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Türkei: Es gibt keinen guten Terror
AP

Eine PKK-Splittergruppe bekennt sich zum Terror von Istanbul. Die Regierung droht mit "Rache". Und schon gibt es Streit, ob der Kampf gegen den autokratischen Staat die Anschläge nicht rechtfertigt. Welch ein Unsinn.

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MiniAbo 11.12.2016, 21:03
1. Was war zu erst?

Erdogans Rache wird aber auch nichts anders als Terror sein. Zudem versteht man nicht mal ansatzweise, warum sich die Kurden nicht selbst regieren/verwalten sollen und warum die Türken versucht haben, die Armenier auszurotten? Hier stellt sich doch sehr schnell die Frage nach der ersten Ursache und die scheint mir beim Großtürkischen Reich zu liegen, das Erdogan u.a. anstrebt.

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komkar 11.12.2016, 21:12
2. Luftangriff oder Selbstmordattentat

Es gibt keinen Unterschied zwischen einem präzisen Luftangriff aus der Höhe auf kurdische Zivilisten und einem Selbstmordattentat. Beides sind ohne Zweifel hinterlistig. Die EU, allen voran Deutschland als Hauptakteur der EU, würde sich einen Gefallen tun, wenn sie als Vermittlerfunktion zwischen der Türkei und den Kurden agieren würde. In der Türkei herrscht nach wie vor ein absolutes Tabu über die Frage, den Kurden Zugeständnisse zu machen. Das "Ob" und das "Wie" wird nach wie vor in jeder Hinsicht nicht diskutiert und bei Forderung danach bereits im Keim erstickt. Das Militär wird vergöttert und das Türkentum als absolut heilig gesehen. Dies verhindert jegliche offene Diskussion über die Kurdenfrage. Dieser Damm kann nur gebrochen werden, wenn die EU sich aktiv für eine Situation einsetzt.

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klarafall 11.12.2016, 21:14
3. Auweia!

"Gewalt lässt sich nicht dadurch rechtfertigen, dass man, aus welchen Gründen auch immer, nicht in der Lage ist, eine kraftvolle demokratische Opposition auf die Beine zu stellen" Was für eine Ironie der Geschichte, das ausgerechnet in einem deutschen Medium zu lesen. Man müsste laut lachen, wäre einem als Deutschem nicht klar, daß ein solcher Spruch nichts anderes ist als ein nachträglicher Schlag ins Gesicht für den Widerstand im Dritten Reich.

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udje 11.12.2016, 21:18
4. Ja richtig - und nun

Lieber Herr Kaznain,
es ist richtig, was Sie schreiben (wie meistens), aber: auf b e i d e n Seiten herrscht die fehlende Einsicht, nicht nur bei Erdogan u. Co., dass man miteinander reden muss. Was ich nicht weiss ist: was tue ich, was Sie, was wir alle denn nun, damit wir wieder mit Freude in die schöne Türkei reisen können? Und sie auch irgendwann in die EU bringen können? Dazu eine - wenn auch nur kleine - Idee fehlt mir in Ihrem Artikel.

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indios 11.12.2016, 21:22
5.

Und einmal mehr beweist der Mensch daß er nicht die Krönung der Natur ist. Wann begreifen wir, daß GEWALT nur neue GEWALT erzeugt.
Ich befürchte uns bleibt nicht mehr viel Zeit bevor die Erdgeschichte uns in die Mülltonne gescheiterter Spezies entsorgt.

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indios 11.12.2016, 21:25
6.

Und einmal mehr beweist der Mensch daß er nicht die Krönung der Natur ist. Wann begreifen wir, daß GEWALT nur neue GEWALT erzeugt.
Ich befürchte uns bleibt nicht mehr viel Zeit bevor die Erdgeschichte uns in die Mülltonne gescheiterter Spezies entsorgt.

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Actionscript 11.12.2016, 21:26
7. Was schlägt der Autor des Artikels denn als Lösung vor?

Ich gebe dem Autor Recht, dass mit solchen Terroranschlaegen nichts erreicht wird als nur noch mehr Konfrontation oder Hass auf beiden Seiten zu schüren. Auch werden jetzt Erdogan Argumente geliefert, sich entsprechen zu wehren. Doch Erdogan wird sich von seinem diktatorischen Kurs und der Kurdenverfolgung/Ermordung nicht abbringen lassen. Was sollen die Kurden also tun? Die einzige alternative Möglichkeit zu Terror wäre es, wenn sie sich dort, wo sie wohnen in den kurdischen Gebieten gegen die wehren, die sie unterdrücken und bekämpfen. Das allerdings würde Krieg gegen die türkische Armee bedeuten. Jedoch dann kann man nicht mehr sagen, dass die Opfer vollkommen unschuldig sind. Und vielleicht wird dann die Weltöffentlichkeit endlich aufmerksam. Auch sollte man nicht vergessen, daß die Kurden einen erheblichen Anteil am Erfolg gegen den IS haben.

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360° 11.12.2016, 21:27
8. Was ist das für ein Mensch?

In dieser Stunde die Menschen zur RACHE aufzurufen - das ist jenseits von allem, was gerade noch erträglich ist. Also jenseits von gut. Denn Erdogan wird seinen Worten Taten folgen lassen. Und auch wenn kein Terror gut ist - Abstufungen in der Boshaftigkeit beim Terror gibt es schon. Und Staatsterror ist wohl die bösartigste Form des Terrors. In unserer Zeit führend darin Assad, Kim in N-Korea, ein paar afrikanische Despoten und die Frage ist, wie weit Erdogan seinen bisherigen Staatsterror ausdehnen und noch grauslicher und unmenschlicher machen wird.

Abgesehen davon - da Erdogan den Kurden den Krieg erklärt hat und seine Spezialkräfte viele Zivilisten in diesem Krieg getötet haben - kann man da den Angriff auf die Spezialkräfte, die von der kurdischen Zivilbevölkerung gefürchtet wird, wirklich als Terror bezeichnen? Oder nur als Notwehr? ich nehme hier keinen Standpunkt ein, nur fragen will ich das schon. Immerhin hat diese Kurdische Splittergruppe, im Gegensatz zu Erdogan, der bei seinen Kriegseinsätzen gegen die Kurden auf Zivilisten keine Rücksicht nimmt, sehr wohl darauf geschaut, KEINE Unbeteiligten zu verletzten. Sie warteten bis die Fußballbesucher gegangen waren. Bevor sie die Spezialkräfte angriffen.

Mein Beileid geht an die angehörigen der Getöteten auf beiden Seiten. Sowohl den Familien der Polizisten, die von Erdogan für seine Ziele missbraucht werden, als auch Beileid für die bisher getöteten Oppositionellen. Und ich fürchte, die Rache Erdogans wird nun viele weitere zivile Tote bringen.

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hansriedl 11.12.2016, 21:30
9. Das Jahr des Terrors am Bosporus

Die Türkei kommt nicht zur Ruhe: ein vereitelter Putsch, dann eine beispiellose Säuberungswelle, nun wieder Terror in Istanbul Istanbul – "Todesstrafe!", rufen sie und "Nein zur EU!" Mehrere Tausend ziehen am Tag nach dem Doppelanschlag am Stadion von Besiktas vorbei, schwenken die rote türkische Fahne, manche lassen ihrer Wut freien Lauf. PKK-Splittergruppe-bekennt-sich-zu-Doppelanschlag-in-Istanbul.

Die Türkei führt seit 30 Jahren Krieg, auch wenn die Türkei es nicht beim Namen nennt, es ist Krieg!
Für die PKK sind die Türken Besatzer und die PKK führt Krieg gegen diese Kolonialherrschaft.
Umgekehrt ist die PKK eine Terrororganisation für die Türkei, dass die Türkei Spalten möchte. Sie glauben hinter der PKK stecken Armenier, ungläubige die es auf die Türkei abgesehen haben.
Im Endeffekt hat sich E. für diese Linie entschieden um die Mehrheit der Sitze im Parlament zu kriegen. Tatsächlich hat es funktioniert, also wollen die meisten Türken, etwa 60-70% Krieg. Man erntet was man sät!

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