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Ukraine-Konflikt: Lawrow nennt russische Aktionen Einsatz für Menschenrechte
AFP

Das ist eine eigenwillige Sichtweise: Beim russischen Vorgehens im Ukraine-Konflikt gehe es um eine Verteidigung der Menschenrechte, sagte Außenminister Lawrow vor dem Uno-Menschenrechtsrat in Genf. Man denke in erster Linie an die ukrainischen Bürger.

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Cube1974 03.03.2014, 14:28
220. Mütterchen Russland

In Russland hat sich seit der Zarenzeit nichts geändert.
Der Zar hat mit Furcht und Schrecken regiert.
Stalin und seine Nachfolger haben dieses erfolgreiche Modell gerade zu perfektioniert.
Und ein Schüler dieser Männer, Herr Putin, macht sich daran, dem russischen Volk seinen starken brutalen Herrscher zu geben, den es verlangt.

Dem russischen Volk ist es egal ob es arm ist, hungert, enteignet wird, eingesperrt wird oder friert. Hauptsache Mütterchen Russland geht es gut. Stolz ist ein schlechtes, aber in Russland gerne genanntes Argument für Repressalien aller Art. Die Gesellschaft wünscht sich eine stolze Nation. Diskussion sind eher ein Zeichen von Schwäche.

Und dass die Ukraine bei einem solchen Denken unabdingbar zu Russland gehört, lässt Putin gar keine Wahl als es zurück in die "Förderation" zu holen.
P.S.: Russland wird in 100 oder 120 Jahren seinen Preis zahlen. Wenn das Öl aus ist, das Gas verbraucht, dann ist das Geld verbraucht. Und das Militär zerfällt. Dann wird Russland untertänig zu seinen Nachbarn schauen und nach Hilfe betteln. So wie es nach dem Zusammenbruch der UDSSR schon einmal war. Nur dieses mal wird es schlimmer.

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Sponposter2 03.03.2014, 14:29
221.

Zitat von ZeroQ
Mag sein dass der Vgl etwas hinkt, aber in beiden Fällen wird der Schutz der Bevölkerung als Grund genannt. Also wo genau ist da ....
Ja und? Macht das den Einmarsch in ein souveränes Land besser? Wenn sie das eine verurteilen, sollten sie das auch beim anderen. Und russische Truppen ohne Kennzeichnung besetzen nun mal den Teil eines souveränen Nachbarlandes.

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Sponposter2 03.03.2014, 14:33
222.

Zitat von r-flection
Also ich finde das doch sehr erbaulich zu sehen, dass es anscheinend eine Mehrheit in diesem Lande gibt die dieses einseitige und leicht zu durchschauende Spiel das betrieben wird durchschaut. Man muss übrigens nicht pro-russisch sein um Verständnis für die Aktion als auch Argumentation aufzubringen, wenn man mal näher betrachtet was innerhalb der westlichen Wertegemeinschaft die letzen Jahre/Jahrzehnte im Namen von Demokratie & Völkerrecht abgezogen wurde.
Ach, und weil andere Mist gebaut haben, ist es ok, wenn es Russland auch macht? Oder wie? Welche Länder darf Russland dann Ihrer Meinung noch okkupieren? Die baltischen Staaten mit vielen dort lebenden Russen? Polen, weil immer schon russische Einflusszone? Es ist Unsinn, ein Verbrechen damit zu rechtfertigen, dass jemand anders auch Verbrechen begeht.

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klareKante48 03.03.2014, 14:33
223. Weltfremd ?

Zitat von marckremer73
Die Ukraine wird für die Lügen der NATO bestraft. War es nicht Bush sen. gewesen, der den Russen verpsrochen hatte die NATO nicht über die DDR auszudehnen? Und wie sieht es heute aus? Die NATO reicht bis zur russischen Grenze. Kein Wunder, dass es den Russen irgendwann reicht und sie sich sagen, was der Westen kann, können wir auch...
Ach das reicht aufgrund irgendwelcher Hypothesen, Spekulationen aus, ein fremdes Land zu bedrohen und evtl. einzumaschieren?
Armselig und weltfremd ist solch eine Argumentation !

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eine-Meinung-unter-Vielen 03.03.2014, 14:39
224. Unglaubwürdige Argumentation ...

... ein paar Fakten (Wikipedia/Ukraine/Krim):

- in der Ukraine leben ca. 78 % Ukrainer und 17% Russen
- auf der Krim leben ca. 24 % Ukrainer und 58% Russen
- die Krim hatte schon länger einen Sonderstatus als "Autonome Republik"
- die Mehrheit der Krim unterstützte Janukowytch

Richtig ist, sich in einem Umbruch wie diesem über Ethnien Sorgen zu machen und alles zu tun, um zu verhindern, dass ein Blutbad oder ein Bürgerkrieg ausbricht. Es gibt zu viele Beispiele nach dem Zusammenbruch der UdSSR. Dazu kann eine Schutztruppe zu stationieren durchaus notwendig sein.

Der Einmarsch eines Nachbarstaates (vielmehr ist Russland eigentlich nicht) auch unter Anmahnung der Menschenrechte, ist mehr als kritisch zu bewerten, selbst wenn die vermeintlich gefährdete Ethnie zur eigenen gehört.

Wenn geopolitische Aspekte tatsächlich keine Rolle spielen, warum hat dann Russland nicht zusammen mit der UNO schnell gehandelt oder hat sein Eingreifen mit den UNO Partner abgestimmt?

Geopolitik und Menschenrechte sehen aus russischer Sicht doch eher so aus. Ist die Regierung der Ukraine eher russisch orientiert, kann über die Verletzung von Menschenrechten hinweggesehen werden. Dreht sich jedoch möglicherweise die Richtung nach Europa, dann sind die Menschenrechte russisch stämmiger Ukrainer in höchster Gefahr.

Vor dem Hintergrund ist ein Argumentation, es gehe nur um Menschenrechte und nicht um Geopolitik ausgesprochen unglaubwürdig?

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ein anderer 03.03.2014, 14:53
225. ...

Zitat von Sponposter2
Ach, und weil andere Mist gebaut haben, ist es ok, wenn es Russland auch macht? Oder wie? Welche Länder darf Russland dann Ihrer Meinung noch okkupieren? Die baltischen Staaten mit vielen dort lebenden Russen? Polen, weil immer schon russische Einflusszone? Es ist Unsinn, ein Verbrechen damit zu rechtfertigen, dass jemand anders auch Verbrechen begeht.
Nein, OK ist es nicht, aber die Reaktion sollte schon etwas bedachter ausfallen. Zumal es schlimmer hätte kommen können. Bis jetzt ist doch die Zahl der Toten bei diesem ukrainischen Konflikt noch in einem überblickbaren Ausmass geblieben.
In der Vergangenheit haben manche Konflikte weit höhere Opferzahlen gefordert weil eine Aussenmacht mit anderen Methoden ihre Interessen wahren wollte. Nehmen wir nur einmal Haiti ab 2000 wo am schluss auch die Russen nichts gegen eine Intervention hatten obwohl sie wussten, dass die CIA mit der Finanzierung und Ausbildung von Paramilitärs am Bürgerkrieg im Land beteiligt war.

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stvolk 03.03.2014, 14:54
226. Ein Gespenst geht um in Osteuropa

Herr Lawrow meint wohl das Menschenrecht auf Abspaltung von Russland, wie es Herr Putin beispielsweise den Tschetschenen so großzügig gewährt hat. Und die russische Regierung selbst verbindet mit ihrer Politik natürlich nicht das geringste "geopolitische Kalkül". Die sophistische Kunst, dem Gegner in einer Debatte genau das vorzuwerfen, was man selbst tut, ist in Putins Umgebung offenbar stark ausgeprägt. Frechheit siegt, und Angriff ist die beste Verteidigung. So denkt man offensichtlich in diesen Kreisen. Aber Verteidigung gegen wen oder was überhaupt?

Russlands Regierung und ihre Anhänger sehen sich selbst vom "Westen" und ihre ukrainischen Freunde von herbeifantasierten "Euro-Faschisten" bedroht. Ihre Politik beruht aber weniger auf Realitäten als auf einem starken anti-westlichen Reflex. Der machte sich schon unter den Zaren bemerkbar - den weißen wie den roten -, die nie verstanden haben, warum sich viele so Menschen ihrer segensreiche Herrschaft entziehen wollten und sich nach Westen orientierten.

Es hätte dem nationalistischen Teil der russischen Eliten nach 1991 gut angestanden, sich darüber einmal ein paar Gedanken zu machen. Und sich vielleicht sogar selbstkritische Fragen zu stellen wie diese: Warum bloß hat jede ehemalige Sowjetrepublik und jede Ethnie, der das möglich war, sich so schnell wie möglich aus dem einstigen sowjetischen Machtbereich gelöst? Warum misstrauen den Russen noch immer so viele Menschen und Völkerschaften in Ost- und Mitteleuropa - von den Krim-Tataren bis zu den Polen und Tschechen? Wieso geht es den letzteren - aber auch den Balten - die sich konsequent an westlichen Regierungs- und Wirtschaftsformen ausgerichtet haben, materiell heute spürbar besser als den Menschen in den Ländern in denen sich postsowjetische Strukturen erhalten haben? Und warum streben mehr Länder in die EU, als der überhaupt lieb ist?

Der Grund dafür ist doch, dass der Westen - konkret: die EU und die USA - bei allen Mängeln, Fehlern und Missständen letztlich doch als besserer Garant für Demokratie, Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit gesehen wird als Russland. Die strukturelle Schwäche der gegenwärtigen russischen Politik offenbart sich ironischerweise genau darin, dass sie sich zu ihrer Rechtfertigung ausgerechnet auf die Werte des westliche Teufels berufen muss, den sie immer wieder an die Wand malt?

Fazit: Putins Politik basiert auf einer Selbsttäuschung und einer Täuschung der eigenen Anhänger. Es gibt keinen substanziellen Konflikt zwischen russischen und westlichen Interessen. Es gibt nur einen Konflikt zwischen der gegenwärtigen autoritären, undemokratischen und in weiten Teilen korrupten russischen Führung und dem Rest der Welt. Um diesen wahren Kern des Konflikts zu verschleiern wird das westliche Gespenst beschworen, das Russland angeblich bedroht. Leider gibt die Geschichte genügend Beispiele dafür her, dass auch die Angst vor Gespenstern Kriege auslösen kann.

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weissgarnix 03.03.2014, 14:57
227. verzockt

Zitat von klareKante48
Ach das reicht aufgrund irgendwelcher Hypothesen, Spekulationen aus, ein fremdes Land zu bedrohen und evtl. einzumaschieren? Armselig und weltfremd ist solch eine Argumentation !
Mir kommt immer mehr der Verdacht, dass das Telefont "Fuck the EU" überhaupt nicht gehackt wurde, sondern als Warnung an die Gekauften bei der EU-Kommission war, endlich das zu tun, wofür die USA sie bezahlen.
In dem Zusammenhang bietet sich die Lektüre des Artikels im "Le Monde"
http://www.lemonde.fr/europe/article...3675_3214.html
mal anschauen.

Die Amis haben sich verspekuliert. Die "Eroberung" der Ukraine sollte bis zum Ende der Olympischen Spiele abgeschlossen sein. Jetzt haben sie den Salat.
Wie friedlich die USA sind, zeigt der Umstand, dass ihre Spione Daten von jedem sammeln, auch - und nicht zuletzt - zu Zwecken der Wirtschaftsspionage. Wenn man das Engagement von Elmar Brok (EU-Parlamtent) betrachtet: Was hat er zu verbergen? Was weiß man in Amerika über ihn?

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vwl_marlene 03.03.2014, 14:57
228.

Zitat von spon-facebook-10000164521
Wie kann eine militärische Invasion ein Einsatz für Menschenrechte sein???
Die Frage habe ich mr im Lybien-Konflikt auch gestellt.

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ZeroQ 03.03.2014, 14:59
229. ...

Zitat von Sponposter2
Ja und? Macht das den Einmarsch in ein souveränes Land besser? Wenn sie das eine verurteilen, sollten sie das auch beim anderen. Und russische Truppen ohne Kennzeichnung besetzen nun mal den Teil eines souveränen Nachbarlandes.
Nein, ganz bestimmt nicht. Ich daachte dass das klar ist. Sowohl die NATO als die Russen jetzt, verletzen die Souveränität eines Staates. Ich verurteile beide und will nur sagen egal ob West- oder Ostblock alles nur verlogene Heuchler.

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