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Türkischer Journalist: Ausländerbehörde dementiert Ausweisung von Adil Yigit
DPA

Der türkische Journalist Adil Yigit sollte aus Deutschland ausgewiesen werden. Ein entsprechendes Papier liegt ihm nach SPIEGEL-Informationen vor - doch die Ausländerbehörde will ihm humanitären Schutz gewähren.

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Shismar 29.10.2018, 16:18
10. Offensichtliche Trolle

Gleich die ersten Kommentare offensichtlich rechte Trolle, liebe SPON Moderation, muss das sein?

Die Ausländerbehörde hat zumindest nicht vorab klar gemacht, dass eine erneute Aufenthaltserlaubnis erteilt wird. Ebenfalls ist nicht einzusehen, warum sich der Status von Herrn Yigit verschlechtern muss.

Wenn überhaupt, sollte einer Person, die sich seit 36 Jahren in Deutschland aufhält und die sich nichts zuschulden hat kommen lassen, eine unbegrenzte, nicht mit Auflagen versehene Aufenthaltserlaubnis erteilt werden.

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lektra 29.10.2018, 16:18
11. Wie bei allen alarmistischen Berichten (hier z.B. von der Taz, ...

... bitte immer auch bei der Ausländerbehörde nachfragen. So, wie darüber berichtet wurde, konnte es gar nicht sein: "Ausweisung", weil er seinen Lebensunterhalt nicht verdient?! Das war klar, dass der Bericht vorne und hinten nicht stimmt. Es mutete eher wie eine Kampagne an, als daraus direkt eine geplante Abschiebung konstruiert wurde (die wäre bei der Tätigkeit von Herrn Yigit unter der momentanen türkischen Führung nie geben würde). Nun hört man, dass dem Betreffenden wohl klar war, dass die ABH ihm lediglich eine Aufenthaltserlaubnis nach einem anderen (humanitären) Zweck geben wollte. Man sollte nicht mit verzerrten Darstellungen an die Öffentlichkeit gehen, weil die Bereitschaft der Hilfsbereiten irgendwann erlahmt, wenn man so an der Nase herumgeführt wird.
Adil Yigit: "Damit werden mir meine Rechte genommen." - Diese Aussage muss man nach dieser Kampagne mit Vorsicht genießen. Wenn die gewünschte Aufenthaltserlaubnis per Gesetz nur bei Sicherung des Lebensunterhalts möglich sein sollte (und/oder wenn er in familiärer Gemeinschaft mit seinen Kindern lebt - das wird nicht so ganz klar), dann kann die ABH das Recht nicht beugen und sie trotzdem erteilen. Wenn er von seinen Rechten spricht, sollte er auch erklären, weshalb er ein Anrecht auf Verlängerung des aktuellen Aufenthaltstitel zu haben glaubt. Im betreffenden Paragraphen ist dann nachprüfbar, ob eine Verlängerung unrechtmäßig verweigert wird.
Es ist halt auch seltsam, dass jemand 39 Jahre in Deutschland lebt und noch keinen sicheren Aufenthalt hat. Nach mindestens 5 Jahren kann man eine Niederlassungserlaubnis beantragen - dann hat man das sicherste Aufenthaltsrecht, das Deutschland vergibt. Spätestens nach 8 Jahren kann man die Einbürgerung beantragen und die Voraussetzungen dafür sind noch geringer als die bei der Niederlassungserlaubnis. Dass man in 39 Jahren nicht irgendwann mal an dem Punkt gewesen sein soll, die nicht überbordend strengen Voraussetzungen zu erfüllen, um eine Niederlassungserlaubnis oder die Einbürgerung zu beantragen, ist eher ungewöhnlich.

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Hollowmen 29.10.2018, 16:22
12. ...

Gestern haben hier noch alle auf diesen schlimmen Staat geschimpft, obwohl aus dem Artikel keine näheren Informationen ersichtlich waren. Jetzt klärt sich wohl alles auf.

Aber das Herr Yigit jetzt hier "Theater" macht empfinde ich als undankbar der Gastfreundschaft diese Landes gegenüber.

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markus_wienken 29.10.2018, 16:29
13.

Zitat von Shismar
Gleich die ersten Kommentare offensichtlich rechte Trolle, liebe SPON Moderation, muss das sein? Die Ausländerbehörde hat zumindest nicht vorab klar gemacht, dass eine erneute Aufenthaltserlaubnis erteilt wird. Ebenfalls ist nicht einzusehen, warum sich der Status von Herrn Yigit verschlechtern muss. Wenn überhaupt, sollte einer Person, die sich seit 36 Jahren in Deutschland aufhält und die sich nichts zuschulden hat kommen lassen, eine unbegrenzte, nicht mit Auflagen versehene Aufenthaltserlaubnis erteilt werden.
Dumm nur, dass das auf diesen Herren nicht zutrifft. Er hätte aufgrund seiner kriminellen Machenschaften (Paßfälschung, Waffen- und Sprengstoffbesitzt) bereits in den 90ern abgeschoben werden müssen).

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In Kognito 29.10.2018, 16:36
14. In wessen Namen, auf welcher GESETZLICHEN Grundlage?

Wer ist "Die Ausländerbehörde" und wer gab die (An) Weisung? und wer ZAHLT?

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lektra 29.10.2018, 16:39
15. Behörden sind an Recht und Gesetz gebunden

Zitat von dirkcoe
Warum lassen die Behörden diesen Journalisten nicht einfach seinen bisherigen Status behalten? Nach so vielen Jahren in Deutschland ist er ein gut integrierter Bürger - auch wenn er einen türkischen Pass besitzt.
Weil die Behörde keine Organisation ist, die nach eigenem Gutdünken einen Status erteilen darf, wenn die rechtlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind. Das ginge nur, wenn Behörden eine Art Herrscher aus eigenem Recht wären und mittels Gunsterweisung Privilegien verteilen könnten. So was ist nur unter absolutistischer Herrschaft möglich - da konnten Könige, Kaiser oder Fürsten im Mittelalter nach Gusto Rechte zuerkennen (aber auch Rechte nehmen), denn es gab kein Gesetz, an das sie gebunden waren. Heute gibt es sowas nur in Diktaturen - oder in korrupten Systemen. Wir sollten im eigenen Interesse froh sein, dass Behörden in diesem Land nicht "einfach" willkürlich handeln dürfen, sondern an Recht und Gesetz gebunden sind.

Für gut integrierte Bürger gibt es diverse Möglichkeiten, ihren Aufenthalt in Deutschland zu verfestigen. Weshalb das hier in 29 Jahren nicht möglich war, ist die Frage.

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undog 29.10.2018, 16:48
16. "14. In wessen Namen, auf welcher GESETZLICHEN Grundlage?"

Zitat von In Kognito
Wer ist "Die Ausländerbehörde" und wer gab die (An) Weisung? und wer ZAHLT?
In der Ausländerbehörde wird willkürlich entschieden, anderenfalls bitte ich um Aufklärung warum nicht das BAMF entscheidet, welches seine Berichte mit Empfehlungen an die Azusländerbehörde sendet.
Die Anweisungen kommen von Politikern, anderenfalls: von wem sonst?
Der Steuerzahler zahlt - wer sonst?
Das Problem mit diesen "humanitären" Entscheidungen ist das Signal an Millionen potentieller Flüchtlinge, auch bei BAMF Ablehnung, nicht ausgewiesen zu werden.

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sparrenburger 29.10.2018, 16:50
17. kann mir schon vorstellen,

dass es nicht einfach ist mit dem Hr. Yigit. Aber das dieser Bescheid so schnell nach seiner Aktion bei der Pressekonferenz erstellt wurde ist eigenartig. Entweder wußte Hr. Yigit was dich da anbahnt und hat schnell noch ein T-shirt drucken lassen oder da wurde im Hintergrund telefoniert, nachdem er auf der Pressekonferenz war. Zufall ist das aber sicher nicht.

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bürgerfred 29.10.2018, 16:53
18. allzeit hyperaktiver Empörungsjournalismus

Wir müssen von Journalisten erwarten, dass sie erst genau hinsehen und dann berichten. Leider neigen unsere (links)liberalen Journalisten dazu, bei bestimmten Reizthemen (oder wenn's andere von der Zunft schon vorgemacht haben) erst mal ihre Empörung in die Feder fließen zu lassen und allenfalls danach mit ihrem eigentlichen Job anzufangen, nämlich der Recherche. So arbeitet man genau den Falschen in die Hände! Ist doch wirklich nicht schwer zu begreifen.

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cyoulater 29.10.2018, 16:54
19. Liebe Leute von SPON

Auch Ihnen stünde es gut an, vielleicht das eine oder andere Mal nachhaltiger zu recherchieren, bevor Sie einen Artikel raushauen. Gestern hieß es noch, der Herr Y. werden abgeschoben - heute nun sieht das alles schon ganz anders aus. Warum fragen Sie nicht erst einmal bei der betreffenden Behörde nach, bevor Sie einen scheinbaren Aufreger publizieren? Nun geht es also nur um eine (offenbar rechtmäßige) Änderung des Aufenthaltstatus', die keineswegs eine Abschiebung zur Folge hat; im Gegenteil, es wurde ihm zugesichert, dass er eine weitere Bleibemöglichkeit haben wird. Dass es anders sein könnte, vermutet nun der Herr Y., das kann er machen. (Viel Vertrauen in den deutschen Rechtsstaat scheint er nach all den Jahren nicht zu haben.) Ich denke aber mal, die Behörde entscheidet nach Gesetzeslage und nicht nach dem Bauchgefühl des Betroffenen. Also was haben wir nun? Viel heiße Luft, einen Sturm im Wasserglas, einen Herrn Y., der seinen neuen Status nicht annehmen mag - muss er ja auch nicht, nur ist er dann ausreisepflichtig. Wenn dieser Journalist hier seit 36 Jahren mit unklarem Status lebt, sein Brot verdient, sicherlich integriert und vernetzt ist, seinen Lebensmittelpunkt also in Deutschland hat - warum hat er nicht von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, diesen Status durch die deutsche Staatsbürgerschaft zu festigen?

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