Forum: Politik
Umstrittene Rede: AfD verzichtet auf Rauswurf von Höcke
DPA

Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry bezeichnete Björn Höcke nach seiner umstrittenen Rede zum Holocaust-Gedenken als "Belastung für die Partei". Der Parteivorstand stimmte nun für die Einleitung von Ordnungsmaßnahmen. Einen Ausschluss gibt es vorerst nicht.

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hegauloewe 23.01.2017, 14:54
1. Höcke wird von der AfD gebraucht,

von einer Partei, die den fortlaufenden Tabubruch praktiziert. Es war so klar, dass er bleiben darf (soll). Aber das bringt wieder Schlagzeilen. Höcke und Poggenburg sind vor allen Dingen für den ganz rechten Rand des Wählerspektrums unerlässlich.
Das zeigt auf welchem Weg diese Partei ist - der 1000jährige Höcke, der sich früher als Frau noch über den Domplatz in Erfurt traute, bevor sich auf der Domspitze der Halbmond breitmachte...... und dann die Wölfe im Schafspelz (Meuthen) und Pretzell und Petry, die ähnlich denken wie Höcke, aber unter dem Motto "ziemlich schlechte Freunde" Höcke rauskicken wollten, aber auch die können auf ihn nicht verzichten.

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wiesnase111 23.01.2017, 14:55
2. Rauswurf Höcke

Das wírd der Partei schaden. Wir mögen ihn nicht.

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jalu-2008 23.01.2017, 14:57
3. Unsere Gesellschaft ist krank!

Wo auf der Welt gibt es das: Menschen halten ihre Nationalfahne in der Hand und werden sofort als Nazis wahrgenommen.

Begriffe wie "Sieg", "Führer" oder "Volk" lassen uns ängstlich zusammenzucken, warum eigentlich?

Man kann von Höcke halten was man will, er führt uns diese Effekte eindrucksvoll vor, ganz einfach.

Interessant finde ich bei näherer Überlegung aber, dass diese Effekte erst in den letzten Jahren so extrem geworden sind, die sechs Jahrzehnte nach dem Krieg waren da viel entspannter im Umgang, und da gab es noch Täter in allen Positionen. Wie kann man das erklären, wäre nicht die gegenteilige Entwicklung logisch, dass sich der Gebrauch der vom Krieg belasteten Begriffe mit der Zeit wieder normalisiert?

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nordlys 23.01.2017, 14:58
4. Machtkämpfe

Machtkämpfe in Parteien möchte kein potentieller Wähler sehen. Petry/Pretzell/Weidel gegen Höcke/Gauland/Meuthen. Wird Höcke ausgeschlossen, sind 25 bis 30% der Mitglieder weg, sein "Flügel" ist nicht zu unterschätzen. Das kann sich die AFD nicht leisten.
Sie kann sich jedoch auch nicht leisten, dass Höcke in seiner Selbstverliebtheit ständig Reden hält, die die Grenzen des Tolerierbaren ausloten. Wenn die Position darin besteht, dass das deutsche Geschichtsverständnis sich zu sehr auf die 12 Jahre Nazizeit und die damit verbundene Schuld zu Lasten positiver Aspekte der Zeiten davor und danach fokussiert, so kann ich dem zustimmen. Wenn dies jedoch mit einem Duktus vorgetragen wird, der Raum für Zweideutigkeiten lässt, und wenn mit Begriffen nahe am Nazi-Jargon gearbeitet wird ("Deutschland braucht den vollständigen Sieg der AFD"), dann muss auch ich als AFD-Wähler mich abwenden. Und muss die Frage stellen: Ist Höcke so berauscht von seinen Provokationen oder/und so selbstverliebt, dass ihm die Folgen für die AFD egal sind? Oder ist er ein agent provocateur, der eine weitere Spaltung der AFD herbei führen und sie somit im Bundestagswahlkampf erheblich schwächen soll? Dumm ist er ja nicht, und ein guter Redner ist er auch. Also bleiben nur die beiden oben skizzierten Möglichkeiten. Beide sprechen keinesfalls für die Bekleidung einer Führungsposition in der AFD.

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tlhuerth 23.01.2017, 15:00
5. Meuthen, Poggenburg und Gauland sehen keine Fehler

Damit haben sich drei weitere Personen in hohen Parteiämtern der AFD als untragbar erwiesen. Wer die Rede von Höcke nur als kritikwürdig ansieht, der hat aus der Geschichte nichts gelernt. Meuthen als Professor, der auch Beamte ausbildet, ist als solcher daher auch als solcher untragbar und sollte seine Lehrerlaubnis entzogen bekommen. Solche Lehrkräfte braucht das Land nicht.

Trotzdem hat es mich nicht überrascht, dass Höcke von der AFD nicht mit sofortiger Wirkung suspendiert wurde, denn auf die 20 % der Mitglieder, die hinter Höcke stehen, kann und will diese Partei nicht verzichten. Damit macht sie sich aber die Denkweise von den Rechtsextremisten zu eigen.

Was Höcke angeht, so ist es nach meinem Befinden doch sehr befremdlich, dass die zuständige Behörde in Hessen noch kein Disziplinarverfahren gegen ihn eingeleitet hat. Er ist als Lehrer und Beamter absolut ungeeignet.

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jautaealis 23.01.2017, 15:00
6. Obwohl aus der entgegengesetzten politischen Richtung kommend, ...

... habe ich mir auf Anraten von SPIEGEL online Herrn Höckes Rede vollständig angesehen! Abgesehen davon, dass sie für meinen Geschmack allzu häufig das Wörtchen ?deutsch? und dessen Familie enthält, kommt darin nichts Verwerfliches oder gar Strafbewehrtes vor ? eine Reihe von Gedanken treffen die gegenwärtige Lage der Bundesrepublik sogar hervorragend auf den Punkt und sind daher weiterer Erörterung auf allen politischen Ebenen würdig... Der kollektive Aufschrei der altbekannten Akteure ist daher maßlos übertrieben und bringt uns als Land wie Bevölkerung nicht im geringsten weiter, die bewusste böswillige Fehlinterpretation von Herrn Höckes entscheidenden Worten ist für die intellektuelle Höhe der betreffenden Personen gleichfalls geradezu entlarvend, die Maßregelung von Herrn Höcke durch die eigene Partei schließlich unangemessen und zeugt lediglich von der mangelnden menschlichen Qualifikation des darin versammelten politisch nicht unter eine gemeinsame Linie zu bringenden ?Funktionärspacks?.......

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Morpheus Nudge 23.01.2017, 15:00
7.

Die Entscheidung spricht Bände über die Partei.

Die alternative Wahrheit ist: Stimmenfang im braunen Sumpf ist wichtiger, außer Empörung war ja nicht viel, und die ist man gewohnt.

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transponder 23.01.2017, 15:01
8. War doch klar...

Mit ultrarechten Figuren, wie Höcke, lotet die AfD aus, wie weit man mit Aussagen in der Öffentlichkeit gehen kann. Etwas seichte Empörung, mehrheitlich Kopfschütteln. Also kann die AfD sich weiter in Richtung NPD entwickeln, nur leider mit einer viel zu breiten Basis. Ich höre schon die Unterstützer hinterher sagen: Ich war es nicht, das war die AfD, die Petry, der Höcke, etc....

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saumhuhn 23.01.2017, 15:02
9. Herr Maas hat Unrecht

und das liegt vielleicht an mangelhaften Deutschkenntnissen. Herr Höcke hat von einem "Denkmal der Schande" gesprochen und auf Nachfrage nachgeschoben, er meine ein "Denkmal der Schande, die die Nationalsozialisten mit der Ermordung der Juden über das deutsche Volk gebracht haben". Das ist nachvollziehbar. Hätte er gemeint, das Denkmal selbst sei eine Schande, dann hätte er von einem "schändlichen Denkmal" reden müssen, oder gar von einem "Schandmal". Das hat er aber nicht getan. Deshalb ist seine Äußerung vielleicht für manche, die ihm Böses wollen, willkommen irritierend, inkriminierend ist sie jedoch definitiv nicht!

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