Forum: Politik
Umbrüche in Europa: Es ist vorbei, bye-bye!

Frankfurt macht Minus-Zins-Politik, und London denkt über den Austritt aus der EU nach. Das zeigt: Der angelsächsische Kapitalismus ist nicht zu retten. Europa braucht weniger Markt und mehr Brüssel.

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Celestine 06.06.2014, 15:18
380.

@ vandenplas
“Dem Inhalt dieses Textes kann ich in Teilen zustimmen - wenn auch mit wesentlichen Ausnahmen. Die "unsichtbare Hand" ,wie sie von Adam Smith postuliert wurde, gab es immer und wird es immer geben. Sie steht sinnbildlich für die bedarfsorientierte Herstellung, Einpreisung und Verteilung von Gütern aller Art. Ein Bedarf, der sich aus menschlichen Bedürftnissen speist.“

Sie verwechseln hier zwei unterschiedliche Wirtschaftstheorien, deren Inhalte sich grundlegend voneinander unterscheiden und durch zwei „rivalisierende“ Schulen vertreten werden:
Die unsichtbare Hand agiert laut den neoklassischen Theorien („Urvater“ Adam Smith; Milton Friedman, Chicago Schule) auf Basis eines angebotsorientierten Wirtschaftssystems vis-à-vis den von Ihnen erwähnten nachfrage- bzw. bedarfsorientierten Wirtschaftstheorien, welche auf den Lehren von John Maynard Keynes basieren.

Die angebotsrorientierten Theorien genießen seit Thatcher und Reagan einen stetig wachsenden politischen Einfluss und haben auf Grund ihrer monetären Lehren u.a. zu den Maßnahmen geführt, welche von der EZB derzeit umgesetzt werden.

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sardur 06.06.2014, 15:26
381. Nur mal so...

Es ist einfach erheiternd, wie diejenigen, die anderen deren ideologische Brille vorwerfen (hier Augstein), das Horrorszenario eines EU-Sozialismus an die Wand malen und dies natürlich ganz ohne ideologische Brille. Die einfachen Formeln viel Staat=Sozialismus, EU=noch mehr Sozialismus werden natürlich völlig ideologiefrei und überhaupt nicht populistisch verwendet. Dann wird die Marktwirtschaft noch für allein seelig machend erklärt und alles bleibt und ist gut so, wie es ist - wäre da nicht diese EU! Deutschlands Aufschwung in den letzten Jahren zur unangefochten führenden Wirtschaftsmacht in Europa hat nach Meinung vieler "ideologiefreier" Foristen natürlich überhaupt nichts mit der EU zu tun, sondern wäre dank unseres Fleißes und unserer Fähigkeiten genau so auch ohne EU passiert. Und gäbe es nicht das übrige faule Rest-Europa, das wir durchfüttern müssen, wären wir noch viel größer, höher, weiter. Und dass an Deutschlands Wesen die Welt genesen sollte, kennen wir doch schon von unseren Großvätern. Das kriegen wir ohne EU dann auch noch viel besser hin, schließlich hat Rücksichtnahme immer nur etwas mit Schwäche zu tun. Zwar kann uns dann keiner mehr leiden, aber das kennen wir doch und können damit umgehen...
Ich frage mich nur immer, ob die Römer gemerkt haben, als es mit ihrer Herrlichkeit zu Ende ging, denn schließlich ging es nach allen Krisen ja auch wieder bergauf. Da wird es wohl auch welche gegeben haben, die das drohende Ende kommen sahen - aber Leute, Brot und Spiele, uns geht es doch super! Welches Ende?

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