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Umfrage: Jeder zweite Deutsche hat Ressentiments gegen Asylsuchende
LUKAS BARTH-TUTTAS/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Asylsuchende stoßen in der Bevölkerung auf wachsende Ablehnung. Das ist das Ergebnis einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung. Sie zeigt auch: Verschwörungstheorien sind weitverbreitet.

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GerhardFeder 25.04.2019, 09:38
1. Nur jeder Zweite?

Da kenne ich wohl nur einen kleinen Ausschnitt der Bevölkerung.

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andiwe 25.04.2019, 09:54
2. Bitte die Daten!

Es wäre interessant gewesen, welche Fragen mit welchen Ergebnissen beantwortet wurden, und nach welchen Kriterien man dann Personen als ausländerfeindlich eingestuft hat. Im Bericht wird nur für schon gewertete Aussagen die Statistik angegeben.

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dieter0708 25.04.2019, 10:04
3. Friedrich-Ebert Stiftung

"Grundsätzlich zieht das Forschungsteam aber auch positive Schlüsse aus dem Studienergebnis: Der Großteil der Deutschen befürwortet demnach die Demokratie, begrüßt Vielfalt und fordert eine Stärkung der EU"
Der ganze Artikel zeigt das Gegenteil dieses letzten Satzes. Aber was nicht sein kann darf nicht sein.

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whitewisent 25.04.2019, 10:04
4.

Das man durch Fragestellungen bei dieser Form der Meinungsermittlung schon Antworten vorprogrammieren kann, wissen wahrscheinlich auch die Ersteller. Dementsprechend sollte man vorsichtig sein, um wirklich ein reales Bild zu ermitteln.

"Verschwörungstheorie" ist auch eine Form des Framings, um Kritiker per se unglaubwürdig zu machen. Natürlich sagt keine Regierung der Welt ihrer Bevölkerung die "Wahrheit" - wenn es wo wäre gäbe es keine Verschlusssachen oder Berichte "Nur für den Dienstgebrauch". Und nein, es ist auch nicht die Wahrheit sagen, wenn Manches erst durch Journalisten aufgedeckt wird.

"Die meisten Asylbewerber werden in ihrem Heimatland gar nicht verfolgt." - auch so eine Frage, bei der man nur falsch antworten kann. Im 1. Quartal 2019 lag die "Gesamtschutzuquote" gemäß BAMF bei 37,9 Prozent, Also ist es kein "Ressentiment, wenn man diese Frage mit Höchstpunkte beantwortet, sondern die Wahrheit. Das Problem ist doch, dass da "Asylsuchende" unzutreffend zusammengefasst werden, wenn Syrer als größte Gruppe von Antragstellern eine Gesamtschutzquote von 85,6 Prozent haben, Iraker als zweitgrößte Gruppe mit 36,1% sogar unterm Gesamtschnitt liegen, ist selbst das Schicksal dieser vermeintlich ähnlichen Gruppen zu unterscheiden, und ggf. hätte es entsprechend bei der Fragestellung aufgeschlüsselt werden müssen. Denn die drittgrößte Gruppe aus Nigeria kommt nur noch auf 8,4%.

"Obwohl die Zahl der Asylsuchenden rückläufig ist" - das hat doch miteinander überhaupt nichts zu tun! Neben Syrien liegen lediglich die Türkei mit einer Gesamtschutzquote von 50,2% in dem Bereich, wo die Asylsuche amtlicherweise als überwiegend berechtigt angesehen wird.

"Es leben zu viele Ausländer in Deutschland" - auch da ließ die Fragestellung überhaupt keine Differenzierung zu. Schon die Fragestellung war doch eine Provokation, weil eben für viele Menschen ein Migrationshintergrund damit verbunden ist, ohne das man Belgier, Dänen oder US-Amerikaner mit Menschen aus Afghanistan, Nigeria oder Georgien gleichsetzt. Eher werden Deutsche mit Migrationshintergrund selbst in der Dritten Generation noch als Ausländer betrachtet, und durch Ämter wie Journalisten auch so behandelt. Das Problem ist vielfältig, und man kann ein Problem mit solcher Umfrage auch herbeischreiben, um für die eigene Parteipolitik damit eine Rechtfertigung zu finden. Nur wenn man sieht, welche Parteien die letzten 30 Jahre Verantwortung in der Bundesrepublik trugen, nunmal auch maßgeblich die SPD, stellt sich doch die Frage, woher diese Meinungen kommen, und warum es nicht geschafft wurde, die Werte und Überzeugungen durch das eigene Handeln zu senken.

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RalfHenrichs 25.04.2019, 10:09
5. Verschwörungstheorien

Wenn sich selbst SPON-Redakteure als eifrige Anhänger von Verschwörungstheorien öffentlich outen (z.B. dass Russland die letzten US-Wahlen manipuliert habe), kann man sicherlich feststellen, dass Verschwörungstheorien in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Dafür brauche ich aber keine Umfrage.

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peterpeterweise 25.04.2019, 10:10
6. Mitte der Gesellschaft

Die Definition, was politisch Rechts und was Links ist, ändert sich mit dem Wandel der Gesellschaft. Darum muss auch immer wieder neu definiert werden, wo die Mitte der Gesellschaft ist. Und diese Definition sollte sich daran orientieren, einen Median der Einstellungen zu finden. Die 10 Prozent am weitesten entfernten, können dann als Rechts- oder Linksextrem bezeichnet werden, die dann folgenden 20 Prozent als Rechts oder Links. Die 40 Prozent die am wenigsten den Rändern zuneigen, kann man als Mitte bezeichnen.
Wenn eine Studie über 50 Prozent der Bevölkerung mit rechten oder rechtsextremen Tendenzen in Verbindung bringt, dann stellt sich die Frage wo nach Meinung der Macher die Mitte sein soll. Nach dieser Definition müsste die Mitte links von der Mitte der Gesellschaft sein, was verwirrend ist.

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misterknowitall2 25.04.2019, 10:14
7. Ursachen??

Es wird wohl an der Rhetorik der Afd, der Berichterstattung der Medien und an der Tatenlosigkeit etablierter Politiker liegen. Zudem sind in hohem Maße die sozialen Medien verantwortlich, wo jeder Mist ungefiltert auf die Allgemeinheit losgelassen wird und niemand Verantwortung für seinen Tinnef übernehmen muss. Das Internet ist leider kaum noch zu gebrauchen und trotzdem nutzen es sehr viele Menschen zur politischen Aufklärung, tja, und dann lässt man sich schnell mal über Seiten wie Breitbart informieren und zack, steckt man in einer Filterblase.

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Crom 25.04.2019, 10:17
8.

Zitat von RalfHenrichs
Wenn sich selbst SPON-Redakteure als eifrige Anhänger von Verschwörungstheorien öffentlich outen (z.B. dass Russland die letzten US-Wahlen manipuliert habe), kann man sicherlich feststellen, dass Verschwörungstheorien in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Dafür brauche ich aber keine Umfrage.
Das ist keine Theorie sondern das ist belegt.

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kleinsteminderheit 25.04.2019, 10:18
9. Ziellos

Migration könnte für Deutschland eine Chance sein. Egal ob die Menschen aufgrund von Verfolgung oder auf Suche nach Arbeit zu uns kommen.

Die Chance wird allerdings zunehmend vertan, weil Deutschland bei der Integration völlig versagt. Integration ist kein Selbstläufer. Sie braucht definierte Ziele und die Mittel um diese für alle Neubürger verständlich und erreichbar zu machen.

Wenn allen, also Neu- und Altbürgern klar ist, was die Integrationsziele sind und was von wem erwartet wird, werden auch die Ressentiments zurück gehen.

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