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Tsipras-Besuch in Berlin: Jetzt erst recht
DPA

Wenn Alexis Tsipras heute nach Berlin kommt, hat Angela Merkel zwei Möglichkeiten: Sie bekennt sich zu einer Europäischen Union, die mehr ist als eine Ansammlung ökonomischer Kennziffern. Oder sie lässt es bleiben. Dann kann man die EU bald begraben.

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lemmy01 23.03.2015, 06:35
20. Gegenfrage

Gegenfrage: Was ist Europa wert, wenn Mitglieder nur dabei sind, weil es finanziell etwas "abzugreifen" gibt?

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großwolke 23.03.2015, 06:37
21.

Tagträumerei. Wer in die EU mehr hineininterpretiert als ökonomische Kennziffern, der hat die Möglichkeiten, die Grenzen des Projektes nicht verstanden. Die EU hat gut funktioniert, solange man sich genau darauf beschränkt hat. Freihandel, Freizügigkeit, und ein paar europäische Fördertöpfe, in welche die Stärkeren mehr einzahlen, als sie am Ende rauskriegen. Das war vermittelbar, das lief. Wenn daraus irgendwann mal sowas wie ein europäisches Einigkeitsgefühl erwachsen sollte, fein. Falls nicht, auch nicht schlimm. Erwarten konnte man dies nie, dazu ist Europa mit seinen vielfältigen Kulturen, mit seinen Sprachbarrieren einfach zu heterogen. Klar, der Bildungsbürger spricht englisch und zahlt auf der ganzen Welt mit Kreditkarte, aber dieses Bildungsbürgertum macht in Deutschland weniger als ein Viertel der Leute aus. Für den Rest ist Ausland eben Ausland, dorthin unterhält er in der Mehrheit keine Freundschaften, nichtmal in Europa. Und in den anderen größeren europäischen Ländern wird das vermutlich ähnlich sein. Der Vergleich mit dem drohenden Unfall hinkt übrigens. Der Schaden ist längst unabwendbar. Offen ist nur noch, ob man ihn mutwillig selbst mit herbeiführt, zu einem Zeitpunkt, an dem man ihn noch relativ gut einschätzen kann, oder ob man die verhängnisvolle Schwebe weiter aufrechterhält, ohne die zukünftigen Folgen kalkulieren zu können. Das Unfallgleichnis suggeriert, dass alles gut sein wird, wenn man diesmal zurücksteckt. Das entspricht jedoch nicht den Tatsachen.

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ekel-alfred 23.03.2015, 06:42
22. Bei Geld hört die Freundschaft auf!

Und unter Staaten gibt es keine Freundschaften. Wenn Europa bedeutet, dass Deutschland eine Runde nach der anderen schmeisst, dann sollten wir auf dieses Europa verzichten. Dann zeige ich eben wieder meinen Perso an der Grenze vor. Na und?

Die elendige Scheckbuchpolitik früherer Regierungen muss endlich ein Ende haben.
Die Eurozone wurde ja nur für die Wirtschaft ins Leben gerufen, für die Menschen blieb außer Teuerungen nichts.

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steviespeedy 23.03.2015, 06:44
23. Mir ist nicht ganz klar,

was der Autor sagen möchte.
Eine Transferunion mit "Bimbes" war von Beginn an ausgeschlossen worden.
Aber vielleicht haben die Bürger von D da schon was geahnt und wurden deswegen nicht per Volksentscheid befragt.
Das ständige Argument:"Plebiszitäre Elemente" sieht unser Grundgesetz nicht vor ist anachronistisch.
Jetzt löffelt die Suppe mal selbst aus, die ihr euch eingebrockt habt, liebe Politiker.

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tom_tom_berlin 23.03.2015, 06:46
24. Rechts vor links?

Ein schlechter Vergleich ist das! Rechts vor links! Es geht doch nicht darum mal zu bremsen wenn einer nicht aufpasst, es geht darum den Geisterfahrer Tsirpas (und alle anderen griechischen Fahrer davor) zu stoppen, die permanent falsch fshren! Die gefährden mit ihrer Politik die EU nicht Merkel! Deutschland steht auch nicht alleine in Europa, viele andere Länder haben auch die Hoffnung mit Griechenland verloren!

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wolli1969 23.03.2015, 06:46
25. Zu einfach gedacht!

Sehr schöner wenn gleich zu einfacher Ansatz. Europa ist sicher mehr als Zinsen und Kredite, aber es kann nicht sein, dass sich ein Land auf unbestimmte Zeit alimentieren lassen will. Irland, Portugal und Spanien sind gute Beispiele dafür, dass Sparen hilft. Italien und Frankreich lernen das noch. Griechenland wäre überhaupt nicht im Euro, wenn sie die entsprechenden Zahlen nicht frisiert hätten. Entsprechend ist härte hier mehr als angebracht. Griechenland ist völlig frei in seinen Entscheidungen. Sie können die Vorgaben der Geldgeber umsetzen oder es lassen. Dazu gibt es dann weitere Hilfen oder eben auch nicht! Was die wie auch immer zu bezeichnenden Reparationen angeht, so ist mir ein hartes Nein am nächsten. Nicht weil es für uns billiger ist, sondern weil das Ganze ewig her und abschließend geregelt ist.

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M.P.F.C. 23.03.2015, 06:49
26. Bald?

So wie dieser dilettantische Versuch der selbsternannten "Elite" Europas von Beginn an eine hirnrissige Totgeburt war und seitdem immer unangenehmer riecht, ist das Begraben mehr als überfälligst! Den Gestank kann kaum noch einer ertragen. Macht hinne!

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thikon 23.03.2015, 06:50
27. Jetzt erst recht = jetzt erst schlecht.

Seltsam hilflos-verschwommene und dementsprechend generische Pro-Euro-Rhetorik in diesem Artikel. Der Euro, diese artefakte Missgeburt in den Haushalten grosser und kleiner EU-Staaten ist offenbar auch dem Autor nicht mehr geheuer. Kanzelbundslerin, Reissleine!

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kalim.karemi 23.03.2015, 06:52
28. Bekennen zur EU

Heißt also Bekenntnis zur Transferunion. Wenn dies das Ziel ist, sollten wir es sein lassen. Es gibt Nettozahler und Empfänger, Deutschland zahlt seit langem drauf. Zwischen draufzahlen und ein nicht funktionierendes Griechisches System durchfüttern, liegen Welten. Niemandem in Deutschland ist zu vermitteln, für die sozialen Wohltaten einer unfähigen Regierung aufzukommen. Kein Geld nach Griechenland! Kein sog. Vertrauensvorschuss an diese Regierung. Nochmal, auch wenn es sich um die Wiege der Demokratie handelt, mir ist es sowas von egal, wie es dem griechischen Rentner geht. Es handelt sich um Griechen, nicht um Deutsche.

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spon-facebook-10000023552 23.03.2015, 06:53
29. Langsam beginnt man in der SPO-Redaktion zu kapieren...

...dass das deutsche Volk nicht in dem Maße hinter dem Euro steht, wie in der Redaktion erhofft... Hätte man die Bürger vor Einführung des Euro gefragt, hätte man sich diese Krise wahrscheinlich sparen können. Die Krise ist im Wesentlichen durch die Verwerfungen, die der Euro brachte, ausgelöst worden (die Euro-Einführung senkte 2002 die Zinsen in den Südländern um die fast Hälfte, ohne dass es eine wirtschaftliche Basis dafür gab), und lange Zeit verschloß nahezu die komplette politische Riege und auch nahezu der gesamte Journalismus die Augen davor. Nur der gemeine Bürger...der hat`s geahnt... Die Menschen sind nur begrenzt bereit, für andere einzustehen, und die Bereitschaft dafür hängt stark davon ab, wieviele Gemeinsamkeiten man hat. Europa hat ein paar Gemeinsamkeiten (in Teilen eine gemeinsame Religion, Ähnlichkeiten in der Geschichte), aber auch viele Verschiedenheiten (Sprache, Kultur, Verhältnis zum Geld, Steuermoral). Da ist es schon schwer, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Ich bin der Meinung, der größte Teil des deutschen Volkes will die Annäherung zu seinen Nachbarn, aber nicht um jeden Preis. Eine so zentrale Sache wie die Einführung einer gemeinsamen Währung hätte erst nach einer wirtschaftlichen und kulturellen Annäherung passieren dürfen, also vielleicht in 30 Jahren...

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