Forum: Politik
Ukraine-Krise: Auferstehung West?
DPA

Putin sei Dank: der Westen ist zurück von den Toten - aber nur vorübergehend. Auch wenn Medien und Politik schon wieder zur westlichen Wehrertüchtigung mobilisieren - unser "Imperialismus des Universellen" ist unrettbar am Ende.

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M. Thomas 22.04.2014, 10:59
160. So gern würde ich, Herr Augstein,

mal eine bestimmte These von mir mit Ihnen diskutieren; Sie scheinen mir einer von nur wenigen zu sein, die nicht so vollständig vernagelt sind, als dass ihnen noch etwas auffallen könnte.
Was glauben Sie:
Hätte es eine Ukraine-Krise ÜBERHAUPT gegeben, wenn der Westen den Syrien-Konflikt alleine so hätte "bearbeiten" können wie ursprünglich gewünscht?
Hat uns Putin im Fall Syrien möglicherweise gehörig genug in die Suppe gespuckt, dass eben ein neuer Versuch hermusste?

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mundi 22.04.2014, 11:01
161. Etwas Respekt, bitte!

Zitat von terminator_666
...... Ich bin fassungslos, dass Ihr Putin bzw. seine Politik immer noch rechtfertigt, obwohl er zugegeben hat, dass es seine Soldaten auf der Krim waren. RUSSISCHE SOLDATEN haben das Territorium eines souveränen Staates (Ukraine) betreten...
Die Russen waren schon 200 Jahre auf der Krim, in den Gräbern liegen über 120.000 Soldaten, die für dieses Land das Leben opferten.
Gerade aus Deutschland sollten keine altbekannten und totgeglaubten Parolen gegen Russland nicht mehr kommen.
Etwas Respekt, bitte!

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russint 22.04.2014, 11:05
162.

Zitat von sysop
Putin sei Dank: der Westen ist zurück von den Toten - aber nur vorübergehend. Auch wenn Medien und Politik schon wieder zur westlichen Wehrertüchtigung mobilisieren - unser "Imperialismus des Universellen" ist unrettbar am Ende.

Selbst für die ukrainische Nationalisten hat Westen ein Verständnis. Wie wir aus dem Bericht von Herrn Bidder und Klussmann erfahren (https://magazin.spiegel.de/digital/i...4/16/126511981), sind das "Moskaus Provokationen", die Naionalisten nutzen und "die russische Propaganda bezeichnet diese Gruppen pauschal als "Faschisten". Herrn Bidder und Klusssmann würden diese Leute lieber "Nation freier Männer" nennen.
Weiter erfahren wir: "rechte Gruppen waren auf Maidan zwar zahlenmäßig in der Minderheit, aber sie bildeten das Rückgrat des Aufstands gegen Janukowytsch-Regierung. Als die zunächst friedlichen Demonstrationen in Gewalt umschlugen, waren es rechte Gruppen, die die Barrikaden verteidigten, Molotov-Coctails warfen und Schusswaffen trugen. Damit haben sie auch zu der Eskalation beigetragen, die mehr als hundert Menschen das Leben Kostete – und am Ende den Präsidenten sein Amt".
Wissen Sie noch, was man über Maidan geschrieben hat wärend das alles geschehen ist? Haben denn diese junge Karrieristen, die bestellte Artikel verfassen gar kein Gewissen?

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lovetv 22.04.2014, 11:08
163. Sehr zutreffend

Ich danke dem Jacob Augstein, das er einer der wenigen Journalisten, der sich der Wahrheit gehörig fühlt und nicht dem westlichen Einheitsjournalismus folgt. Europa und die USA haben in der Ukraine nichts, aber auch gar nichts verloren! Ich muss zwischenzeitlich den USA sogar vorwerfen, eine Atomkriegspolitik zu betreiben. Die Kriegsschiffe bestätigen meine Annahmen. Kein USA-Kriegsschiff hat etwas im Schwarzen Meer verloren. Dieses ist eine ganz klare Bedrohung Russlands.


Russland hat das Recht gegen so eine Bedrohung zu wehren! Wer das nicht langsam kapiert, fördert die Kriegsgefahr. Den Amis geht es nur darum, dass sie selber am Rande eines Wirtschaftskollapps stehen. Der sich nur mit einem Krieg noch lösen lässt. Hierzu bedient er sich Europa und unsere unfähigen Politiker laufen Blindlinks hinter her! Danke Jacob Augstein, für die völlig richtigen Schlussfolgerungen.

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j.soergel 22.04.2014, 11:10
164. Kommentar zu Kommentar 9.

Vielen Dank Herr Augstein, dass Sie Dank Ihrer aktuellen und historischen Verdrehungen Wasser auf die Mühlen derer spülen, die nun auch ihren Hass auf Polen und Balten ausleben dürfen; aus erster Hand durfte ich letzte Woche in Moskau erleben, dass sich die russische Propaganda genau hierauf einschießt ...was muss noch geschehen, damit Sie verstehen, was gespielt wird?

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M. Thomas 22.04.2014, 11:10
165. @ mfetzer

Nicht Augstein verblödet uns - sondern er zeigt uns nur unsere Verblödung. Und natürlich hat er Recht; allein ein Blick auf unsere Regierung samt ihrer Freaks, Gewinnler und Lügner reicht um zu beweisen, wie sehr Recht er damit hat: der Wähler selbst IST verblödet.

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KV491 22.04.2014, 11:13
166.

Zitat von Lütt_Matten
In einem Land in dem die hiesige vierte Gewalt vor einer Wahl dem Volk fast einstimmig und rund um die Uhr einbläut, wie supi dieses die "Beste-super-duper Merkel aller Zeiten" findet und in dem jede Prognosse vorher schon weiss, "dass ihr die auf jeden, jeden Fall wiederwählen werdet", fühle ich mich komischer Weise gar nicht so frei, wie Sie das offenbar für sich proklamieren!
Das mit der einstimmigen Presse ist Quatsch. Entweder lesen Sie keine Zeitungen oder Sie haben Verständnisprobleme.

Demokratie heißt nicht, dass Sie oder ich uns frei fühlen oder zufrieden mit Wahlergebnissen sind. Es geht um die Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit, geheimer und freier Wahlen und ein paar Dinge dieser Preisklasse mehr. Den Beweis, dass dies alles hier nicht mehr gelten würde, bleiben Sie wie alle Parteigänger ähnlicher Meinungen schuldig. Nein, Jammern ist kein Beweis.

Und das Freihandelsabkommen...ist noch nicht durch. Könnte sein, dass z.B. die Pressefreiheit hier den tatsächlich wohl schlechten Absichten der Regierenden einen Strich durch die Rechnung macht.
In Russland werden übrigens weder Gesetzesvorhaben im Inneren öffentlich diskutiert (siehe die zahlreichen "Dekrete" der vergangenen Wochen) noch Verträge mit anderen Staaten.

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Spiegelkritikus 22.04.2014, 11:14
167. Selbstbestimmung vs. starre Landesgrenzen

Zitat von heiko1977
Es ist eben die ewige Diskussion: was schlägt was? Ist nun die Unverletzlichkeit nationaler Grenzen höher zu bewerten als das Selbstbestimmungsrecht der Völker, oder umgekehrt? Und warum? Selbst Fachleute haben auf diese Fragen keine Antworten und streiten sich seit Jahrzehnten.
Das ist ein ganz entscheidender Punkt bei der Betrachtung des Ukrainekonflikts (und auch vieler anderer Konflikte). Staatliche Grenzen sind in aller Regel das Ergebnis früherer Machtpolitik, sie wurden über die Köpfe der betreffenden Bürger hinweg festgelegt. Besonders offensichtlich ist das in Afrika, wo die Grenzen wie mit dem Lineal gezogen erscheinen.

Würde der Westen es ernst meinen mit Demokratie und Selbstbestimmung der Völker, so müssten viele Grenzen zur Disposition gestellt und von den Bevölkerungen per Referendum entweder legitimiert oder im Ablehnungsfall verworfen bzw. geändert werden. Die Folge wäre wie in der Ukraine, der ehemaligen UDSSR oder Jugoslawien eine Zersplitterung bisheriger staatlicher Gebilde.

Die meisten Länder haben mindestens eine Bevölkerungsgruppe, die sich gerne unabhängig machen würde und auf Referenden pochen bzw. diese bereits umgesetzt haben. Die einzelnen Nationalstaaten wehren sich gegen solche Bestrebungen, weil sie die Länder ihrer Ansicht nach schwächen. Mit anderen Worten: Selbstbestimmung steht im Konflikt mit den ökonomischen, geostrategischen und sonstigen Interessen der Staaten.

Auf der anderen Seite muss geklärt sein, ob der separierte Landesteil alleine überhaupt lebensfähig ist (Die Krim ist ein Sonderfall, weill sie sich sofort in die russische Obhut begeben hat). Auf jeden Fall ist das sture Festhalten an starren Landesgrenzen, die legitimen Interessen und Wünschen der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen nicht oder unzureichend Rechnung tragen, nicht mehr zeitgemäss. Man sollte die Menschen einfach per Referendum entscheiden lassen, was sie bevorzugen.

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mundi 22.04.2014, 11:15
168. Etwas Respekt, bitte!

Zitat von terminator_666
...... Ich bin fassungslos, dass Ihr Putin bzw. seine Politik immer noch rechtfertigt, obwohl er zugegeben hat, dass es seine Soldaten auf der Krim waren. RUSSISCHE SOLDATEN haben das Territorium eines souveränen Staates (Ukraine) betreten...
Die Russen waren schon 200 Jahre auf der Krim. In den Gräbern liegen über 120.000 Soldaten, die für dieses Land das Leben opferten.

Gerade aus Deutschland sollten keine altbekannten und fast totgeglaubten Parolen gegen Russland mehr kommen.
Etwas Respekt, bitte!

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terminator_666 22.04.2014, 11:18
169.

Zitat von Lütt_Matten
Einigen wir uns doch einfach darauf, das Kind beim Namen zu nennen, uns lassen Sie uns zusammenfassen, dass im Ukraine-Konflikt ein glasklares, russisches, strategisches Machtinteresse mit einem glasklaren, westlichen, strategischen Machtinteresse kollidiert und sparen wir uns das demagogische Gewäsch:)
analysiere: was genau macht welche Person/Institution -OHNE abstraktes Geschwafel von mehr oder weniger glasklare Machtinteressen.
Vielleicht können wir uns darauf einigen.

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