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Umstrittener US-Botschafter: Grenell empfängt "Rockstar" Kurz in Berlin
DPA; Getty Images

Er ist ein großer Fan des österreichischen Kanzlers Sebastian Kurz - nun veranstaltet US-Botschafter Richard Grenell für ihn sogar ein Mittagessen in seiner Berliner Residenz. Ein ungewöhnlicher Vorgang.

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sonntagsberg 04.06.2018, 18:12
50. Und woher genau

Zitat von yoda56
...soviel diplomatisches Spitzengefühl hat und der Einladung nicht folgt - ansonsten hätten wir wirklich einen Affront.
soll uns Kanzlerbubi das Fingerspitzengefühl jetzt nehmen? Im Gegenteil, der wird bei uns zuhause mit der Essenseinladung protzen. Der Bub ist doch egomanisch.

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carlitom 04.06.2018, 18:12
51.

Zitat von ronk
Ein Mitarbeiter der amerikanischen Botschaft möchte sich also aktiv in die Politik seines Gastlandes einmischen. Ist das nicht Grund genug ihn auszuweisen?
... nicht nur seines Gastlandes, sondern auch in die Politik von dessen Nachbarn und am besten in die europäische Politik, wenn man ihn lässt. Lässt man ihn?

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Atheist_Crusader 04.06.2018, 18:16
52.

Problem nur: was in Europa als Konservativ gilt, ist in den USA liberal.

Was die an die Macht bringen wollen sind also nach deren Maßstäben Konservative, nach unseren Maßstäben Rechtspopulisten und Neonazis.

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fotos 04.06.2018, 18:18
53. Dummdeutsche Meinung ?

Zitat von Trevor Philips
Nein sind Sie eben nicht. Mal ganz ernsthaft, kein Botschafter, vor allem nicht der der USA ist genötigt die dummdeutsche Meinung wie Dinge zu sein haben zu vertreten. Oder kurz: ER kann durchaus deutschen Firmen raten die Geschäftskontakte mit dem Iran herunterzufahren damit sie bessere Geschäfte mit den USA machen können. Er kann sehr wohl ankündigen die Konservativen in Europa zu stärken, das ist schlicht keine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Deutschlands, es sei den man betrachtet Deutschland als Hegemon Europas und hat die Uhr mal schnell 75 Jahre zurückgedreht. Und letztendlich kann er auch zum Mittagessen einladen wen er will, sogar Deutsche, was er wohl gemacht hat.
Ernsthaft - durch diese Aussage haben Sie sich schon disqualifiziert.

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bayerns_bester 04.06.2018, 18:18
54.

Zitat von Renoir7
müssen sich langsam daran gewöhnen, dass ihre Zeit abläuft. Gottseidank. Es war noch ziemilch einfach, die Ost-EU-Länder zu beschimpfen und ihnen zu drohen. Jetzt ist aber Österreich dabei und wie's aussieht auch Italien. Auch beschimpfen und drohen ? Es wird eng. Konservativ ist cool. Ein Botschafter kann einladen, wen er will.
Trump und Konsorten sind aber nicht konservativ, sondern reaktionär. Um es mal mit den Worten eines zeitgenössischen "Konservativen" zu sagen. Die Episode Trump wird zum Glück auch nur ein Vogelschiss der der weltweiten Geschichte sein. Aber dieser Schiss nervt. Vor allem, die, die den Mist dann hinterher wegmachen dürfen, den er hinterlassen hat.

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slyberlin 04.06.2018, 18:23
55. Vielleicht braucht das AA neues Personal

Wenn das AA in Berlin mit kompetenten Leuten besetzt gewesen wäre, hätte man das Agrément ohne Angabe von Gründen ablehnen können. Jungs, einfach mal in Vorfeld googeln. Dann hätte man leicht feststellen können, dass dieser Herr für den Posten eines Botschafters in Deutschland ungeeignet ist. Aber irgendwie ist man noch nicht emanzipiert genug, dem großen Bruder jenseits des Atlantiks die Stirn zu bieten. Das AA hätte dem Bundespräsidenten dann die Peinlichkeit erspart, die Akkreditierung entgegen zu nehmen.

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carlitom 04.06.2018, 18:24
56.

Zitat von klmo
Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Der amtierende US- Botschafter vertritt die Interessen von Trump und nicht zwingend die von Deutschland. Was sonst?!
Jetzt googlen Sie nochmal ganz in Ruhe "Botschafter" und "Diplomatie" und dann informieren Sie sich doch bitte auch gleich über die Tatsache, dass Trump nicht die USA ist, also ist ein Botschafter auch nicht Trumps Botschafter, sondern der der USA. Dass beider Interessen gleichzusetzen wären, ist außer in Diktaturen oder Kleptokratien doch eher unüblich. Aber das merken Sie schon, wenn Sie erst die nötigen Informationen haben. Nur zu!

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mini-max12 04.06.2018, 18:30
57. Und ich gehe einfach mal davon aus, dass ...

Zitat von s.l.bln
...irrlichternden Hobbydiplomaten mal einer die passende Jobbeschreibung googeln? Seit wann laden Botschafter die Regierungschefs von Drittstaten ein? Ich gehe davon aus, daß Östereich über einen eigenen US Botschafter verfügt, mit dem Kurz nötigenfalls parlieren kann.
Grenell mit einem echten Politiker reden möchte, der sich zuerst für sein eigenes Land einsetzt und seine Bürger nicht einer ungezügelten Flüchtlingsflut aussetzt und sich hinterher bei politischen Skandalen (z.Zt. BAMF-Skandal) vor seinem Wahlvolk ausschweigt oder Märchen erzählt wie : "Wir schaffen das!" Ich würde mich, wenn ich Grenell wäre, auch lieber mit einem gradlinigen und verlässlichen Politiker treffen. Da kann "Mutti" eben noch eine Menge von Kurz lernen.

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kobold17 04.06.2018, 18:33
58. Was für ein Freund…

Aus dem preußischen Bückling ist Deutschland bis heute noch nicht entwachsen. Die Aufarbeitung der schlimmsten 12 Jahre deutscher Geschichte lässt alle anderen Taten dieser Welt in Nebel aufgehen. Die USA braucht Länder die sich knebeln lassen und aus der Dankbarkeit nicht mehr herauskommen. In ein paar Jahrzehnten spricht keiner mehr über Vietnamkrieg, Koreakrieg, Irak etc. oder oder oder. Die Taktik der US Amerikaner ist seit Jahrzehnten immer die gleiche und Deutschland sollte es langsam gelernt haben, dass wir uns nicht am Hindukusch zu verteidigen haben. Viel zu lange haben wir Deutschland und Europa vernachlässigt, denn diese Zeit, immer mit dem Blick über den Teich, hat das Europa von heute nicht sehr stabil gemacht. Ein Verteidigungsbündnis und nach außen dem Frieden dienen (z.B. Schweiz), und sich voll auf die europäische Intelligenz konzentrieren mit seinen ganzen kulturellen Werten. Genau das ist der Alptraum der USA, deshalb wird so ein Typ wie Grenell geschickt um weiter die Angst gegenüber den Osten zu schüren. Auch in diesem Fall hat die Liebe ihre Grenzen.

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Referendumm 04.06.2018, 18:36
59. Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen-Artikel 41

Im Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen - Artikel 41 steht:

1. Alle Personen, die Vorrechte und Immunitäten geniessen, sind unbeschadet derselben verpflichtet, die Gesetze und anderen Rechtsvorschriften des Empfangsstaats zu beachten. Sie sind ferner verpflichtet, sich nicht in dessen innere Angelegenheiten einzumischen.

auch ganz nett wg. möglicher Einladung von S. Kurz:

3. Die Räumlichkeiten der Mission dürfen nicht in einer Weise benutzt werden, die unvereinbar ist mit den Aufgaben der Mission, wie sie in diesem Übereinkommen, in anderen Regeln des allgemeinen Völkerrechts oder in besonderen, zwischen dem
Entsendestaat und dem Empfangsstaat in Kraft befindlichen Übereinkünften niedergelegt sind.

Dazu passend auch Artikel 41 2.):

2. Alle Amtsgeschäfte mit dem Empfangsstaat, mit deren Wahrnehmung der Entsendestaat die Mission beauftragt, sind mit dem Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten oder dem anderen in gegenseitigem Einvernehmen bestimmten Ministe-
rium des Empfangsstaats zu führen oder über diese zu leiten.

Also Berlin, habt mal Mut:

Art. 9
1. Der Empfangsstaat kann dem Entsendestaat jederzeit ohne Angabe von Gründen notifizieren, dass der Missionschef oder ein Mitglied des diplomatischen Personals der Mission persona non grata oder dass ein anderes Mitglied des Personals der Mission ihm nicht genehm ist. In diesen Fällen hat der Entsendestaat die betreffende Person entweder abzuberufen oder ihre Tätigkeit bei der Mission zu beenden.

Allerdings gilt auch: Auf jedem Schiff das schwimmt und schwabbelt gibt es einen der zuviel sabbelt.

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