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Türkei: BND zweifelt an Gülens Verantwortung für Putschversuch
AFP

Der türkische Präsident Erdogan geißelt die Anhänger der Gülen-Bewegung als Terroristen und macht sie verantwortlich für den Putschversuch gegen ihn. Im SPIEGEL widerspricht BND-Präsident Kahl.

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Kurt2.1 18.03.2017, 08:31
1. .

Ich habe nie an die Verschwörung der Gülen-Bewegung geglaubt.
Es war ein von Erdogan inszenierter Putsch.
Die Putschisten, die auf Erdogans Betreiben aufgehetzt wurden, sind ins offene Messer gelaufen. Man versprach ihnen Unterstützung für einen landesweiten Putsch, doch der blieb aus. Die Putschisten wurden von den eigenen Leuten verraten und für schuldig erklärt.
Es war der Startschuss für die Machtübernahme. Das Referendum ist der Abschluss.
Mit seiner perfiden, lauten Stimmungsmache will Erdogan von den offensichtlichen Tatsachen ablenken. Es wird ihm nicht gelingen.

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psiloriti 18.03.2017, 08:33
2. Endlich

wird hinterfragt, was schon öängst hätte passieren müssen. Schön, dass nach so langer Zeit hoffentlich mal die richtigen Fragen gestellt werden, egal wie man zu Gülen Bewegung steht. Schließlich waren die beiden lange Zeit Partner.

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kwoik 18.03.2017, 08:35
3. Mal ehrlich

Die ganze Sache war doch inzidiert. Es wurden junge Soldaten missbraucht um am Ende Erdogahn als Retter der Nation darstellen zu lassen. Sollen sie es doch glauben, sollen sie doch ihr geliebten Erdogahn endgültig zum Diktator machen. Hauptsache sie leben dann auch dort.

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gammoncrack 18.03.2017, 08:35
4. Weia. Das ist hochexplosiver Sprengstoff für die

"Beziehungen" zwischen der Türkei und Deutschland.

Man müsse sich mal vorstellen, dass Deniz Yücel als Journalist durch Recherchen feststellen konnte, dass Erdogan tatsächlich diesen Putsch selbst angeschoben hat. Das bekommt er ja nicht alleine hin. Yücel muss ja nur einen Menschen zum sprechen gebracht haben, der das wusste.

Dann wird er das Gefängnis natürlich nie mehr verlassen. Es ist ja schon mehr als erstaunlich, dass Erdogan wegen eines einzigen Journalisten diese starke Beziehungskrise, ja nicht nur mit Deutschland, immer weirer eskalieren lässt.

Ich glaube in inzwischen, dass da wirklich etwas dran ist. Es wäre doch ein leichtes gewesen, einem deutschen Diplomaten zumindest den Kontakt zu erlauben. Aber, wenn Yücel über sehr brisante Informationen verfügt, dann muss Erdogan das mit allen Mitteln verhindern. Koste es was es wolle.

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antiabmahn 18.03.2017, 08:44
5. Putsch war Glücksfall für Erdogan

Der Putsch wurde dilettantisch durchgeführt, zum Teil wussten viele nicht woher genau Befehle kommen!?

Es würde mich nicht wundern wenn. sich eines Tages heraus stellt, das Erdogan selbst oder sein vertrautes Umfeld diesen Putsch organisiert hat. Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht!

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haresu 18.03.2017, 08:45
6. Alles richtig

Man kann es auch aussprechen. Es weiß aber auch jeder. Jeder der es wissen will. Irgendetwas Neues erfahre ich nicht.

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Zappa_forever 18.03.2017, 08:49
7. Die Vermutung...

...dass Erdogan selbst den Putsch angezettelt hat (via Falschmeldungen an Anti-AKP-Kräfte im Militär) liegt mehr als nah. Deswegen die Gülen-Bewegung als harmlos zu deklarieren zeugt nicht von wirklicher Kenntnis der Verhältnisse. Denn wäre Gülen an der Macht würden die Dinge ganz ähnlich laufen. Pest und Cholera...

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sojetztja 18.03.2017, 08:50
8.

Wirklich neu oder erstaunlich ist das doch nicht. Dass der Putsch nur ein "Reichtagsbrand" war, musste doch jedem klar sein angesichts der Geschwindigkeit, mit der die "Vergeltung" durchgezogen wurde. Es ist unzweifelhaft, dass die Pläne dafür längst vorbereitet waren & es richtiggehende Proskriptionslisten gab, die abgearbeitet wurden. Überhaupt scheint Erdogan sich ziemlich eng am Drehbuch des Dritten Reiches zu halten. Reichtagsbrand, Ermächtigungsgesetz, außenpolitische Eskalation - alles wie in den späten Dreißigern. Man kann nur hoffen, dass die politische Eliten sich dieses Mal nicht auf eine Appeasementpolitik einlassen. Das hat damals auch nicht funktioniert. (Trotzdem bin ich der Ansicht, dass es im Moment noch gut ist, sich nicht auf Erdogans Niveau herabzulassen, denn genau das ist erwünscht. Erdogan soll immer den ersten SChritt tun, der Westen nur reagieren. Der Schwarze Peter soll schön in Ankara bleiben, wo er hingehört. Also bisher machen Merkel & Co alles richtig)

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observatorius 18.03.2017, 08:50
9. Peinliche Nummer von Kahl

Wenn der BND eine Einschätzung in die Öffentlichkeit hinausposaunt, dann liegt die Wahrscheinlichkeit, dass diese sich bewahrheitet bei deutlich unter 50%.
Insofern kann man Herrn Kahl danken, da man dank seiner "Öffentlichkeitsarbeit" wohl mit zwei Dingen mit einer Wahrscheinlichkeit von deutlich über 50% rechnen kann:

1. Dass die Bundesrepublik die nach türkischer Sichtweise am Putsch beteiligten Gülen-Funktionäre und Diplomaten, die seit dem 16.07 in Deutschland um Asyl angesucht haben wohl nicht ausliefern wird.

2. Dass der BND glaubt, die gegenwärtig aufgeizte Stimmunng in Sachen Türkei, sei ein geeigneter Momment, um sich defakto hinter die vor allem aus NATO-freundlichen türkischen Militärs zusammengesetzen Juli-Putschisten zu stellen.

Ich persönlich finde das eher peinlich, weil man damit mehr als nur indirekt eine mögliche eigene Beteiligung an dem mißglückten Putsch ins Spiel bringt; weil man außerdem zugibt, dass man zur Spionageabwehr gegen die rege Aktivität türkischer Dienste in Deutschland offensichtlich auf Leute aus dem Gülen-Lager angewiesen ist, und weil sich der BND in einer allenfalls Parteipolitisch nachvollziehbaren Weise an der Eskalation des Deutsch-Türkischen Streits beteiligt. Im Kanzleramt wird man sich die Hände rieben, die deutsche Außenpolitik wird dadurch aber erschwert.

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