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Türkisch-kurdischer Konflikt: "Eine ganze Generation radikalisiert sich"
AFP

Die Afrin-Offensive in Syrien erschwert in der Türkei das Zusammenleben von Kurden und Türken: Kriegsgegner werden als Landesverräter verfolgt, Kritiker eingeschüchtert. Die Jugend droht an den Terror verloren zu gehen.

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Jimmy.B. 04.02.2018, 11:09
20.

Zitat von Paddel2
Es ist überfällig, die Türkei für den Kriegseinsatz zu sanktionieren! Warum man vor diesem für uns unbedeutenden Staat zurückschreckt, erschließt sich mir nicht. Die Türkei ist von der EU abhängig, nicht umgekehrt.
Vielleicht weil die Türkei kein unbedeutender Staat ist!

Die Türkei hat ungefähr so viele Einwohner wie D (ca. 80. Mio), ist NATO-Mitglied und, das dürfte mit der wichtigste Grund sein, in D leben ca. 3,5 Mio. Türken, bzw. Menschen mit türkischen Wurzeln.

Es ist niemandem damit gedient immer mehr Öl ins Feuer zu schütten.

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m.gu 04.02.2018, 11:11
21. Lieber Herr Popp, ihr Beitrag ist gut gewählt und zum Teil

super erklärt. Doch es fehlt meiner Meinung nach, die Leser aufzuklären, wie das Kräfteverhältnis auf beiden Seiten aussieht. Die Kurden in Afrin sind leichtbewaffnete geschätzte maximal 10 000 Kämpfer, ohne Luftabwehr. ohne Luftwaffe, ohne Panzerverbände und schwere Kriegstechnik. Auf der anderen Seite eine starke Luftwaffe, 1 000de von Panzern und Geschützen, geschätzte 20 000 Kämpfer der FSA (Söldner der Türkei) sowie geschätzte ca. 600 000 türkische Soldaten. Es ist ein ungleicher Kampf, wo bereits viele Zivilisten in und um Afrin getötet worden sind. Bereits vor dem Einmarsch in Syrien wurden 100de wehrlose Kurden getötet, siehe Beweis Quelle: "Menschenrechtler: 88 Tote bei türkischen Angriffen in Syrien." Wohlgemerkt an 1 Tag, unter den Toten 29 kurdische Kinder. In meinen A eine Schande, dass auch die deutsche Regierung teilnahmslos zuschaut, anstatt diesen ungerechten Krieg der Türkei gegen ein kleines Volk von 1,5 Millionen Menschen, die bis heute nachweisbar die meisten Opfer im Kampf gegen den IS zu beklagen haben, zu verurteilen.

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n.strohm 04.02.2018, 11:11
22. Die Denkensweise:

"Bist du nicht meiner Meinung, dann bist du ein Terrorist" führt zur Radikalisierung der bis jetzt noch eher gemäßigten Erdogan Gegner.
Ich denke, Erdogan will genau das erreichen, um seine "Diktatur" im Nachhinein darüber zu rechtfertigen. Was war zuerst da die Henne oder das Ei. Beweisführung in einer derartigen Regierungsform unmöglich.
Erdogan braucht neue und die Wiederbelebung alter Feinde um sein Vorgehen weiter zu rechtfertigen. Die meisten Gülen Anhänger wird ja bereits eingebuchtet haben.

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SPONU 04.02.2018, 11:12
23. Ich verwette meinen Arm

Zitat von thompopp
Wenn ein Staat im 21. Jh. einen seit jahrzehnten vorhandenen Konflikt mit Krieg lösen will, dann ist er nicht reif für die EU. Alle Verhandlungen müssen sofort eingestellt werden. Aber Gespräche und Kaffee- bzw. Teekränzchen sind natürlich gut weil so der Dialog bestehen bleibt. Aber Handel von relevanten Waren sind auch sofort einzustellen --> Türkei-Sanktionen!
...darauf dass die EU noch immer sog. „Heranführungshilfen“ an die Türkei zahlt, die ihre Strukturen und Prozesse fit für den Beitritt machen sollten. Das hatte man nach Erdogans Säuberungen nach dem „Putsch“ wohl reduziert aber wie gesagt.....da fliesst noch der ein oder andere Euro Richtung Bosporus.

Und da man ja bekanntlich nicht exakt auf den Cent genau nachvollziehen kann wofür die Gelder verwendet werden, darf ich hier mal frech behaupten, die EU finanziert einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg der Türkei.
Lichterketten? Demos? Empörung? Fehlanzeige. Niemand will den Oberschleuser vom Bosporus verärgern bzw. seine Söldner auf Deutschem Boden.

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Circular 04.02.2018, 11:14
24. Zahlreiche deutsche Firmen haben ihre Produktion

Zitat von Paddel2
Es ist überfällig, die Türkei für den Kriegseinsatz zu sanktionieren! Warum man vor diesem für uns unbedeutenden Staat zurückschreckt, erschließt sich mir nicht. Die Türkei ist von der EU abhängig, nicht umgekehrt.
in die Türkei ausgelagert und die Fertigung in Deutschland eingestellt. Eine Sanktion würde in erster Linie diese Produktionen treffen, die man nicht mehr zurück verlagern kann.

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akarsu0 04.02.2018, 11:16
25.

Viele verstehen die Situation in der Türkei nicht. In der Türkei geht es nicht um Kurden gegen Türken. Viele Kurden unterstützen Erdo?an. Aber nur die muslimischen. Es ist mehr ein religions Krieg der in der Türkei herrscht. Erdo?an versucht durch Verhaftungen die "ungläubigen" weg zu sperren und die Posten mit islamisten zu besetzen und die Türkei so über Jahrzehnte zu prägen. Der Krieg in afrin nutzt Erdo?an sehr da viele Türken nationalistisch sind und jetzt sich alle hinter ihm versammeln. Man könnte meinen das ist Erdo?ans Projekt um die Präsidentschaftswahlen 2019 zu gewinnen.
Mich nervt es auch das über uns allgemein negativ in den Medien berichtet wird. Ich bin auch kurdischer Türke und die rückwärts gewandten Menschen die man in den Medien sieht, die für die Todesstrafe usw. Protestieren sind Muslime. Anstatt das sich Deutschland gegen diese gefährliche weltansicht stellt wird der Islam verharmlost, die leid tragenden sind die Minderheiten in muslimischen Ländern. Davor verschließt aber jeder die Augen.

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kuschl 04.02.2018, 11:21
26. Wo bleiben eigentlich die deutschen Aktivisten?

Wo bleiben eigentlich die Proteste deutscher " Aktivisten " gegen diesen Angriffskrieg auf die Kurden? Diese moralische Instanz ist doch sonst immer sofort zur Stelle, wenn auf der Welt Ungerechtigkeiten auch nur erahnt werden. Oder hat man einfach nur Angst, man bekommt, im Gegensatz zu Auseinandersetzungen mit der deutschen Polizei, vor den türkischen Botschaften eins auf die Nase?

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waelder 04.02.2018, 11:23
27. Minderheiten-Rechte

Zitat von pragmat
Die Kurden wollen keine Türken mehr sein, die Katalanen keine Spanier, die Nordiren keine Briten, die Tschetschenen keine Russen, die Süd-Sudanesen keine Sudanesen und so weiter und so weiter. Dahinter steckt dann immer eine Gruppe, welche die Herrschaft der Mehrheitsvölker ablösen will, damit sie ihre eigenen Leute als Minister, Staatsoberhäupter, Grubenbesitzer und was auch immer einsetzen kann. Wenn die dann noch Unterstützung von dunklen ausländischen Mächten bekommen, die ihr eigenes Süppchen kochen wollen, ist die Katastrophe da. Auch in der Türkei heißt es wieder mal: Cui bono? Wem nützt es, wenn Völker gegeneinander gehetzt werden?
Nahezu alle Konflikte auf dieser Welt werden dadurch ausgelöst, dass eine kleine Gruppe von einer größeren etwas verlangt und als Antwort ein "Nein" erhält.
Auf die angeführten Beispiele eingehend ist festzustellen, dass alle fünf ungefragt und gegen ihren Willen gewaltsam in die jeweiligen Staatsgebiete "eingegliedert" wurden.
Vor allem in Sachen Türkei gibt es einen Vertrag von 1920, der die Kurden-Frage lösen sollte. Die Türkeit weigert sich beharrlich auf diesen Vertrag einzugehen.

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fördeanwohner 04.02.2018, 11:24
28. -

Mal davon abgesehen, dass den Kurden großes Unrecht geschieht, ist auch der Einmarsch türkischer Truppen in Syrien, um dort vermeintliche Feinde der Türkei präventiv zu bekämpfen, ein ganz klarer Verstoß gegen das Völkerrecht.
Und warum will Erdogan eigentlich noch weitere Flüchtlinge schaffen und Zivilisten töten? Gibt es davon noch nicht genug?!
Es ist eine große Schande, dass gegen diesen Kriegstreiber - anders kann man diesen Herrn nun wirklich nicht mehr nennen - nichts unternommen wird. Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei sind das Mindeste.

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johankaiser 04.02.2018, 11:24
29. Konflikte könen sich bereichernd auswirken

Zitat von Jimmy.B.
Die Eskalation in Syrien und der Türkei wird auch auch auf Deutschland ausstrahlen. Auch die in D lebenden Türken und Kurden sind durch die dortigen Kriegshandlungen mittelbar betroffen, familiäre und emotionale Bindungen an eines der beiden Lager führt zwangsläufig auch hier zu Konflikten. Die zum Teil von Gewalt begleiteten Demonstrationen der letzten Tage und Wochen werfen hier ihre dunkle Schatten voraus. Die deutsche Regierung kann hier nur mäßigend einwirken indem sie von sich neutral verhält und beide Seiten zur Mäßigung, sowie zur Einstellung aller Kriegshandlungen aufruft.
Ich finde dass die Konflikte sich für die Gesellschaft hier bereichenrd auswirken klnnen, wenn es z.B. zu gemeinsamen Friedenskundegebungen der hier lebenden Türken und Kurden kommen würden. Es kann aber auch passieren dass die ausländischen Konflikte durch die hier lebenden Migranten nach DEutschland getragen werden, Ob wir das wollen?

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