Forum: Politik
TV-Debatte im Europaparlament: Vorteil Vestager
Francisco Seco/ AP

Wer wird neuer EU-Kommissionschef? Die sechs Anwärter lieferten sich nun eine lebendige Diskussion - am Interessantesten war der Auftritt von Geheim-Kandidatin Margrethe Vestager.

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Xicht123 16.05.2019, 09:24
30.

Webers Aussage der Klimaschutz würde Arbeitsplätze kosten ist, wie gewohnt, einfach nur kurzsichtig. Wenn wir in der Zukunft technologisch überhaupt noch Euro er Rolle spielen wollen sollten wir endlich anfangen uns wirtschaftlich auf die Zukunft vorzubereiten. Und hier muss der Startschuss von der Politik kommen. Wer aber die evp wählt, wählt den Abstieg, wählt die Vergangenheit.

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28zwei27 16.05.2019, 09:25
31.

Zitat von Schnabbelschnute
Ich wollte es mir gestern Abend anschauen, weil ja Euro -Politk wichtig ist! Leider hatte dieses Vorhaben ein sehr schnelles Ende, weil weder im Internet noch im TV keine Simultan Übersetzung stattgefunden hat! Ich kenne nur sehr wenige Menschen, die ohne Übersetzung sich diese Runde anschauen könnte, der Rest war wie ich frustriert, weil wir weder Englisch noch Französisch verstehen...wenn eine solche Veranstaltung Groskotzig als Event angekündigt wird, dann bitte auch mit Übersetzung in der Sprache für das jeweilige Land...für mich war leider nach 5 Minuten Schluss!
1. PHOENIX übertrug live, simultan übersetzt. HD-Bild.
2. tagesschau24 übertrug live, simultan übersetzt. HD-Bild
3. ORF2 übertrug live, simultan übersetzt.
4. Auch EURONEWS bot eine simultan übersetzte Übertragung an.*
Mindestens diese vier Sender hätten Ihnen weiterhelfen können. Frei empfangbar.
5. Die ARD bot zudem einen LIVE-Stream an. (Sollte heute dann auch in der Mediathek verfügbar sein)

*Nachzusehen bei YT:
https://www.youtube.com/watch?v=DcvxJBmj6DQ

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im_ernst_56 16.05.2019, 09:27
32.

Zitat von im_ernst_56
Der Kommissionspräsident oder die Kommissionspräsidentin wird nicht direkt vom Volk gewählt (und auch nicht von den Redaktionen der Zeitungen oder Fernsehanstalten bestimmt). Der Präsident der Europäischen Kommission wird jeweils nach der Europawahl vom Europäischen Rat mit qualifizierter Mehrheit vorgeschlagen und anschließend vom Europäischen Parlament mit absoluter Mehrheit der Mitglieder gewählt. Deshalb müsste Vestager die europäischen Regierungen und die Mehrheit der Abgeordneten des Europaparlaments überzeugen. Die Fernsehveranstaltung war also in gewisser Weise ein Scheingefecht.
Noch eine Ergänzung. Frau Vestager ist nicht die Kandidatin der europäischen Sozialdemokraten und der europäischen Grünen, sie ist auch nicht parteilos, sondern die Kandidatin der europäischen Liberalen. Wer die Wahl Frau Vestagers zur Kommissionspräsidentin unterstützen will, müsste also liberal (bei uns also FDP) wählen. Zu diesem Hinweis mochte sich der Beitrag aber nicht hinreißen lassen.

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lalito 16.05.2019, 09:48
33. Dafür

Zitat von im_ernst_56
Noch eine Ergänzung. Frau Vestager ist nicht die Kandidatin der europäischen Sozialdemokraten und der europäischen Grünen, sie ist auch nicht parteilos, sondern die Kandidatin der europäischen Liberalen. Wer die Wahl Frau Vestagers zur Kommissionspräsidentin unterstützen will, müsste also liberal (bei uns also FDP) wählen. Zu diesem Hinweis mochte sich der Beitrag aber nicht hinreißen lassen.
Gibt doch das Forum, die Handlungsanweisung kam hier und wurde auch gleich genüsslich zersaust . . . ;-))

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tinnytim 16.05.2019, 09:52
34.

Zitat von fluxus08
Warum hat sich Varoufakis denn extra einen Wohnsitz in Berlin zugelegt, um als deutscher Europawahl-Kandidat antreten zu können? Weil es in Deutschland - anders als in anderen europäischen Ländern - keine Sperrklausel gibt, weswegen er sich hier bessere Siegchancen ausrechnet, als z.B. in Griechenland. Das einzige, was "gewaltig" an Varoufakis ist, bezieht sich auf sein Ego. Ansonsten benötigt der Herr eine Arbeit, die ihn ernährt - also geht er wieder in die Politik.
Mir ist bekannt, warum er in Deutschland antritt. Spricht doch nichts dagegen die Regeln des Wahlsystems zu seinen Gunsten zu gebrauchen. Viel interessanter ist doch, dass er seine gut bezahlte Professorenstelle in Athen für den Europawahlkampf sausen lässt.
Und zum Thema Ego: Stellen Sie sich vor, Sie müssten als erfahrener Internist mit Oberarztstelle an einem städtischen Klinikum in einem Ausschuss zusammen mit Provinzhausärzten auf Augenhöhe über eine Behandlung diskutieren. Ähnlich groß war nämlich die Diskrepanz über das Wissen volkswirtschaftlicher Zusammenhänge zwischen Varoufakis und seinen Amtskollegen damals. Es ist keine Arroganz, wenn man schlicht und einfach mehr Ahnung hat, als sein Gegenüber.

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kenterziege 16.05.2019, 10:04
35. Frau Vestager sollte es werden

Sie ist klug und tough. Der liebe Junge aus Bayern sollte es schon deswegen nicht werden, weil er Deutscher ist. Wir müssen uns an der Spitze klein machen, um in der Struktur stark sein zu können.
Die Deutschen sollten sich für das Amt des EZB-Präsidenten einsetzen.

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liberaleroekonom 16.05.2019, 10:29
36. Frau Vestager überzeugt absolut mit ihrer Wirtschaftskompetenz

Zitat von _gimli_
Vestager hat den Zusammenschluss von Siemens und Alstom als auch den Zusammenschluss von Thyssen-Krupp mit Tata Steel verhindert und damit langfristig Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze in der EU geschädigt. Diese Frau soll ein guter Kandidat sein? Sie ist ein Beispiel für fehlende Wirtschaftskompetenz in der europäischen Politik.
Ihren Beitrag muss ich mir unbedingt einrahmen. Sonst wird den Liberalen immer vorgeworfen nichts gegen den Turbokapitalismus zu unternehmen und die grenzenlose Konzentration von Eigentum zuzulassen. Und jetzt macht eine liberale Wettbewerbskommissarin ihren Job in dem sie eine zu große Machtkonzentration verhindert und es ist auch wieder nicht recht.

Unterstützt wurde Frau Vestager dabei übrigens auch von den deutschen Liberalen. Nicola Beer, ehemalige FDP-Generalsekretärin und jetzige Spitzenkandidatin für die Europawahl, sagte beispielsweise zum angedachten Zusammenschluss von Siemens und Alstom: "Niemandem nützt es, wenn man in Europa Monopolriesen heranzüchtet, denn dadurch werden sich letzten Endes die Preise für Verbraucher erhöhen und der Markteintritt von innovativen Start-ups erschwert." Würden internationale Unternehmen, etwa aus China, mit Dumpingpreisen oder Subventionen angreifen, sollte man nach den Regeln der WTO gegen sie vorgehen.

Ausgerechnet Frau Vestager fehlende Wirtschaftskompetenz vorzuwerfen, die sogar den Mut hat Amazon, Google, Apple, Starbucks und Co. die Stirn zu bieten und deren Marktmacht zu beschränken und gerecht zu besteuern, ist völlig unberechtigt. Ich persönlich halte sie - ganz im Gegenteil - für eine der kompetentesten und profiliertesten europäischen Politiker auf diesem Gebiet und werde sie selbstverständlich mit meiner Stimme am 26. Mai entsprechend unterstützen.

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polza_mancini 16.05.2019, 10:37
37. Siehste SPON!

Lobenswert! Zum gefühlt ersten Mal seit Jahren eine Darstellung ohne jeglichen Hinweis darauf, dass "Frausein" an sich schon eine Qualifikaton darstellen könnte! Sehr angenehme Person, erfrischende Kandidatin - auch wenn ich nicht alle Ansichten teile. Würde mir sehr wünschen, dass sie eine Chance bekommt!

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Hans_Suppengrün 16.05.2019, 10:40
38.

Zitat von hwmueller
[...] Ein Kernthema, wenn das Thema für die Normalos, die Migration, vor allem aus kulturftremden Länder und deren negativen Auswirkungen(Wohnungs- Bildungsnot, Sinken der Sozialetats, Verlust der kollektiven Identität und Verrohung des Umgangs miteinander) wird stillschweigend als unlösbar unter den Tisch gekehrt. [...]
Ich bin sehr froh, dass die Politiker noch nicht da angekommen sind, wo Sie sie gerne hätten...

Alles, was Sie aufzählen, wird der Migration doch nur zugeschoben: Wohnungsnot ist keine Migrationsfrage. Der (deutsche) Staat hat zu viel privatisiert, Heuschrecken eingeladen und erntet jetzt die Früchte dieser Arbeit. Migranten sind nur zufällig zum selben Zeitpunkt ins Land gekommen, haben aber nichts wesentliches zur Wohnungsnot beigetragen...
Bildungsnot ist auch eher ein Ergebnis von provinziellen Kultusministern, die sich seit Jahrzehnten nicht auf eine einheitliche Linie einigen können. Die Reformvorschläge, die seinerzeit vom Hamburger Senat versucht wurden, wurden dann auch von deutschen Wutbürgern verhindert...
Sinken des Sozialetats ist auch eher ein Thema des Arbeitsmarkts. Große Firmen zahlen keine Steuern. Lohndumping sorgt für hohe Sozialausgaben (weil auch Arbeitnehmer Geld vom Staat brauchen) und geringe Einnahmen (weil Mindestlöhner nicht genug verdienen, um relevante Steuerlasten zu tragen)...
Eine "kollektive Identität" ist auch so ein Mythos, den ich persönlich nie in mir gefunden habe. Das nimmt mir kein Migrant weg. Vielmehr bestehe ich darauf, mit manchem Europäer (LePen, Wilders, Meuthen, usw.) wirklich NICHTS gemein zu haben...
Verrohung des Umgangs geht wohl auch zum größten Teil von den oben genannten "Nichts-mit-mir-gemensam-Habenden" aus...

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zynischereuropäer 16.05.2019, 11:27
39. @hwmueller

Lesen Sie den Beitrag von "Hans Suppengrün" und nehmen Sie ihn zu Herzen. Wohnungspolitik und Bildungspolitik sind beides rein nationale Angelegenheiten, für deren Zustand Sie sich gen Berlin wenden dürfen. Migration spielt schon längst nicht mehr die Rolle im öffentlichen Diskurs wie noch vor einigen Monaten. Auch aus diesem Grund wendet sich unsere Alternative für Jammerlappen ja dem Klimawandel zu, mit bekannter Idiotie und Ignoranz. Zu guter letzt hätte ich jetzt noch eine Frage an Sie - welche kollektive Identität meinen Sie? Allgemeine Bestandteile des "Deutschseins" mag es ja geben, aber die kann jeder annehmen, der hier aufwächst. Ein Cem Özdemir ist mindestens genauso deutsch, wenn nicht "deutscher" als manche Eingeborenen. Zumal sich die absolute Mehrheit eher mit bzw durch die lokale Kultur identifiziert. Und da wird es dann schwierig. Was habe ich als Bayer mit einem Hamburger oder Ruhrpottler gemein? Vermutlich weniger als mit meinen "Nachbarn" die Straße runter, die in Österreich leben. Ich will damit explizit keine Gräben aufreißen oder Ausgrenzung betreiben, nur verdeutlichen, dass Ihr Konzept einer kollektiven Identität nicht ganz so einfach ist, wie Sie es sich evtl vorstellen.

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