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Ukraine-Krise: Merkels Vermächtnis steht auf dem Spiel
OMER MESSINGER/EPA-EFE/REX

Ihre Vermittlung in der Ukraine-Krise begründete Angela Merkels Ruf als Weltpolitikerin. Doch die jüngste Eskalation des Konflikts zeigt: Es reicht nicht, nur das Schlimmste zu verhindern.

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vera gehlkiel 29.11.2018, 17:58
60. pulverkurt

Zitat von pulverkurt
@vera gehlkiel: Unabhängig davon dass in der Ukraine tatsächlich einiges schief läuft (wie ja auch in dem Artikel beschrieben): Wenn Sie schon Merkel dafür als "parteiisch" schelten, dass sie die völkerrechtswidrigen Aktionen Rußlands der letzten Jahre benennt (und dazu gehört natürlich auch die Festsetzung der ukrainischen Matrosen)... Der Agressor ist hier leider mal wieder Rußland, und diese Tatsache zu benennen ist NICHT parteiisch.
Die Frage ist doch auch nur, inwieweit es etwas bringt, in jedem Falle die moralisierende Predigt an den Anfang jeder Gesprächsrunde zu setzen, mit der gut möglichen Tendenz, dass es dann nie mehr weiter über den Endlosstreit, wer wann wo aus welchen Gründen unrecht gehabt hat, hinausführt. Klar, Putin ist ein Aggressor mit der bisher ziemlich gut funktionierenden Eigenschaft, immer mal wieder mit dem Feuereisen durch die glimmenden Holzscheite zu fahren. Wer so tut, als gäbe es so etwas nicht überall in der Weltpolitik, und würde nicht auch Poroschenko so etwas versucht haben und weiter versuchen, und wäre diese Methodik nicht simultan im "westlichen" Modus des Gewinnens oder Umleitens von politischem Einfluss, oder sogar der aktiven Beeinflussung von Machtverhältnissen vor Ort, eine durchaus vertraute Handlungsoption, gewinnt gar nichts. Verliert aber auf jeden Fall schon einmal eine ganze Menge Zeit. Die Welt ist halt nicht immer schön, und wenn man auch noch so gern Norbert Röttgen und Peter Altmaier bei den Suggestionen via Talkshow zuhört, sie wäre es doch.

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brathbrandt 29.11.2018, 18:02
61. Merkels Versagen

Man erinnere sich an die Garantien, die D, F und PL dem vorletzten Präsidenten der Ukraine gaben: Stabilität bis zu den Wahlen. Wenige Tage später war, auf US-Druck (noch zu Obamas Zeiten), dieses Friedenswerk zerstört. Die Europäer kuschten. Welchen Wert haben deutsche Zusagen heute?

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pulverkurt 29.11.2018, 18:03
62. Re: Kurze Nachhilfe für Frau Hoffmann

Zitat von modemhamster
Das Ganze begann 2014 mit einem vom Westen unterstützten Putsch in der Ukraine. (...)
Ein Beitrag der sich anmaßt "Nachhilfe" für die Autorin des Kommentars zu geben sollte nicht gleich den ersten Satz mit einer einschlägigen russischen Propagandalüge beginnen.

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In Kognito 29.11.2018, 18:06
63. Menschen unterstützen? Wer beklaute wen, laufend?

Zitat von pavel1100
Wenn wir also Menschen unterstützen, die sich für Demokratie und Bürgerrechte einsetzen und einen Staat unterstützen, der sich von der russischen Umklammerung lösen will darf der Kreml diesen Staat selbsverständlich angreifen und platt machen. Ist also vollig klar, dass es unsere Schuld ist, wenn der Kreml seine Panzer rollen lässt.
Die ganze Ukraine ist als Selbstbedienungsladen für Oligarchen aufgebaut - erst die "Resteverwertung" der Sowjetunion, als Poroschenko als Sicherheitsberater der "orangen" Regierungen schiffsladungsweise "russische" Waffen in alle Krisenregionen der Welt verhökerte, dann der Gasklau an Russland aller "elitären Staatsdiener", dann Erpressung Europas mit "Transit und Gashahn" und dann Oligarchen-Change, um an die Futtertröge der EU zu kommen und jetzt noch die Enteignung der Russisch-Orthodoxen Kirche, nach Jahrhunderten. (DAS hat sich noch nicht mal die DDR mit dem Vatikan getraut).
Zum Schluss wird ein Staatsbankrot hingelegt und die "verdienten" Mrd. im westlichen Exil genossen, für die "Verdienste um die Demokratie und westlichen Werte".
Das Kriegsrecht gilt in allen russischsprachigen Teilen der Ukraine, weil "man" es dort anders nicht mehr ruhig halten kann, nach verbot der Sprache, Kultur, Medien und prekärem Lebensstandard, obwohl das die reichsten Gegenden der Ukraine waren, dank des Handels mit Russland.

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crossy-hl 29.11.2018, 18:15
64. Mein Rat

RUS Sanktionen aufgeben, da sowieso nutzlos, die ausgestreckt Hand Russlands für wirtschaftliche und sichheitspolitische Zusammenarbeit zwischen EU u. Russland ergreifen, aber vor allen Dingen die Amerikaner außen vor halten. Letzteres wird sicher die größte Schwierigkeit sein, denn nichts fürchten die Amerikaner mehr als eine Zusammenarbeit von EU und Russland, denn der US-Einfluß auf Europa würde damit marginalisiert werden.
Und noch etwas zur Krim: Die Russen mußten nach dem Maidan ernsthaft damit rechnen, dass die Amerikaner auf der Krim einen Militärstützpunkt errichten. Putin hat nicht mit dem roten Knopf gedroht wie einstmals die Amerikaner während der Kuba-Krise, sondern hat sehr elegant das Selbstbestimmungsrecht der Völker zur Geltung kommen lassen. Was ist daran undemokratisch?
Inzwischen hat die Ukraine die Krim ja selbst aufgegeben, denn Strom- und Trinkwasserverbindungen zur Krim wurden von der Ukraine gekappt und auch die Rentenzahlung an die nach ukrainischer Lesart eigenen Bürger auf der Krim wurden gestoppt.
Die Russen konnten also gar nicht anders handeln, als eine Brückenverbindung bei Kertsch herzustellen, um die Versorgung auf der Krim sicherzustellen. Übrigens gilt für die Durchfahrt unter der Brücke aus verständlichem Sicherheitsgründen Lotsenpflicht. Wer also ohne Lotse versucht, die Brücke zu unterqueren muß mit harten Maßnahmen rechnen, das ist übrigens überall so.

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blumstajn 29.11.2018, 18:16
65. von einem Meisterstueck der Aussenpolitik weit entfent

Merkel hat doch die ganze Ukraine-Krise losgetreten. Eine Krise gleich einer Lawine, aber nicht als unachtsame Skifahrerin, sondern bewusst und gezielt um der deutschen Wirtschaft weitere Absatzmaerkte zu oeffnen und Zugang zu billigen Arbeitskraeften zu sichern, und das alles unter dem politischen und militaerischen Schirm der Amerikaner. In gewisser Weise, ja, ein Kunststueck, die Russen und Amerikaner gleichzeitig auszutricksen. Das Anbieten der Handelspartnerschft mit der EU war doch der Ausloeser fuer den Kiewer Maidan, und alles, was danach folgte. Einmal wieder hat Merkel Europa vor die Wand gefahren mit massiver Unterstuetzung der deutschen Medien.

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schnurre64 29.11.2018, 18:21
66.

Zitat von g.eliot
In dem Artikel und in vielen Posts wird über die Ukraine so geredet, als ob es keine eigene Meinung hätte, sondern quasi nur als Spielball der beiden Mächte: der USA und Russland eine Rolle spielt? Was wollen die Ukrainer? Das Problem ist, dass das Land gespalten ist: Der Westen steht der EU nahe, der Osten dagegen Russland. Das ist nichts Neues, sondern ist sogar historisch zu belegen. Hier gibt es also zwei politische Lager, und weder das eine noch das andere will von der Spaltung etwas wissen. Die Russland-Freunde leugnen die Ambitionen des westlichen Teils, sich an die EU anzuschließen, während die Gegenseite dagegen die Nähe des östlichen Teils zu Russland ignoriert. Ist es denn undenkbar, dass die beiden Parteien in freien Wahlen entscheiden könnten, im Osten Oblast für Oblast? Sonst geht das immer so weiter, und kehrt nie eine Ruhe ein, ob mit oder ohne Putin, my2 cents. Zumal die Fronten inzwischen extrem verhärtet sind.
"Das Problem ist, dass das Land gespalten ist: Der Westen steht der EU nahe, der Osten dagegen Russland."

Nennen wir es Trennlinie, denn diese war sogar sprachlich vorhanden. Ich hatte vor ca. 15 Jahren dort berufliche Kontakte und stellte damals die Frage, wie das Land insgesamt mit dieser faktischen Ost-/West-Orientierung klar kommen würde. Die einhellig positive Antwort: Man kommt gut miteinander aus. Daher würde ich zurückblickend nicht von einer "historischen Spaltung" sprechen, denn diese wurde doch erst durch die idiotische EU-Politik (Ashton / Barroso) forciert.

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MagittaW 29.11.2018, 18:23
67. Die Lobpreisung der heiligen Angela

Also derartige Lobhudelei gehört doch ab dem 1.1.2019 (Merkels Rücktritt, vielleicht....) dann der Vergangenheit an.
Der Artikel liest sich so: Angela hat den Krieg verhindert, aber trotzdem sind bisher 10.000 Menschen gestorben. Angelas Vermächtnis steht auf dem Spiel, aber eigentlich halten sich weder die Ukraine, noch Russland an Angelas Abkommen. Der Mink-Dialog ist tot, aber Angela bemüht sich das Abkommen zu retten.
Was sollen diese ganzen Widersprüche? Angela Merkels Deal ist eine Farce! Sie als "Weltpolitikerin" zu feiern, die sich ganz doll bemüht hat, aber gleichzeitig einzugestehen, dass sie in der Realität komplett gescheitert ist wäre ehrlicher gewesen. Aber das schafft die Hauptstadtpresse wohl einfach nicht. Dafür ist Angela halt sakrosankt.

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waldschrat_72 29.11.2018, 18:24
68. Ja, es braucht eine Strategie für die Ukraine.

In diesen Findungsprozess dürfen jedoch nicht nur der Westen und die Ukraine involviert werden. Da gehört auch Russland mit in´s Boot. Mir ist ehrlicherweise völlig unbegreiflich, warum führende westliche Politiker partout nicht verstehen wollen oder können, dass sich die Causa Ukraine nicht einen Millimeter verbessern wird, solange man nicht endlich auch die Russen in die langfristige Strategiefindung einbezieht. Natürlich ist die Ukraine souverän. Und hat ein Recht zur freien Selbstbestimmung. Die Ukraine liegt aber nun mal auch an einer äußerst heiklen geostrategischen Nahtstelle bzw. stellt diese sogar dar. Es muss doch allen Beteiligten mittlerweile klargeworden sein, dass es mit dem Kopf durch die Wand nicht geht. Und der Westen es sich abschminken kann, dass die Ukraine näher an die EU rückt oder gar der NATO beitritt. Dieses ganze derzeitige unehrliche Getue und Gedöns des Westens, die zur Schau gestellte Entrüstung, dieser ganze Blödsinn, man kann ihn sich sparen. Es ist Zeitverschwendung. Die Zeit sollte eher darauf verwendet werden, sich im Dreiklang EU-Ukraine-Russland zu einer gemeinsamen Position durchzuringen, mit welcher alle zukünftig "gut und gerne leben" können.

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wi_hartmann@t-online.de 29.11.2018, 18:27
69.

Das Regime in Kiew setzt alles daran die Lage zu destabilisieren
um die NATO doch noch irgendwie zu mobilisieren.
Deutschland und inklusive NATO haben gar nicht die Möglichkeit
in dieser Region Entscheidendes zu verändern, es sei denn man
geht das Risiko eines Flächenbrandes ein.
Die lächerliche Forderung von Trump den Bau der Ostseepipeline
zu stoppen, wäre für Deutschland ein klassisches Eigentor.

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