Forum: Politik
Umstrittene Doktorarbeit: Letzte Chance für Schavan
dapd

Ihre Doktorarbeit weist Mängel auf, das räumt Annette Schavan selbst in. Muss sie deswegen jetzt zurücktreten? Nein, kein Verbrechen außer Mord würde 30 Jahre später noch verfolgt. Doch wenn sie den Titel verliert, bleibt der Wissenschaftsministerin kaum eine Wahl.

Seite 13 von 17
kontinent 15.10.2012, 16:56
120.

Die Frage ist doch, hat sie schlampig zitiert, hat sie formale Fehler begangen oder hat sie fremdes Gedankengut als eigenes ausgegeben - erst dann wäre es ein Plagiat.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hansyyyy 15.10.2012, 17:02
121. Schavan zurückgetreten...

...liebe Frau Noch-Bundesbildungsministerin, haben Sie Anstand, wenden Sie Schaden von Ihrem Amte und lassen uns schnellstmöglich obige Schlagzeile lesen. Nicht nur Ihre vielen tausend Studenten werden es Ihnen danken. Ihren Ruhestand können Sie auch gut ohne Dr.-und Prof. - Titel genießen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
joe_blow 15.10.2012, 17:07
122. ..

Zitat von gajas
Es ist jetzt an der Zeit, dass die feigen Doktortitelträger sich outen und man z.B. die Doktorarbeit von Herrn Dr. Nils Schmid überprüft.
Bereits während der Guttenbergdebatte geschah das, es konnten aber keine Plagiate entdeckt werden.
Ich wiederhole es jetzt noch mal für die langsameren unter uns:
Wenn nur bei den sogenannten bürgerlichen Parteien Plagiatoren entdeckt werden, gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Die Anhänger der bürgerlichen Parteien sind nicht in der Lage Plagiatore beim politischen Gegner zu entlarven.

2. Die Plagiatoren sind mit gutem Grund Mitglied von CDU/CSU/FDP

Sie können sich die Antwort selber aussuchen. Noch besser: es steht Ihnen frei als Gründer von "NilsPlag" in die Geschichte einzugehen.
Ihr Argument wird nun schon seit dem Anfangsverdacht gegen Guttenberg immer wieder ins Spiel gebracht. Können Sie oder wollen Sie es nicht verstehen? Scharen von RCDS-Mitgliedern durchforsten vergeblich die Doktorarbeiten der Volksfront.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kalle_lutz 15.10.2012, 17:15
123. Schon Fertig

Zitat von ckouidis
Wan wird endlich jemand die Dr.Arbeiten von Dteinbruck, Oezdemir, Roth,Tretin(hat er eine schreiben koennen?), Steinmeier
Ich bin mir ziemlich sicher das nach der Affäre von Dr.c.v. alle Dr. Arbeiten der Opposition geprüft wurden. Und bestimmt auch die von Angie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gweihir 15.10.2012, 17:39
124. Es muss widerholt werden: Der Enzug des Titels ist keine Strafe

Insofern gibt es hier auch keine Verjaehrung. Vielmehr wurde gerade festgestellt, das der Titel zu unrecht vergeben wurde, und dafuer sind ursaechlich Handlungen der Kandidatin. Also muss der Titel enzogen werden um einen korrekten Zustand wiederherzustellen. Da die Kandidatin das Hauptverschulden traegt, liegt auch keine besondere Haerte vor.

Eine Strafe gaebe es wenn, z.B. zur Arbeit eine eidesstattliche Versicherung abgegeben worden waehre. Das waehre aber tatsaechlich verjaehrt. So wird aber nur ein Fehlerhafter Zustand korrigiert.

Ausserdem muss die Botschaft gesendet werden, dass sich Betrug nicht lohnt. Das haette die Dame sich damals ueberlegen sollen.

Die Universitaet kann sich natuerlich zur Lachnummer machen und den Titel nicht aberkennen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nils1966 15.10.2012, 18:36
125.

Man darf nicht vergessen, diese Arbeit ist schon mal mit absoluter Sicherheit nicht gegoogelt und per "copy und paste" zusammengestrickt worden. Von daher ist es kaum denkbar, daß Passagen unverändert übernommen wurden, so wie es bei neuzeitigen Plagiaten der Fall ist.
Die andere frage ist, welcher Gedanke, der formuliert wird, auch durch Quellen gedeckt ist, gedeckt werden kann oder im nachhinein identisch formuliert worden ist. Gerade bei einer philosophischen Arbeit, wo ja jede Idee ein wisenschaftliche These ist, scheint mir das etwas sptzfindig.
Und wie oft muß man eine verfogten Gedanken mit Literaturverweisen versehen.

Ohne die heutzutage üblichen Textverarbeitungshilfen hat man früher auch zugesehen, daß man nicht unötig viel Zeichen geschrieben oder gar getippt hatte. Gerade im Lit.-Verzeichnis, wenn man so an die 150-200 Lit.-stellen hat, und ein oder zwei Dutzend kommen dann noch dazu, dann muß der ganze Text u.U. neugeschrieben werden, weil halt wie heute keine kausale Logik in der Textverabeitung die Nummern der Litstellen richtig nummeriert.

Von daher ist es möglicherweise etwas übertrieben, Arbeiten aus der vor-"Word"-Zeit so anzusehen, als wären ein neuzeitiges mit IT erstelltes Werk.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ruhepuls 15.10.2012, 18:36
126. So ist es!

Zitat von beffchen
Das schäbige Spiel der Universitäten im Fall Guttenberg wiederholt sich. Der Gutachter sticht sein Gutachten an die Presse durch, sicher, dass die Journaille ihm dafür die Füße küsst. Warum aber interessiert sich die angeblich investigative Presse nicht für die Köpfe, die sowohl Schavans, wie auch andere mit Plagiaten versetzte Doktorarbeiten vergeben, begleitet und bewertet haben: die Professoren in den Promotionskommissionen?! Der eigentliche Skandal liegt darin, dass die Herren und Damen Professores bis heute keine erkennbare Verantwortung für das Missmanagement übernehmen und dankbar sind, dass die Doktoranden mit Schmutz beworfen und als Sündenböcke in die Wüste gejagt werden können. Schande über diese feigen Promotionsmaschinisten. Möglichst viele Promotionen sind Stoff für den Ruhm der Profs; es sind auch zahlreiche Fälle bekannt, in denen nicht die Doktoranden plagiiert, sondern Professoren die Arbeit der Doktoranden geklaut und zu eigenem Ruhm und Geld gemacht haben. Ein Umstand, der wenig betrachtet wird, sind auch Veränderungen in den Ansichten darüber, was noch als "legal" gilt. Das ist wesentlich beispielsweise für die Frage, was wann bei Unternehmen als Bestechung galt bzw. gilt. Wir warten immer noch darauf, dass sich Journalisten mit der Universität grundlegend befassen, und die Missstände bei Doktorarbeiten umfassend aufklären. Der Fisch stinkt nämlich auch hier vom Kopf her: dem System Universität und den darin Mächtigen.
Ja, ein wichtiger Punkt. Jeder schreit "Haltet den Dieb" - aber wer hat ihn denn laufen lassen? Jeder Doktorand erkundigt sich, welche Anforderungen (und wie streng diese angewandt werden) an der jeweiligen Uni und dem jeweiligen Betreuer existieren. Wo waren denn die strengen Augen der Beurteiler - deren Aufgabe es ja ist, den wissenschaftlichen Wert einer Dissertation zu bewerten und ob die Arbeit den Regeln entspricht.

Ich habe auch den Eindruck, das "System Universität" macht nun auf "brutalst mögliche Aufklärung", Hauptsache es schaut keiner so genau hin, wie man dort zu Titeln kommt. Pech für diejenigen, die so prominent (und/oder verhasst) sind, dass es Leute gibt, die jetzt Maßstäbe anlegen, die zur Zeit der Erstellung - zumindest inoffiziell - nicht angelegt wurden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
acfl 15.10.2012, 18:58
127. ist eigentlich

die Dissertation von Dr. Kohl wieder aufgetaucht? Wenn nicht, kann jeder angehende Doktor aus dieser zitieren, ohne sich kümmern zu müssen, dass er jemals des Plagiats bezichtigt wird

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tizian 15.10.2012, 19:03
128. Zeit heilt...

Zitat von sysop
Ihre Doktorarbeit weist Mängel auf, das räumt Annette Schavan selbst in. Muss sie deswegen jetzt zurücktreten? Nein, kein Verbrechen außer Mord würde 30 Jahre später noch verfolgt. Doch wenn sie den Titel verliert, bleibt der Wissenschaftsministerin kaum eine Wahl.
...eben nicht. Wer sich im Berufsleben einen Job "erschwindelt" hat, wird nach Entdeckung des Schwindels, egal wie gut er gearbeitet hat, umgehend fristlos gefeuert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
viwaldi 15.10.2012, 19:05
129. Nicht so leicht machen

Zitat von kneumi
Der Autor hat Recht, dass man Frau Schavan nicht vorverurteilen sollte. Erst ist abzuwarten, was die Universität entscheidet. Falls ihr aber der Doktortitel entzogen wird, dann muss sie zurücktreten. Nicht aus juristischen Gründen, sondern aufgrund ihrer besonderen Verantwortung als Ministerin, gerade als Bildungsministerin. Eine Bildungsministerin, die plagiiert hat und dennoch im Amt bleibt würde die Reputation des gesamten Wissenschaftsstandortes Deutschlands beschädigen. Der Vergleich zu Mord und Totschlag und Verjährung stimmt juristisch. Ich bin mir aber sehr sicher, dass sich in Deutschland kein Spitzenpolitiker im Amt halten könnte, wenn heraus käme, dass er/sie vor 32 Jahren jemanden ermordet hat. Hier greift wieder die besondere Verantwortung ("Vorbildfunktion") der Politiker, die über die juristische Straffreiheit deutlich hinaus geht. Zu Recht, wie ich finde.
Ein demokratisch gewählter Politiker muss kein Vorbild sein (moralisch, in der Lebensführung usw.). Wer das fordert, hat ein infantiles Demokratieverständnis. Willy Brandt hat sich "junge Genossinnen zuführen" lassen. Moralisch damals verwerflich, heute vielleicht auch. Na und ? möchte ich rufen (wahrlich kein Brandt-Fanboy): - aber er war ein guter Kanzler!
Außenminister Fischer war ein Steinewerfer und hat Polizisten nach dem Leben getrachtet, Stichwort "Putztruppe", - dann konnte er sich plötzlich nicht mehr so genau erinnern. Ist er zurückgetreten? Nein, er ist ein guter Außenminster geworden und geblieben.
(Schon an anderer STelle geschrieben): Wenn ein LKW Fahrer 30 Jahre seinen Job gut macht, dann kommt raus: er hat bei der Theorieprüfung geschummelt. Wollen Sie ihm dann den Führerschein auf Lebenzeit entziehen, weil er seinen Job ja nur erschlichen hat - soll er jetzt 30 Jahre seinen Lohn zurückzahlen?

Auf welches Glatteis lassen wir uns jetzt von Denunzianten ziehen? Ich möchte mich nicht für Frau Schavan schwer in Zeug legen, aber was bitte hat ihre politische Leistung (die man mögen kann oder nicht) mit handwerklichen Fehlern oder meinetwegen mit Schummeln bei der Promotion zu tun? Hier wird alles vermengt, und Frau Künast fischt in dieser trüben Suppe fröhlich mit. Armes Würstchen, kann ich da nur sagen.

Die Universität hat die Arbeit seinerzeit geprüft, ein Doktorvater begleitet - eine Bewertung wurde erstellt. Wie selbstgerecht sich die Universitäten jetzt verhalten (auch schon bei Gutenberg und andere) spottet doch jeder Beschreibung. Mit steuergeldern bezahlten Beamter hattten die Aufgabe zu prüfen. Wenn überhaupt, muss denen das Geld aberkannt werden. Aber hier fröhlich über andere zu Gericht sitzen, teils anonym, teils mit Durchstecherein aus vertraulichen Gutachten - das ist nicht nur moralisch, sondern auch juristisch unterstete Schublade. Es hat sich hier ein Internet-Pöbel breitgemacht, der im Stile der Lynchjustiz gleich alles macht: Anklagen ohne Verteidigung, Urteil sprechen und vollstrecken. Wie so eine Gesellschaft dann aussehen wird, kann man bei den Piraten wie im Brennglas studieren: da werden Menschen zu Hyänen. Mir grauts vor Euch!
(Vorsicht, Plagiat!)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 13 von 17