Forum: Politik
Tunesien in der Krise: Aufstand der Enttäuschten
REUTERS

Tunesien gilt als Vorzeigeland des Arabischen Frühlings - doch der Mord an einem Oppositionspolitiker zeigt, dass die junge Demokratie bedroht ist. Islamisten versuchen, auch dort ein neues religiöses Regime zu etablieren, notfalls mit Gewalt.

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trallala34 08.02.2013, 18:17
10.

Zitat von Teile1977
Ja klar, an allem ist der Westen Schuld. Das die Leute selber was auf die reihe bringen um ihre Despoten loszuwerden kommt ihnen nicht in den Sinn. Die sind wohl zu Doof dafür?
Die Tunesier haben ganz wie der Rest der Frühlingsländer mehrheitlich in freien Wahlen für islamistische Diktatoren gestimmt. Insofern ist Ihr Post unlogisch.
Zitat von Teile1977
Und was wäre passiert wenn Gadafi mit seiner Armee in Lybien gesiegt hätte hmmm? Gadafi (Beiname "Der Gute und Gütige") hätte Blümchen verteilen lassen? So wie zurzeit in Syrien?
Dann gäbe es in Mali, Libyen und wohl auch Syrien heute deutlich weniger Leid und Zerstörung.

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atech 08.02.2013, 18:18
11.

Zitat von deb2011
Es scheint sich zu bestätigen, dass Muslime noch nicht reif sind für die Demokratie.
Irrtum. Die Muslime, die die Regime in Tunesien und Ägypten stürzten, sind nicht diejenigen, die die Islamisten an die Macht gewählt haben. Die Muslime, die heute in Tunsesien und Ägypten demonstrieren sind diejenigen, die nach dem Regimesturz freiheitlich-liberale Demokratien wollten.
Zitat von
Und, machen wir uns nichts vor: Die große Mehrheit der Muslime in diesen Ländern unterstützt diese theokratischen Regime.
weil die Mehrheit der Menschen in diesen Ländern ungebildet ist. Und ungebildete Menschen sind nunmal religiös und Obrigkeits-hörig.
Aber die Islamisten werden es schon schaffen, auch die Mehrheit der Bürger ihres Landes davon zu überzeugen, dass ein Gottesstaat nicht der Himmel auf Erden ist... im Gegenteil...

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seneca55 08.02.2013, 18:18
12. Die Revolution frißt schon ihre Kinder??

Irgendwie keine Überrasschung, was gerade in Tunis - Benghazi - Kairo und Timbuktu passiert.
Die Enttäuschten machen Rabbatz, aber wenn sie nicht bis zum Äußersten gehen werden die Eigentumsverhältnis bleiben wie sie sind und ein Umverteilung der Vermögen nicht stattfinden, d.h. alles bleibt wie es ist, nur die Freiheiten werden wieder von den Islamisten im öffentlichen Leben kassiert:
Die muslim Frauen laufen dann rum wie in Berlin-Neukölln oder Duisburg-Marxloh oder Köln-Keupstr.oder Shopping Malls von Doha oder Dubai und schieben Kinderwagen.
Es gibt weder Jobs in Tunis -Benghazi - Kairo oder Timbuktu für die Enttäuschten.
Also was bleibt schon außer ein frommer Moslem zu sein oder zu werden.

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trallala34 08.02.2013, 18:26
13.

Zitat von atech
Irrtum. Die Muslime, die die Regime in Tunesien und Ägypten stürzten, sind nicht diejenigen, die die Islamisten an die Macht gewählt haben. Die Muslime, die heute in Tunsesien und Ägypten demonstrieren sind diejenigen, die nach dem Regimesturz freiheitlich-liberale Demokratien wollten.
Ja, aber diese echten Demokraten sind hoffnungslos in der Minderheit

Zitat von atech
weil die Mehrheit der Menschen in diesen Ländern ungebildet ist. Und ungebildete Menschen sind nunmal religiös und Obrigkeits-hörig.
Demokratie hat eben auch Nachteile.
Wenn die Mehrheit religiös und ungebildet ist, dann gehts steil bergab.

Zitat von atech
Aber die Islamisten werden es schon schaffen, auch die Mehrheit der Bürger ihres Landes davon zu überzeugen, dass ein Gottesstaat nicht der Himmel auf Erden ist... im Gegenteil...
Ja, das wissen z.B. die Iraner schon lange. Aber die werden ihr Mullah Regime nicht so schnell wieder los.

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welfe 08.02.2013, 18:28
14.

Auch der naivste deutsche Gutmensch sollte mittlerweile begriffen haben, dass Islamisten den "arabischen Frühling" zur Machtergreifung genutzt haben.

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seine-et-marnais 08.02.2013, 18:31
15. Der Friede sei mit Euch

Zitat von atech
eine Einmischung durch die westlichen Länder wäre der großte Bärendienst, den man den säkularen oder liberalen Muslimen in Tunesien oder Ägypten überhaupt erweisen könnte.
Da sprach doch gerade der tunesische Präsident am 06.02 vor dem Parlament der EU, kurz nach dem Attentat. Vidéo : à Strasbourg, Moncef Marzouki entre dans l'histoire du Parlement européen | Jeuneafrique.com - le premier site d'information et d'actualité sur l'Afrique Der gute Mann ist immerhin ein Vertreter der Parteien die diese Situation zu verantworten haben. Und das EU-Parlament applaudierte. Folgendes aus dem Link ;"À la fin de ce discours historique, qu'il a conclu par « Que la paix soit avec vous ! », les députés de toutes tendances politiques confondues se sont levés et ont ovationné M. Marzouki. L’euro-député vert Daniel Cohn-Bendit, tout comme le chef de file des conservateurs Joseph Daul, étaient submergés par les larmes. « Cela a été un des moments les plus émouvants ici au Parlement depuis longtemps », a reconnu le président de l'institution, l'Allemand Martin Schulz. « J'ai rarement vu des collègues si durs et si forts normalement pleurer ensemble, de gauche à droite, donc c'était un moment exceptionnel », a-t-il déclaré, la voix nouée."
Zusammengaefasst, Cohn-Bendit wurde von Tränen überwältigt, und Martin Schulz sprach mit erstickender Stimme von einem der bewegenstgen Augenblicke des Parlaments der EU seit langer Zeit.
Ich wollte meinen Augen und Ohren nicht glauben als ich dies in den ARTE-Nachrichten sah. Der Redner repräsentiert immerhin eine Regierung, eine Partei, die Oppositionelle und Kritiker verfolgt.

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hubertrudnick1 08.02.2013, 18:36
16. Religion/Ideologie

Zitat von Sabi
Vorbild islam. Iran - Die Jugend und das Volk machten die Revolution, dann kamen Islamisten aus ihren Verstecken und stahlen sie ! Jetzt führen ein Repressions -Regime à la Stalin und Hitler !
Religionen und Ideologien sind untauglich einen Staat und Gesellschaft im Interesse der Menschen zu führen.
Nur wer die Trennung akzeptiert kann weiterkommen.
HR

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mbockstette 08.02.2013, 18:37
17. Mit Schimpf und Schande

Zitat von widder58
Überall, wo Westen und Golfstaaten die Länder destabilisiert haben um ungeliebte Ex-Verbündete loszuwerden, ist das erwartete Chaos ausgebrochen. Für den Krieg im Irak und die Folgen mußte sich kein einziger westlicher Politiker verantworten- das macht internationale Gerichtshöfe zur Farce. In Tunesien spielt sich gleiches ab wie im von der NATO zerbombten Libyen oder Ägypten. Die vom Westen gewollte Destabilisierung fällt der ganzen Welt auf die Füße. Aber man wills offenbar, wie Syrien zeigt, immernoch nicht begreifen.
Ihr Beitrag besteht aus unreflektierten Behauptungen und anti-westlicher Draufhau-Rhetorik. Sie ignorien nicht nur die wahren Gründe der Araberrebellion sondern verfälschen die Abläufe in infamer Art und Weise. Womöglich hat der Westen auch noch den Gemüsehändler Mohamed Bouazizi am 17. Dezember 2010 in Sidi Bouzid in Brand gesetzt, weil er Ex-Präsiden Ben Ali lso werden wollte. Sidi Bouzid hat sich nicht aus Wut oder Ärger über den Westen verbrand, sondern wegen der trostlosen Zustände und mangelden Perspektiven für sein weiteres Leben.

Würden Sie in Tunis mit Ihren abgedroschenen und gelinde gesagt verlogenen Argumenten hausieren gehen , Sie würden von den Demonstranten in die Wüste geschickt werden und zwar mit Schimpf und Schande.

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jjh76 08.02.2013, 18:49
18.

Zitat von sysop
Tunesien gilt als Vorzeigeland des Arabischen Frühlings - doch der Mord an einem Oppositionspolitiker zeigt, dass die junge Demokratie bedroht ist. Islamisten versuchen, auch dort ein neues religiöses Regime zu etablieren, notfalls mit Gewalt.
Machen wir uns nichts vor: Die "ancien regimes" von Tunis bis Kairo sind nicht gefallen, weil es dort plötzlich eine flächendeckende "geistig-moralische Wende" gab. Sie fielen, weil der innere Druck durch massive soziale und ökonomische Probleme zu groß geworden war. Armut, Korruption, Arbeitslosigkeit und gallopierendes Bevölkerungswachstum beim völligen Fehlen von Ressourcen und tragfähigen politischen Konzepten.
Meinetwegen hat der Westen hie und da, je nach Interessenlage nachgeholfen, aber ohne endogenen Überdruck wäre da nichts gegangen.

Nun, die Diktatoren sind weg, die Probleme sind immer noch da. Jetzt beginnen die Leute dort zu begreifen, dass diese Probleme nur sehr, sehr schwierig zu lösen sind und schon gar nicht von rückwärtsgewandten Steinzeitklerikern. Sie haben Wunder von der Revolution erwartet und wie bei jeder Revolution sind diese Wunder ausgeblieben. Aber es ist dem Menschen offenbar inhärent, dass er diese Erkenntnis auf dem rauhen Weg lernen muss - die Verlockungen der Heilsversprecher sind einfach zu groß.

Der positive Nebeneffekt könnte sein, dass die religiösen Ultras als das entlarvt werden was sie sind - als Schwätzer, die auf kein weltliches Problem eine konstruktive Antwort haben. Wenn die arabische Welt das versteht, wird bei ihr flächendeckend das beginnen, was das "christliche" Abendland schon vor 300 Jahren durchgemacht hat - die Emanzipation des Geistes von der Religion, die Aufklärung. Das hat auch bei uns Blut gekostet.

Der Gewinn für sie, für uns, für die gesamte Menschheit wäre enorm - mehr als man mit jeder Kriegsmaschinerie erreichen könnte.

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edmond_d._berggraf-christ 08.02.2013, 19:09
19. Lange dürften die mohammedanischen Eiferer über das Morgenland herrschen

Wie es scheint ist der Sieg der mohammedanischen Eiferer im Morgenland unabwendbar, denn entweder verschaffen sich diese die Macht über Wahlen wie in Ägypten oder mit roher Gewalt wie in Syrien; und im Grunde genommen kehrt das Morgenland damit in den Zustand vor dem Ausgreifen der europäischen Mächte zurück, da das mohammedanische Religionsgesetz seit den Tagen des Arabersturmes dort herrschte und es eine Trennung von Staat und Religion niemals gab, was freilich nicht heißt, daß nicht minder Potentat seine liebe Mühe mit den Schriftgelehrten, welche Anstoß an seinem sündigen Lebenswandel nahmen, hatte.
Die einzige Hoffnung wäre hier, daß die Eiferer an den großen wirtschaftlichen Problemen des Morgenlandes scheitern, aber diese dürften nun ihre Vorstellungen mit gewalttätiger Inbrunst verwirklichen und auf absehbare Zeit jede geistige Gegenströmung ausschalten, denn jeder, der gegen ihre Lehren ist, lehnt sich ja bekanntlich gegen den Willen der mohammedanischen Gottheit auf.

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