Forum: Politik
Türkei gegen EU: Erdogan-Berater droht mit Aufkündigung aller Abkommen
AFP

Der Ton zwischen der Türkei und der EU verschärft sich. Erst drohte Präsident Erdogan mit einem Scheitern des Flüchtlingspakts, jetzt setzt sein Berater noch einen drauf.

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mats73 25.05.2016, 16:17
310. Ja und

Zitat von HannaMeisel
Diktator? Ein Diktator laesst sich nicht beleidigen. Anstatt einen zu verklagen (Was jedem zusteht der sich beleidigt fühlt) schicken sie ihre Schlaegertrupps oder Killer los. Eigendlich sollten es die Deutschen am besten wissen was oder wer ein Diktator ist.
...zum Einen reicht der lange Arm eben doch nur bedingt aus der Türkei raus, daher muss er im Ausland so was lästiges wie Gerichte bemühen.
Dann fußt Erdogans Macht nach wie vor irgendwie auf dem Irrglauben der Bevölkerung, dass sie in einer Demokratie leben, die Erdogan gerade heroisch gegen Terroristen und Feinde des türkischen Volkes schützt - dabei erkennen sie nicht, dass darunter jeder fällt, der E. Vorstellungen nicht zu 100% unterstützt. Die meisten Diktatoren wurden übrigens mal demokratisch legitimiert. Auch unter Hitler gab es Gerichte, deren Urteile dieser als Legitimation für seine Verbrechen genutzt hat.

Wozu also Schlägertrupps losschicken, wenn man bestimmen kann, wie das Urteil ausfällt?
PS: "Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten"

Dafür wurde E. wegen Aufstachelung zu einer Haftstrafe verurteilt - naja, was aus den Richtern geworden ist möchte niemand mehr erfahren....

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eigen 25.05.2016, 16:23
311.

Alle Abkommen? Sollen sie mal aus der NATO austreten. Dann wird man sehen wie großspurig Sultan Erdogan ist, wenn er Putin ohne großen Bruder im Rücken gegenübersteht.

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Christoph 25.05.2016, 16:24
312.

Zitat von mats73
PS: "Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten"
Habe schon oft gelesen, dass er das gesagt haben soll - einen Beleg habe ich trotz Suche danach nicht gefunden.

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sachsuli 25.05.2016, 16:26
313. Der falsche Zeitpunkt

Da verhandelt die EU- mit Beteiligung Deutschlands-, seit Jahrzehnten (!) über einen Beitritt der Türkei zur EU, wobei man denselben im Grunde seines Herzens aber nicht will. Aus gutem Grund. Zu unterschiedlich sind die Kulturen und vor allem die Interessenlage.
Man hat jetzt unglücklicherweise das Flüchtlingsabkommen mit der Visa Frage gekoppelt. Diese Frage hätte man aber schon vor Jahren lösen können und müssen!
Man hat jetzt einen Forderungskatalog aufgestellt, den Erdogan nicht ohne Gesichtsverlust erfüllen kann. Genau deshalb musste der frühere Ministerpräsident zurücktreten.

Die Türkei hat ein Kurdenproblem, welches in Europa nur unzureichend erfasst wird. Da lebt ein Volk auf drei Staaten verteilt, ein Volk welches über mehrere Sprachen / Dialekte verfügt und endlich einen eigenen Lebensraum will und sich dabei auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker beruft.

Aber weder die Syrer noch die Iraker wollen den Kurden den Raum für einen eigenen Staat geben ( Das die Kurden sich hier etablieren konnten, ist nur auf die Schwäche der jeweiligen Staaten zurückzuführen). Schon gar nicht die Türkei.

Noch etwas sollte den Menschen - vor allem den Medien - in Europa aber klar sein. Wir sollten nicht immer die westlichen Wertvorstellungen von Demokratie als Maßstab für andere Länder nehmen.
Das türkische Volk hat Erdogan mit großer Mehrheit gewählt und zwar in einer Wahl, die von Niemanden angezweifelt wurde. Wenn Erdogan dieses Abkommen kündigt soll er es machen, er wird seine Gründe haben, so wie Europa seine Gründe hat den Türken keine Visa -Freiheit zu gewähren.

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rainerheinrich 25.05.2016, 16:27
314. Wenn ich

Zitat von achim-bonn
Berater haben unterschiedliche Qualitäten. Wahrscheinlich waren es dieselben Berater, die Merkel hatte, als sie antrat Deutschland wirtschaftlich und gesellschaftlich zu vernichten.
Beiträge wie den Ihrigen lese, frage ich mich, lebe ich in einem anderen Land oder ist mein Wahrnehmungsvermögen so geschwächt, dass ich die
von Ihnen genannte Realität nicht erkenne.
Können Sie mir die Kriterien näher bringen, bzw. Ihre Aussage mit Fakten unterfüttern, die Sie zu Ihrer
Aussage geführt haben. Ich denke Sie können es nicht.

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eremit123 25.05.2016, 16:27
315. Jammerlappen

Wenn deutsche und EU-Politiker nicht so ein Haufen von Jammerlappen wären, könnte man die Türkei sehr leicht zu einem Umdenken bewegen: Verbot von Einfuhren türkischer Waren in die EU, ein EU-weites Verbot Reisen in die Türkei anzubieten, Streichung sämtlicher Direktflüge in und aus der Türkei, verschärfte Visumpflicht für TürkInnen bzw. Einreisesperren, keine Devisentransfers aus der EU in die Türkei, etc. Die Auseinandersetzungen mit der Türkei wären unmittelbar nach einer entsprechenden Akündigung beigelegt.

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elmer_fudd 25.05.2016, 16:29
316. Würde die EU im Gegenzug

das EUR 1 und ATR- Verfahren aufkündigen, wäre in sagen wir mal 6 Monaten Schicht im Schacht. Dann ist er nämlich mit und ohne Touristen pleite. Da kann er ja weiter Geschäfte mit dem IS machen, denn der tauscht gerne.
Aber da sich die 28 Mitgliedsstaaten nicht einig sind, wird das nichts.

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1smiler1 25.05.2016, 16:39
317. Cicero

Zitat von Christoph
Habe schon oft gelesen, dass er das gesagt haben soll - einen Beleg habe ich trotz Suche danach nicht gefunden.
Als eine der Quellen
>...als Oberbürgermeister von Istanbul einen Namen, als er die marode Infrastruktur der Stadt gründlich modernisierte. Aus jener Zeit stammt auch ein Gedichtzitat, das ihm 1998 das Politikverbot eintrug und schon ahnen ließ, wes Geistes Kind er ist: „Die Demokratie ist nur ein Zug, auf den wir aufspringen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.“

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elmer_fudd 25.05.2016, 16:41
318. @286 marut

Zitat:
Kann es vielleicht auch sein, dass diese zitierte Wirtschaftsstärke, die ja offensichtlich eine überwiegend binnenwirtschaftliche ist, gerade darauf zurückzuführen ist, dass die opportunistischen deutschen Urlauber (Hauptsache billig, was interessieren dann noch Politik und Menschenrechte) säckeweise Devisen in das Land bringen?


Der Tourismus spielt in der Türkei eine wichtige Rolle.
Viel wichtiger sind hingegen die Wirtschaftsabkommen
mit der EU, die türkische Importe zollfrei belassen. Das ist praktische Wirtschaftshilfe, die der Türkei seit mehr als 20 Jahren gewährt wird. Die Nato-Mitgliedschaft entstammt den Sicherheitsbestrebungen der Westmächte

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C. Goldbeck 25.05.2016, 16:45
319. Erpressen

darf man sich niemals, sonst ist man auf ewig eine Geisel. Das ist eine bewährte Binsenweisheit. Und ein Erpresser kann niemals ein Partner sein.

Die Türkei ist als funktionierender demokratischer Staat erodiert und mittlerweile, bis auf einige grausame Despoten und Sklavenhalter auf der arabischen Halbinsel, Terrororganisationen wie der Hamas und dem IS, nur noch von Feinden umgeben. Es lässt tief blicken, wenn man solche Freunde hat.

Das Land wird mehr und mehr instabiler, denn im Inneren der Türkei stehen die Zeichen auf Terror und Bürgerkrieg. Und der zunehmenden Instabilität wird aberwitziger weise genau mit den Mitteln geantwortet, die in die Instabilität geführt haben. Keine guten Zukunftsperspektiven.

Das Klima mit allen westlichen Partnern, wie der USA und der EU, ist mittlerweile vergiftet. Wenn der angehende Diktator nicht endlich in die Schranken gewiesen wird, werden seine Aktionen immer tollkühner und er zieht uns noch alle in einem von Ihm mit angezettelten Flächenbrand. Die ersten IS-Terroristen sind ja schon über die Türkei nach Europa gekommen und haben die Sicherheitslage bei uns massiv verschlechtert.

Ich bin dafür, die Europäer formieren sich endlich zu einer funktionierenden Einheit und schützen so ihre Außengrenzen, anstatt sich von Erdogan erpressen zu lassen.

Fazit: Die Europäer dürfen sich unter keinen Umständen erpressen lassen und zu Mittätern eines kriegstreibenden Diktators werden.

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