Forum: Politik
TV-Debatte der Kleinparteien: Angriff der Giftzwerge
DPA

Wortgefechte, Flunschen, genervte Moderatoren: In der Fernsehdebatte der Kleinparteien kam Wahlkampfstimmung auf. Was bei einer verwirrenden Sendung gar nicht so leicht war.

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Paul-Merlin 05.09.2017, 01:01
1. Andere Wahrnehmung ...

Das sich die AfD-Politikerin Weidel selbst zerlegt haben soll war wohl Wunsch der SPON-Kommentatoren. Tatsächlich hat Weidel mit ihren Beiträgen Sachkunde und Weitsicht gezeigt. Ihrem Hinweis, dass mit der AfD in Kürze die einzig echte Opposition im Bundestag einziehen wird ist voll zuzustimmen.

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thequickeningishappening 05.09.2017, 03:43
2. Die sogenannten "Kleinparteien"

bringen es zusammen immerhin auf 40%! Von Diesen haben mindestens Drei (AfD, FDP, Die Linke) Das Potential, Zweistellig zu werden waehrend bei der SPD die reale Moeglichkeit < 20% besteht! Wo sind die großen Wahlkampfrunden (Strauß/Wehner/Geißler/ Lambsdorff/Schily) wie es Sie früher einmal gab?

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Teddi 05.09.2017, 04:04
3. Wenn zwei sich streiten

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Darauf läuft es doch hinaus mit all den Kritikern, die solche Streitereien toll finden. Man möchte zusehen, wie sich die Leute so richtig bösartig zoffen, erst dann macht es richtig Spaß. Die das wollen, sind nach meiner Meinung doch nur Leute mit der Mentalität derer, die sich die schlecht gespielten, lauten Streitereien gern anschauen, die man in den langweiligen, sogenannten Dramen des sogenannten wahren Lebens auf RTL, Vox, usw. anbietet. Wenn solch ein lautes Drama in Politik vorkommt, sind Inhalte und Vorschläge nur noch Nebensache, denn erst die feindliche Anmache scheint zu vermitteln, dass sich was bewegt. Tut es aber nicht. Und größere Klarheit gibt es dadurch auch nicht. Wir wussten auch vor diesen, medienmäßig genannten Schlagabtausch (schon die Bezeichnung ist eklig), wo diese Individuen mit ihrer Einstellung in ihren jeweiligen Parteien zuhause sind. Daher ist mir ein ruhiger, intelligenter Austausch, bei dem man sich nicht in Missachtung dauernd ins Wort fällt, weit lieber. Eben wie es bei Merkel/Schulz geschah. Denn von den beiden habe ich mehr info mitgenommen als von den letzten Fünfen, auch wenn es bei M/Sch nicht viel Neues war und wenn auch einige Themen fehlten. Ich würde mir mehr von dem spontanen Frage-Antwort-Spiel wünschen, das man sich dieses Mal ausgedacht hatte. Aber dann sollte das Mikrofon des Fragenden gleich nach der Frage kurzzeitig abgestellt werden. Damit man die Antwort auch klar und ohne Zwischenrufe hören und verstehen kann. Es braucht allerdings auch gewieftere Moderatoren, die gut leiten können, wie ich meine, Moderatoren, die aber auch selber darauf verzichten jemanden ins Wort zu fallen. So etwas nervt mich immer, egal wann und wo es geschieht. Vielleicht liest dies ja einer von ihnen und versucht mal was Neues.

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fly8 05.09.2017, 05:04
4. Die Akademisierung der AfD

Das, was u.a. hängen blieb ist, dass Frau Weidel darlegte, die AfD habe die höchste "Akademisierungsquote" auf der Liste. Das passt ja wirklich wunderbar zu einem Grossteil ihres Wählerpotentials, die sich als die Abgehängten unserer Gesellschaft verstehen.

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steveleader 05.09.2017, 05:10
5. Ich fürchte...

wir werden bei der Bundestagswahl eine Überraschung erleben. Die AfD und seine im Netz sehr lauten Anhänger setzen in Deutschland bereits die Themen. Die demokratischen Parteien kommen mir dabei vor wie ein Wal an Land.
Ich hoffe nur inständig das die Wahlbeteiligung hoch sein wird und der Wähler sich besinnt wer die Grundlagen gelegt hat das Deutschland nach dem Krieg ein so großartiges Land geworden ist.

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2cv 05.09.2017, 06:24
6. Sahra Wagenknecht

Frau Wagenknecht hat - auch wenn es der Autor dieses Beitrags unterschlagen hat - die Frage des Abends an die AfD gestellt, nämlich zu den "Halb-Nazis" in der AfD. Sie hat für mich die beste Gesamt-Leistung an diesem Abend gebracht, viele Fakten und Argumentationsketten klar herausgearbeitet, und ihre Position konsistent vermitteln können. Das ist den anderen nicht so deutlich gelungen, bei Lindner Özdemir sind "bildhafte Sprüche" leider nicht stark sondern Stammtischparolen. Die AfD ist fūr mich klarer Verlierer des Abends. Sich über die Intellektuellenquote definieren zu wollen ist armselig.

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optimist1965 05.09.2017, 06:25
7. unterhaltsam war's

unterhaltsamer als Merkel und Schulz war die 5er Runde in jedem Fall, es waren dann doch aber zu viele Themen für zu wenig Zeit.
Jeweils profitiert haben in ihrem Sinne und für ihre Wähler Lindner, Özdemir und Wagenknecht. Frau v. Weidel ist für ihre Partei zu akademisch, Herr Herrmann war in dieser Runde eh fehl am Platze. Trotz einiger Unruhe, die eher durch die Moderatoren verursacht wurde, war's insgesamt eine gelungene Diskussion, sogar mit ein paar Überraschungen.

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772e0fbe 05.09.2017, 06:40
8. Gut? - Mehr davon!

Vielen Dank an alle Parteien und Moderatoren für diesen Auftritt.
Ob dieser Auftritt nun gesellschaftlich wertvoll war oder nicht will ich nicht kommentieren. Drei Kritikpunkte möchte ich einbringen, da ich hier verlorene Möglichkeiten sehe.

1. Die Öffentlichen werden über die GEZ bezahlt. Können sich also auch Sendungen mal leisten, die vielleicht weniger Zuschauerzahlen als der Tatort bringen. Eine Visualisierung der Wahlmänner und Spitzenpolitiker aller Parteien halte ich in einer Demokratie für sinnvoll. Eine Möglichkeit wäre es doch jeder antretenden Partei, in solch einem Format, einem Fünfer "Kampf", die Chance einzuräumen aktiv Stellung zu beziehen. Wann folgen die anderen Parteien? Hier wird Wahlkampf herabgewürdigt. Man nimmt an, die typischen großen Parteien machen das Rennen. Fertig. Der Rest, alle Randparteien, dürfen sich im WahlOMat äußern. Einige Parteien finanzieren sich streng und ohne größere Lobbyisten Vereine. Sie wären auf ein kostenloses Format, zur Selbstdarstellung, angewiesen. Auch fände ich es persönlich sehr interessant, andere Parteien und ihre genaue Stellung zu weiteren Themen zu erfahren.

2. Ein Faktencheck. Die Moderatoren bereiten sich ja, da sie die Themen im vorab kennen, sicherlich auch darauf vor. Diskussionen verlaufen aber meist wie folgt: Politiker A: Ich habe recht; 1/3 sowieso. Politiker B: Nein, ich habe recht 5/10. Theoretisch müsste es doch für die Redaktion möglich sein während der Diskussion schnell Zahlen einfließen zu lassen, mit Quellenangabe. Die Frage wie viele Flüchtlinge nun (etwa) zu uns kamen, kann doch am besten das BAMF klären. Anschließend kann jeder selbst bestimmen, welche Quelle er vertrauen mag. Aktuell laufen solche Debatten eher auf Wohlfühl-Faktor oder am Ende müssen Journalisten und Zeitungen analysieren und erklären. Warum keine gut organisierte und klare Ansage, durch einfließen von Fakten während der Sendung?

3. Die Moderatoren und Politiker wissen sicherlich bereits vor der Sendung, dass sie nur begrenzt Redezeit geniessen und eben nicht ständig Meinungen vertreten dürfen, sondern auch, wie in einer Demokratie gefordert mal andere sprechen lassen müssen. Die ständigen Ermahnungen der Moderatoren, die Erklärungen ihrerseits, haben das Format in seiner Aussagekraft geschwächt. Ich hatte zeitweise das Gefühl, es ginge nur noch um die Zeitfrage. Wieso müssen sich hier die Moderatoren rechtfertigen?
Mögliche Lösungen oder Versuche: Einführung der gelben und rote Karte. Erst Ermahnung bei penetranten Besserwissern und anschließend die rote Karte für 5 Minuten Redeverbot. Wer dann nicht hört, darf den Saal verlassen. Man gibt dem Format einen angemessen Zeitrahmen. Wenn ständig auf die verlorene und kurze Zeit hingewiesen werden muss, dann halte ich eine Änderung für sinnvoll.

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Wahrheit2011 05.09.2017, 06:55
9.

Kapiere ich nicht. Das waren gute Kandidaten und Kandidatinnen, dem stimme ich zu.

ABER: Frau Mikich und der Herr, den ich gar nicht kannte, machten eine unterirdische Gesprächsführung. Dieses ständige Unterbrechen, dazu wurden die Kandidaten daran gehindert, die exakt gleichen Fragen wie die jeweils anderen Kandidaten (der gestrigen 5 insgesamt) zu erhalten und dazu etwas zu sagen. Das hätte einen besseren Vergleich ermöglicht.

Endlich einmal durfte jemand aus der AfD ausreden. Das ist sehr gut, wenn ich da an die Vergangenheit denke bzw. das Nicht-Einladen in der Vergangenheit, mindestens einmal gewesen. Das war gestern spitze. Auch das, was Frau Dr. Weidel sagte.

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