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TV-Auftritt von Hollande: Oberlehrer der Nation
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Untätigkeit und Inkompetenz wurde François Hollande vorgehalten, jetzt erklärte er sich in einem Fernsehinterview - bestimmt und zugleich nachsichtig. Er hält trotz minimalen Wirtschaftswachstums an Einsparungen und Steuererhöhungen fest, verspricht aber mehr Tempo bei Reformen.

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johnnychicago 09.09.2012, 23:45
1. So So

Zitat von sysop
Untätigkeit und Inkompetenz wurde François Hollande vorgehalten, jetzt erklärte er sich in einem Fernsehinterview - bestimmt und zugleich nachsichtig. Er hält trotz minimalen Wirtschaftswachstums an Einsparungen und Steuererhöhungen fest, verspricht aber mehr Tempo bei Reformen.
Hollande will also die Steuern erhöhen.
Wann merken eigentlich diese "Experten", dass mit Steuererhöhung noch nie eine Krise gemeistert wurde, sondern nur die Symptome gelindert werden und somit die Therapie aufgrund fehlender Symptome nicht stattfindet, bis es zu spät ist und die Krise schlimmer ist als vorher.
Es ist zum Verzweifeln was in der europäischen Politik für ein Mist gebaut wird.
Der Karren wird voll gegen die Wand gefahren (wenn er es nicht schon längst ist)
Auf meinem Konto wird das Geld auch nicht mehr, auch nicht wenn ich es vom meinem Sparbuch auf mein Konto setze und somit den Anschein erwecke ich wäre flüssig.
Wer wirklich sparen will (wenn das mit dem heutigen Zinssätzen und der Inflation und/oder Teuerung überhaupt noch möglich ist) der muss seine Ausgaben reduzieren und dort investieren wo es bitter nötig ist.
Dan verkneife ich mir mal den neuesten Flachbildschirm und Soundanlage und investiere in eine neue Heizung und in eine bessere Isolierung.
Auf Länderebene wäre dies z.B. das Gesundheitssystem und das Bildungssystem sowie das Schaffen neuer Arbeitsplätze und die Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit.

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snark0815 09.09.2012, 23:47
2.

Es war alles vorhersehbar, wurde allenthalben prognostiziert und nun ist es eingetreten: Hollande, als "Anti-Sarkozy" angetreten, errang seine Präsidentschaft, weil er virtuos mit dem diffusen Unbehagen spielte, das die Franzosen gegenüber dem Sonnenkönig Sarkozy empfanden.

Die Substanz seiner Politik? Null zum gegenwärtigen Zeitpunkt, auch null nach den berühmt-berüchtigten 100 Tagen seiner Regentschaft. Es gibt, ausser mauen verbalen Bekundungen und irrealen Steuerplänen für Gutverdiener, nicht die Spur eines Planes, wie Frankreich sich aus dem Euro-Schlamassel befreien will. Man muss die Befürchtung hegen, dass sich Frankreich nunmehr endgültig zu den südeuropäischen EU-Schwachstaaten gesellt und die Spaltung Europas damit weiter vorantreibt.

Fällt Frankreich, führt an einem Währungssplit zwischen einem "Nord-" und einem "Süd-Euro" kein Weg mehr vorbei.

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pauerkraut 10.09.2012, 01:38
3. Als Sozialist

und mit sozialistischem Programm KANN das garnicht gutgehen......

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spon-facebook-1049022215 10.09.2012, 06:40
4. Ein Niemand

Dieser Präsident ist aus der Art geschlagen: seit Beginn der Fünften Republik war kein französischer Präsident so schwach und so farblos und die wenigen Impulse, die er gab, haben der europäischen Sache mehr geschadet als die griechische Untätigkeit.

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seine-et-marnais 10.09.2012, 07:24
5. Agenda 2014

Zitat von sysop
Untätigkeit und Inkompetenz wurde François Hollande vorgehalten, jetzt erklärte er sich in einem Fernsehinterview - bestimmt und zugleich nachsichtig. Er hält trotz minimalen Wirtschaftswachstums an Einsparungen und Steuererhöhungen fest, verspricht aber mehr Tempo bei Reformen.
Hollande sprach wörtlich von einer 'Agenda 2014', dh entscheidende Reformen werden erst für 2014 in Angriff genommen.
Kurzfristig sind nur die Aenderungen vorgesehen um das Loch im Haushalt zu stopfen, und auf dem Arbeitsmarkt gibt er Arbeitgebern und Gewerkschaften einen Zeitraum bis Ende für Verhandlungen des Jahres bevor sich der Staat enschaltet wenn die beiden Seiten sich nicht einigen können.
Bei der von ihm angedeuteten 'Agenda 2014' kann man nur hoffen dass er da nicht die deutsche 'Agenda' zeitlich versetzt kopieren will. Reformen sind angesagt, aber so einseitig wie in Deutschland die Arbeitnehmer und Rentner verdammt wurden die Zeche zahlen, so geht es in Frankreich nicht.

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sozialemarktwirtschaft1 10.09.2012, 07:49
6. Richtiger Weg

Zitat von sysop
Untätigkeit und Inkompetenz wurde François Hollande vorgehalten, jetzt erklärte er sich in einem Fernsehinterview - bestimmt und zugleich nachsichtig. Er hält trotz minimalen Wirtschaftswachstums an Einsparungen und Steuererhöhungen fest, verspricht aber mehr Tempo bei Reformen.
Hollande schlägt den richtigen Weg ein. Die Franzosen sollten mehr Geduld aufbringen, denn sie haben einen Präsidenten, der das wahre Übel anpackt. Der Zusammenhalt der Gesellschaft muss gestärkt werden, in dem u. a. die Wohlhabenden stärker zur Kasse gebeten werden. Allerdings müssen die zusätzlichen Einnahmen auch sinnvoll eingesetzt werden. Wenn, wie hier zu lesen ist, der reichste oder einer der reichsten Franzosen deswegen plötzlich Belgier werden will, sieht man nur, das Kohle diesem egoistischen Menschen am wichtigsten ist und sein Land und seine Mitmenschen sch....egal. Deutschland kann sich von der Politik Hollande´s mindestens eine Scheibe von abschneiden. Hier wird Politik in die anglo-amerikanische Richtung betrieben (Schere zwischen arm und reich driftet immer weiter auseinander). Die Großen werden geschont, die Kleinen werden geschröpft!

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verstehnix 10.09.2012, 07:52
7. Sozialisten sind immer so,

wenn sie auf dem Stuhl sitzen, haben sie keine Ideen mehr und setzen Fett an. Speziell dieser Mann ist ein Bürokrat.

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josefsson 10.09.2012, 07:58
8. da fehlt nur noch das berühmte Zitat

von Lothar Matthäus: Man darf den Sand nicht in den Kopf stecken.
Bis unsere Freunde in F merken, welchen Chef sie sich da gewählt haben, wird ihr Land wirtschaftlich ein fettes Stück tiefer eingesackt sein.
Exemplarisch ein Beispiel: Die "Sicherheitsausgaben" sollen gleich bleiben. Aha. Selbst sein Vorgänger wollte die exorbitant hohen Kosten für die nukleare Bewaffnung kürzen.

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mant 10.09.2012, 08:12
9. Dommage

Wir leben seit einem Jahr wieder in Frankreich. Es ist einigermassen frustrierend, die verbalen Regierungsversuche des amtierenden Apparates mitverfolgen zu müssen. Seit der Wahl wurde nicht viel getan, ausser ein paar Reiche des Landes zu verjagen; zugegebenermassen eine "symbolische" Reaktion, aber halto doch naiv, da viele der Superreichen hier immer noch für Wachstumsdynamik und eine ganze Menge Arbeitsplätze stehen. Wenn man dann im Interview des Wirtschaftsministers hören darf, er sei "überzeugt, die reichen Franzosen seien ausreichend patriotisch, um im Land zu bleiben", überschreitet der Grad an Naivität die Grenze zur Arroganz. Man bekommt den Eindruck, die PS hat noch nicht begriffen, dass es keine "Übungsphase" beim Regieren gibt. Dazu kommt der gefährliche Hang zu Althergebrachtem hierzulande, die Angst vor der Veränderung, die Verschiebung systemisch etablierter Kategorien. Schliesslich die grundpessimistische, fast schon fatalistische Einstellung, am besten noch vor der auftauchenden Schwierigkeit "defaite" zu deklarieren. Es ist jammerschade, eines der schönsten Länder dieser Welt, mit phantastischer Kultur, Wiege vieler Grundfesten unserer Zivilisation, derart dahinwabern zu sehen. Und Monsieur le Président de la Republique mit seinem recht hilflos erscheinenen Regierungsteam tut leider zur Zeit nicht das Richtige, um dem Land den notwendigen Ruck und die erforderliche Energie zu geben. Dommage, on verra.

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