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Türkei nach dem Putsch: Wo die Würde nichts mehr gilt
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Präsident Erdogan lässt seine Gegner demütigen, AKP-nahe Medien verbreiten Angst und Schrecken. Wer jetzt noch von EU-Beitritt oder Visaliberalisierung spricht, sollte sich die Bilder aus der Türkei genau ansehen.

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JaWeb 20.07.2016, 17:45
60.

Wer die Entwicklungen in EU-Ländern wie Ungarn oder Polen kritisch sieht, wird die Erdogan-Türkei (vor oder nach dem Putsch) nicht als weiteres Mitglied begrüßen wollen. Die EU hat selbst jetzt schon zu viele Mitgliedsstaaten, in denen der demokratische Rechtsstaat und die offene Gesellschaft zu wenig gelten.

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Pleziglass 20.07.2016, 17:47
61. In ein paar Wochen werden wir es wohl wissen

Schauen wir mal, ob aus der Türkei jetzt Erdoganistan wird.

Die Türkei geht auf den Atheisten und Alkoholliebhaber Atatürk zurück. Erdogan ist aber 100%iger Muslim, dessen Frau uns das mit Kopftuch und Mantel regelmäßig im Annex vorführt. Erdogan steht gerade nicht für den modernen säkularen Staat von Atatürk. Küssen ist in der Öffentlichkeit denn auch schon verboten. Frauen sollen zu Hause bleiben und Kinder bekommen. Wenn jetzt auch noch die Touristen wegbleiben, gibt es auch keinen Grind mehr, weiter Alkohol und westliche Badeanzüge zu dulden, kann das Kopftuch für alle Frauen in der Türkei schnell Pflicht werden. In ein paar Wochen werden wir es wohl wissen.

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Pride & Joy 20.07.2016, 17:48
62.

Zitat von 360°
Und wann war die Stunde, in der Erdogan die Lösung einschoss?[...] In diesen Stunden, wurde eine moderne, demokratische Türkei zu Grabe getragen. Und heute sehen wir die neue Türkei: ein Führerstaat; ein Folterstaat; ein Staat in dem die ungebildete Mehrheit die Minderheit und die Intelligenz des eigenen Landes jagt.
Die Lösung ist tatsächlich die, dass vorab schon das dringend benötigte Schulsystem in eine, wie auch immer geartete "Koranschule" umgemünzt wurde, um die Bevölkerung weiterhin fern von Bildung zu halten.

Das hat funktioniert und hier sehe ich auch die Lösung des Problems. Wenn die Eliten jetzt, wegen dieses unerträglichen Druckes, das Land verlassen, wird Erdogan sich ganz den alten Mustern zuwenden, die konkurrierenden, bildungsfernen Clans befrieden zu müssen, die sich um den Kuchen und die Gunst eines Erdogan streiten.

Das wirft die Politik um viele Jahre zurück. Erdogan ist auf dem Holzweg, wenn er denkt, seine Macht durch Bildungsferne und Gewalt ausbauen zu können, denn Gewalt erzeugt nur Gegengewalt - sonst nichts! Und was Bildungsferne erzeugen kann, brauche ich nicht zu erläutern.

Wirtschaftlich wird das Land abbauen, denn es importiert viel mehr als es exportiert und hat eine unterentwickelte Industrie. (Das ist eine der Schwächen der Nation) Weitere Handelsbeschränkungen sind vorprogrammiert. Erdogan glaubt tatsächlich daran, dass er mit dieser Methode, also dem Ausgrenzen und Abschotten und der Brutalität leichter / besser regieren kann. (aus der Geschichte weiß man aber, dass dies gerade nicht der Fall ist)

Er verkennt dabei vollkommen den Einfluß anderer Staaten und läuft so Gefahr sich in seinem Machtwahn zu verrennen. Seine ausgeprägte Angst, hinter jedem Busch einen potentiellen Feind zu wittern, ist ein Signal für seine extreme Unsicherheit.

Wenn das Volk dies erkennt ist seine Karriere abrupt zu Ende!

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recepcik 20.07.2016, 17:48
63. @tas und MrTR

Sie leben selber ein schönes Leben in Deutschland und wünschen den Menschen in der Türkei eine islamistische Terrorherrschaft. Wissen Sie dass die von Erdogan zusammengetrommelt Massen in der Türkei mittlerweile alle politischen Gegner von Erdogan angreifen. Leute wie sie haben keine Probleme damit wenn die Lehrer an den Schulen durch Imame der Moscheen ersetzt werden. Kein Witz ,oft wird der Religionsunterricht oder das Fach "Das Leben des Propheten" an den Grundschulen von Imamen gehalten. Bei der Trauerfreier für einen "zivilen Opfer", diesen Unterschied machen Medien, die Erdogan nahe stehen, sagte der Imam "Allah beschütze uns vor den Gebildeten". Das ist die türkische Realität, die die Türken hierzulande nicht wahrhaben wollen oder absichtlich leugnen. Wäre ich ein Wissenschaftler in der Türkei, würde ich umgehend das Land verlassen und Erdogan soll mit seinen Analphabeten in die Steinzeit, wo er auch hingehört.

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Das Pferd 20.07.2016, 17:49
64.

Zitat von MrTR
Sie verstehen schon, dass die Menschen nicht für Erdogan, sondern für die Demokratie auf die Straße gehen? Haben Sie schon einmal überlegt, was entsteht, wenn Militärputsche salongfähig werden? Anarchie......................
könnten Sie bitte erläutern, warum Mititärputsche "salonfähig" werden sollten? Sie waren immer ein letztes, zutiefst undemokratisches Mittel.
Und Anarchie ist völliger Unsinn, in aller Regel übernehmen ja siegreiche Putschisten die Macht, es entstehen also Autokratien, Oligarchien, Technokratien, wenn es gut läuft mit einer planmäßigen Rückgabe der Macht an demokratische Strukturen. Anarchie entsteht nur ohne geklärte Machtverhältnisse, z.B. in einem Bürgerkrieg.

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hapebo 20.07.2016, 17:53
65. Resignation?

Wetten,der H.Erdogan bekommt in Deutschland recht in allen Punkten,wir kriechen diesem Despoten in den Hintern und lassen zu, das diese Herrschaften hier tun und lassen können ohne irgendwelche Konsequenzen zu befürchten.Da man diesem Treiben kein Einhalt gebietet,braucht man sich nicht wundern wenn eine Partei wie die AfD die Zustimmung der Wähler bekommt.

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Fürstengruft 20.07.2016, 17:53
66. Heute vor 72 Jahren Putsch gegen Hitler

Erinnert sei an Graf Stauffenberg, er wird heute für seinen Mut verehrt, Kasernen bekamen sogar seinen Namen.

So wie Erdogan jetzt wütet, wird sich die Zahl seiner Feinde vervielfachen, auch in der Armee.

Er kann dem Rest seiner Offiziere nicht hinter die Stirn schauen und wie am Beispiel Stauffenbergs zu sehen, bedarf es nur eines Offiziers.

Erdogans Säuberungen gehen nicht lange gut, denn auf Bajonetten kann man nicht sitzen.

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gerd0210 20.07.2016, 17:58
67.

Zitat von zaunreiter35
noch nicht in den Sinn gekommen, dass der Putschversuch gefaked sein könnte? Wie geht das, dass in Windeseile tausende Menschen - aufgrund vorbereiteter und in einer Schublade liegender Listen - verhaftet, ihrer Ämter enthoben oder entlassen werden? Haben denn Staatsanwälte, Lehrer, Akademiker mitgeputscht? Haben die Gebildeten geputscht? Was soll das für ein Vier-Sterne-General sein, der sechs Wochen, bevor er in den Ruhestand geht, noch schnell einen Putsch durchzieht? Wo kommt der Hass, der AKP-Gläubigen her, die johlend durch die Städte ziehen? Was ist das für ein Demokratieverständnis, wenn man Angst vor der AKP haben sollen muss?
Bei Fake muss ich immer ans Internet denken. Sollte der Einsatzbefehl auch von dort gekommen sein? Oder war es doch Erdogan selbst?

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Das Pferd 20.07.2016, 17:58
68.

Zitat von zaunreiter35
noch nicht in den Sinn gekommen, dass der Putschversuch gefaked sein könnte?.....................
das ist für die Bewertung kaum relevant. Ob Erdogan den Putsch inszeniert hat, oder ob er einen anstehenden Putsch absichtlich trotz Kenntnis nicht verhindert hat(erscheint mir am wahrscheinlichsten), oder ob er innerhalb von Sekunden die Gunst der Stunde erkannt hat, ist egal.
Die Bilder der Gedemütigten sind Absicht, die Säuberung ist real.
Wenn die AKP in der Türkei offen Terror ausübt, kann man sie dann nicht in Deutschland verbieten.... Oder wenigstens erst mal unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stellen.

Es tut wahnsinnig weh, aber wir müssen uns neuen Realitäten stellen.

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carlheinzmeisterburg 20.07.2016, 17:59
69. Ich würde Ihren Landsleuten wünschen...

Zitat von Jens O Wagner
Die Entwicklung in der Türkei ist erschreckend. Gerade jetzt ist es wichtig, dass wir den Menschen beistehen, die sich dort für eine pluralistische und weltoffene Türkei einsetzen. Eine Visaliberalisierung würde ihnen das Leben etwas erleichtern. Und Erdogan würde insgeheim fluchen, denn er will die Brücken zwischen der Türkei und dem Westen abreißen. Um Solidarität mit den Menschen in der Türkei zu zeigen brauchen wir jetzt die Visaliberalisierung, mehr Stipendien- und Austauschprogramme, mehr Unterstützung der Zivilgesellschaft!
..., dass wir zu einer Visa-Freiheit zwischen der EU und der Türkei kommen könnten.

Aber Sie werden doch verstehen, dass nicht ausgerechnet Deutschland große Lust verspürt, einem erklärten Despoten mehr als nur gefügig zu sein.

Erdogan erklärt, er habe sein auf gegen was auch immer auf die Straße geschicktes, Volk hinter sich.
Das mag ja so sein. Dagegen steht nun mal die Idee eines Europa der Völker, nicht eines der Despoten.

Ein Staat, der sich von allem verabschiedet, was kulturelle und zivilgesellschatliche Zusammenarbeit ausmacht, muss nicht notwendig unser Partner sein.

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