

Zitat von xtdrive
Die Anfrage dürfte bei dem US-Soldaten auf Verwunderung stoßen, immerhin gehen sie auf US-Army-Facilities innerhalb Deutschlands regelmäßig mit ihren Kindern zu Schiesübungen mit Armeewaffen. Teilweise durften auch deutsche Freunde der Jugendlichen mal mitgehen, zumindest in den 80/90er Jahren.
Die Verschärfung der Waffengesetze gabs erst mit den Amokläufen in Schulen der letzten Jahrzehnte.
In den 80igern war Deutschland dermaßen hochgerüstet, daß es zwischen BW und der Zivilbevölkerung sehr viele Berührungspunkte gerade in den Standorten gab, in denen die BW wesentlicher Wirtschaftsfaktor war.
Meine minderjährigen Klassenkameraden waren regelmäßig bei Schießübungen auf Bundeswehrgelände. Darüberhinaus gabs noch einiges an Waffen aus Wehrmachtsbeständen, die gerne an Wochenenden genutzt wurden und an denen auch Jugendliche übten, wohl auch deshalb weil über deren Nutzung nicht Buch geführt werden mußte. Darüber hat sich damals niemand aufgeregt.
Sollte der Reseveoffizier weiter rumnerven könnte sich der US-Offizier zu Not auf die geheimen Zusatzverträge zum 2+4 Vertrag und den darin fortgeschriebenen Besatzungsrechten berufen.
Das wäre insbesondere für Deutschland äußerst peinlich und womöglich rechtssetzend.

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wortmacht 15.06.2019, 18:14
132.

Die Antworten hier sind unfassbar. Da glaubt ein US Rambo deutsche Gesetze ignorieren zu dürfen, und einen 13jährigen mit einem Mordinstrument herumballern zu lassen. In den USA ins denen nackte Körperteile ein Verbrechen sind, Kindern Waffen in die Hand zu geben aber als normal gilt, ist so ein gestörtes Verhalten vielleicht akzeptabel. In D haben wir solch kranke Gesetze zum Glück nicht. Egal wie lange das her ist, ein US Offizier hat das Recht in seinem Gastland zu achten, egal ob derlei abartiges Verhalten bei ihm zu Hause legitim ist. Die die das zuließen sollten zumindest klar auf ihr Fehlverhalten hingewiesen werden.

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Thomas Schröter 15.06.2019, 19:07
133. Freisetzung des denunzierenden Reservisten gerechtfertigt

Zitat von thoerchen
...wird hier zu lesen sein, dass eben jener Reservist als Whistleblower von seiner Verpflichtung entbunden wurde. Denn auch das ist ja offenbar Usus bei der BW. ^^
Da der Vorgang wegen der Involvierung eines höheren US-Offiziers in Uniform mit vielfältigen Sonderrechten rechtlich für deutsche BW-Angehörige, wie hier in vielen Kommentaren schon dargelegt, kaum zu händeln war ist das Verhalten des denunzierenden Reservisten nicht nur als illoyaler Akt einzustufen.
Da nutzt jemand sein Dienstwissen um die Funktion der Bundeswehr zu unterminieren.
Das kann von einem geschickten Anwalt schnell mal als Hochverrat und womöglich feindliche Agententätigkeit ausgelegt werden.
Schon merkwürdig warum so ein Fall überhaupt in der Presse breitgetreten wird.

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geotie1 15.06.2019, 19:18
134.

Zitat von noway2go
hier ist von einem Spezialsoldaten überwacht sein eigener Sohn zum Spaß ein bisschen in der Gegend rumgeballert worden. Hat der Ahnung von Waffen?!? Ja, laut Gesetzeslage bei uns eigentlich verboten. Aber warum macht ein Ersatz-Offizier hier Stunk gegen seine Kommandokette? Vendetta? Die ...Empört-Euch... Fraktion schmeiße den ersten Stein, wenn sie selber nie mal Schwarz gefahren oder Äpfel von Nachbars Baum geklaut hat. Mal locker bleiben....
Ehrlich gesagt, ich wünschte mir mehr Menschen wie diesen Ersatz-Offizier! Weggucker haben wir schon genug! Und, Äpfel habe ich noch nicht geklaut aber mal schwarzgefahren, aber deswegen schaue ich nicht weg und lasse jede Straftat zu. Und Sie, schauen Sie weg oder schauen Sie nur hin um dann zu filmen? Ist doch heute so üblich, oder?

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Fpsrung 15.06.2019, 20:33
135. Einfach nur lächerlich

Ein amerikanischer Soldat lässt seinen Sohn im Jahr 2016 auf einem Schiessplatz der Bundeswehr ein paar Schüsse mit dem Gewehr abgeben. Und unsere Verteidigungsministerin ist empört. Das ist eine unglaubliche farce. Als wenn es bei der Bundeswehr keine echten Probleme gibt. Der Reserveoffizier der die Anzeige gestellt hat sollte alle Kosten des weiteren Verfahrens tragen müssen.

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ernstrobert 15.06.2019, 21:34
136. konsequenterweise besser ignorieren

Zitat von wortmacht
In D haben wir solch kranke Gesetze zum Glück nicht. Egal wie lange das her ist, ein US Offizier hat das Recht in seinem Gastland zu achten, egal ob derlei abartiges Verhalten bei ihm zu Hause legitim ist. Die die das zuließen sollten zumindest klar auf ihr Fehlverhalten hingewiesen werden.
Fehlverhalten, ok, aber das wars dann auch. Frage, ob das überhaupt zugelassen wurde. Aber: Wieviel tausend Meldungen vergleichbaren Fehlverhaltens müssten konsequenterweise verbreitet werden?

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smsderfflinger 15.06.2019, 23:16
137.

Zitat von M. Vikings
Ein Foto können Sie sicher noch erkennen, wenn es auch nicht reicht meinen Beitrag im Zusammenhang zu begreifen. Ich habe mich auf die Seite der deutschen Soldaten gestellt, und ich hoffe die Staatsanwaltschaft lässt den Fall im Sande verlaufen. Das hat einen ganz einfachen Grund. Ich habe als Zeuge bei einem Prozess aussagen müssen, bei dem der durch das Nato-Truppenstatut geschützte eigentliche Verursacher und "Täter" als Zeuge auftrat, und am Ende ein anderer Beteiligter bestraft wurde. Etwas unfaireres gibt es gar nicht.
Sie haben zuallererst mal einen Tatbestand konstruiert. Der Artikel gibt nämlich keinerlei Hinweise darauf, dass BW - Soldaten angeklagt worden sind.
Stattdessen erzählen Sie nebulös von "einem Prozess, bei dem Sie angeblich aussagen mussten und " eigentliche Verursacher und "Täter" als Zeuge auftrat, und am Ende ein anderer Beteiligter bestraft wurde."
Keinerlei Tatbestandsschilderung, kein AZ, keine Angabe, welches Gericht, also nichts belegtes. Wer soll Ihnen das abkaufen?
Und dann wollen Sie sich auch noch auf der Seite der BW Soldaten sehen, sagen aber kein einziges Wort zu dem BW Reserve Offz, der das Ganze losgetreten hat?
Nicht sehr glaubhaft.
D

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recce 16.06.2019, 05:46
138. Fraglich, ob Sache der Bundeswehr...

Aus dem Artikel geht nicht hervor, ob das Schießen überhaupt von der Bundeswehr "veranstaltet" wurde. Grundsätzlich gilt, dass bei einer Nutzung von Bundeswehr-Schiessstätten durch Dritte für die sog. "innere Schiesssicherheit", d.h. die Einhaltung der (Sicherheits-)Regeln beim Schiessen selbst in Abgrenzung zur äußeren Schiesssicherheit etwa gegenüber Eindringlingen auf das TrÜbPl-Gelände, die Schiessregeln des jeweiligen Nutzers gelten. Das gilt bei verbündeten Streitkräften ebenso wie z.B. für die deutschen Polizeien. Also:Wer war Ausrichter des Schießens? Wenn nicht die Bw, ist es grds. auch nicht deren Verantwortlichkeit.
Außerdem haben Bw-Soldaten - anders als Polizeibeamte - keinerlei Strafverfolgungszwang wenn sie Regelverstöße zufällig sehen. Etwas anderes würde allenfalls für den Sicherheitsoffizier gelten, der quasi als Aufsicht für den TrÜbPl gezielt ein dortiges Schießen inspiziert.
Bliebe nur noch die Frage zu klären, inwieweit hier - auf einem militärischen Übungsplatz und noch dazu bei einem möglicherweise durch verbündete Streitkräfte veranstalteten Schießen - überhaupt das deutsche Waffengesetz Anwendung findet.
Diese Fragen wären zunächst zu klären oder zumindest anzusprechen, bevor man hier mit einem eindeutigen Fingerzeig diese Sache behandelt, als wär es ein Schießen eines deutschen Schützenvereins gewesen...

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recce 16.06.2019, 06:29
139. Nicht ganz richtig...

Das ist so leider nicht richtig: In den US-Streitkräften - wie den meisten anderen anglophonen übrigens auch - wird unter Sniper der meist in einem meist autonom agierenden 2-3 Mann-Trupp eingesetzte Soldat mit Präzisionsgewehr für Langdistanzen 600m - 2500m+ bezeichnet. Daher lauten die ATN bzw. MOS (Tätigkeitsbezeichnungen) z.B. bei den US Marines auch "Scout Sniper" und der dazugehörige Lehrgang USMC Scout Sniper Course, in Ft. Benning, GA, haben wir die US Army Sniper School und bei den Special Forces wurde der bisherige Special Operations Target Interdiction Course (SOTIC) im letzte Jahr in Special Forces Sniper Course (SFSC) umbenannt. Entsprechende Bezeichnungen gelten auch z.B. bei den britischen Kameraden.
Marksman ist zum einen ein Qualifizierungsgrad (der mittlere) der Schiessauszeichnungen für alle Soldaten, der bei den US- Streitkräften erworben werden kann ( entspr. der deutschen Schützenschnur in Silber). Zum anderen bezeichnet Designated Marksman den Zielfernrohrschützen INNERHALB einer Infanteriegruppe, der auf Mittel- bis untere Langdistanzen (400-1000m) als Teil der Gruppe wirkt (quasi als Sonderwaffe wie MG oder Panzerfaust).
Die Begriffsausdehnung auf das im Deutschen negativ konnotierte "Heckenschütze" hat Sniper nur deshalb, weil es im Englischen für "alle präzise und auf lange Distanz" mit einer Waffe Schießenden steht, ohne begriffliche Trennung in "gut oder böse".

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