Forum: Politik
Türkische Kriegsvorbereitungen: Erdogans gefährliches Spiel
Lefteris Pitarakis/AP/dpa

Die Türkei sieht den Weg frei für einen Militäreinsatz im Nordosten Syriens. Präsident Erdogan will dort nicht nur die Kurdenmiliz YPG vertreiben, ihm schwebt ein kompletter Austausch der Bevölkerung vor.

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ftraven 09.10.2019, 12:27
140. Das Pferd vom Kopf her aufzäumen

Hier scheinen ja viele Erdowahnfans unterwegs zu sein.
Hätte die Türkei nicht seit Jahrzehnten ihre eigene ehtnische Minderheit (Kurden) mit brutaler Gewalt
unterdrückt, gäbe es wahrscheinlich keine PKK.
Da aber ja alle Kurden (syrischen, irakischen) Terroristen sind, muss man sie vernichten. So ihr Weltbild. Weil
dies so ist, werden ja auch diese Kurden im irak bombardiert und tausende Zivilisten getötet.
Aber das wird eben von den Medien nicht transportiert.
Jetzt geht es um andere Dimensionen. Mögen sich die syrischen Kurden mit Assad verbünden gegen eine
Art eigener Status in Syrien und diesem offenbar bevorstehenden, völkerrechtswidrigen Krieg, die Stirn zeigen.
Hoffentlich mit sehr vielen MILAN aus deutscher Produktion.
Alle, die hier groß für Erdowahn posten, sollen sich direkt rekrutieren lassen und mit wehende türkischer
Fahne die Ehre der Türkei vor Ort verteidigen.
Man, wo sind wir hier?

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HanzWachner 09.10.2019, 12:31
141. Es ist immer der gleiche Ablauf...

...bei Diktatoren und Möchtegern-Feldherren. Zuerst wird die innenpolitische Macht durch "Säuberungen" in Verwaltung, Medien und Militär gestärkt, dann wird ein Krieg herbeigeführt, der zum Ruhm des Herrschers gereichen soll. In der Geschichte ist das meistens schief gegangen, das blendet Erdogan natürlich aus, denn er ist ja unfehlbar. Es muss erst wieder viel Blut fließen, Leid und Elend entstehen bis der GröFaz der Türkei endlich von der Geschichte hinweggefegt wird.

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charlybird 09.10.2019, 12:35
142. Austausch

der Bevölkerung klingt fast ein bisschen nach der Vertreibung der Armenier Anfang des letzten Jahrhunderts.
Das geschah auch innerhalb diverser Konflikte im Mittleren Osten.
Problem ist aber, die Armenier ließen es mit sich geschehen, weil die ganze Zivilbevölkerung ausgerottet und verjagt wurde, die Kurden werden sich dagegen nicht abschlachten lassen, wie eine Schafherde, sondern die werden sich wehren.
Erdogan sollte also schleunigst zur Räson gebracht werden, sonst gibt’s dort weiteres Elend.
Das Problem ist, der Mann braucht das nationalistische Tralala zur Festigung seiner politischen Position und wir haben keine starke Weltpolitik mehr, sondern nur noch eine mehrköpfige Machtkonstellation, die sich ihre Favoriten nach Geschäftsmodalitäten auswählt und sich die Zerschredderung des Nahen Ostens durch ihrer eigenen ''Eliten'' fast genüsslich aus der Ferne bekuckt.

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awu 09.10.2019, 12:38
143.

Ich kann für die Kurden nur hoffen, dass die Amerikaner, wenn sie abziehen, Luftabwehrraketen "vergessen", damit die Kurden nicht hilflos der türkischen Luftwaffe ausgeliefert sind.

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HeisseLuft 09.10.2019, 12:39
144. Was sollte das bringen?

Zitat von larrifarri!
Es bleibt der YPG lediglich das Bündnis mit Assad und die Hoffnung auf Zusprüche in Form einer Teilautonomie oder ähnlichem. Gleichzeitig hat Assad Zeit und wenn die Gegner sich untereinander zerfleischen auch einfacher für ihn... Der Westen lässt die YPG hängen und die EU hat nichts zu melden. Im Zweifel kann die EU mit Sanktionen und allem drohen, das wird in der Türkei niemanden stören, da man im Zweifel Flüchtlinge und IS-Rückkehrer nach Europa ziehen lässt.
Da wäre zu klären, was einen Assad denn attraktiver machen sollte als einen Erdogan?

Eine Miliz wie die YPG mag sich gegen Zusicherungen auf eine andere Seite ziehen lassen - aber gilt das auch für die übrigen Beteiligten in der Region? Und das Schicksal arabischer Kommandeure, die an der sogenannten "Reconciliation" Assads und Russlands teilgenommen haben, ist eher abschreckend. Viele wurden anschließend an anderen Fronten verheizt, andere wurden später liquidiert - und keiner weiß genau, ob es Racheakte verbliebener Rebellen waren oder Assads Geheimdienste.

Ihrem zweiten Absatz stimme ich zu.

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freddygrant 09.10.2019, 12:50
145. Die Regierungen der ...

... Bundesrepublik Deutschland haben sich durch die
Waffenlieferungen (besonders Leopard-Panzer) im
anstehenden Agressions- und Terrorkrieg von Erdogans
Türkei gegen die Kurden auf syrischem Teritorium
schuldig gemacht. Das ist eine schwere Verletzung
der eigenen Politik und Gesetze. Die aktuelle Kanzlerin
tut gut daran, schnellstens eine eindeutige Haltung
im Fall des weiteren Einmarsches der Türken in Syrien
darzulegen und jegliche Waffen- und Teilelieferung an
die Türken zu unterbinden. .

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Pelegarrrincha 09.10.2019, 12:51
146. die türkei wird allein gelassen

erst kommt der westen setzt alles in brand in der nachbarschaft der türkei.....dann wenn die türkei den brand ein bisschen löschen will
Fängt der westen an alles besser zu wissen und droht der türkei.
Dabei scheint eines klar zu sein ....es wäre für die weltgemeinschaft billiger gewesen den türken viel mehr geld für die flüchtlingsbewältigung
Zur verfügung zu stellen....als zu sehen wie eventuell ein dritter weltkrieg ausbricht.
Die politiker sind einfach zu gierig
Und was die kurden angeht in syrien ..... viele von ihnen sind radikal.... .sie unterscheiden sich kein bisschen von den radikalen islamisten in ihrem wesen....denn menschen ermorden können sie beide gut.
Keine von den beiden sind pazifisten

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barrakuda64 09.10.2019, 12:51
147. Ukraine 2.0?

Angela Merkel arbeitet sich an einem ihrer Lieblingsprojekte, den "Normandie Format" Gesprächen wegen des Russland-Ukraine Konflikts ab, wohlwissend, dass sie sowieso nichts bewegen kann. Es macht aber einen guten Eindruck, wenn man die "Vernünftige" zum Besten gibt. Hier könnte sie Flagge zeigenm BEVOR der Konflikt vollends eskaliert. Denn im Prinzip ist es nichts anderes, als die Situation Russland-Ukraine, wobei man sagen muss, dass die Krim den Ukrainern von den Russen "geschenkt" wurde. Das, was hier in Kürze mit den Kurden passieren wird, ist viel schlimmer - man marschiert in ein fremdes Land ein, auf das man zu keiner Zeit Anspruch hatte und wird die kurdische Bevölkeung versuchen zu vernichten - vermutlich mit Erfolg. HIER könnte Merkel das wirtschaftliche Gewicht von Deutschland oder der EU in die Waagschale werfen und der Türkei jegliche Wirtschaftshilfe versagen, sowie eine Reisewarnung herausgeben. Wenn der Tourismus noch weiter in die Knie geht, dann ist es gleich vorbei mit Erdogans Herrlichkeit. Wie blöd muss Merkel eigentlich sein, dass sie immer noch nicht kapiert hat, dass man Erdogan in aller Öffentlichkeit in den Hintern treten und blamieren muss, ansonsten lernt er seine Lektion nie! Aber wahrscheinlich ist Deutschland schon so abgehalftert, dass uns sowieso niemand mehr ernst nimmt - wie auch? Eine Handvoll U-Boote von denen keines funktioniert, Kampfjets, die nicht funktionieren, Transall, die auseinanderfallen und ansonsten funktioniert bei der Truppe auch nicht viel. Die Bundeswehr ist ein Spiegelbild Deutschlands: heruntergekommen, heruntergeschlampt, heruntergewirtschaftet und "geführt" von inkompetentem, korruptem Personal. Von Merkel erwarte ich nur noch eins - dass sie schnellstmöglich scheitert und zurücktritt. Es wäre eine Wohltat für Deutschland! Wer ernstgenommen will, der muss auch militärisch in der Lage sein, seine Interessen durchzusetzen! Konsenspolitik ist eine typisch deutsche Erfindung, eine "lasche Friede-, Freude-Eierkuchenblasenwelt", in der sich Deutschland, insbesondere durch die Grünen und Linken seit mittlerweile Jahrzehnten befindet.

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schnurre64 09.10.2019, 12:56
148. Stichwort Afrin

Zitat Maximilian Popp: Bereits im Januar 2018 hatten türkische Truppen die Provinz Afrin von der YPG erobert.
Falls ich mich richtig erinnere, war Afrin vor der ethnischen Säuberung noch eine syrische Provinz gewesen.

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spon-facebook-10000012354 09.10.2019, 12:58
149. Zu ihrer Zusammenfassung

Zitat von Er@l
Mal abgesehen vom üblichen "Türkenbashing". Bitte versuche Sie sich doch mal in die Gedankenwelt der "Türken" in der Türkei und der Deutsch-türken in Deutschland zu versetzen. Die letzeren bekommen alle Artikel und Reaktionen Live und in den Meiden mit. Die ersteren werden von diversen Türkischen Medien stark beeinflusst. (...)
Einige Anmerkungen zu ihrem m.E. etwas konfusen "Kommentar" (AFD usw):
1. Die AKP und Erdogan sind nicht die "Türkei", sondern ein System dass sicherlich noch schwache demokratische Tendenzen hat, aber im wesentlich autokratisch vom System "Erdogan" geleitet wird.
2. Insofern richtet sich die Kritik gegen dieses System, nicht gegen die Türkei und die Bevölkerung.
3. Das Versagen der EU bestreitet niemand.
4 Die Besetzung des kurdischen Gebietes in Syrien verstößt nicht nur gegen das Völkerrecht, sondern kostet viele Menschenleben auf allen Seiten. Auch die türkischen Soldaten werden vermutlich große Opferzahlen zu beklagen haben.
5. Das Problem PKK/YPG wird durch diese Besetzung nicht einer Lösung näher gebracht, sondern in einer nicht zu prognostizierenden Weise verschärft.
6. Zutreffend ist der hohe Anteil von Flüchtlingen in der Türkei. Der angebliche Gedanke einer Umsiedlung verstößt nicht nur gegen das Völkerrecht, sondern wird ebenfalls den Konflikt weiter verschärfen.
Fazit: Ein Beitrag zur Lösung des Problems durch eine Besetzung des Gebietes ist nicht zu erwarten. Eher dürfte das Gegenteil eintreten.

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