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Umstrittene Kohl-Enthüllungen: Verräter, überall nur Verräter
AP/dpa

Sie wettern gegen "literarische Grabräuberei": Die Allianz der Helmut-Kohl-Verteidiger ist so breit wie bunt. Klar springt die "Bild" dem Altkanzler bei. Aber auch die "Süddeutsche" und gar die "taz"... Was ist denn da los?

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biggoldensun 14.10.2014, 18:13
1. Gar nicht so übel

Ich weiß nicht, was die Leute haben - das Buch ist echt prima, und die Kommentare von Kohl ziemlich passend. Man merkt so richtig, was für eine Denke der Mann hat(te).

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Mowgli09 14.10.2014, 18:23
2. Nicht überbewerten

Die Aufzeichnungen aus Interviews zu veröffentlichen ist wohl kein Vertrauensbruch sondern war wohl von einem Journalisten zu erwarten (noch dazu, wenn man ihn sich zu diesem Behufe ins Haus lädt). Allerdings sollte man die Aussagen eines "abservierten" Altbundeskanzlers, der verletzt und gekränkt auf der heimischen Breitcordcouch sitzt, nicht historisch überhöhen. Kohls despektierliche Schmähungen erlangen erst durch das von seiner Gralshüterin M. Kohl-Richter angezettelte Gerangel ein Gewicht, das ihnen eigentlich nicht zukommt. Das Buch (wohl gemerkt, nicht das von Kohl sondern das von Schwan) wird - vor dem Hintergrund, dass Passagen verboten werden könnten - bald vergriffen sein.

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Daedalus 14.10.2014, 18:26
3.

Auch wenn ich den SPIEGEL aktuell nicht wirklich in die linke Ecke stecken wollen würde, mit der Berichterstattung zu Kohl (auch zu Kanzlerzeiten) hat sich das Magazin nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Schon an diesem lustigen kleinen Video erkennt man an wenigen Szenen, wie schlagfertig und den fragenden Journalisten überlegen der Mann doch war. Das muss ich einfach anerkennen, und ich bin oder war durchaus kein Kohl-Fan.

Das größte Problem der Linken mit Kohl ist wirklich, was Sie schreiben: Kohl war als Politiker sehr lange Zeit sehr erfolgreich. Und das übliche Mittel von Linken, wenn sie argumentativ nicht mehr weiterkommen ist nunmal das Lächerlichmachen. Und das kommt recht häufig vor.

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troubador 14.10.2014, 18:30
4. Seine Dickfelligkeit war manchmal sogar vorteilhaft

Na ja: eine intellektuelle Geisteskraft war Kohl sicher nicht. Aber ohne seine sprichwörtliche Dickfelligkeit und teilweise Bauernschläue hätte er den ehemaligen Allierten die Wiedervereinigung mit Sicherheit nicht abgetrotzt! Das ist ohne Zweifel sein Verdienst!
In der damaligen Parteienspendenaffäre der CDU gab er eine jämmerliche Figur ab!

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klaxklix 14.10.2014, 18:53
5. Wie wahr

Auch die Medienvertreter sind Teile eines Systems, wo die Politikerschelte oder auch das Lob Teil ihrer gewohnheitsmäßigen Arbeit sind.
Interessant wird die Überlegung, wenn man sie auf die aktuellen Politiker anwendet. Wie wird über Angela Merkel berichtet. Verstehen auch hier Medien nicht die Wahrnehmung von Angela Merkel in der Bevölkerung? Ist die vielkritisierte Untätigkeit das, was sie für das Wählervolk so attraktiv macht, da man als Regierungschef keinen hektischen Aktionisten haben will?

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davenue 14.10.2014, 19:04
6. Recht auf Anstand - auch für Unsympathen

Es ist typisch für das miese Niveau des allgemeinen politischen Diskurses der Gegenwart, jedem der die Veröffentlichung dieses Buches kritisiert, für einen Sympathisanten Kohls zu halten. Blödsinn. Es geht vielmehr um den mangelnden Anstand des Herrn Schwan, Aufnahmen zu veröffentlichen, von denen er genau wusste, dass sie von Kohls Seite nie für eine Öffentlichkeit bestimmt waren.

Auch ein Unsympath wie Kohl hat ein Recht darauf, anständig behandelt zu werden.

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Saturn48 14.10.2014, 19:05
7. Wie gerade weltweit zu sehen

bestärkt sich die These Politiker sind schwachsinnig.
Die sich zu stellende Frage ist dann logischerweise warum soll man eigentlich Büchern von Schwachsinnigen kaufen ??????? deren Zitate lesen oder so etwas gar im Schrank stehen zu haben. Das wäre dann wohl noch schwachsinniger

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tom.brohse 14.10.2014, 19:06
8. so ein Bohei!

Der Mann hat nur gesagt, was er gedacht hat. Und das war nicht anders zu erwarten. Typisch für den. Aber ihn verteidigen? Niemals.

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HaPeGe 14.10.2014, 19:16
9. Also, ...

Zitat von Daedalus
Auch wenn ich den SPIEGEL aktuell nicht wirklich in die linke Ecke stecken wollen würde, mit der Berichterstattung zu Kohl (auch zu Kanzlerzeiten) hat sich das Magazin nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Schon an diesem lustigen kleinen Video erkennt man an wenigen Szenen, wie schlagfertig und den fragenden Journalisten überlegen der Mann doch war. Das muss ich einfach anerkennen, und ich bin oder war durchaus kein Kohl-Fan. Das größte Problem der Linken mit Kohl ist wirklich, was Sie schreiben: Kohl war als Politiker sehr lange Zeit sehr erfolgreich. Und das übliche Mittel von Linken, wenn sie argumentativ nicht mehr weiterkommen ist nunmal das Lächerlichmachen. Und das kommt recht häufig vor.
dem SPIEGEL ist zu danken, dass er einmal über diese (!) Seite des Altkanzlers berichtet hat. Es zeigt sich einmal die häßliche Seite des Helmut Kohl.

Kohl ist nicht schlagfertig, er ist dreist. Für Journalisten hatte er nie etwas übrig, abgesehen von seinen "Hofberichterstatter". Was ist da anerkennenswert ? Ich denke nichts !

Und Kohl war als Politiker auch nicht erfolgreich. Er war dickfällig, er hat Probleme ausgesessen. Nicht zu vergessen, dass er extrem nachtragend war. Eine andere Meinung duldete er nicht.

Von der Spendenaffäre wollen wir gar nicht reden. Für mich einer der größten politischen Skandale der Nachkriegszeit.

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