Forum: Politik
TTIP-Leak: "Wenn das Ding so kommt, leben wir in einer anderen Welt"
AFP

Greenpeace präsentiert den bislang umfangreichsten Einblick in die TTIP-Verhandlungen. Viele Vermutungen und Befürchtungen werden belegt - der Widerstand gegen den Handelspakt dürfte deutlich wachsen.

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ardbeg17 04.05.2016, 07:43
420.

Zitat von Central Park
Na, dann ist doch in der Tat alles OK. Dass Sie an der Fleischtheke heute erfahren, woher das Fleisch kommt, ist doch nichts ungewöhnliches, sondern verpflichtend. Bei der Herkunftskennzeichnung sind die USA auch in anderen Bereichen strenger als hier. Gehen Sie dort z. B. einmal Klamotten kaufen. Dort steht dann bei Tommy Hilfiger und Calvin Klein in jedem Etikett, ob das Stück in Bangladesch oder Mexiko oder den USA genäht wurde (letzteres selten). Finden Sie diese Angaben hierzulande bei Peek&Cloppenburg?? Und dann darf Monsanto auch nicht fehlen. Die haben ein der Tat ein äußerst schlechtes Image. Wenn man Ihre Zeilen so liest, kann das aber wenig mit Fakten zu tun haben. Die haben also ein Monopol, schreiben Sie. Auf was denn bitteschön??? Auf Saatgut etwa? Da sind die selbst auf ihrem Heimatmarkt in den USA die Nummer zwei knapp hinter DuPont. Die haben kein Monopol, die haben nicht einmal eine marktbeherrschende Stellung. Das kann man alles mit einem Minimum an eigener Recherche nachlesen. Als Vorschlag: Statt die Sätze mit "Sollte es tatsächlich so sein" einzuleiten, einfach mal kurz gucken, ob die Fakten nicht irgendwo nachzulesen sind. Erspart viel unsinniges Posten.
Monsanto ist nicht der einzige Saatguthersteller weltweit, steht jedoch für ein recht rücksichtsloses, wenig um öffentliche Meinung und Wohlergehen gebendes Geschäftsgebaren und sind eindeutiger Marktführer bei genverändertem Saatgut. Um auf die schiere Fülle an Meldungen und Zahlen zu Monsantos Rolle und Bedeutung zu kommen, brauchen sie nur ein US-IT-Unternehmen mit ganz anderem Auftreten zu bemühen.
Schön übrigens, dass in den Klamotten steht, wo es genäht wurde. Was sagt das nun? Welche Standards verbergen sich hinter "made in Vietnam/China/Bangladesh" etc. jeweils? Wenn der Hersteller nicht für Mindeststandards garantiert, gibt es praktisch keine, und der Herstellungsort hat NULL Aussagekraft.

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denego 04.05.2016, 07:44
421. Falsch verstanden

Zitat von Nasenrübe
Hallo derHamlet, das haben Sie absolut richtig erkannt. Mein Vorredner hatte gesagt: "ich habe nichts gegen Genmais". Es wird Ihnen sicher nicht schwer fallen, zu erkennen, daß das eine Meinungsäußerung und eben kein Sachargument war. Deswegen habe ich mir erlaubt, diese persönliche Meinungsäußerung meines Vorredners mit sachlichen Argumenten zu unterfüttern. Darüber hinaus wird es Ihnen auch nicht schwerfallen, festzustellen, daß die Diskussion über TTIP sehr häufig äußerst unsachlich geführt wird. Die Hysterie über das "Chlorhühnchen" ist ein hervorragendes Beispiel dafür, schließlich werden diese Hühnchen mit exakt derselben Chemikalie desinfiziert, welche hierzulande von ca. 10 % der Wasserversorger in D zu demselben Zweck unserem Trinkwasser beigemengt wird, und zwar völlig legal, seit Jahrzehnten, und auch dabei ohne daß es irgendwelche negativen Folgen gehabt hätte. Halten Sie es angesichts solcher, von gewissen Kreisen politischer Bauernfänger gezielt gestreuten Hysterien, nicht für geboten, eine Versachlichung der Diskussion einzufordern? Ist die bewußte Panikmache, die den Ton in der öffentlichen Diskussion zum Thema angibt, nicht die beste Begründung dafür, die Verhandlungen unter Ausschluß der Öffentlichkeit zu führen und sie erst dann zu veröffentlichen, wenn die Verhandlungspartner zu einem Ergebnis gekommen sind?
Ich erklaere es Ihnen gerne: die Verbraucher in Europa haben nichts gegen das "Chlor" in den Huehnchen, das ist nicht der springende Punkt.
Es geht darum, dass die Tiere mit Desinfektionsmittel behandelt werden, weil die Haltungsbedingungen so schlecht und unhygienisch sind, dass die Huehner sprichwoertlich in ihrer eigenen Sch****e sitzen, und deshalb desinfiziert werden muessen.
Wenn Sie den widerstand dagegen "hysterisch" finden, ist das natuerlich Ihre Sache, aber ich denke, dass es etwas mit gesundem menschenverstand zu tun hat, und nicht zuletzt auch einer Ethik und Moral als Konsument. Wir haben lange fuer anstaendige Haltungesbedingungen gekaempft, und wollen nicht, dass diese aufgrund Gewinnstrebens einiger Grosskonzerne wieder aufgegeben werden.

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blueshift774 04.05.2016, 07:45
422. TTIP - Wenn das Ding kommt...

Die "Grünen" haben mit ihrer dämlichen "Chlorhundebatte" den Blick vieler Bürger auf völlig unwichtige Details verkürzt und damit, wie ich meine, für viele den Blick auf die wesentlichen Gefahren bei TTIP verstellt. Wenn TTIP kommt, wird es in Deutschland keine Umwelt-, Tierschutz- oder Resourcenschutzgesetze mehr geben, weil sie keinen Sinn mehr machen. US-Schiedsgerichte werden jeden Verlust, der durch politische Gesetze in Deutschland oder der EU geschieht, als Schadenersatz vom Steuerzahler einklagen. Wenn es z.B. für gentechnisch veränderte Produkte in der EU eine Markierungspflicht gibt, ist dies möglich. Wenn dadurch aber der Absatz gentechnisch veränderter Proukte aus den USA behindert wird, zahlt die EU an die US-Unternehmen den wirtschaftlichen Verlust. So sieht das aus! Ein weiterer wichtiger Punkt sind digitale Lizensen und eine generelle Resourcelizensierung. Denn mit TTIP wird auch EU-weit z.B. der Roggen "Monsanto"-lizensiert, d.h. jeder Bauer in der EU, auch in Deutschland' muss dann für den Anbau von Roggen Lizenzgebühren an Monsanto bezahlen und gentechnisch verändertes Saatgut aus Monsanto-Lizensen beziehen. Der Anbau freien Getreides verstößt dann gegen Lizenzrechte! Mit der Umsetzung digitaler Lizensen übernehmen US-Unternehmen EU-weit, und damit auch in Deutschland, den Daten- und Informationsfluss der Gesellschaft, denn freie Kopien von Daten und Informationen zum eigenen Bedarf, z.B. für Studien, Bildung usw. werden dann gesetzlich lizenzpflichtig und über Privatisierung vermarktbar. TTIP greift damit vollständig in das "Demokratiebewusstsein" der Europäer ein. Das ist ja auch der Sinn - eine schleichende Abschaffung von Demokratien in Europa. Und wie das amerikanische Demokratieverständnis ist, können wir momentan an Trump, Cruz und anderen Gestalten Live miterleben. Wie kann man überhaupt über solche Regelungen "nachdenken"? Mit TTIP wird die EU vollständig "ausverkauft". Wir sind dann alle "Griechenland". Wenn wir TTIP blockieren - und das sollten wir - dann droht der EU und besonders Deutschland ein absolut brutaler Handelskrieg mit den USA, der jenseits jeglicher Vorstellung liegt. Vielleicht sollten wir ganz vorsichtig anfangen, mit Herrn Putin zu sprechen.

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blueshift774 04.05.2016, 09:54
423. Sie haben vollkommen recht...

Zitat von ardbeg17
Monsanto ist nicht der einzige Saatguthersteller weltweit, steht jedoch für ein recht rücksichtsloses, wenig um öffentliche Meinung und Wohlergehen gebendes Geschäftsgebaren und sind eindeutiger Marktführer bei genverändertem Saatgut. Um auf die schiere Fülle an Meldungen und Zahlen zu Monsantos Rolle und Bedeutung zu kommen, brauchen sie nur ein US-IT-Unternehmen mit ganz anderem Auftreten zu bemühen. Schön übrigens, dass in den Klamotten steht, wo es genäht wurde. Was sagt das nun? Welche Standards verbergen sich hinter "made in Vietnam/China/Bangladesh" etc. jeweils? Wenn der Hersteller nicht für Mindeststandards garantiert, gibt es praktisch keine, und der Herstellungsort hat NULL Aussagekraft.
Allerdings zahlen alle Saatguthersteller in den USA wieder Lizenzgebühren an Monsanto (nach meiner Info). Wettbewerb wird nur noch vorgetäuscht. Darin liegt ja der "Trick". Monsanto ist nicht nur rücksichtslos, alle Hersteller sind im globalen Markt rücksichtslos gegenüber "jeglichen menschlichen Werten". Deshalb sollten wir, wie ich meine, endlich aus dieser Erfahrung lernen, wie wir "unsere Werte" effektiv schützen, ohne diesen Schutz von "Wertvorstellungen" anderer abhängig zu machen.

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hajo.knorz 04.05.2016, 10:08
424. Ttip

Zitat von blueshift774
Die "Grünen" haben mit ihrer dämlichen "Chlorhundebatte" den Blick vieler Bürger auf völlig unwichtige Details verkürzt und damit, wie ich meine, für viele den Blick auf die wesentlichen Gefahren bei TTIP verstellt. Wenn TTIP kommt, wird es in Deutschland keine Umwelt-, Tierschutz- oder Resourcenschutzgesetze mehr geben, weil sie keinen Sinn mehr machen. US-Schiedsgerichte werden jeden Verlust, der durch politische Gesetze in Deutschland oder der EU geschieht, als Schadenersatz vom Steuerzahler einklagen. Wenn es z.B. für gentechnisch veränderte Produkte in der EU eine Markierungspflicht gibt, ist dies möglich. Wenn dadurch aber der Absatz gentechnisch veränderter Proukte aus den USA behindert wird, zahlt die EU an die US-Unternehmen den wirtschaftlichen Verlust. So sieht das aus! Ein weiterer wichtiger Punkt sind digitale Lizensen und eine generelle Resourcelizensierung. Denn mit TTIP wird auch EU-weit z.B. der Roggen "Monsanto"-lizensiert, d.h. jeder Bauer in der EU, auch in Deutschland' muss dann für den Anbau von Roggen Lizenzgebühren an Monsanto bezahlen und gentechnisch verändertes Saatgut aus Monsanto-Lizensen beziehen. Der Anbau freien Getreides verstößt dann gegen Lizenzrechte! Mit der Umsetzung digitaler Lizensen übernehmen US-Unternehmen EU-weit, und damit auch in Deutschland, den Daten- und Informationsfluss der Gesellschaft, denn freie Kopien von Daten und Informationen zum eigenen Bedarf, z.B. für Studien, Bildung usw. werden dann gesetzlich lizenzpflichtig und über Privatisierung vermarktbar. TTIP greift damit vollständig in das "Demokratiebewusstsein" der Europäer ein. Das ist ja auch der Sinn - eine schleichende Abschaffung von Demokratien in Europa. Und wie das amerikanische Demokratieverständnis ist, können wir momentan an Trump, Cruz und anderen Gestalten Live miterleben. Wie kann man überhaupt über solche Regelungen "nachdenken"? Mit TTIP wird die EU vollständig "ausverkauft". Wir sind dann alle "Griechenland". Wenn wir TTIP blockieren - und das sollten wir - dann droht der EU und besonders Deutschland ein absolut brutaler Handelskrieg mit den USA, der jenseits jeglicher Vorstellung liegt. Vielleicht sollten wir ganz vorsichtig anfangen, mit Herrn Putin zu sprechen.
Wenn Amerika etwas will,dann kommen sie entweder mit Soldaten und zerstören Länder, oder provozieren Krisen in Ländern...um dann Hilfreich zu sein...,oder wie in Europa mit einem Handelsabkommen,um Deutschland und Europa aus-zu-nehmen,wie eine Gans und die Knochen lassen sie liegen.Wie Unglaubwürdig muss Merkel und ihre Regierung noch werden,bis die Bürger merken,was die ...Spitzenpolitik vor hat...Trump ist doch ein gutes Beispiel für die soziale und geistige Verarmung von Amerika.Amerika hat Trump,wir haben Merkel.

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adal_ 04.05.2016, 10:22
425. Ressentiment statt Politik

Zitat von hajo.knorz
Trump
Trump ist gegen TTIP. Und zwar mit dem nämlichen Argument, Amerika dürfe sich von seinen Handelspartnern nicht ausnehmen lassen wie eine Gans. Trump ist also sozusagen Ihr Bruder im Geiste. :-)

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Maria-Galeria 04.05.2016, 10:46
426. Ttip

ein Werk von 10 000 Seiten, steht da alles im Netz, oder beißt man sich an ein Paar Punkten fest die die Gemüter aufheizen? Die Frage ist für mich in wie weit in diesem Werk zukünftige Entwicklungen abgehandelt werden, ob genügend Flexibilität zu Grunde liegt um für spezielle Entwicklungen in einzelnen Ländern gerüstet zu sein um flexibel reagieren zu können. Freihandel bedeutet im praktischen Fall, Wegfall von Zöllen, Waren werden in Amerika und Europa billiger. Es liegt in der Hand der Verbraucher das zu kaufen was er will, Schoko aus Amerika oder Schweiz, Hühnchen aus der Polenmast oder USA, genmanipuliert oder nicht. Die radioaktivverseuchten Wildschweine und Pilze dürfen zwar nicht verkauft werden aber jedem Jäger und Pilzesammler ist es selbst überlassen ob er die erlegten und gesammelten verseuchten Tiere und Pilze isst, Hochrisikoessen, genauso ist es mit den Produkten aus Amerika. Auf jeden Fall soll TTIP ein Gegengewicht zum asiatischen Markt bilden.

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Central Park 04.05.2016, 11:57
427. Was wollen Sie mir damit sagen?

Zitat von ardbeg17
(...) Schön übrigens, dass in den Klamotten steht, wo es genäht wurde. Was sagt das nun? Welche Standards verbergen sich hinter "made in Vietnam/China/Bangladesh" etc. jeweils? Wenn der Hersteller nicht für Mindeststandards garantiert, gibt es praktisch keine, und der Herstellungsort hat NULL Aussagekraft.
Was wollen Sie mir mit diesem Einwand sagen? Ich wies darauf hin, dass im Einzelhandel in den USA dem Verbraucher verpflichtend mehr Informationen bereit gestellt werden als im ach so verbraucherfreundlichen Europa. Da Sie ja meinen, dass in Europa immer alles besser ist, wollen Sie also, dass dem Verbraucher diese Informationen besser vorenthalten werden (in guter parternalistischer Tradition der TTIP-Gegner)?

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acusticusneurinom 04.05.2016, 13:44
428.

Zitat von Central Park
....dass dem Verbraucher diese Informationen besser vorenthalten werden (in guter parternalistischer Tradition der TTIP-Gegner)?
Wie kommen Sie eigentlich auf die abstruse Idee, TTIP-Gegner könnten den Verbrauchern in paternalistischer – also bevormundender - Manier Informationen vorenthalten wollen? Genau das Gegenteil ist der Fall - TTIP-Gegner befürchten, daß mit der Ratifizierung des TTIP strengere, genauer informierende, nationale Standards geschwächt werden...

Zu Ihren anderen Unterstellungen und der Behauptung, in den USA stünde es um die Verbraucherinformation besser als in Europa:

Ich fürchte, Sie waren entweder schon lange nicht mehr oder noch nie in einem europäischen Einzelhandelsgeschäft oder Bekleidungsdiscounter.

Man kann mittlerweile auf fast jedem Bekleidungsstück ersehen, wo es gefertigt worden ist.

"Made in Bangla-Desh", "Made in Vietnam" oder einfach auch nur "Made in EU".

Bei Lebensmitteln können Sie inzwischen aufgrund einer verpflichtenden Codierung sogar feststellen, von welchem Hof das Ei oder das Huhn geliefert wurde.

Über die Arbeits- und Fertigungsbedingungen vor Ort sagt das noch gar nichts aus.

Lediglich ein Zertifizierungs-Label läßt Rückschlüsse auf Produktions- und Fertigungsbedingungen zu - z.B. der sogenannte Öko-Tex-Standard.

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Puma 04.05.2016, 14:05
429.

@RadioLA

Ihre herablassende Art und angebliches allumfassendes Wissen können Sie dem Forum ersparen. Sie sind unverschämt. Es sind nicht alle Forenteilnehmer so allwissend wie Sie so tun, als es zu sein.

Einen Diskurs über diverse patentierte genmanipulierte Nutzpflanzensorten von Monsanto sollten wir uns ersparen. Auch Syngenta, BASF, Du Pont oder Bayer Crop Science könnte man hier nennen. Aber was soll das?
Das Geschäftsmodell der Agrochemie ist hinlänglich bekannt. Das weiß auch zunehmend die bedeutende, französiche Landwirtschaft, die sich von derartigen Methoden abwendet.

Übrigens, von einem KFZ Meister bekommen wir keine Aussage über Zulassungsstatistiken US amerikanischer Fahrzeuge.

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