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Ukraine-Gipfel: Der Mini-Kompromiss von Minsk
DPA

Der Ukraine-Gipfel in Minsk endet mit einem mühsamen Kompromiss: Ab Sonntag sollen die Waffen schweigen, eine breite Pufferzone soll Separatisten und Kiews Militär trennen.

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Msc 12.02.2015, 13:43
1.

Das nennt man wohl ein klassisches Déjà vu. Mir war so als hätten sich diese Leute schonmal in Minsk getroffen, eine Waffenruhe vereinbart und eine Pufferzone schaffen wollen. Aber wahrscheinlich hab ich das nur geträumt.

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tim.berg78 12.02.2015, 13:43
2. Was berichtet SPON da?

Seit wann, liebe Redakteure, ist eine Waffenruhe lediglich ein "Mini-Kompromiss"? Wieso nicht einfach zugeben, dass die Diplomatiebemühungen unserer Kanzlerin erfolgreich waren?

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spmc-135322777912941 12.02.2015, 13:45
3. Fast hätte ich es vergessen:

Danke Frau Merkel, merci Mr.Hollande,vielleicht reicht es ja für einen gemeinsamen Friedensnobelpreis. Ich bin dafür.

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joG 12.02.2015, 13:47
4. Das ist großartig....

.....wir mussten nur 10% der Ukraine für eine Waffenstillstand und zur Vermeidung des anhaltenden Gesichtsverlustes der EU übereignen. Da hat die Ukraine gestern aber Glück gehabt. Heute schlachten wir Griechenland.

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BaMargera 12.02.2015, 13:52
5. Der Minimal-Kompromiss wird leider nicht reichen und halten

Dazu fällt mir Goethes „Faust“ ein: „Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“. Es ist zwar sehr bedauerlich, aber die Waffenruhe wird nicht halten und das Abkommen ist das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben worden ist – dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen hat Russland noch keinen Landkorridor zur Krim (Stichwort: Mariupol), d.h. diesen werden die Separatisten für Putin noch freikämpfen. Außerdem ist ihnen das Gebiet, das sie derzeit kontrollieren, immer noch zu klein. Zum anderen verlangen die Separatisten, dass der Ostukraine weitestgehend Autonomie zugestanden wird, was bedeuten würde, dass die Ukraine die am stärksten industrialisierte Region des Landes verliert und damit quasi auf den Stand eines Agrarstaates zurückfällt. Was dies für die finanzielle Einnahmen-Situation der Ukraine bedeutet, kann sich jeder ausmalen. Weitere Forderungen, wie sie gestern Abend von Seiten der Separatisten zu hören waren – nämlich die Weiterbezahlung von Pensionen und Renten für die Menschen in der Ostukraine durch Kiew – sowie die Übernahme der Kosten für den Wiederaufbau der Ostukraine, sind blanker Hohn. Außerdem wurde die Forderung laut, dass die Ukraine als Land neutral bleiben und keinem Block (Osten – Westen) angehören soll. Wie kann es sein, dass sich die Ostukraine vom Rest des Landes quasi lossagen und innigste Beziehungen zu Russland aufbauen darf, die Separatisten aber gleichzeitig von der „Rest-Ukraine“ fordern, dass sie keinem westlichen Bündnis beitritt? Und wenn ich mir dann noch den Satz von Sergei Lawrow vom letzten Wochenende („Für die Spannungen zwischen Russland und dem Westen sind nicht die Ereignisse in der Ukraine im vergangenen Jahr verantwortlich, sondern die Entwicklungen während der vergangenen 25 Jahre.“) in Erinnerung rufe, dann klingt das für mich eher danach, dass Russland an dem Punkt angekommen ist, an dem es vom Westen eine Entschuldigung für die schäbige Behandlung in der Vergangenheit sowie – als Zeichen der Aufrichtigkeit, der Reue und des guten Willens des Westens – Zugeständnisse in der Ukraine-Frage erwartet. Und diese Zugeständnisse sollen so substanziell ausfallen, dass sich Russland dieses Mal als Sieger fühlen und darstellen kann. Ein 50:50, bei dem beide Seiten bekommen, was sie möchten, wird Putin nicht reichen – da müssen dieses Mal schon 70:30 oder 80:20 zu Gunsten Russlands bei rauskommen, sozusagen als Wiedergutmachung.

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fritze_bollmann 12.02.2015, 13:56
6. Putin und die Krim in Minsk

Angeblich steht in der Minsker Vereinbarung "...Der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, der Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, der Präsident der Französischen Republik, François Hollande, und die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland, Angela Merkel, bekräftigen ihre uneingeschränkte Achtung der Souveränität und der territorialen Unversehrtheit der Ukraine...."

Und was wird mit der Krim, lieber Herr Putin? Verschlafen?

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wolly21 12.02.2015, 13:56
7.

Zitat von tim.berg78
Seit wann, liebe Redakteure, ist eine Waffenruhe lediglich ein "Mini-Kompromiss"? Wieso nicht einfach zugeben, dass die Diplomatiebemühungen unserer Kanzlerin erfolgreich waren?
Wieso "Diplomatiebemühungen unserer Kanzlerin"? Haben sich Hollande und Steinmeier weniger bemüht?

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Hajojunge 12.02.2015, 13:56
8. Warum keine sofortige Waffenruhe? Putins Anruf genügt!

Bis Sonntag können die russischen Truppen die Ostukraine also noch kräftig zusammenschießen und vollendete Tatsachen schaffen. Keine Rede von Frieden oder gar Rückzug der Russen. Was Putin sich einmal einverleibt hat, gibt er nie wieder her.
Die USA und England stehen unterdessen ratlos vis-a-vis.

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zynik 12.02.2015, 13:58
9.

Zitat von tim.berg78
Seit wann, liebe Redakteure, ist eine Waffenruhe lediglich ein "Mini-Kompromiss"? Wieso nicht einfach zugeben, dass die Diplomatiebemühungen unserer Kanzlerin erfolgreich waren?
Oh Gott, jetzt geht das wieder los. Keine Sorge, Bild & Co werden die tragende Rolle "unserer Kanzlerin" als Friedensengel schon noch gebührend würdigen.

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