Forum: Politik
Umstrittene Doktorarbeit: Letzte Chance für Schavan
dapd

Ihre Doktorarbeit weist Mängel auf, das räumt Annette Schavan selbst in. Muss sie deswegen jetzt zurücktreten? Nein, kein Verbrechen außer Mord würde 30 Jahre später noch verfolgt. Doch wenn sie den Titel verliert, bleibt der Wissenschaftsministerin kaum eine Wahl.

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Weißstein2 15.10.2012, 19:08
130. Vergleich mit Kapitalverbrechen ist hier unredlich

... Die Relevanz der mutmaßlichen Täuschung durch Schavan mit derjenigen von Kapitalverbrechen zu vergleichen, ist ein unsäglich dummer Vergleich. Selbstverständlich müsste Schavan auch zurücktreten, hätte sie ein solches vor dreißig Jahren begangen. Warum zieht der Autor einen solch einen unredlichen Vergleich?

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hansyyyy 15.10.2012, 19:14
131.

Zitat von beffchen
Der Fisch stinkt nämlich auch hier vom Kopf her: dem System Universität und den darin Mächtigen.
Dem kann uneingeschränkt zugestimmt werden. Welche Schlußfolgerung sollte gezogen werden? Es ist wie beim Fußball: das schwächste Glied der Kette (Trainer / Plagiator) wird zuerst entfernt. Nach erfolgtem Aktionismus wird weiter gewurschtelt wie zuvor und unter den Talaren Muff von 1000 Jahren.

Der etwas eigentümliche Kommentar des Verfassers Markus Verbeet ist vom Forum eindrucksvoll wiederlegt worden.

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nordschaf 15.10.2012, 19:16
132.

Zitat von mekrico
Welche "Mühen" haben Sie mitgemacht? Die Mühen des Abschreibens? Nein? Warum aber stellen Sie sich dann schützend vor Frau Schavan? Beschämend ist doch ehr Ihr Beitrag wenn Sie, als Doktorrand das schummeln von Frau Schavan so kollegial verteidigen.
Und dann noch: ein Doktorand ist jemand, der noch nicht promoviert wurde (<- man beachte den Passiv!), sondern grad noch dabei ist. Also dann mal fröhliches weiter-dilettanteln.

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bosemil 15.10.2012, 19:26
133. So nicht!

Zitat von bürger 29
kaum zu überbieten. Wer hat von uns nicht auch einmal ein bißchen geschummelt oder in der Schule abgeschaut. Und wer erinnret sich im Detail noch heute daran? Niemand, außer einige von denen, denen es nicht um die sache geht, sondern darum mißliebige Politiker aus dem Rennen zu schießen. Mittelrweile dürfte jeder wissen von welcher Partei Vroniplag gesteuert wird.
Mag sein daß es für sie persönlich entschuldbar ist. Die Dame bekleidet aber ein vom Volk, auf Zeit, verliehenes "Amt". Ein unrechtmäßig erworbener "Titel" und das tragen des Selben ist nun mal BETRUG.

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Kurt Köster 15.10.2012, 19:26
134.

Zitat von AusVersehen
Wie kann die Tat verjährt sein, wenn Fr. Schaven den erschummelten Titel immernoch führt?
Verjährung eines Plagiats und Führung eines Titels sind zwei Paar Schuhe. Das sollte jedem vernünftig Denkenden einleuchten.

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Kurt Köster 15.10.2012, 19:27
135.

Zitat von c++
Es geht hier nicht um Verbrechen und Mord, sondern nur um die Frage, ob Schavan bei ihrer Doktorarbeit geschummelt hat. Wenn ihr das nachgewiesen ist, muss der Titel entzogen werden. Niemand fordert ein Strafgerichtsverfahren. Man kann doch nicht unter Hinweis auf die vergangenen Jahre sagen, sie soll trotzdem den Titel behalten.
Man könnte ihr ersatzhalber einen Dr. h.c. anbieten.

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hansyyyy 15.10.2012, 19:56
136.

Zitat von Weißstein2
... Die Relevanz der mutmaßlichen Täuschung durch Schavan mit derjenigen von Kapitalverbrechen zu vergleichen, ist ein unsäglich dummer Vergleich. Selbstverständlich müsste Schavan auch zurücktreten, hätte sie ein solches vor dreißig Jahren begangen. Warum zieht der Autor einen solch einen unredlichen Vergleich?
Ein rechtswidriger Verwaltungsakt kann, auch nachdem er unanfechtbar geworden ist, ganz oder teilweise mit Wirkung für die Zukunft oder für die Vergangenheit zurückgenommen werden.

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annalüse 15.10.2012, 20:05
137.

Zitat von beffchen
Der Gutachter sticht sein Gutachten an die Presse durch
Ich hatte es so verstanden, dass Außenstehende die Doktorarbeiten v.a. Prominenter auf dem Kieker hatten.

Zitat von
Warum aber interessiert sich die angeblich investigative Presse nicht für die Köpfe, die auch andere mit Plagiaten versetzte Doktorarbeiten vergeben, begleitet und bewertet haben
Könnte man machen, aber das lenkt irgendwo ja doch auch von den tatsächlichen Tätern ab. Dass ihnen nicht gleich von der betreffenden Behörde auf die Schliche gekommen ist, ist zwar traurig, lenkt aber trotzdem nicht vom ursächlichen Problem der Plagiatierung ab.

Zitat von
Der eigentliche Skandal liegt darin, dass die Professores bis heute keine erkennbare Verantwortung übernehmen und dankbar sind, dass die Doktoranden als Sündenböcke in die Wüste gejagt werden können.
Das sehe ich etwas anders. Die "Sünde" wurde von den Doktoranden begangen. Zu den damaligen Zeiten (bis neulich noch!) gab es kein Google et al., bei denen man nur Zitate eingeben muss, um Verweise auf Originalautoren zu finden, so wie das heute bei den ganzen *plags* abläuft.

Ich denke, zur damaligen Zeit wäre auch niemand auf die Idee gekommen, dass es sowas jemals geben wird. Ich denke, dass möglicherweise gepfuscht wurde bei den Quellen- und Literaturhinweisen.
Ich gehöre auch noch der Prä-Google-Generation an und ich habe mich in meiner Diplomarbeit bemüht, alle Fremdquellen anzugeben. Vielleicht habe ich dabei was übersehen...ich weiß es nicht.

Die post-Google-Generation muss mal schauen, ob wirklich geistiges Eigentum geklaut wurde, oder ob beim Schreibmaschine schreiben was ausgelassen wurde.

Das ist keine Entschuldigung, sondern nur ein Hinweis darauf, dass es nicht immer Computer gegeben hat.

Wenn tatsächlich Passagen unkommentiert als eigene übernommen worden sind, ohne im Literaturverzeichnis erwähntt zu werden, dann ist das schon krass.

Aber bedenkt, es gab Zeiten, in denen Diplom-, Magister-, Doktorarbeiten auf Schreibmaschine geschrieben wurden...

Zitat von
es sind auch zahlreiche Fälle bekannt, in denen Professoren die Arbeit der Doktoranden geklaut und zu eigenem Ruhm und Geld gemacht haben.
Das gibt es sogar runter bis auf Diplomarbeiten, und es ist rechtens, solange der Professor als federführend gilt. Er hat die Arbeit betreut, und deswegen gebührt ihm als Erfahrenstem auch Lob und Ehre. Beim Bund würde sich darüber keiner mokieren.

Zitat von
Wir warten immer noch darauf, dass sich Journalisten mit der Universität grundlegend befassen
Seit wann?
Seit ´68? "Unter den Talaren Muff von 1000 Jahren"?

Zitat von
und die Missstände bei Doktorarbeiten umfassend aufklären. Der Fisch stinkt nämlich auch hier vom Kopf her: dem System Universität und den darin Mächtigen.
Sorry, aber ich als Akademikerin möchte die Verantwortung für mein Handeln bei der Erstellung einer Doktorarbeit bei mir selbst sehen. Wenn ich Fehler mache, dann habe ich sie gemacht, und nicht die Universität. Wenn sie mich nicht erwischen, wenn ich Fehler gemacht habe, dann ist es auch nicht ihre Schuld, sondern ich habe den Fehler gemacht.

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Aka31 15.10.2012, 20:53
138. Qualität der Universitäten/Prüfung VOR Vergabe von Abschlüssen und Titeln?

Die Häufung von Plagiatsvorwürfen sollten auch dazu führen, dass Universitäten VOR der Vergabe von Abschlüssen und Titeln genauer hinschauen und die Qualität der Absolventen und der eingereichten Arbeit prüfen. Natürlich nicht im Sinne eines Generalverdachts, aber im Sinne einer Qualitäts- und Reputationssicherung. Unbestritten ist, das heute eine solche Prüfung vermutlich leichter ist als vor 30 Jahren (Plagiarism-Finder u.ä. sei dank).

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Weißstein2 15.10.2012, 21:10
139. Plagiate schaden vielen

Da nach meinem Eindruck allzu oft die Annahme in Kommentaren wie Artikeln zum Thema mitschwingt, das "Schummeln" sei ein Kavaliersdelikt, möchte ich im Folgenden einige Schäden aufzählen:

1. Der Plagiator, Guttenberg, mutmaßlich Schavan und leider viele andere enteckte und unentdeckte Autoren schaden denjenigen Wissenschaftlern bzw. Autoren, die ehrlich gearbeitet haben. Sie nehmen ihnen Arbeitsplatz, Ministerposten und vieles mehr.

2. Die Gemeinschaft, zu deren Repräsentation der Plagiator bestimmt wurde, ist betrogen worden. Denn sie wird von einem vermutlich weniger qualifizierten und moralisch zumindest Fragwürdigen Menschen vertreten, der vermutlich der Gemeinschaft ideell wie materiell mehr schadet als jemand, der ehrlich gearbeitet hatte.

3. Je mehr Menschen bei ihren Qualifikationsarbeiten schummeln, desto größer wird der Schaden für das Bildungssystem selbst. Schließlich wird es ab einer "kritischen Masse" in Gänze bedroht werden.

4. Wenn Frau Merkel Guttenberg verteidigt, indem sie sagt, sie habe ja keinen Wissenschaftler eingestellt, beleidigt sie all diejenigen, die sich ehrlich und verantwortungsbewusst verhalten. Dass sie selbst Wissenschaftlerin ist, macht das Ganze noch schwerer erträglich. Jede weitere Verharmlosung erhöht den Schaden.

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