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Umfrage in der EU: Zwei Drittel der Europäer finden, die Welt sei früher ein besserer
REUTERS

"Früher war alles besser" - dieser Ansicht sind zwei Drittel der Bevölkerung in Europa, wie eine repräsentative Umfrage ergibt. Die Nostalgiker sehen Migration skeptisch, halten aber zur EU.

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stoffi 05.11.2018, 08:53
40.

Zitat von scooby11568
1. Weltkrieg? Mittelalter mit Pest und Cholera? Als Höhlenbewohner? Nostalgie ist lediglich die Unfähigkeit und der Unwillen, sich mit Veränderungen auseinander zu setzen. Überraschung: konservative Politiker halten auch keine Entwicklungen auf. Sie tun nur so, um gewählt zu werden.
Wann ? z B 1970
und wohin Entwicklungen führen die mehr ein Experiment als Fortschritt sind, haben in den letzten Jahren viele Bürger zu spüren bekommen. Nicht alles was sich Neuerung schimpft ist ein Fortschritt.

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karstenauswerder 05.11.2018, 09:03
41. Es lebe das Diffuse

Als „Kriegskind“ mit aufmerksamen Augen weiß ich nicht recht was mit „früher“ gemeint ist. Doch wohl nicht die Zeit in der wir kaum etwas zu essen hatten, mit sieben Personen in einer halb fertigen, vierzig qm großen Wohnung leben mussten und uns freuten, wenn wir zu Festen ein paar Sahnebonschen bekamen. Natürlich wurde später alles kontinuierlich besser. Jetz fürchten wir uns davor, dass es den Menschen, die wir „entwickelten Völker“ Jahrhunderte lang ausgebeutet und unterdrückt haben auch etwas vom Kuchen abhaben möchten. Wahrscheinlich zu Recht.

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seine-et-marnais 05.11.2018, 09:04
42. Bisschen kurz als Argument

Zitat von ulrics
Gab es mehr Luftverschmutzung, kein Internet und alles war schwarzweiß
Früher gab es vor allem eins: Optimismus. Das Fernsehen war schwarzweiss, aber die Welt war 'bunter' denn man 'entdeckte' die Welt. Es gab kein Internet, aber mehr 'soziale' Kontakte der Bürger. Und zur Luftverschmutzung, die Grünen waren eine ökologische Partei die die Probleme andiskutierte, die SPD versprach einen 'blauen Himmel über der Ruhr', und man glaubte daran. Heute erlebt man nur noch sein 'blaues Wunder' wenn man den Versprechungen der Parteien glaubt, und deshalb sieht man so einiges eher wehmütig, denn man hat viele Probleme geschaffen die es früher nicht gab, zB Mondialisierung ist auch 'Vergiftung der Athmosphäre durch die vielen extrem umweltbelastenden Containerschiffe die nötig sind, oder Flugzeuge damit sie im Winter auch Heidelbeeren aus Peru und Böhnchen aus Kenia essen können oder in Malle einen Saufen können, es gab kein Internet, sondern eine Lokalpresse, also keinen künstlich erzeugten Buzz oder Fakenews höchstens zum 1. April. Es gab eine sozial ausgeglichenere Gesellschaft und nicht diese Individualisierung um jeden Preis die heute die soziale Gesellschaft kaputtmacht.
Sicherlich ist die 'Erinnerung' selektiv, man möchte sich nicht unbedingt an unangenehmes erinnern, und es kommt auch darauf an an welche Zeit man die 'Erinnerung' knüpft, aber den Zeitraum den ich beurteilen kann, da waren die 60er und 70er Jahre die Jahre des 'Aufbruchs' und die 90er und 00er Jahre die des Marsches in die Zweifel, in die Probleme. Bezeichnenderweise sind es die Jahre der EWG die positiv waren, seit wir die EU und den Euro haben haben wir mehr Probleme als sonst was am Hals.

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mostly_harmless 05.11.2018, 09:07
43.

Zitat von stoffi
Wann ? z B 1970 und wohin Entwicklungen führen die mehr ein Experiment als Fortschritt sind, haben in den letzten Jahren viele Bürger zu spüren bekommen. Nicht alles was sich Neuerung schimpft ist ein Fortschritt.
Ja, ich verstehe, dass viele die Idee, dass Frauen selbst und - vor allem - ohne Erlaubnis ihrer Ehemänner ein Konto aufmachen dürfen und einen Job annehmen dürfen nicht mögen. Ich verstehe, dass manchem die Abschaffung der Strafbarkeit von Homosexualität gegen den Strich geht. Und ich verstehe, das manchem die Idee, Frauen im Fall einer Abtreibung nicht zu kriminalisieren, mächtig gegen den Strich geht. Und das sind nur die ersten drei Dinge, die mir einfallen.

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cobaea 05.11.2018, 09:15
44.

Zitat von Leser1000
... Für mich als "alter Hase " steht jedenfalls fest soviel Haß in der Gesellschaft gab es früher nicht und soviele fragwürdige Staatsführer gab es früher auch nicht Klar es gab dem kalten Krieg. Aber irgendwie erschien der sicher-auch wenn er es nicht war. Leider haben die Menschen die Aufbruchstimmung der 90 und 2000 er nicht genutzt. Nun haben wir ein unübersichtliches und gefährliches Konglomerat. Innen und aussenpolitisch.
Alles eine Frage der Perspektive - klar, derzeit gibt es zu viele fragwürdige Staatsführer. Aber früher war's besser? Hä? Franco? Salazar? Griechische Militärdiktatur? Militärdiktatur in Argentinien? Militärdiktatur in Brasilien? Pinochet in Chile? Nixon und Watergate? Kulturrevolution in China? Schiessbefehl an der Mauer? Idi Amin in Uganda? Apartheid in Südafrika? Nur so als Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit. Mir scheint, da war niccht weniger Hass unterwegs als heute. Nur die Tatsache, dass wir in den letzten Jahren auch in Europa solche Hass-Verbreiter wieder bekommen haben, erschreckt uns doch.

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im_ernst_56 05.11.2018, 09:15
45. Ist das so überraschend?

Wenn allenthalben beklagt wird, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr auseinander geht, dass die sozialen Unterschiede früher geringer gewesen und Sozialstaat besser funktioniert habe, dass der Arbeitsdruck aufgrund von Arbeitsverdichtung und Digitalisierung zugenommen hat, dass die psychischen Erkrankungen zugenommen haben und es Erkrankungen gibt, die es früher nicht gegeben hat (ADS), wir von Google, Facebook und Co. überwacht werden und die Politik die Kontrolle in vielen Bereichen verloren hat, der Astrophysiker Stephen Hawking meinte, die Menschheit sei verloren, wenn wir nicht die Erde verlassen, ist da - unabhängig von der Frage, wie man zur Migration steht und wie man sich das Leben in einer immer multikultureller werdenden Gesellschaft vorstellt - verwunderlich, dass sich der Zukunftsoptimismus in engen Grenzen hält und sich eine nostalgische Grundstimmung einstellt?

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keine-#-ahnung 05.11.2018, 09:18
46. "Jugendliche unter 25 sind am wenigsten empfänglich ...

für nostalgische Gefühle, während es bei den 35- bis 65-Jährigen rund zwei Drittel der Befragten sind."
Watt'n Quatsch. Unter 25-Jährigen fehlt zunächst einmal ein stabiles und ausreichend weites Erfahrungsgerüst, um valide überhaupt längerfristig Zeitabschnitte vergleichen zu können. Wenn man noch nie eine Birne gegessen hat, kann man die geschmacklich schlicht nicht mit einem Apfel vergleichen.
Auch erhellend: die Generation, die am wenigsten zu Substanzerhaltung und -vermehrung der Gesellschaften beiträgt und sich an ihrem zunehmend hedonistisch geprägten Lebensmodell erfreut (zumindest noch) findet Europa im jetzigen Zustand fetzig und schrill. Keine Grenzkontrollen, gemeinsame Währung - schick für das Hin- und Herreisen zwischen den Uni-Städten, um seinen chichi-Studiengang auch im Ausland fortführen zu können.
Die gesellschaftstragenden Generationen sehen die aktuellen Entwicklungen in der überwiegenden Mehrheit skeptisch - und das in einer Bertelsmann-Studie - die "kosmopolitisch" geprägten mainstream-Medien tun sich selbst keinen Gefallen, diese Zweidrittelmehrheit als "Nostalgiker" herabzuwürdigen. Vermutlich haben die schlicht und ergreifend mehr funktionierendes Hirn in ihren Kalotten, können aus ihren Lebenserfahrungen heraus Situationen und Zustände analysieren und bewerten - die Europa-Wahl wird das vermutlich zeigen.
Weder Politik noch Presse werden gegen eine solche Mehrheit agieren können, um partikuläre Minderheitsinteressen durchzupeitschen, ohne sich selbst der Gefahr des eigenen Untergangs auszusetzen - der Zerfall der "Volksparteien" ist dafür bereits jetzt ein eindrucksvoller Beleg.
Wer in der heutigen Zeit nach mehr Europa ruft, ohne das alte Fundament zu stabilisieren, ruft das Ende des europäischen Projektes herbei. Und spätestens dann werden auch die bis 25-Jährigen ihre Meinung ändern ...

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lathea 05.11.2018, 09:25
47. Früher gab es zuerst die.....

.....Vertriebenen, dann die Spätaussiedler, anschließend Italiener, Serben, Türken, danach die Araber und jetzt die Afrikaner. Für keinen aus diesen Gruppen war es früher schöner und besser. Ebensowenig für die Frauen, Schwule/Lesben. Ausserdem gab es kein Internet, keine Smartphones. Allerdings gab es vernünftige Renten und mehr Gefühl von Sicherheit und Stabilität. Die gesellschaftliche Entwicklung geht nunmal drei Schritte vor und zwei zurück. Wenn es zu schnell nach vorne geht, ist die Verunsicherung größer und die Menschen überfordert. Dann wird in der Vergangenheit, die jedem vertraut war und deren Mängel und Traumata man aufgrund des menschlichen Wesens überwunden oder verdrängt hat, nach dem Vertrauten und Stabilen gesucht. Im digitalen Zeitalter geht es vielen zu schnell. Musik und Videos streamen, sich in die neue Technik einarbeiten, Smartphones einrichten und nicht zu wissen, was, wann und wo gespeichert wird und wer alles mitlesen und dann betrügen kann - Vieles überfordert die Menschen, nicht nur die älteren. Da sucht man wieder nach der alten Schallplatte und nach Entschleunigung. So läuft halt der Lauf des Fortschritts und der Veränderung. Man muss den Menschen die Zeit lassen und Geduld mit ihnen haben - oder bessere technische, politische und gesellschaftliche Lösungen suchen und auch finden. ;-)

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mundusvultdecipi 05.11.2018, 09:38
48. und deshalb war auch..

Zitat von Pfaffenwinkel
aber aus meiner Sicht menschlicher.
..die Anzahl der psychisch Erkrankten sehr viel geringer.Allein die Anzahl der "Bourn Out"Opfer und der anderweitig psychisch Erkrankten ist ein Indikator dafür,dass nicht alles ,doch sehr vieles für ein menschwürdiges Leben früher besser war.

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interessierter Laie 05.11.2018, 09:43
49. @seine-et-marnais

Und trotzdem werden wir immer älter und bleiben länger gesund. Zudem neigen Menschen dazu, jede Koinzidenz wie EU und Globalisierung für eine Kausalität zu halten. Das führt dann zu dem Trugschluss, mit dem einen ginge auch das andere. Fakt ist: Globalisierung ist ein weltweiter Trend. Die EWG war zu ihrer Zeit eine vorausschauende Reaktion auf die beginnende Entwicklung. Heute wäre sie mit den Herausforderungen überfordert.

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