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Türkisches Militär in Syrien: Bleibt Erdogan stur, wird es fürchterlich
AP

Die Militäroffensive der Türkei in Syrien stockt. Präsident Erdogan kündigt eine Ausweitung der Kämpfe an - und riskiert damit eine humanitäre Katastrophe.

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hornochse 13.02.2018, 20:24
100. So ist das

Erst ist das Wort und der Handschlag nichts mehr Wert, dann Verträge, dann Bündnisse. Wohin man blickt es gibt nur noch armselige unehrenhafte egozentrische machtgeile Chaoten die meinen sie müssten regieren. Pfui ist das alles!

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wordfix 13.02.2018, 20:28
101. Vorgeplänkel zu Größerem

Israel schafft im Süden, vollkommen unberichtet ( Wink mit Zaunpfahl, liebes SPON) eine 30km breite Pufferzone. Die USA bauen ihre Präsenz mit mehreren Basen im Norden aus. Die Kurden sind über Deir ez Zor hinaus und sollen, so scheint es ,weitere Gebiete von der SAA erobern und von Süden auf Afrin stoßen. Der Libanon wird ebenfalls unruhig. Die USA haben explizit die Rückgabe des Gebiets an die SAA verhindert und möchten den Zusammenschluß der Gebiete mit Rojava. Das wird die Türkei mit allen Mitteln verhindern. Normalerweise lief es so: man schickte Teile der eigenen IS-Truppe wo hin,erledigte seine nützlichen IS-Idioten nach "Abkommandierung" der "Offiziere" später selber oder durch die eigenen Milizen und besetzte die Region. Dummerweise hat Rußland die US-IS'ler fast vollständig getötet. Die Assad-IS'ler wurden von der SDF neutralisiert, die Türkei-IS'ler sind in Idlib gebunden, während Israels IS'ler in Jordanien und auf dem Golan festhängen. Und deshalb ist es strategisch richtig für die Türkei, mit allen notwendigen Mitteln den Pufferbereich jetzt zu schaffen, bevor die USA sie vor vollendete Tatsachen eines Kurdenstaats auf syrischem Boden stellt und ein wirklich ausgewachsener Krieg droht. Die Zeit des Proxy-Militia-War ist vorüber. Was ich so las: daß es im Interesse der meisten Foristen ist, daß es zum Krieg zwischen den USA und Kurden einerseits und der Türkei und ihren Alliierten kommt, es läuft also gut, behaupte ich mal. Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß dann Rücksicht auf Zivilisten genommen wird.

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don_spon 13.02.2018, 20:32
102. Bis er übertreibt

Erdogan hat wohl tatsächlich grossosmanische Träume. Seine Lieblingsserie im türkischen TV hat die große osmanische Geschichte zum Thema. Ein grossosmanisches Reich wird es aber kaum geben. An den Kurden muss er sich ja abarbeiten, damit eines seiner Hauptfeindbilder erhalten bleibt (Kurden und Gülenbewegung).
Das ist ihm und sehr vielen Türken aber scheinbar ein Bedürfnis. Er zieht also den Kurden Genozid durch. Soweit die Kurden, die ja offenbar durchaus keine blossen Opfer sind, das zulassem. Solange er nicht völlig durchdreht und amerikanische Soldaten im Zuge der Kämpfe tötet, wird man ihn aber gewähren lassen aus wirtschalftlichen Gründen und weil die Türkei immer noch Natomitglied ist. Wenn die Türkei aus der Nato fliegt und die wirtschaftliche Zusammenarbeit auf Eis gelegt wird, wird er sich nochmal dramatisch radikalisieren. Aktuell ist das ja noch gebremster türkischer Schaum. Mein Mitleid für die türkischen Opfer hält sich in Grenzen.Wie es um die türkische Opposition steht kann ja jetzt schon keiner mehr sagen. Das erste Opfer des Krieges (und von Diktaturen) ist die Wahrheit.

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cypeak 13.02.2018, 20:34
103. also...

also marschiert erdogan mit seiner armee in ein fremdes land ein, schlicht weil es ihm nicht passt wer da so lebt?
davon abgesehen dass es ein land im brügerkrieg ist und alle vor allem eins können: viele leben verlieren!

als putin damals die krim besetzte und die souveränität eines landes verletzte gab es riesige wogen der empörung...

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wekru 13.02.2018, 20:41
104. bitte mehr differenzieren

Kobane liegt im Kernland der Kurden östlich des Euphrat. Afrin ist hingegen eine Enklave in der Provinz Idlib westlich des Euphrat. Der IS wurde dort bereits vor über 5 Jahren vertrieben, primär von der Nusra unter Mithilfe der FSA. Einen SDF gab es da noch nicht.
Da niemand jemals in Idlib war und mit eigenen Augen gesehen hat was dort in den letzten 5 Jahren passiert ist, beruhen alle Urteile auf Hörensagen und Quellen, die man kritisch sehen sollte. Es werden viele Millionen ausgegeben und viele Leute beschäftigt mit dem Ziel, die Verbrechen des Regimes zu relativieren und die Phobie westlicher Zuschauer vor dem Islam anzuheizen. Real sind vor Ort einfach nur Leute, die nicht länger in einer Diktatur leben wollen und über diesen Konflikt in Kämpfe verwickelt wurden. Einige sehen es mit dem Glauben enger und andere weniger, aber niemand in Idlib teilt die Gedankengänge und Methoden des IS, weswegen der IS dort auch sehr schnell rausgefolgen ist. Es hat ferner niemand Interesse an Terroranschlägen im Ausland oder an einem Rechtsverständnis, bei dem Leute Gliedmaßen abgeschlagen werden oder Personen wegen Liebesaffären gesteinigt werden. Man sollte schon so fair sein und Unterschiede erkennen. "Radikalislamisch" ist ein Etikett, dass in diesem Krieg schnell verteilt wird um als Rechtfertigung herzuhalten für ein "legitimes Töten". Diesem Morden ist die arabische Bevölkerung in Idlib seit Jahren ausgesetzt ohne besondere Anteilnahme westlicher Zuschauer. Sie wird nicht getötet von Islamisten, sondern der eigenen "Regierung" und deren Helfern. Hat sie kein Recht auf Leben und Selbstverteidigung? Und falls doch, wer steht diesem Teil der Bevölkerung bei ausser die Türkei? Das ist der Punkt. Während die YPG nach Assad ruft und ihr kurdisches Reich vom Kernland bis nach Afrin ausdehnen will, sind die Araber der Türkei verbunden und wollen nicht von der Türkei abgeschnitten werden. Im Gegenteil hoffen sie auf eine Sicherheitszone unter türkischer Kontrolle, mit Postämtern, Schulen und Krankenhäusern vom türkischen Staat organisiert etc. Dagegen kämpft die YPG an und deswegen stehen die Araber in vorderster Linie, vor den türkischen Soldaten. Nicht weil sie "radikalislamisch" sind, sondern aus Höflichkeit gegenüber den Türken, von denen sie sich mehr Hilfe erhoffen, aber von denen sie nicht erwarten, dass diese für ihre Angelegenheiten und Interessen ihr Leben riskieren.

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Andraax 13.02.2018, 20:42
105. Pressefreiheit

Zitat von Kanka73
Journalismus hat weder Ehre noch Stolz. Es ist sogar in Deutschland über den Verfassungsschutz. Denn Sie können schreiben und berichten was Sie wollen. Unabhängig welche Folgen und Konsequenzen haben kann.
Ihrer Wortwahl entehme ich, dass Sie Journalsimus bevorzugen, der eine ganz bestimmte Meinung vertritt, und wenn dies nicht die Meinung der Regierung ist, Journalisten inhaftiert und verurteilt werden. In Deutschland gilt die Pressefreiheit, und die bedeutet, dass Journalisten schreiben und berichten können, was sie wollen. Es ist die Aufgabe des Lesers sich ein Bild zu machen und nicht die des Staatsführers eine Vorauswahl für die Leser zu treffen!

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recepcik 13.02.2018, 20:43
106. @elveda

Woher nehmen Sie sich das Recht für die Kurden zu sprechen. Ich habe vergessen, daß in der Türkei den Kurden verboten ist zu reden. Leute wie Sie müssen dann für die Kurden reden und entscheiden was für sie richtig ist. Es ist aber einfach gelogen zu behaupten die Kurden würden für Erdogan gegen die YPG kämpfen. Sogar ihre türkische Medien zählen 30 Islamistische Terrorgruppen, die für Erdogan kämpfen. Das machen sie aber nicht um seine falsche Politik anzuprangern, sondern um die Größe der dschihadistischen Allianz anzupreisen.

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Yabanci Unsur 13.02.2018, 20:54
107. Wiener Ohrfeige

Wie ernst ist im Orient das Kriegsgeschrei zu nehmen? Der Vater der "Mutter aller Kriege" hat sich in einem Erdloch verkrochen. Rabiater türkischer Nationalismus ist nichts Neues: bis 1999 haben sie alljährlich die Griechen in der Ägäis ersäuft und bis Anfang der 2000er Jahre die armenischen Banden vertrieben. Die Realität ist ernüchternder; das Großmaul Bahçeli hat sich in seiner Jugend vom Wehrdienst freigekauft, die Söhne Erdoğans ebenso. Der Schuh drückt woanders. Laut einer neuen Umfrage sehen 15% eine Gefahr im Terrorismus (der z.Zt. in Afrin bekämpft werden soll), aber über 40% in der Wirtschaft. Vor einem Jahr war das Verhältnis noch umgekehrt. Es ist schwer zu erkennen, wie Krieg und Ausnahmezustand den Trend, den sie verursacht haben, umkehren sollten.

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Liberalitärer 13.02.2018, 20:55
108. Glaubwürdigkeitsprobleme

Zitat von cypeak
also marschiert erdogan mit seiner armee in ein fremdes land ein, schlicht weil es ihm nicht passt wer da so lebt? davon abgesehen dass es ein land im brügerkrieg ist und alle vor allem eins können: viele leben verlieren! als putin damals die krim besetzte und die souveränität eines landes verletzte gab es riesige wogen der empörung...
Herr Erdogan hat ja in Moskau nachfragen lassen und besagter Herr Putin fand das wohl ganz in Ordnung, wenn das über seinen Schreibtisch ging ( die Fotos gingen um die Welt)

Afrin war ja russischer "Machtbereich".

Da hat jetzt jemand ein echtes Glaubwürdigkeitsproblem. Vor allem , wenn die Sache dort wirklich schief geht, wird sich mancher schon fragen, wie und warum man die russischen Militärbeobachter abgezogen hat.
Die USA würden das nicht tun und stehen zu ihren Verbündeten.

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dgbmdss 13.02.2018, 20:58
109. mehr MILAN Raketen für die Kurden...

ist das beste Mittel Erdogan's Mütchen zu kühlen. Nachdem Erdogen die fähigen türkischen Truppenführer inhaftiert hat, haben die Kurden mit den Erdogan Getreuen die nachgerückt sind, leichtes Spiel. Den Fehler hat schon Stalin gemacht und so der Wehrmacht den Vormarsch im Osten erleichtert. Genauso wie es ungebildete Russen gibt, die Stalin heute noch verehren, wird auch der Sultan Erdogan sein unverbesserlichen Anhänger haben.

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