Forum: Politik
Ukraine-Konflikt: Prorussische Aktivisten stürmen Polizeizentrale in Odessa
AFP

In der ukrainischen Millionenstadt Odessa eskaliert die Gewalt: Prorussische Demonstranten haben die Polizeizentrale gestürmt und die Freilassung festgenommener Aktivisten gefordert. Örtlichen Medienberichten zufolge wurden erste Gefangene bereits freigelassen.

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HerrZlich 04.05.2014, 17:40
50. Maidan noch weniger

Zitat von comptur
Mir tun die 90 Prozent der Ukrainer leid. Sie wollen im Frieden leben. Zehn Prozent terrorisieren das Land und machen es kaputt. Unter Zwang müssen sich Menschen etwas erklären, sonst werden sie einen Kopf kürzer gemacht. Es ist schlimm und dieser Fanatismus wird nie enden. Sie ist eine unausrottbare Krankheit der Menschheit.
Auf den Maidan passen ca. 10.000 Leute. Rechnet man die auf die Gesamtbevölkerung haben ca. 0,02 Prozent der Bevölkerung der Ukraine das Land ins Chaos gestürzt DAS ist schlimm.

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lampenschirm73 04.05.2014, 17:41
51.

Zitat von fragender69
Die Separatisten haben doch schon vorher Verwaltungsgebäude besetzt ....(.) Eben wegen dieser Tragödie hätte man ja mal annehmen können, dass die pro-russischen Aktivisten mal zur Besinnung kommen. Das jetzt wieder so ein Mob loszieht, ist für mich unbegreiflich. Dann können die Beteiligten nur hoffen, dass es diesmal friedlich ausgeht.
Die Maidan-Leute haben im Februar ihren Protest ja auch nicht beendet als die Situation eskaliert ist.
Warum erwarten Sie dies von den derzeitigen Regierungsgegnern?

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lab61 04.05.2014, 17:42
52.

Zitat von Aussiedler
wo war Jazenjuk wann hunderttausende friedlich protestiert haben?
Als HUNDERTTAUSENDE demonstriert haben, war Jazenjuk dabei.
Das war nämlich auf dem Maidan.

Nirgendwo anders auch auch nur Zehntausende demonstriert. Sondern immer nu rein paar tausend. Selbst in der Millionen Stadt Donezk gerade mal zwei-, dreitausend

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boeserrusse 04.05.2014, 17:42
53.

Zitat von 11severinus
Odessa ist und war niemals russisch, wenn man auf die real existierende Bevölkerung vor Ort blickt, erobertes Gebiet unter zaristischer und bolschewistischer Führung sehr wohl. Das gilt übrigens in der Tendenz für das gesamte von Putin herbeizitierte "Neurussland". Es war und ist ein Schmelztiegel der Kulturen. Und es kann in moderner Zeit nicht sein, dass ein Staat, der sich als Nachbar besonders stark fühlt und auf eine Eroberungsgeschichte zurück verweisen kann, sich anmaßt, über das Gebiet eines anderen Staates bestimmen zu dürfen. Insbesondere dadurch, dass Separatisten sich nicht widersprochen auf die russische Staatsmacht mit ihren aktuell an der Ostgrenze der Ukraine zusammengezogenen Truppen berufen dürfen. Also muss man wie auch immer die von Russland unterstützte Aggression, die auf eine "russische Lösung" für die Südostukraine setzt, als den Hauptschuldigen für die bürgerkriegsähnlichen Zusammenstöße mit den vielen zu beklagenden Opfern ansehen. Das heißt nicht, dass nicht ganz deutlich hier die Einzeltäter, die sich als bisher pro Ukraine als Vaterland, heraus zu stellen scheinen, klar zu verurteilen sind.
Den Schmelztigel bedroht nicht Russland und schon garn nicht Putin! Ihn bedroht der rechte Sektor!!! 46 prorussische Aktivisten wurden im Gewerkschaftsgebäude von nationalistischen Anhägern der Regierung in Kiev verbrannt!!!! Verdammte Hacke, was soll denn das Geschwätz über Russland vor diesem Hintergrund?

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lab61 04.05.2014, 17:44
54.

Zitat von maburayu
Falls Sie es noch nicht gemerkt haben, dies ist keine schweizer Zeitung sondern eine private Homepage eines schweizer oder deutsche Rechtspopulisten.
Ja. Immer wieder verblüffen, wie gerade diejenigen, die gegen angeblich Faschisten und Nazis, die derzeit angeblich die Regierung in Kiew innehaben, sich ihre Informationen und Quellenbelege auffallend oft aus Publikationen und von Internetseiten rechtsradikaler und antijüdischer Kreise holen.

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citropeel 04.05.2014, 17:46
55. Es war mal russisch

Zitat von 11severinus
Odessa ist und war niemals russisch, wenn man auf die real existierende Bevölkerung vor Ort blickt, erobertes Gebiet unter zaristischer und bolschewistischer Führung sehr wohl. Das gilt übrigens in der Tendenz für das gesamte von Putin herbeizitierte "Neurussland". Es war und ist ein Schmelztiegel der Kulturen. Und es kann in moderner Zeit nicht sein, dass ein Staat, der sich als Nachbar besonders stark fühlt und auf eine Eroberungsgeschichte zurück verweisen kann, sich anmaßt, über das Gebiet eines anderen Staates bestimmen zu dürfen. Insbesondere dadurch, dass Separatisten sich nicht widersprochen auf die russische Staatsmacht mit ihren aktuell an der Ostgrenze der Ukraine zusammengezogenen Truppen berufen dürfen. Also muss man wie auch immer die von Russland unterstützte Aggression, die auf eine "russische Lösung" für die Südostukraine setzt, als den Hauptschuldigen für die bürgerkriegsähnlichen Zusammenstöße mit den vielen zu beklagenden Opfern ansehen. Das heißt nicht, dass nicht ganz deutlich hier die Einzeltäter, die sich als bisher pro Ukraine als Vaterland, heraus zu stellen scheinen, klar zu verurteilen sind.
Leider falsch: Aus Wikipedia: "Mit dem Frieden von Jassy ging 1792 das Gebiet östlich des Dnister vom Osmanischen Reich an Russland über. Die Stadt Odessa wurde im Jahre 1794 auf Anweisung von Katharina der Großen bei der 1789 eingenommenen Festung angelegt, um einen leistungsfähigen Militärhafen für den Schwarzmeer- und Mittelmeerraum zu haben."
Das wird Putin und seinen Separatisten vor Ort genügen um einen historischen Anspruch auf die Stadt zu legitimieren. Und hier zulande werden dann wieder Schmidt und Krone Schmalz Schützenhilfe leisten. Was dem widerspricht sind dann "Mainstreammedien" und verkappte Faschisten. Bitter in was für einer Zeit wir leben

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stonecold 04.05.2014, 17:48
56. Teil 1

Zitat von thinking_about
Der ukrainische Übergangsregierungschef Arseni Jazenjuk, der sich derzeit in Odessa aufhält, nannte die Gewalt dort Teil eines russischen "Plans zur Zerstörung der Ukraine". Es sei Russlands Ziel gewesen, "in Odessa zu wiederholen, was sich im Osten des Landes ereignet", sagte Jazenjuk. Aufruf zur Versöhnung "Russland hat Leute hierher geschickt, um für Chaos zu sorgen", sagte Jazenjuk. Er rief seine Landsleute dazu auf, sich zu vereinen und zu versöhnen, um "die von Moskau unterstützten Terroristen" an der Spaltung der Ukraine zu hindern. Der Ministerpräsident sprach den Angehörigen der Opfer "dieser schrecklichen Tragödie" sein Beileid aus und versprach eine Untersuchung, "um herauszufinden, wer nicht seine Pflicht getan hat". Weil die Sicherheitskräfte die tödliche Gewalt nicht verhinderten, seien bereits die Polizeichefs der Stadt entlassen worden. Jazenjuk hatte die Sicherheitskräfte bereits in einem Gespräch mit dem britischen Rundfunksender BBC für die Gewalt verantwortlich gemacht. "Diese Sicherheitskräfte sind ineffizient und haben das Recht verletzt", sagte der Ministerpräsident. Die Staatsanwaltschaft müsse gegen alle Verantwortlichen ermitteln, angefangen vom Polizeichef bis zu den einzelnen Polizisten. Allerdings warf er prorussischen Demonstranten vor, die Gewalt "provoziert" zu haben
Ich fasse mal zusammen.

- Die ukrainische Regierung behauptet seit Wochen, die Aufständischen in Slawjansk seien in Wirklichkeit eingesickerte russische Spezialkräfte.
- Jazenjuk sagte heute, es sei in Odessa "Russlands Plan gewesen, die Vorkommnisse im Osten zu wiederholen".
- Das hieße doch, in Odessa müssten ebenfalls russische Spezialkräfte (oder auch russische Terroristen, je nachdem) versucht haben, die Verwaltungsgebäude usw. zu stürmen. Wenn dort russische Kräfte am Werk gewesen wären, oder auch nur von Russland materiell unterstützte einheimische Aufständische (auch das wird ja dauernd behauptet, dass Russland den Aufständischen modernste Waffen liefern würde), dann wären die ukrainischen Ultras mit ihren Knüppeln und Schilden gegen Kalaschnikows gestürmt. Das war offensichtlich nicht der Fall. Und von Russland ausgerüstete Spezialkräfte wären auch nicht in diesem Gebäude verbrannt.

Dieses ganze Gerede von Terroristen, eingesickerten Provokateuren, Spezialeinheiten, Waffenlieferungen ist eine einzige Ausrede, um sich nicht damit zu beschäftigen, wie wenig Rückhalt die Übergangsregierung und der "Euromaidan" in weiten Teilen des Landes haben. Und anstatt sich zu überlegen, wie man die russischstämmige Bevölkerung der Ukraine einbinden und beruhigen kann, werden jene, die Kiew nicht bedingungslos folgen, kurzerhand zu "Terroristen" oder "ausländischen Provokateuren" erklärt. Eine Regierung, die BEIDE Landesteile vertreten will, hätte zum Beispiel nach den Ausschreitungen vom Freitag scharfe Worte für BEIDE beteiligte Lager finden müssen. Stattdessen sind die einen "vom Ausland gesteuerte Terroristen", die anderen "Patrioten".

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vielflieger_1970 04.05.2014, 17:48
57.

Zitat von Aussiedler
wo war Jazenjuk wann hunderttausende friedlich protestiert haben? Wo waren Verhandlungen? Was haben Menschen von Kiew gehört? Jazenjuk hat mit eigenen Marioneten von Ort verhandelt..Das wars.. Einzieges was von Kiew gehört worden:Das sind russische Spione und FSB Agenten.. 2 Monate waren Demonstrationen in Odessa,Donezk,Charkow ,Lugansk und in anderen Städten.. Kiew und Westen hat gute Märchen erfunden..Alle die gegen Kiew Umsturz sind alle Verräter und Agenten von Moskau.. In Kiew sind Demokraten,alle anderen sind Separatisten..
Wollen Sie ernsthaft bestreiten, dass Moskau seine Hände im Spiel hat? Glauben Sie wirklich an die Märchen von prorussischen Ukrainern, wenn Sie die Bilder von der Krim oder die aktuellen im Gedächtnis aufrufen? Das kann doch nicht Ihr Ernst sein!

Einer meiner Kollegen ist Ukrainer und der steht in engem Kontakt mit seiner Familie. Komischerweise hat der eine ganz andere Auffassung als Sie. Mir tun die Menschen auch leid aber es liegt eindeutig am Kreml, diesen angehenden Bürgerkrieg zu entflechten. Zunächst sollten alle Russen zurückbeordert und den Ukrainern die Möglichkeit der Wahl einer Regierung gegeben werden.

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stonecold 04.05.2014, 17:49
58. Teil 2

Zitat von thinking_about
Jazenjuk hatte die Sicherheitskräfte bereits in einem Gespräch mit dem britischen Rundfunksender BBC für die Gewalt verantwortlich gemacht. "Diese Sicherheitskräfte sind ineffizient und haben das Recht verletzt", sagte der Ministerpräsident. Die Staatsanwaltschaft müsse gegen alle Verantwortlichen ermitteln, angefangen vom Polizeichef bis zu den einzelnen Polizisten. Allerdings warf er prorussischen Demonstranten vor, die Gewalt "provoziert" zu haben
P.S. Das Internet kocht vor Gerüchten, die jetzt aus der Milizzentrale Befreiten seien zu großen Teilen entweder zwischen die Fronten geratene völlig Unbeteiligte oder Menschen, die aus dem Gewerkschaftshaus gerettet wurden. Angeblich zu Dutzenden eingesperrt und mit fantastischen Anschuldigungen konfrontiert, weil man schnelle Erfolge melden wollte.

Angehörige des Rechten Sektors oder der Ultras sollen hingegen KEINE verhaftet worden sein- wozu auch, die sind ja laut Timoschenko, Jazenjuk und dem Gouverneur von Odessa Helden, die sich dem russishen Terrorismus entgegengestellt haben.

Mir ist klar, dass es für die Übergangsregierung im aktuellen Chaos schwierig wäre, gegen Gewalttäter aus BEIDEN Lagern vorzugehen. Sie müsste es aber jedenfalls versuchen, um im Süden und Osten auch nur einen Hauch Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Durch all die Statements nach Freitag ist offenkundig, dass sich die "Regierung" für eine Seite entschieden hat, und zwar für die, die sie an die Macht gebracht haben. Ob mutwillig oder aus Angst, sei dahingestellt (man stelle sich vor, was geschähe, wenn sich Jazenjuk hinstellte und die Ultras und den Rechten Sektor für die Straßenschlachten am Freitag verurteilen würde- oder gar für die Vorgänge vorm Gewerkschaftshaus)

In den Augen der russischen Minderheit im Süden und Osten haben sich nun deren schlimmste Befürchtungen bewahrheitet- sie werden von ihren patriotisch-ukrainischen Landsleuten bedrängt (milde ausgedrückt) und die Regierung lässt sie im Stich oder fördert das Ganze noch.
Die Aufständischen werden massenhaft Zulauf bekommen, in den "Südost"-Seiten von "Vkontakte" brodelt es vor Aufrufen, sich zusammenzuschließen, um "sich zu verteidigen" und/oder "Odessa zu rächen".

Die Ukraine als Staat, in dem Ost und West halbwegs friedlich zusammenleben konnten (vereint in der Verachtung für "die da oben", egal welcher Farbe), ist erledigt.

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vielflieger_1970 04.05.2014, 17:50
59.

Zitat von kragolbel
Aus der neuesten Geschichte wissen wir allerdings auch, das solche Radikalen auch über Nacht an die Spitze eines Staates gelangen und Zuwendung der ganzen Westlichen Welt geniessen können. Sollte man mit der Härte eines Staates nicht in Kiew anfangen? Die Anspielung auf die Geiseldrama in der Dubrowka-Theater vor 12 Jahren ist in diesem Zusammenhang unpassend - das ist der berühmte Apfel-Birne-Vergleich..
Der Vergleich hinkt keineswegs uns Sie sind nach wie vor die Antwort auf die Frage des Mitforisten schuldig geblieben!

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