Forum: Politik
Ukrainischer Staatschef Poroschenko: Der Kriegspräsident ist angezählt
AFP

Petro Poroschenko hatte Frieden versprochen und Wirtschaftsreformen. Dass er die Schlacht um Debalzewe verloren hat, ist nur eine von vielen Niederlagen, die er den Ukrainern erklären muss. Seine Gegner bringen sich in Stellung.

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jens.kramer 20.02.2015, 00:14
1. Man hat den Fehler gemacht

Kiew hat den Fehler gemacht, die Separatisten mit Gewalt beseitigen zu wollen.

Besser wäre es gewesen, sofort eine Form der Zusammenarbeit zu vereinbaren die allen Seiten gerecht wird. Also weitgehende Autonomie für den Donbass und Kooperation mit Russland.

Jetzt hat man sich gegenseitig hochgeschaukelt und Hass hat Einzug gehalten.

Eigentlich arbeitet Kiew mit dieser dummen Politik für Russland.

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sb411 20.02.2015, 00:29
2. Und er kann keine Hilfe erwarten

Denn die USA sind schon lange am Ende ihrer Kräfte und Europa nicht in der Lage, einem Diktator eines eh heruntergewirtschafteten Landes Paroli zu bieten, weil die wichtigsten Politiker entweder ein getriebener französischer Präsindent, eine Kanzlerin ohne Visionen oder ein kastrierter Engländer sind. Na ja, die EU- Mitgliedschaft der Ukraine war eine große Perspektive. Statt dessen werden wir wegen der Zurückhaltung der Kanzlerin bald neue Flüchtlingsströme unterbringen müssen, anstatt endlich vor Ort zu helfen. Schon nichts gegen die Absetzung von G in Lybien zu unternehmen war ein großer geostrategischer Fehler, absolutes Versagen. Deutschland ist keine Supermacht und wird es hoffentlich nie sein, jedoch könnte es mit der EU eine Supermacht bilden und diese führen. Aber wohl kaum mit Angela Merkel.

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puyumuyumuwan 20.02.2015, 00:31
3. Kriegspräsident - die präzise Bezeichnung

Poroschenko wollte die totale Westausrichtung nach dem Wünschen der USA und hat damit die Spaltung des Landes verursacht. Aufgabe der Souveränität des Landes in der Unterwerfung dem Westen gegenüber und Aufgabe der Neutralität, was das Grenzland Ukraine zum ersten Angriffsziel Russlands machen würde. Deutschland kennt diese Situation aus dem Kalten Krieg der US-Amerikaner und hat dies nur durch unverschämtes Glück überlebt.

Seine Politik der Diskriminierung der russischen Minderheiten führte zu den Abspaltungen und so zum Bürgerkrieg. Und zu der Feindschaft mit dem übermächtigen Nachbarn Russland, was sich weder ein Land wie die Westukraine noch ein Land wie Polen erlauben kann, wenn es überleben will.

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Septic 20.02.2015, 00:39
4. Wie soll er gewinnen wenn die Macht Russlands der Gegner ist?

Verstehe die versteckten Vorwürfe nicht. Er bat um Hilfe weil Russland sich gerade die Ostukraine einverleiben will. Der Westen schimpft, schaut aber zu. Also was bleibt ihm? Der Kampf. Nur ist Russland der Ukraine finanziell, militärisch und von der Kopfstärke haushoch überlegen. Wie soll Poroschenko da Siege vorweisen? Das ist also man jemand in der U-Bahn zusammengeschlagen wird, er sich versucht zu wehren und die untätigen Leute drumrum sagen "na da kann er aber nicht viel Erfolge vorweisen bei seinem Versuch die 5 Hooligans daran zu hindern ihn zu verdreschen... ts ts ts".

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dietert1 20.02.2015, 00:43
5. Ganz großes Geld

Mit der Geschichte von Hypothekendarlehen werden Sie Herrn Poroschenko nicht gerecht. In der Ostukraine wird doch letztlich um Milliarden gekämpft. Vermutlich sind in den letzten 12 Monaten gigantische Spekulationen über die Zukunft der Ukraine gelaufen. Die dabei bewegten Summen übersteigen die realen Sachwerte ja meist um Faktoren von 50 oder noch mehr. Ich glaube, was die westlichen Führer so fassungslos macht, ist die Weigerung Putins, sich der New Yorker Hochfinanz zu beugen. Staaten wie die Ukraine, Russland und Griechenland können natürlich nur mit einem guten Rating gedeihen.

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bertholdrosswag 20.02.2015, 01:14
6. Die Verhandlungsunwilligkeit Poroschenkos.

Poroschenkos Abgesang macht mich stutzig. Hatte er sich doch so sehr auf die Unterstützung des Westens verlassen. Werden jetzt die USA Waffen an die Ukraine schicken samt technischem Persona und Ausbildern?
Zu Anfang hatte er arrogant die Ostukrainer vor den Kopf gestoßen und sogar das Militär gegen sie mobilisiert. Soviel undemokratische und dumme Entschlössenheit konnte ich nur verstehen, dass er dazu von den USA verpfichtet wurde die ihn ja auf den obersten Regierungsposten setzten. Oder sehen die USA samt EU inzwischen, dass es sich nicht lohnt bei diesem eisernen Widerstand der Separatisten und des Helfers Russland, und der Schadenfür die ganze Region unverantwortlich groß werden würde? Nun wird Poroschenko von seiner von ihm verworfenen Verhandlungszusage eingeholt.

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maxell_freedom_87 20.02.2015, 01:18
7. Roschen ist nicht der Richtige und das war er auch nie

Er ist jemand der alten ukrainische Clique, gegen die sich die Maidaner erhoben hatten. Für mich nicht verständlich, warum man so jemanden wählt. Debalzeve geht auf sein Konto, er wusste ganz genau, dass die Stadt eingekesselt war, er wusste ganz genau, dass seine Soldaten unterlegen waren und er wusste ganz genau, dass die Separatisten Debalzeve um jeden Preis erobern wollten. Wäre er ein Mann von Ehre, hätte er in Minsk einen kontrollierten Abzug samt der Waffen rausgehandelt, doch dazu fehlten ihm die cojones

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willi_der_letzte 20.02.2015, 01:22
8.

"Er taugt aber kaum als Erklärung, warum die Maidan-Regierung in längst überwundene Muster zurückfällt: Sie schützt die Interessen mächtiger Oligarchen."
Wieso Sie die Interessen mächtiger Oligarchen schützen? Ganz einfach: Sie sind selber welche und korrupt bis in die Knochen. Als man vor knapp einem Jahr die Bilder der Villa des verjagten Präsidenten zeigte hätte man auch mal den gegenüberliegenden Palast von Jatzenjuk zeigen sollen. In dieser Regierung haben Nationalisten und Oligarchen das sagen. Was soll sich da für die Menschen bessern?

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mpoehl 20.02.2015, 01:22
9. Selbsterfüllende Prophezeiung russischer Propaganda

Es läuft also alles so, wie in Moskau gewünscht: Die bürgerlichen Kräfte geraten durch den fortgesetzten Krieg zunehmend in den Hintergrund. Die Ukraine bekommt nicht den Hauch einer Gelegenheit, vernünftige staatliche Strukturen und Institutionen aufzubauen. Das ohne einen funktionierenden Rechtsstaat die Korruption kaum eingedämmt, Vorfälle wie in Odessa kaum aufgeklärt werden können, ist offensichtlich. Das spielt freilich vor allem Russland und seiner Propaganda in die Hände: Wenn die Ukraine demnächst völlig am Boden ist, wird die schon jetzt deutlich geschwächte Zivilgesellschaft überhaupt nicht mehr öffentlich gegen Oligarchen und Militante in Erscheinung treten können. Cui bono? Putins, freilich. Putin nützen starke Oligarchen und militante Splittergruppen in der Ukraine am meisten. Rechtfertigen sie doch zum einen eine Intervention Russlands vor der Öffentlichkeit und verhindern zum anderen das Entstehen einer liberalen, ukrainischen Bürgernation. Zu behaupten, der Westen habe die Krise verursacht, ist leider naiv. Russland hat seit 1991 immer seine Einflüsse in der Ukraine geltend gemacht und auf eine Destabilisierung des Landes hingearbeitet. Das den Ukrainern trotz allem in den Jahren ihrer Unabhängigkeit jenseits machtpolitischer Sphären der Aufbau einer vergleichsweise freien und konsensorientierten Gesellschaft gelungen ist, war Moskau ein stetiger Dorn im Auge. Schon seit Jahren kursieren in Russland Bücher, in denen die militärische Zerschlagung der Ukraine in diversen Szenarien diskutiert wird. Man möge sich auch mal mit jenem Konzept der "Polittechnologie" beschäftigen. Und wird sich wundern, aus welcher Richtung faschistische Organisationen in der Ukraine in den vergangenen Jahren mit Geld und anderen Hilfeleistungen bedacht wurden. Sorry, liebe USA-Hasser: Russland ist zu solchen Coups durchaus auch in der Lage. Und hat im Fall der Ukraine eiskalt und lang geplant zugeschlagen. Dem Westen muss man leider vorwerfen, dass er das hätte theoretisch wissen können. Leider hat man die akademische Osteuropa-Expertise in den letzten Jahren stark zurückgefahren. Die bittere Soße müssen jetzt die Ukrainer auslöffeln, die nicht des Geldes, sondern der Werte wegen nach Europa wollten. Und wir müssen Gerhard Schröder und Gabriele Krone-Schmalz als vermeintliche Russland-Experten ertragen....

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