Forum: Politik
Türkei gegen "Islamischer Staat": Erdogans Kriegserklärung
AFP

Lange weigerte die Türkei sich, die internationale Koalition gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" zu unterstützen. Jetzt leitet Staatspräsident Erdogan den Kurswechsel ein - ein riskantes Manöver.

Seite 1 von 6
Immanuel_Goldstein 29.09.2014, 16:26
1.

Der Preis für den hohen Einsatz der Kurden bei der Zerstörung des IS wird zweifellos ein unabhängiger und freier Staat Kurdistan im Nordirak sein. Da kann sich Erdogan noch so sehr herauswinden wollen.

Beitrag melden
schmusel 29.09.2014, 16:27
2.

Ja, Erdogan, mach dich mal nützlich! Niemand hat dem Treiben der ISIS/IS mehr Vortrieb geleistet als die Türkei die nicht nur menschlichen Nachschub willentlich passieren lies, sie duldet auch den Öl Schmuggel des IS über die türkische Grenze - zum Dank gibts billiges Öl und somit Treibstoff für die Türken.

Da ist die Unterstützung der ursprünglichen Opposition in Syrien durch einige westliche Staaten gar nichts dagegen.

Beitrag melden
rieberger 29.09.2014, 16:38
3. Bündnisfall

Die Ausrufung des Bündnisfalls der NATO ist nicht mehr weit. Feiges Wegducken vor ISIS und die anderen werkeln lassen wird bald passé sein.
Ich hätte nie gedacht, daß ich das Kampfeinsätze einmal gut finden würde. Gegen den IS sind sie notwendig, ansonsten ist man Mörder durch Unterlassung.
Kambodscha und Ruanda sind schon Schandflecken auf einer nicht mehr weißen Weste.

Beitrag melden
NathanBedfordForrest 29.09.2014, 16:46
4. Ideale Entwicklung.

Ideale Entwicklung.

Die Türkei hat eine große Armee, ist schon am richtigen Ort, kann den Kurden helfen, um sich zugleich mit denen zu versöhnen, muss Islamismus bekämpfen, obwohl Erdogan selber ein halber Islamist ist. Besser geht es doch gar nicht.

Beitrag melden
hnru 29.09.2014, 16:46
5. Lob an die Türkei

vielleicht hat Erdogan jetzt doch begriffen, daß es besser ist in einer Sicherheitszone auf syrischen Boden eine
vorläufige Bleibe für die Flüchtlinge zu schaffen.

Vielleicht bildet ja dieses Gebiet die Keimzelle für ein Autonomes Kurdisches Gebiet auf Syrischen Boden.
Es würde mich für die Kurden freuen.

Auch scheint die Türkei ja im Gegensatz zur BW über funktionsfähige Waffen/Fahrzeuge zu verfügen.
Erstaunlich ist nur, dass ja viele Fahrzeuge/Panzer aus der Bundesrepublik stammen.

Beitrag melden
niklot1147 29.09.2014, 16:54
6. und das Völkerrecht?

Erdogan will Truppen nach Syrien schicken ohne die Zustimmung der syrischen Regierung? Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Im Falle der Ukraine pocht der Westen mit Erdogen vehement auf das Völkerrecht und jetzt das? Der Strudel nach unten wird immer schneller. Das Pulverfass Naher Osten, vor dem alle gewarnt haben, als Bush die Lunte legte, ist dabei zu explodieren und wir hören hier nur: endlich ist Erdogan dabei. Wollt ihr die Gefahr nicht sehen?

Beitrag melden
LeBigMacke 29.09.2014, 17:01
7.

Zitat von hnru
vielleicht hat Erdogan jetzt doch begriffen, daß es besser ist in einer Sicherheitszone auf syrischen Boden eine vorläufige Bleibe für die Flüchtlinge zu schaffen. Vielleicht bildet ja dieses Gebiet die Keimzelle für ein Autonomes Kurdisches Gebiet auf Syrischen Boden. Es würde mich für die Kurden freuen. Auch scheint die Türkei ja im Gegensatz zur BW über funktionsfähige Waffen/Fahrzeuge zu verfügen. Erstaunlich ist nur, dass ja viele Fahrzeuge/Panzer aus der Bundesrepublik stammen.
Die Türkei hat doch den IS mit Waffen und Betriebsstoffen unterstützt und die Kämpfer mutmaßlich sogar ausgebildet. Laut Politikern der türkischen Grenzregion zu Syrien und im Norden Syrien ansässigen Kurden sind auch die Zahlen der Flüchtlinge maßlos übertrieben, da wird eher von 20.000 gesprochen und nicht, wie von der Türkei behauptet, 160.000.

Angesichts dessen wäre ich mit einem Lob sehr vorsichtig.

Beitrag melden
teacher20 29.09.2014, 17:06
8. Im deutschen Interesse...

...kann man nur hoffen, dass der NATO-Bündnisfall (sollte er denn eintreten) genau so einen symbolischen Charakter hat wie der nach den Ereignissen vom 11. September, als Schröder großmäulig die uneingeschränkte Solidarität der Bundesrepublik verkündete.
Nicht aus Angst vor einem asymmetrischen (Terror-)Krieg, dessen Ausläufer auch vor den Grenzen der Bundesrepublik nicht halt machen könnten - nein, schlimmer, weil damit ganz sicher ein neuerlicher Offenbarungseid und eine Blamage dieses erbärmlichen Staates und seiner Operettenarmee verbunden wäre.
Die einzige Hoffnung besteht darin, dass die Bundeswehr es in einem solchen Fall schafft, ihre "Patriot" rechtzeitig und ohne "Verluste" aus der Türkei abzuzuziehen.

Hier besteht einiger Grund zum Optimismus: Den Rückzug scheint man immerhin zu beherrschen - solange man sich auf geleaste An-124 Transportflugzeuge und dänische RoRo-Fähren verlässt.
Nimmt man das angespannte Verhältnis zwischen der Bundeswehr und den türkischen NATO-Partnern, so ist davon auszugehen, dass die Türken der Bundeswehr bei ihrem Abzug keine Steine in den Weg legen werden.
Nur sollten die deutschen Zivil- und Militärbürokraten angesichts der sich überstürzenden Ereignisse in Mittelost langsam mit den sicherlich sehr papieraufwendigen Vorbereitungen für die Evakuierung beginnen.
Nicht, dass man am Ende noch die Türken um Schutz für die deutschen Soldaten anbetteln muss...

Beitrag melden
jstawl 29.09.2014, 17:07
9. Hm

Ich halte von Erdogan wenig. Aber er ist sicherlich berechenbarer als ziemlich alles dort im Nahen Osten.

Interessant wird der Umgang mit den Kurden sein. Die Kurden werden definitiv mittelfristig auf einen eigenen Staat pochen, zumindest auf dem kurdischen Gebiet des Irak. Vllt. würde aber ein Eingreifen der Türkei auch zum Schutze der Kurden dazu führen, dass im Gegenzug auf ein eigenes Staatsgebilde im kurdischen Teil der Türkei verzichtet wird.

Beitrag melden
Seite 1 von 6
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!